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Paraschat HaSchawua
Der wöchentliche Toraabschnitt, kommentiert von Nechama Leibowitz

Torah (hebr.): Bemidbar 16:1-18:32
Sefer Bamidbar - Buch Numeri
Korach- Die Klagen der Rotte Korach
Und es vermass sich Korach, Sohn
Jizhar, Sohn Kehat, Sohn Levi, und Datan und Abiram, Söhne Eliab und On,
Sohn Pelet, Söhne Reubens, dass sie sich erhoben gegen Moscheh und
zweihundertundfünfzig Männer von den Kindern Israel, Fürsten von der
Gemeinde, Berufene zur Versammlung, Männer von Namen. Und sie
versammelten sich wider Moscheh und Aharon und sprachen zu ihnen:
"Zuviel für euch! denn die ganze Gemeinde sind lauter Heilige, denn
unter ihnen ist der Ewige, und warum erhebt ihr euch über die
Versammlung des Ewigen?
(16, 1 - 3)
Wer waren diese 250 Männer, die sich an
Korach, Datan und Abriam anschlossen, um gegen Moses, der die Kinder Israel
aus Ägypten herausführte, durch die Wüste, dem Propheten des Ewigen, der die
Tora am Sinai empfangen hatte, zu rebellieren? Worüber beklagten sie sich?
Nach Ibn Ezra enthielt diese Meutererbande alle Arten von Nörglern und
Unzufriedenen. Dazu gehörten Leviten, die sich bei der Ernennung von
Assistenten für die Priester übergangen fühlten, Reubeniten, die dachten,
sie seien des Geburtsrechtes, das auf den Stamm Joseph überging, beraubt
worden. Nach Ibn Ezra hatten sie Josua (einen Ephraimiten) in Verdacht,
seinen Einfluss zugunsten seines eigenen Stammes zu nutzen. Dann gab es die
Erstgeborenen Israels, die sich übergangen fühlten, da ihnen das Privileg
der Priesterschaft genommen und den Leviten, die das Goldene Kalb nicht
angebetet hatten, gegeben worden war. Es ist leicht, die Flamme der
Unzufriedenheit zu entfachen. Ein solcher Vorgang ist besonders leicht, wenn
wir Nachmanides' Zeitplan für die Rebellion genau nach dem Zwischenfall mit
den Kundschaftern akzeptieren:
Stellte jemand zu einem anderen
Zeitpunkt Moses' Autorität in Frage, das Volk hätte ihn auf der Stelle
gesteinigt, da es Moses glühend liebte und ihm gehorchte. Daher bezog
sich Korach auf das hohe Amt Aarons, die Erstgeborenen auf die stolze
Position der Leviten und alle auf Moses' Handlungen. Als sie in der
Wüste Paran ankamen und in Taberah das Feuer gegen die Israeliten
entbrannte (Numeri 11, 1 - 3) und sie in Kibrot Hataavah (33 - 34)
starben, als sie mit den Kundschaftern sündigten, die Fürsten der Stämme
von einer Seuche hinweggerafft wurden und das Volk dazu verurteilt war,
in der Wüste zu sterben, da wurde es bitter und einige anfingen, an der
Führerschaft Moses' zu zweifeln. Diesen Augenblick fand Korach geeignet,
seine Meuterei zu beginnen. Und darauf bezog sich die Bedeutung seiner
Worte an sie, in die Wüste gebracht worden zu sein, um getötet zu
werden.
Korach wollte diese schwelende
Unzufriedenheit zu seinem eigenen Vorteil nutzen. Aber die Tora teilt uns
keine Details über sein Entfachen der Unzufriedenheit gegen Moses mit. Dies
rekonstruiierten unsere Weisen für uns:
Selig der Mann, der nicht folgt dem
Rate der Frevler, der nicht auf dem Wege der Sünder geht, noch sitzet in
der Runde der Spötter.
