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Paraschat HaSchawua
Der wöchentliche Toraabschnitt,
kommentiert von Nechama Leibowitz
Sefer Bamidbar - Buch Numeri

Paraschath Matoth
Torah: 4. Buch Moses Num 30.2 - 32.42
[HEBRÄISCH]
[DEUTSCH NACH ZUNZ]
Paraschot Matot:
Versprechen und Schwüre
Auch wenn eine Sache der Wahrheit entspricht, solle man nicht darauf
schwören. Es sei denn, man erfühlt drei Bedingungen...
Matot:
Was wir aus Bileams Ende lernen
Siehe, sie waren
den Kindern Israel auf den Rat Bileams zur Verleitung zum Treubruch am
Ewigen wegen Peor, und es kam das Sterben über die Gemeinde des Ewigen.
(31, 16)
Hier nennt die Tora zum ersten Mal
einen Mann namens Bileam als Initiator des Komplotts genannt wird, das die
Israeliten zur Sünde in Baal Peor veranlasste. Während der gesamten
Erzählung wird Bileams Einfluss auf die Tat nicht erwähnt. Im Gegenteil:
Und das Volk fing an zu buhlen
mit den Töchtern Moabs.
(25, 1)
Wir sahen, wie der Ewige den Israeliten
wegen ihrer Abtrünnigkeit zürnte, wie er ihnen befahl, die Midjaniter für
ihre Komplizenschaft in der Tat von Baal Peor zu plagen. Aber auf Bileams
Anteil wird nicht angespielt. Luzzatto kommentiert diese Unterlassung so:
Auf seinem Weg nach Hause kam
Bileam durch Midian und erfuhr, wie die Israeliten mit den Töchtern
Moabs gebuhlt hatten und zur Götzenanbetung veranlasst worden waren. Da
erkannte er, dass dies die einzige Methode war, um die Israeliten zu
unterminieren. Daher riet er den Midianitern, ausgesuchte Mädchen zu
schicken, um die Israeliten zur Götzendienerei zu verführen. So würden
sie den Schutz des Ewigen verlieren.
Die Frage, warum Bileams Anteil an der
Angelegenheit von Peor nicht sofort berichtet wurde, bleibt unbeantwortet.
Wie wie an anderer Stelle bemerkten, lässt die Tora oft wichtige Details in
der Erzählung aus, um später darauf anzuspielen. Im folgenden Zitat beziehen
sich unsere Weisen auf dieses Phänomen:
Die Tora berichtet
Angelegenheiten in ihrem ursprüglichen Zusammenhang kurz, nur um sie
später breiter zu behandeln.
Wir wählen zwei andere Beispiele dafür
aus den vielen, die es in den Schriften gibt, aus. In der Geschichte von
Jakob und Laban (Genesis 31, 36-42) erzählt Jakob Einzelheiten der
Arbeitsbedingungen und der Ausbeutung durch Laban erst ganz zum Schluss. In
den Kapiteln 29 und 30 wird die Zeit beschrieben, die Jakob für Laban
arbeitete. Die Erzählung erwähnt nicht, unter welchen Bedingungen Jakob
arbeitete und wie Laban seinen Lohn zehn Mal änderte. Erst als Jakob Padan
Aram verlassen hatte und Laban ihn einholte, erhalten wir eine genaue
Schilderung dieser Bedingungen in Jakobs Ausbruch gerechter Entrüstung.
Diese Details ergänzen, was in unserem früheren vagen Bild von Jakobs
Beziehungen mit Laban fehlte.
Ein weiteres Beispiel finden wir in I Samuel 28, 3. Erst in dem Teil der
Erzählung, wo Saul hilflos dasteht und "der Ewige ihm keine Antwort gab,
weder durch Träume ...", und er sich an die Hexe wendet, erfahren wir von
seinem früheren Kampf gegen die Totenbeschwörer und Wahrsager in Israel.
Nachmanides bezieht sich auf Genesis 31, 7:
"Aber euer Vater hat mich
getäuscht und hat meinen Lohn geändert zehn Mal..." Dies war
buchstäblich wahr, obwohl die Erzählung das nicht erwähnt. ... Die
Schrift ist oft kurz in dem einen Kontext, nur um in einem anderen sich
breiter zu beschäftigen.
Warum lässt die Tora in einem Kontext
Details aus und erwähnt sie später? Die Erklärung in diesen beiden
Beispielen ist nicht schwer zu entdecken. Die Erzählung schweigt, solange
Jakob schweigt und seiner Entrüstung Herr war, die ganze Zeit, die er für
Laban arbeitete. Aber nach zwanzig Jahren Ausbeutung machte sich Jakob Luft
und berichtete alles, was er während der Zeit für sich behalten hatte. Wären
uns diese Einzelheiten chronologisch berichtet worden, hätten sie uns auch
so tief berührt? Dasselbe gilt für den Fall Sauls. Hätte uns die Erzählung
den Kampf des Königs gegen die Zauberer zu einer Zeit berichtet, als er das
Königtum annahm und den Willen Gottes ausführte, hätten wir dem keine
besondere Bedeutung beigemessen. Schliesslich handelte er nur nach den
Geboten der Tora. Erst als König Saul selbst einen von ihnen konsultieren
muss, erkennen wir, wie weit er gebracht und wie tief er gedemütigt worden
war.
Versuchen wir nun zu verstehen, warum die Tora nicht erwähnte, dass Bileam
in die Angelegenheit von Baal Peor verwickelt war. Erst nach seinem Tod
durch die Hand der Israeliten erfahren wir davon. Warum wurde Bileams
Verantwortung dafür nicht im Zusammenhang mit dieser Geschichte berichtet?
Offensichtlich wollte uns die Tora etwas lehren.
Obwohl es Bileam war, der die Töchter Midjans anstiftete, die Reinheit des
jüdischen Familienlebens zu untergraben, obwohl er das böse Genie war, das
sich diesen Plan ausdachte, lag die moralische Verantwortung letztlich auf
den Israeliten. Sie waren schuldig:
Und das Volk fing an zu buhlen
mit den Töchtern Moabs.
(25, 1)
Die Erzählung berichtet nur die Sünde
der Israeliten und ihre Vergeltung. Jeder Mensch ist für seine Handlungen
verantwortlich. Provokation befreit das Opfer nicht von der Verantwortung.
Die Worte des Herrn (Gott) und
die Worte des Schülers - wessen Worten haben wir zu gehorchen?
Die erste Loyalität des Menschen gilt
dem moralischen Gesetz, Gott. Das bedeutet aber nicht, dass der Provokateur,
der Verführer zur Unmoral ohne Verantwortung ist. Als daher auf die
Vergeltung, der Bileam anheimfällt, angespielt wird - als er in der Schlacht
von den Israeliten erschlagen wird,
Und auch Bileam, Sohn Beor,
erschlugen sie mit dem Schwerte
(31, 8)
finden wir auch eine Anspielung auf
seine Komplizenschaft in der Sünde, die Israel beging:
Siehe, sie waren den Kindern
Israel auf den Rat Bileams zur Verleitung zum Treubruch am Ewigen wegen
Peor, und es kam das Sterben über die Gemeinde des Ewigen.
(31, 16)
Haftara zu Matot: Jeremias I - II, 3
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[Diskussion
des Wochenabschnitts]
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