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Koscher leben...
 
 


The Ronald S. Lauder Foundation

Beit Midrasch D’BerliN
Ein Projekt des "Lauder Jüdisches Lehrhaus"

Diese wöchentliche Betrachtung des Toraabschnittes wird von Studenten des Beit Midrasch D`Berlin herausgegeben. Der Beit Midrasch D`Berlin ist eine Jeschiwa für die in Deutschland lebenden jüdischen jungen Männer von heute. Es ist die erste Jeschiwa in Deutschland seit 1938, abgesehen von den provisorischen Jeschiwot der Überlebenden in den späten 40er und frühen 50er Jahren. Unsere Studenten lernen Talmud, Bibel, jüdisches Gesetz und jüdische Geschichte, und verrichten gemeinnützige und erzieherische Arbeit.

Zav
(Tora: Wajikra 6:1-8:36,
Haftara:
Malachi 3:4-24)

Der aktuelle Wochenabschnitt Zaw beginnt mit folgenden Worten: “Und der Ewige redete zu Moshe also: Gebiete dem Aharon und seinen Söhnen: Das ist das Gesetz des Ganzopfers: es ist dasjenige, das hinaufgebracht wird auf die Brandstätte auf dem Altar für die ganze Nacht bis zum Morgen, und das Feuer des Altars soll darauf in Brand gehalten werden.“ Hier fällt sofort der Ausdruck “gebiete“ (hebräisch: Zaw) auf, denn die zuvor befohlenen Opfer wurden mit der Aufforderung “sprich³ eingeleitet. Raschi erklärt hierzu, dass dies als besonderer Ansporn gemeint ist und zudem auch die Verbindlichkeit dieses Gebotes für kommende Generationen ausdrücken soll. Darüber hinaus hat die Erfüllung dieses Gebot besondere Bedeutung, wenn sich für einen damit ein finanzieller Verlust verbindet. Letzteres Bedarf offensichtlich einer Erklärung: Das Opfer um das es hier geht, wurde - bis auf das Fell- ganz verbrannt, das heißt der Kohen erhielt nichts von dem Fleisch wie bei anderen Opfern. Dies bedeutete also für den Priester einen finanziellen Verlust, denn er bekam ja nicht die “Bezahlung³, die er normalerweise erhalten würde. Deshalb wird speziell betont, dass er sich trotz dieses Verlustes bei der Darbringung nicht nachlässig verhalten darf, denn dies könnte denjenigen der das Opfertier gegeben hatte von weiteren Spenden abhalten, da niemand es gerne sehen würde, wenn man seiner Gabe nicht die gebührende Achtung schenkte.
Direkt danach finden wir Vorschriften für die priesterliche Kleidung sowie das Gebot, jeden Morgen die Asche aus dem Feuer zu entfernen. An diesen Anweisungen scheint ja zunächst nichts besonderes zu sein und zudem lässt sich auch der ganz pragmatische Grund anzuführen, dass das Feuer ja von der Asche gereinigt werden musste, damit es nicht irgendwann erlischt.
Allerdings kann man darin auch noch tiefere Bedeutungen erkennen: So wie das Feuer von der Asche des am Vortage Verbrannten gereinigt werden musste, so sollte man auch jeden Tag wieder mit neuem Eifer an seine Aufgaben herangehen, ohne dass man sich von etwaigen Misserfolgen des Vortages von einem nochmaligen Versuch abbringen lässt, oder sich auf dem Erreichten ausruht ohne sich noch weiter verbessern zu wollen. Nicht zuzulassen, dass das Feuer im Inneren erlischt. Auf der anderen Seite kann man das Augenmerk bei der Interpretation auch mehr auf den Umstand richten, dass der Altar also jeden Tag ganz frisch war, so wie auch für uns jeder Tag ganz frisch von Neuem beginnen sollte und wir uns die Fähigkeit bewahren, Altes und Gewohntes neu zu betrachten, selbstkritisch zu bleiben und nichts für selbstverständlich zu nehmen. Das heißt, jeden Tag von neuem die Pflicht neu zu begreifen, unser Bestes zu geben. Dasselbe sehen wir auch bei einem anderen Fall; die Schaubrote, die im Tempel dargebracht wurden waren immer frisch, obwohl sie teilweise sieben Tage lagen. Wir sehen also, dass die Tora uns mit den Vorschriften
für die Opfergaben auch moralisch etwas lehren will.