(Psalm 1, 1)
Der Midrasch (Shocher Tow) kommentiert
diese Verse:
"In der Runde der Spötter" - dies
bezieht sich auf Korach, der Moses und Aaron verspottete. Was tat
Korach? Er versammelte die ganze Gemeinde, wie es heisst: "Und sie
versammelten sich wider Moscheh und Aharon." Er fing an, Worte des
Spottes zu reden: In meiner Nachbarschaft gab es einst eine Witwe mit
zwei vaterlosen Töchtern und einem Acker. Als sie es pflügen wollte,
verbot ihr Moses, mit einem Ochsen und einem Esel zusammen zu pflügen
(Deut. 22, 10). Als sie säen wollte, verbot er ihr die Bestellung mit
gemischten Saaten (Lev. 19, 19). Zur Erntezeit befahl ihr Moses, die
Körner ungeerntet auf dem Felde zu lassen und keine Nachlese zu halten,
sondern sie den Armen zu lassen. Sodann verlangte er die Hebe für die
Priester und den Zehnten für die Leviten. Die Frau verkaufte das Feld
und kaufte Mutterschafe, in der Hoffnung, nunmehr ungestört zu sein. Als
aber das Erstgeborene der Schafe zur Welt kam, erschien Aaron und
forderte es für sich. Zur Zeit der Schafschur erschien er wieder, um das
erste des Schafvliesses zu verlangen, das ihm nach dem Gesetz Moses'
gehörte. Er erschien wieder und wieder mit neuen Forderungen, bis das
gequälte Weib die Schafe schlachtete und sie in ihrem Zorn dem Heiligtum
darbrachte. Daraufhin fiel alles Aaron zu. Er nahm alles und liess sie
weinend mit den beiden Töchtern zurück. Dieses Schicksal befiel diese
unglückliche Frau! So handeln sie im Namen des Ewigen, gepriesen sei Er!
In diesem Auszug wird die Tora, die den Weg
des Friedens geht, mit verzerrenden Brillen gesehen. Korachs Rede enthält
die wohlbekannten Bestandteile der Demagogie, mit denen der Mob
aufgestachelt wird.
Zuerst einmal gibt es keine konstruktive Kritik des Gesetzes, keine
vernünftige Argumentation, sondern nur eine Beschwerdegeschichte mit
persönlichen Details, die zeigen soll, wie eine bestimmte Person unter der
Strenge des Gesetzes leidet. Selbstverständlich ist die Hauptperson der
Geschichte jemand, der Mitleid erregt: eine Witwe. Wessen Herz schmilzt
nicht angesichts der Leiden einer Witwe? Aber die Vorschriften der Tora
kennen keine Gnade!
Zweitens erwähnt die Geschichte nicht, dass diesselbe von den grausamen
Gesetzen der Tora unterdrückte und verletzte Witwe gemeinsam mit den Waisen
und Fremden das Thema einer sehr speziellen und beschützenden Gesetzgebung
ist:
Du sollst nicht pfänden das Kleid
einer Witwe.
(Deut. 24, 17)
Keine Witwe und Waise sollt ihr
bedrücken.
(Exodus 22, 21)
Die Witwe, die, wenn die Eigentum hat, zu
"leket", "schihechah" und "pe'ah" verpflichtet ist, hat darauf das Recht,
wenn sie in Not ist.
Wenn du deine Ernte auf deinem Felde
erntest und vergissest eine Garbe auf dem Felde, so sollst du nicht
zurückkehren, sie zu nehmen; dem Fremdling, der Waise und der Witwe soll
es gehören, auf dass dich segne der Ewige, dein Gott, in allem Werke
deiner Hände. Wenn du deinen Ölbaum schüttelst, sollst du nicht nachher
die Äste ablesen; dem Fremdling, der Waise und der Witwe soll es
gehören.
(Deut. 24, 19 - 20)
Wie jeder Demagoge, betont Korach die
Verpflichtungen und nicht die Privilegien. So wie der Steuerzahler nur die
ihm auferlegte Last sieht und nicht die Vergünstigungen auf den Gebieten der
Gesundheit, Erziehung, Sicherheit und anderen öffentlichen Dienstleistungen,
deren er sich dafür erfreut, so schildert Korach den Missvergnügten die Tora
als fordernd, ausbeutend und nichts gebend.
Korachs Rede fehlt auch nicht die Waffe des persönlichen Missbrauchs. Er
verleumdet den Gesetzgeber und bringt das Gesetz und den Ausführenden in
Misskredit:
So handeln sie im Namen des Ewigen ...
Daher ist nicht die Tora zu beschuldigen,
sondern vielmehr ihre Verwalter, Moses und Aaron, die die Gesetze verzerrt
hatten, um sie den eigenen Bedürfnissen und denen ihrer Beamten und
"Lieblinge" anzupassen.
