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Koscher leben...
 
 


The Ronald S. Lauder Foundation

Beit Midrasch D’BerliN
Ein Projekt des "Lauder Jüdisches Lehrhaus"

Wer sein Herz versteinern lässt, kann es irgendwann selbst nicht mehr erweichen...

Wajera:
Das Herz Pharaos verhärten

Der Tora-Abschnitt dieser Woche, beschäftigt sich mit den Plagen, die G’tt über Ägypten brachte. Besonders interessant erscheint dabei der folgende Vers: Und Ich werde das Herz Pharaos verhärten...

Schmot
(Tora: Schmot 1:1-6:1, Haftara: Jesaja 27:6-28:13 und 29:22-23)

Im aktuellen Wochenabschnitt ist es vor allem eine Person über die wir viel erfahren: Mosche. Wir lernen über seinen Werdegang bis er dann als Prophet vor Pharao tritt, und fordert, dass dieser das jüdische Volk ziehen lassen solle.

Für das Erlangen der Prophetie muss ein Mensch bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Er muss stark, weise und reich sein. Diese Bedingungen bedürfen natürlich einer weiteren Erklärung. Mit Stärke ist physische Belastbarkeit gemeint; wir leben eben in einer physischen Welt, so dass es unabdingbar ist, dass der Prophet sich auch physisch seinen Aufgaben stellen kann, denn es wäre schon ein wenig seltsam wenn eine Offenbarung G-ttes nicht verkündet würde, bloß weil der Betreffende körperlich zu schwach wäre G-ttes Wort auch zu verkünden und außerdem kann der Geist nur in einem starken Körper sein Potential voll erfüllen. Möglicherweise ist der Grund für diese Bedingung aber auch, dass wir Menschen leider dazu neigen Dinge nach dem Aussehen zu beurteilen, weshalb wir beispielsweise auf einen schwächlichen alten Mann vielleicht nicht hören würden. Die Weisheit ist das Erkennen von G-tt, und somit selbstverständlich essentiell für das Erlangen der Prophetie. Den Reichtum könnte man als Unabhängigkeit auffassen, die man benötigt, um sich ganz seiner Aufgabe widmen zu können, ohne dass weltliche Belange dazwischenkommen.

Nun ist auch zu verstehen, wieso Mosche am Hofe Pharaos aufwachsen musste, denn dort konnte er eben jene Unabhängigkeit erreichen, die er auch hatte als er Ägypten verlassen musste. Zunächst wurde Mosche am Hofe Pharaos von einer jüdischen Leihmutter (die einem Midrasch nach sogar seine leibliche Mutter war) groß gezogen, die ihn über seine Wurzeln und seine Religion aufklärte. Wir sehen also, dass Mosche alle Voraussetzungen schon erfüllte, doch es gibt noch einen weiteren Charakterzug Mosches, der ihn zur Führung des jüdischen Volkes befähigte, nämlich sein Sinn für Gerechtigkeit. Als er sieht wie ein ägyptischer Aufseher einen jüdischen Sklaven quält, geht er dazwischen und tötet den Ägypter. Zunächst schaut er sich allerdings um und sieht, dass niemand da ist. Dies kann man so verstehen, dass niemand da war um zu helfen, weshalb er selbst einschritt, obwohl ihn dies selbst in Gefahr bringt und ihn später sogar dazu zwingt, Ägypten zu verlassen. Doch auch als er später zwei streitende Juden sieht geht er dazwischen, was vielleicht sogar noch wichtiger ist wenn man ein Volk führen möchte, denn schließlich muss man in diesem für Einigkeit sorgen. Mosches Gerechtigkeitssinn geht allerdings sogar so weit, dass er sich sogar in einen Streit zwischen völlig Fremden einmischt: Nach seiner Flucht aus Ägypten kommt Mosche schließlich in Midian an, wo er beobachtet wie die Töchter von Jitro Wasser schöpfen, das ihnen dann aber einige Hirten wegnehmen wollen. Auch hier greift Mosche ein und vertreibt die Hirten, obwohl dieser Streit ja eigentlich in keiner Weise ihn oder sein Volk angeht. 

