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The Ronald S. Lauder Foundation
Beit Midrasch D’BerliN
Ein Projekt des "Lauder Jüdisches Lehrhaus"
Diese wöchentliche Betrachtung des Toraabschnittes wird von Studenten des Beit
Midrasch D`Berlin herausgegeben. Der Beit Midrasch D`Berlin ist eine Jeschiwa
für die in Deutschland lebenden jüdischen jungen Männer von heute. Es ist die
erste Jeschiwa in Deutschland seit 1938, abgesehen von den provisorischen
Jeschiwot der Überlebenden in den späten 40er und frühen 50er Jahren. Unsere
Studenten lernen Talmud, Bibel, jüdisches Gesetz und jüdische Geschichte, und
verrichten gemeinnützige und erzieherische Arbeit.
Korach
(Tora:
Bemidbar 16:1-18:32,
Haftara: Samuel I 11:14-12:22)
Der Anfang dieser Parascha lautet: „Wajikach
Korach ben Izhar“ – „ Und Korach Sohn Izhars nahm...“
(Bemidbar, 16:1) Im Talmud erklärt Resch Lakisch (Sanhedrin, 109b) diesen Vers
wie folgt: „Wajikach“ – er machte einen schlechten Kauf
(hebräisch : lekach = kaufen) für sich, „Korach“ – er machte eine
Lücke (hebräisch: Korcha = Lücke) im Volk Israel, „Ben Izhar“ – und er machte
die Welt über sich erglühen wie die Mittagssonne (hebräisch: Zohorajm =
Mittagssonne). Weiter heisst es dort, dass Korachs Bande keinen Anteil an der
zukünftigen Welt hat. Wir sehen, dass die Sünde, die hier
begangen wurde, von so großem Ausmaß war, dass jene, die von ihr ergriffen
wurden, vollkommen in ihr untergingen und nun sogar durch ihren Namen mit ihr
identifiziert werden, als hätten sie sonst gar keine andere Identität mehr. Ein
Anlass, darüber nachzudenken, worin genau diese Sünde bestand. Der Midrasch
lehrt uns, dass Korach die Erwählung Mosches und Aharons durch G`ttes
Willen anzweifelte, und dass er dachte, dass er selbst besser zur Führung des
jüdischen Volkes geeignet wäre.
Allerdings meinte er, dass
dies nicht ganz unbegründet war, denn der Prophetie mächtig, erkannte er, dass
aus seiner Erblinie große Zadikim (Gerechte), wie z.B. der Prophet Schmuel,
hervorgehen würden. Außerdem war Korach der Erstgeborene der Familie Kehat und
wurde von Mosche nicht zum Nassi (Prinz) ernannt. Jedoch, obwohl er sich
vielleicht im Recht glaubte, hätte er sein Handeln doch selbstkritisch in Frage
stellen sollen. Wie konnte er sich anmaßen, zu denken, er wäre besser als Mosche
zur Führung des jüdischen Volkes geeignet!?! G`tt selbst hatte offenbart, dass
Mosche sein Sprachrohr sein sollte(am Berg Sinai z.B. durfte nur Mosche ganz
hochsteigen). Betrachten wir Raschis Kommentar zu der Stelle, an der die
Anführer der Aufständischen (Korach und Gefolge) von der Erde verschlungen
werden. Die Thora sagt: „...und Datan und Abiram traten heraus mit ihren
Weibern, Söhnen und Kleinen“ (Bemidbar, 16:27). Raschi: „...komm und siehe wie
folgenschwer der Streit ist. Ein Gericht bestraft nur den,
der bereits die Zeichen der Volljährigkeit hervorgebracht hat, und das Gericht
im Himmel erst, wenn er 20 Jahre alt ist. Hier aber gingen selbst
diejenigen unter, die noch an der Mutterbrust tranken“. Der einzige Grund warum
Korachs Söhne verschont wurden ist, weil sie rechtzeitig Teschuwa (Rückkehr)
geübt haben und sich von den Rebellen abwandten. Wahrscheinlich ist die
eigentliche Sünde der absolute Hochmut mit dem Korachs Leute wagten, zu
behaupten, fähiger zu sein, dass Volk zu führen.Jeder jüdische Führer muss als
höchste Priorität die Nähe zu G`tt als das spirituelle Ziel des jüdischen Volkes
im Auge haben. Korach aber wollte, die Rolle des Führers übernehmen, indem er
gegen Mosches Ernennung durch G`tt, also gegen G`tt selbst, rebellierte. In
ihrer Arroganz wollten sie den Rest des Volkes auch noch dazu bringen. Diese
Selbstvermessenheit ist wohl der falsche Kauf , von dem Resch Lakisch im Talmud
sprach.
Ihre Vernichtung führten die restlichen
Aufständischen durch die Darbringung des Räucherwerkes, die nur den
Kohanim (Priestern) erlaubt ist, herbei. Faszinierend ist aber, dass Aharon
genau dadurch anschließend die Gemeinde Israels rettet als sie wegen ihrer
Schuld im Sterben liegt: „...und Aharon lief mitten unter die Versammlung legte
Räucherwerk auf. Und stand zwischen den Toten und den Lebenden, und dem Sterben
wurde Einhalt getan.“ (Bemidbar, 17:12,13). Der Rambam sagt hierzu, dass der
Todesengel den Ort des Räucherwerks nicht überschreiten kann.
