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The Ronald S. Lauder Foundation

Beit Midrasch D’BerliN
Ein Projekt des "Lauder Jüdisches Lehrhaus"

Diese wöchentliche Betrachtung des Toraabschnittes wird von Studenten des Beit Midrasch D`Berlin herausgegeben. Der Beit Midrasch D`Berlin ist eine Jeschiwa für die in Deutschland lebenden jüdischen jungen Männer von heute. Es ist die erste Jeschiwa in Deutschland seit 1938, abgesehen von den provisorischen Jeschiwot der Überlebenden in den späten 40er und frühen 50er Jahren. Unsere Studenten lernen Talmud, Bibel, jüdisches Gesetz und jüdische Geschichte, und verrichten gemeinnützige und erzieherische Arbeit.

Wajakhel-Pekude
(Tora: Schmot 35:1-40:38, Schmot 12:1-20
Haftara: Jecheskel  45:16-46:18)

Am Anfang der Parascha dieser Woche „Wajakhel“,  übergibt G-tt durch Mosche das Gebot des Sabbats an das jüdische Volk: „Sechs Tage sollst du Arbeit verrichten, doch der siebente Tag soll ein Sabbat der Ruhe sein, heilig für G-tt“ (Schmot 35:1-2). Vieles ist schon über die Wichtigkeit dieses Gebotes gesagt worden. Der Sabbat, der G-tt und dem jüdischen Volk als ein „ewiges Zeichen“ gilt (Schmot 31:17), übertrifft in seiner Heiligkeit praktisch alle anderen Gebote, mit Ausnahme  des Gebotes der Beschneidung, das ebenfalls als ein „Zeichen des Bundes“ zwischen G-tt und dem jüdischen Volk verstanden wird. Für die Bekantmachung dieses Gebotes versammelt Mosche das ganze Volk Israel. Das hierfür in der Torah gebrauchte Wort „hachel“ - versammeln, findet sich im gesamten Tanach nur noch zwei weitere Male und dies im Zusammenhang mit dem Bau des Tempels. Dieser Umstand deutet auf eine innere Verbindung des Sabbat mit dem Heiligtum des Tempels hin. Und tatsächlich lernen wir aus der Tatsache, das der Abschnitt, in dem der Sabbat als Ruhetag geboten wird, unmittelbar von den Anweisungen zum Bau des Heiligtums gefolgt wird, dass das Werkverbot am Sabbat gerade die 39 Arbeitsarten umfasst, die bei der Errichtung des Mischkan durchgeführt wurden. Doch dies ist nicht die einzige Verbindung. Im Traktat „Kelaim“ der Mischnah werden 10 Stufen der Heiligkeit aufgezählt, beginnend mit der Heiligkeit des Landes Israel bis zum Allerheiligstem des Tempels. Die Heiligkeit des Sabbat übertrifft jedoch selbst diese höchste Stufe, da die Arbeit am Tempel während des Sabbat unterbrochen werden musste.

Es steht geschrieben: (Schmot 25:8) „Macht mir ein Heiligtum und Ich werde in ihm wohnen.“ – nicht nur einfach ein Gebäude an einem Platz, wo die G-ttliche Präsenz sich schon befindet, als Zeichen einer bereits vorhandenen Heiligkeit, sondern der Bau eines Hauses aufgrund dessen sich diese Heiligkeit dort einfindet. Wie kann man das erreichen? Nur durch die Erfüllung göttlicher Gebote. Deshalb wurde der Mischkan mit freiwilligen Gaben des gesamten jüdischen Volkes gebaut (Schmot 25:2, 53:5), nicht nur durch die Hände der Arbeiter und Meister, sondern auch durch die Erfüllung der Mitzwa der Wohltätigkeit und des freimütigen Gebens. Das Gebot aber, das all unser Handeln und alles Körperliche mit dem Geistigen verbindet ist der Sabbat.  An ihm gedenken wir, dass „in sechs Tagen G-tt den Himmel und die Erde schuf und am siebenten Tag ruhte“ (Schmot 31:17). Wir identifizieren Ihn als die Quelle allen Seins und zeigen den geistigen Ursprung dieser körperlichen Welt und machen sie somit zu einem Ort, in dem wir in dem Bewusstsein Seiner Gegenwart leben.

Es existieren viele andere Beweise der Wichtigkeit des Sabbat. Zum Beispiel wird das Wort „kadosch“- heilig das erste Mal in Verbindung mit Sabbat in der Tora erwähnt. „Und G-tt segnete den siebenten Tag und machte ihn heilig“. Außerdem wird das Gebot des Sabbat 3 mal in der Tora erwähnt, was sich nur über sehr wenige andere Gebote behaupten läßt. In dem der Mensch den Sabbat ehrt, erkennt er G-tt als Erschaffer der Welt an – ein fundamentales Prinzip im Judentum.