Wir sehen, dass Mosche alles mitbringt was er für die Aufgaben benötigt, die G-tt ihm anvertrauen will. So offenbart sich ihm dann auch G-tt schließlich im brennenden Dornenbusch. Doch Mosche hat scheinbar Zweifel, denn er fragt, wer er der schon sei, dass er zu Pharao gehen und die Kinder Israel aus Ägypten führen könne. Doch als G-tt ihn diesbezüglich beruhigt, bezweifelt er, dass man ihm Glauben schenken wird. Daraufhin überzeugt G-tt ihn mit Wundern die er schicken wird, doch selbst das scheint Mosche nicht zu genügen, als er einwirft, dass er nicht gut sprechen könne. G-tt verspricht ihm, ihm beim sprechen zu helfen, was ja eigentlich genügen sollte, doch Mosche ist trotzdem beunruhigt, so dass G-tt ihn zurechtweist und dann entgegnet, dass Aaron mitgehen würde, um zu sprechen. Einigen Erklärern nach war es eben jenes Verhalten, für dass Mosche die Strafen erhielt, dass die Priester von Aaron und nicht von ihm abstammen würden, und dass nicht er das Volk Israel in das versprochene Land führen würde. 

Die Lehre die wir daraus ziehen können ist recht einfach: Oft glauben wir, dass Aufgaben uns überfordern und fürchten uns vielleicht sogar davor, überhaupt zu beginnen. Wir können aber darauf vertrauen, dass G-tt uns beistehen wird, selbst wenn die Herausforderungen noch so gewaltig scheinen.

Halacha – Das jüdische Gesetz

Die sechste Melacha (verbotene Arbeit am Schabbat) ist Soreh, - eigentlich die Spreu vom Weizen, oder jeder Art von Getreide trennen. Die Essenz dieser Melacha ist das Verursachen einer Trennung von Bestandteilen einer Substanz durch die Kraft des Windes. Praktische Anwendungen wären das Ausschütteln einer Decke mit Krümeln im Wind, Staub von einem Gegenstand abblasen oder das Schießen mit einer Wasserpistole gegen oder mit dem Wind.

Die siebte Melacha ist Borer, das Sortieren. Jede Art auszuwählen, oder eine geordnete Mischung oder Verbindung zu sortieren, kann Borer sein. Das schließt auch das Entfernen unerwünschter Gegenstände aus einer Mischung ein. Das soll nicht heißen, dass man z.B. an Schabbat nichts mehr essen kann, man muss nur einige wichtige Regeln im Hinterkopf haben. Man muss immer das nehmen, was man wirklich haben möchte (wenn man aus Studentenfutter nur die Rosinen haben möchte, darf man sich die Rosinen herauspicken. Man darf aber nicht erst alles andere vorher raussortieren, um danach nur noch Rosinen zu haben). Die genauen Anwendungen dieser Melacha werden wir das nächste mal besprechen.

„Hüte deine Zunge“

„Jeder, der Laschon Hara (üble Nachrede) sagt, wird dem G´ttlosen gleichgesetzt“ (Arachin 15). Die Weisen haben erklärt: Derjenige, der Laschon Hara sagt, denkt, dass das Opfer ihn nicht hört. Aber er vergisst, dass der Allmächtige jedem Worte lauscht. „Kaum sagt der Mensch Laschon Hara, erinnert man sich im Himmel an seine Sünden“ (Raw Chaim Wital in Schaarej-Hak´duscha). Wenn jemand Information über sein Geschäft oder etwas Persönliches jemandem mitteilt, ist es  verboten, sie mit anderen Leuten zu teilen. Wenn man so handeln würde, können finanzielle und persönliche Unannehmlichkeiten auf den Menschen kommen, dessen Vertrauen man besitzt. Selbst wenn der Gesprächspartner es nicht direkt gesagt hat, dass er einen bittet, niemandem den Gesprächsinhalt mitzuteilen, hat man nicht das Recht das Gehörte weiter zu verbreiten.

Aber wenn die Informationen vor drei oder mehr Menschen gehört wurde, wobei der Sprechende nicht bat sie auszuplaudern, so darf man darüber ohne weiteres erzählen. Dabei ist es offensichtlich, dass der Sprechende nichts dagegen hat, dass die Information anderen bekannt wird.


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