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Koscher leben...
 
 


The Ronald S. Lauder Foundation

Beit Midrasch D’BerliN
Ein Projekt des "Lauder Jüdisches Lehrhaus"

Mikez
(Tora: Bereschit 41:1-44:17,Bamidbar 28:9-15
Haftara: Secharja 2:1-4:7)

Der aktuelle Wochenabschnitt Mikez beginnt mit einem Traum Pharaos: Er träumt, dass er am Nil steht, aus dem dann plötzlich sieben fette Kühe heraufsteigen. Daraufhin kommen allerdings sieben dürre Kühe und fressen die fetten Kühe. Dann wacht Pharao kurz auf, nur um wieder einzuschlafen und erneut zu träumen: Er sieht einen Getreidehalm, aus dem sieben gute Ähren wachsen, welchen wiederum sieben schlechte Ähren folgen um die guten Ähren zu verspeisen. Am nächsten Morgen ruft Pharao seine weisen Männer und Nekromanten zusammen, doch keiner von ihnen weiß seinen Traum zu deuten.

Erst jetzt "erinnert" sich der Mundschenk Pharaos an Josef, der ihm und seinem mittlerweile hingerichteten Kollegen, dem obersten Bäcker, richtige Traumdeutungen gegeben hatte. Nun holt man Josef aus dem Gefängnis und bringt ihn zu Pharao, wo er nicht nur die richtige Interpretation des Traumes gibt (die sieben fetten Kühe bzw. Ähren stehen für sieben erntereiche Jahre, die sieben dürre für sieben magere Jahre), sondern auch Pharao rät was zu tun sei: Pharao solle in den sieben guten Jahren Vorräte für die sieben schlechten Jahre sammeln und einen vertrauenswürdigen Mann damit beauftragen dieses Projekt zu überwachen. Auf diesen Rat hin macht Pharao Josef zum zweitmächtigsten Mann im Staat.

Diese Reaktion ist ein wenig verwunderlich; warum sollte Pharao einen "dahergelaufenen" hebräischen Sklaven einen solchen Posten geben, zumal den Ägyptern die Hebräer als "Kleinviehhirten" verhasst waren? Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass dies nicht nur uns, sondern auch den anderen Ägyptern seltsam erschienen sein muss, denn selbst Pharao, der von seinem Volk als Gott verehrt wurde, hält zunächst Rücksprache mit seinen Beratern, bevor er Josef offiziell zu seinem Statthalter ernennt. Hier ist es wichtig den Grund für diese Tat zu verstehen; um sich vor seinen Beratern zu rechtfertigen, sagt Pharao, dass in Josef der Geist G-ttes sei. Josef hatte sich von Anfang als Diener G-ttes präsentiert und bei jeder seiner Traumdeutungen betont, dass sie in Wirklichkeit von G-tt stammten, einschließlich des Ratschlages, wie Pharao sein Land auf die Hungersnot vorbereiten sollte. Was lag da näher, als dann jenen Mann mit dieser Aufgabe zu betrauen, da er sein Wissen ja schließlich direkt von G-tt bezog.

Wir sehen also, dass Träumen eine Möglichkeit ist auf dem G-tt sich uns offenbaren kann. Da wir heute allerdings nicht mehr mit dem Segen der prophetischen Visionen gesegnet sind, stellt sich die Frage, was wir daraus lernen können. Am Sinai offenbarte sich uns G-tt und gab uns seine Tora.

Diese ist allerdings nicht immer leicht verständlich, so dass man sie möglicherweise auch falsch interpretieren kann. So einleuchtend solche Antworten auch manchmal erscheinen mögen, sind sie dennoch falsch, so wie Pharao weder von seinen weisen Männern noch von seinen Nekromanten, d.h. weder von seinen weltlichen Beratern noch von seinen götzendienerischen Priestern erfahren konnte, was G-tt ihm sagen wollte. Um wie viel mehr muss dies dann für die Tora gelten, die ja beschreibt was unsere Aufgabe hier auf Erden ist: Weder auf weltliche noch auf spirituelle Ideologien können und dürfen wir uns bei einem solch wichtigen Thema verlassen, wenn sie der Tora widersprechen. Wenn jemand sich gar als Mann G-ttes ausgibt, indem er in Erfüllung gegangene Prophezeiungen als Beleg angibt, uns dann aber zum Götzendienst verführen will, verdient er als falscher Prophet sogar den Tod.

Wir sehen also, dass wir auf Mosche, der als Mann G-ttes gepriesen wird (Psalm 90), und seine Nachfolger vertrauen müssen, die uns durch die überlieferte mündliche Tora (Massoret) erklären, wie wir die Tora zu verstehen haben.

Halacha – Das jüdische Gesetz

Diese Woche fangen wir nun mit der genaueren Betrachtung der Av Melachot (Hauptarbeiten) an. „Säen“ definiert sich als jede Handlung, die als Auslöser oder Stimulation (Pflanzen, Begießen, usw.) von Pflanzenwachstum fungieren. Ein praktisches Beispiel hierfür wäre Kerne von Früchten auf den Boden fallen zu lassen oder auch Pflanzen in die Sonne zu stellen. Die zweite Melacha, „Pflügen“, ist jede Vorbereitung des Bodens, die als Zweck die Vorbereitung für Säen oder Bepflanzen hat. Dies wäre beispielsweise Düngen, Pflügen oder auch Hacken, aber auch Steine mit dem Fuß wegtreten, oder mit dem Schuh Linien in den Boden zeichnen. Die dritte Melacha, „Ernten“, hat als ihre Definition das Entwurzeln oder Abtrennen von Pflanzenteilen von ihrem natürlichen Ort des Wachstums. Ein Beispiel hierfür ist das Pflücken einer Frucht von einem Baum.

"Hüte deine Zunge"

„Es gibt Reiche, die nichts haben“ (Mischlei 13:7). Sogar bei dem erfolgreichsten Mensch kann es dazu kommen, dass er ohne einen Groschen in der Tasche bleibt, wenn seine Einnahmen die Ausnahmen übersteigen. Das selbe ist auch bei der Beachtung der Gebote anwendbar. Der Mensch kann viele gute Dinge machen, Tora sorgfältig lernen, aber wenn er ständig üble Nachrede sagt, kommt er mit leeren Händen vor die Himmlische Gerichte.

Eine Information, welche die Würde des Menschen herabsetzt, welche in persönlichen Briefen, Büchern, Zeitungen, Werbeprospekten, Wandplakaten, Anschlägen usw. enthalten ist, gehört auch zur Sünde der Laschon-Hara (Üble Nachrede). Wir versuchen es mit einem Beispiel zu verdeutlichen:

„Sehr geehrte Sarah! Seitdem du abgereist bist, wurde unsere Freundin Lea noch unerträglicher als früher. Chana und Rachel kommen weiterhin in vielen Fächern nicht nach. Übrigens, es ist schwer sie zu beschuldigen, da die Lehrer selbst sich schlecht  für den Unterricht vorbereiten. Vergiss nicht, über alle Neuheiten, die um dich geschehen zu schreiben. Deine Rivka.“

Bevor man den Brief absendet, muss man prüfen, ob in ihm Laschon-Hara enthalten ist!


The Ronald S. Lauder Foundation

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