Als ein Beispiel einer am Sabbat verbotenen Arbeit, wird in der Tora nur das Anzünden des Feuers erwähnt. S.R. Hirsch erklärt, dass der Mensch seine Macht über die physische Welt nur durch die Fähigkeit künstliches Feuer zu erzeugen gewinnt. Es ist diese Fähigkeit, welche somit menschliche Kreativität und schöpferische Kraft symbolisiert. Und es ist eben auf solche Art der Aktivität und Arbeit, die den Menschen G-tt ähnlich macht, dass sich Werkverbot des Sabbat erstreckt. Die Einstellung von schöpferischer Arbeit gilt aber nur für die physische Welt. Am Sabbat kann und soll der Mensch sich mit dem Lernen und innerer Reflektion beschäftigen und dabei neue Gedanken und Ideen entwickeln. Und hier sehen wir noch eine tiefere Beziehung zwischen Sabbat und dem Tempel. Laut dem Talmud nahm die Heilige Lade keinen Platz in der physischen Welt ein. Sie stand im Allerheiligsten, aber ohne dass sie eigentlich dort Platz gefunden hätte. (Diesen Schluss kann man aus dem Abmessungen des Tempels und der Heiligen Lade selbst ziehen.) Für die Bundestafeln galt das aber nicht, wie es heißt: „Und lege in die Lade das Zeugnis...“. Warum wurde dieses Wunder des „nicht materiell sein“ nicht auch für die Tafeln wiederholt, die zweifellos einen höheren Grad an Heiligkeit als die Lade besaßen? R. Mosche Feinstein erklärt das wie folgt. Diese scheinbare Unstimmigkeit soll für uns als eine Metapher dafür dienen, dass der Mensch sich der heiligen Lade gleich machen und sich mit der Tora und ihren Mitzwot füllen soll. Dann wird er auf der höchsten Stufe der Erkenntnis verstehen, dass sein Dasein in der physischen Welt eigentlich keinen eigenen Platz einnimmt, sondern Teil der allumfassenden Einheit G’ttes ist. Aus diesem Bewusstsein wird ihm dann ein Niveau der Heiligkeit gegeben werden, ähnlich dem Allerheiligstem.

Halacha – Das jüdische Gesetz

In den folgenden Wochen wollen wir uns mit den wichtigsten Fragen zu Pessach beschäftigen. Viele Mitzwot von Pessach haben mit Chametz zu tun. Chametz darf man während Pessach weder essen oder besitzen. Nach der Definition der Tora wird jeder der fünf Getreidearten Weizen, Dinkel, Gerste, Hafer oder Roggen nachdem sie mit Wasser in Berührung gekommen und 18 Minuten gegoren hat. Sogar die kleinste Menge Chametz macht die größte Menge Nicht-Chametz zu Chametz, und ist somit strikt verboten.

Um sicher zu stellen, dass man kein Chametz besitzt, muss man seinen gesamten Haushalt vor Pessach von Chametz säubern. Dieser Vorgang wird Biur Chametz (Wegschaffen des Chametz) genannt und besteht aus zwei Teilen, dem Suchen (B´dikat Chametz) und das besitzerlos Deklarieren. Dreißig Tage vor Pessach kann man schon mit dem Säubern anfangen, doch soll man am Abend des vierzehnten Nissan eine gründliche Chametzsuche vornehmen. Sie wird vom Hausherrn durchgeführt, kann aber auch von einer anderen Person durchgeführt werden. Die Untersuchung soll mit einem Messer oder einer Feder und einer Kerze aus reinem Wachs durchgeführt werden, mit denen alle Ecken des Hauses durchsucht werden. Davor sagt man folgenden Segenspruch: „BARUCH ATA ADO-NAI ELO-HEINU MELECH HAOLAM ASCHER KIDESCHANU BEMITZWOTAW WEZIWANU AL BIUR CHAMETZ“. Chametz kann man auf jede beliebige Weise ungenießbar machen (z.b. in öffentliche Mülltonnen werfen) oder wegschaffen. Jedoch ist es Brauch wenigstens eine Olivengröße bis zum Ende der fünften halachischen Stunde am Morgen des 14.Nissans zu verbrennen. Man kann auch einem Nichtjuden das Chametz für die Pessachtage verkaufen, mit der Absicht, dass sie einem wirklich nicht mehr gehören, und sie nach Pessach wiederzurückkaufen (Fragen sie hierbei dringend vorher ihren Rabbiner). Danach folgt das sogenannte Taschbitu, welche eine nochmalige Null- und Nichtigerklärung allen sich noch in meinem besitz befindlichem Chametz beinhaltet.

„Hüte deine Zunge“

Nehmen wir an, dass Reuven sich geweigert hat, Schimon zu helfen. Wenn Schimon darüber  anderen Menschen erzählt, begeht er dadurch eine schwerwiegende Übertretung. Selbst wenn er es nicht auf Grund von Rache getan hat, so ist er schuldig daran, das Verbot des Nachtragens. Dadurch, dass Schimon sich bei anderen über Reuven beschwert, zeigt er, dass er das Verbot des Nachtragen übertritt.. Aber wenn seine Absicht zu rächen ist, ihn in den Augen von Anderen zu verleumden, so hat er auch noch zusätzlich das Verbot des Rächens gebrochen.


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Lauder Beit Midrasch D´Berlin

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