So beschrieben unsere Weisen Korachs Methoden, die Menschen in die Irre zu
führen, seines Weges, den er einschlug, "mit Worten einschlug", wie Raschi
erklärt. Wie er Menschen verführte. Viele werden sich fragen, wie es möglich
war, dass ein Volk, das gerade aus der Knechtschaft befreit worden war, für
das sich das Rote Meer geteilt hatte, das am Sinai unter Donner und Blitz
die Tora empfangen hatte, das am Tag von einer Wolke und in der Nacht von
einer Feuersäule geleitet wurde - wie kann man sich vorstellen, dass dieses
Volk, das so viele Wunder erlebt hatte, auf die Arglist und den Missbrauch
eines Korach hereinfil.
Dies war tatsächlich der Fall. Obwohl nur zweihundertfünfzig zu Korach
übergingen, wurden viele mehr von seinen Worten beeinflusst, wie die
folgenden Kapitel zeigen.
Es ist wahr:
Die Befehle des Ewigen sind gerade,
sie erfreuen das Herz; lauter ist sein Gebot, es erleuchtet das Auge.
(Psalm 19, 9)
Aber das Herz des Menschen ist krumm und
ohne Licht. Der Mensch in seiner Kurzsichtigkeit und Dummheit kann in der
Dunkelheit den Weg nicht erkennen.
Weiterführende Fragen
- "Und es vermass sich Korach, Sohn
Jizhar, Sohn Kehat, Sohn Levi, und Datan und Abiram, Söhne Eliab und On,
Sohn Pelet, Söhne Reubens, dass sie sich erhoben gegen Moscheh und
zweihundertundfünfzig Männer von den Kindern Israel, Fürsten von der
Gemeinde, Berufene zur Versammlung, Männer von Namen. Und sie
versammelten sich wider Moscheh und Aharon ..." Der Autor von "Tzedah
laDerech" wunderte sich über die seltsame Wortstellung in diesen Versen.
Warum heisst es nicht einfach "Korach, Datan, Abiram nahmen einige der
Kinder Israel, zweihundertfünfzig Fürsten, und sie erhoben sich gegen
Moses."
Kannst Du eine Antwort vorschlagen?
- "Zuviel für euch! denn die ganze
Gemeinde sind lauter Heilige ..."
- Warum lautet der Text nicht "die ganze
Gemeinde ist heilig", wie es die Grammatik diktiert, denn "edah" ist
singular?
Korach sprang auf und sagte zu
Moses: Ist ein blauer Tallit zizzith-plichtig? Moses erwiderte: ja, er
braucht Zizzith. Darauf sagte Korach: Ein Tallit, der ganz aus blauer
Wolle besteht (aus lauter Zizzith) erfordert sie, aber vier Fransen
derselben blauen Wolle befreien einen gewöhnlichen Tallit von der
Zizzithpflicht? Dann fragte er: Benötigt ein ganz mit Tora-Rollen
gefülltes Haus eine Mesusah? Moses antwortete: Ja. Darauf Korach: Die
Anwesenheit der gesamten Tora reicht nicht hin, das Gebot zu erfüllen,
und du sagts, dass die wenigen Verse, die die Mesusah enthält, das Haus
zum Bewohnen brauchbar machen? Du hast niemals solche Gebote erhalten.
Du hast sie selbst gemacht!
(Midrasch Tanchuma)
"Und Datan und Abiram." Was machte
Korach? Er versammelte 250 Häupter des Sanhedrin, die meisten aus dem
Stamm Reuben, seine Nachbarn, kleidete jeden in einen vollständig blauen
Tallit und präsentierte sie Moses. Sie fragten: Ist ein blauer Tallit
zizzithpflichtig? Ja, erwiderte Moses. Dann verspotteten sie ihn: Ist es
vorstellbar? Ein andersfarbiger Tallit braucht nur eine blaue Franse,
aber ein vollständig blauer erfordert immer noch eine blaue Franse?
(Raschi)
- Warum legten unsere Weisen eine Frage
zum Thema Zizzith in Korachs Mund? Wie passt dies zur Meuterei?
- Warum liess Raschi bei seinem Zitat aus
dem Midrasch die Stelle mit dem Haus voller Tora-Rollen aus? Warum gab
er sich mit der ersten Frage zufrieden?"
Haftara zu Korach: I Samuel XI, 14 - XII,
22
Torah (hebr.): Bemidbar 16:1-18:32
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Deutsche Seiten:
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[Diskussion
des Wochenabschnitts]
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