Besondere Relevanz für uns erhalten diese Gebote in Kombination mit einem Kommentar Raw Pinchas Kehatis auf die erste Mischna des Traktates Brachot: “Die Kohanim, welche die Verpflichtungen des G-ttesdienstes im Tempel trugen und die Tora im Volke verbreiteten waren ihnen ein Beispiel an Tüchtigkeit. Wir sehen also, dass die moralischen Lehren, die wir aus den Anleitungen für die Opfer ziehen nicht nur für die Kohanim, d.h. sehr gebildete und hochgestellte Persönlichkeiten, gemeint war, sondern sich vielmehr an jeden Einzelnen, selbst die Einfachsten im Volk richteten. Das schließt oftmals auch das Gebot, sich Mühe zu geben, selbst wenn ein finanzieller Verlust droht, ein. Dies lässt sich gerade im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Pessachfest an einer Halacha aufzeigen: Wenn jemand nicht genug Geld hat, sich die vier für den Sederabend benötigten Becher Wein zu leisten, so ist er verpflichtet, einen Kredit aufzunehmen oder sogar Kleidung zu verkaufen (Orach Chaim 472, 13). Die Halacha ist zwar nicht bei jedem Gebot so streng, doch der zu beleuchtende Punkt ist klar: Wir sollen G’tt mit unserer ganzen Kraft lieben, denn schließlich war Er es, der uns aus Ägypten führte.

 

Halacha – Das jüdische Gesetz

In der ersten Nacht von Pessach obliegt es jedem Juden fünf Mitzwot (Gebote) auszuführen. Zwei von diesen sind aus der Tora und drei rabbinischen Ursprungs. Außerhalb des Landes Israels haben die Rabbiner diese Gebote auch auf die zweite Nacht erweitert. Als der Tempel noch stand, gab es noch 16 weitere Gebote, die wir heute leider nicht mehr ausüben können.

Die zwei Gebote aus der Tora sind folgende: Das Essen von Matzah (Schmot 12, 18) und das Erzählen der Pessachgeschichte (Schmot 13, 8). Die drei rabbinischen Gebote sind: Das Trinken von vier Bechern Wein, das Essen von Maror (Bitterkraut) und Rezitieren des Hallels (Lobpreisungen).

Die Prozedur, in der all diese Gebote ausgeführt werden, nennt man Seder (wörtl.: Ordnung).

Um das Gebot des Matzahessens zu erfüllen, muss man soviel Matzah essen, so dass eine 16x18cm große Fläche abgedeckt werden könnte, und das in nicht mehr als 9 Minuten. Diese Menge entspricht ungefähr 2/3 einer maschinell gebackenen oder einer halben handgebackenen Matzah. Wie wir schon vorher gesagt haben, ist es ein Gebot vier Gläser Wein zu trinken. Unsere Weisen haben festgelegt, dass man diese derech chejrut (wörtl.: auf eine freie Art und Weise) trinkt (sitzend nach links angelehnt). Wir trinken diese vier Gläser an festgelegten Punkten des Seders: 1.Kidusch 2.Rezitieren der Hagada 3.Birkat Hamason (das Tischgebet) 4. Hallel. Wenn man aus gesundheitlichen Gründen keine vier Gläser Wein trinken kann, darf man sie mit Wasser, besser noch mit Traubensaft so weit verdünnen, dass man noch den Alkohol herausschmecken kann. Wenn man selbst das nicht vertragen würde, trinke man ausschließlich Traubensaft. Um das Gebot erfüllt zu haben, muss man mindestens 97,6ml pro Glass trinken, besser noch mindestens 150ml. Wenn es geht, soll man mindestens  die Mehrheit dieser Mengen mit zwei Schlücken ohne Unterbrechung trinken. Unsere Weisen sagen, dass man die Mitzwa am schönsten mit Rotwein erfüllt, man kann aber auch Weißwein nehmen.

Die Mitzwa Maror zu essen erfüllt man mit folgenden Gemüsesorten: Blattsalat und Meeretich. Die erforderliche Menge ist bei Blattsalat 16x18cm, und bei den anderen beiden das Volumen von 1,5 Eiern. Meeretich soll man vorher etwas an der Luft stehen lassen, weil es sonst zu stark ist. Eingelegter Meeretich ist zur Erfüllung des Gebotes nicht geeignet.

 

„Hüte deine Zunge“

Stellen sie sich folgende Situation vor: Reuven hat ein gutes Ansehen in seinem jetzigen Umfeld. Dort, wo er früher lebte und arbeitete, hatte er die gleiche Autorität nicht genossen. Schimon, welcher ihn auch schon vorher kannte, begegnet ihm. Nachdem er über die neue Lage seines Bekannten erfahren hat, ist es ihm nicht gestattet, Anderen zu erzählen, dass es früher vollkommen anders war. Seine Erzählung wird Laschon-Hara (üble Nachrede) enthalten, selbst wenn er die Wahrheit spricht! Aber wenn er die Information zum konstruktiven Zweck weitergeben will, – zum   Beispiel, damit kein unqualifizierter „Spezialist“ genommen wird – ist es bei der Beachtung  bestimmter Bedingungen erlaubt.


The Ronald S. Lauder Foundation

Lauder Beit Midrasch D´Berlin

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tel: 030-440 10 207, fax: 030-404 10 162

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