Klar ist, dass das Verhalten der Aufsässigen nicht ohne Folgen bleiben konnte,
aber wie kann es sein, dass Korachs Männer gerade durch dass Symbol der
Strafminderung und Rettung getötet wurden ? Vielleicht ist eine Antwort, dass
wer die Chutzpa (Frechheit) besitzt, zu denken er wäre fähiger als andere, und
jene, die das nicht erkennen wollen, zu ihrem „Glück“ zwingen will, Gefahr
läuft, von G`tt selbst gerichtet zu werden. Das Beispiel von Mosche
hingegen, lehrt uns, dass gerade, wer sich ganz in Bescheidenheit fasst und
jeglicher Führungsposition aus dem Weg geht, sogar, wenn sie ihm von G`tt selbst
angetragen wird, der am besten geeignete Führer ist.
Halacha – Das jüdische Gesetz
Die drei Wochen vom 17. Tamus
(27. Juni) an bis zum 9. Am (18. Juli) sind für das jüdische Volk Trauerwochen,
in denen um die Zerstörung der beiden Tempel getrauert wird. Der 17.Tamus war
der Tag, an dem die Stadtmauer Jerusalems durchbrochen wurde, am 9.Av selber
brannten beide Male die Tempel.
Vom 17.Tamus an ist es verboten,
sich zu rasieren, zu heiraten und Live-Musik zu hören. In den letzten neun Tagen
vor dem 9.Av ist es weiter auch verboten Wäsche zu waschen, Fleisch zu essen und
Wein zu trinken. Außerdem sollte man sich nur dann waschen, wenn es die
Sauberkeit verlangt.
Am 9.Av angelangt, sind die
Regeln noch strenger. Folgende Dinge sind verboten: Tora lernen (mit einigen
Ausnahmen), essen, trinken, sich einsalben, Lederschuhe tragen sowie ehelicher
Verkehr. Es gibt auch eine Tradition seine Freunde nicht an diesem Tag zu
grüßen. Es ist zwar erlaubt zu arbeiten, aber man sollte sich überlegen, ob es
angebracht und wirklich notwendig ist. Man sollte unnötige Gespräche vermeiden
und nicht in der Öffentlichkeit rauchen. Es ist bestimmt nicht angebracht sich
schön zu kleiden oder sich zu schminken. Man sollte den Tag dazu nutzen, über
die historische Zerstörung Jerusalems und des Tempels, den Verlust unser
nationalen Souveränität und über die vielen Tragödien, die uns bis heute anheim
gefallen sind, damals wie auch und gerade heute, nachzudenken. Manche waschen
und rasieren sich auch nicht bis zur Mitte des 10.Avs, da der Tempel zu diesem
Zeitpunkt noch gebrannt hat. Wie an jedem anderem Fasttage sollte man sich
Gedanken machen, inwiefern man selber zum Wiederaufbau des Tempels beiträgt und
wie man sich dahingehend verbessern könnte.
„Hüte deine Zunge“
Alle wollen lange leben.
Trotzdem verschwenden die Menschen wertvolle Zeit mit unnützem Geschwätz. Eine
verschwendete Stunde pro Tag macht mehr als 350 verschwendete Stunden im Jahr.
Ein weises Sprichwort lautet: „Nichts ist so sehr verloren, wie verlorene Zeit“.
Verlorenes Geld kann wiedergefunden oder ersetzt werden, verlorene Zeit aber ist
für alle Ewigkeiten verloren. Jemand, der seine Zunge vor Laschon-Hara
(Üble Nachrede) hütet, wird sein Geschwätz auf ein Minimum beschränken und
dadurch viel Zeit für das Torastudium und gute Taten gewinnen.
„So wie im Himmel so auf der Erde“
von Rabbi Ezriel Tauber
Unsere Lebensanschauung färbt
notwendigerweise unsere Erfahrungen im Leben. Haschkafa, oder „Anschauung“ des
Judentums, ist eine vielseitige, weitreichende und dennoch bestimmte Art, das
Leben zu betrachten. Die jüdische Anschauung ist im Enddefekt eine Feier des
Lebens. Wenn man sie beherrscht, kann man jede Erfahrung- ob schön und
majestätisch oder schmerzlich und weltlich- in eine bedeutungsvolle und/oder
freudige Bestätigung des einfachen Daseins verwandeln. Dieses buch hilft dem
intelligenten Anfänger und auch dem Tora-Gelehrnten mit einem gut abgerundeten
Wissen, die jüdische Haschkafa besser zu bewältigen. Es wurde entworfen um das
tagtägliche Leben zu bereichern, und ist eine Zusammenstellung von wahren
Geschichten und scharfsinnigen Textanalysen der Tora. All dies wurde zu einem
gut lesbaren Ganzen verwoben.
Kontaktaufnahme: Tel.: +41 1 201 6102 e-Mail:
info@juefo.com
Abschiedswort
Das «Daf haParascha» Team
geht in die Sommerpause und möchte sich deshalb an dieser Stelle für Ihr
Interesse bedanken. Wir hoffen, dass unsere Arbeit Ihnen genutzt hat und Sie
auch weiterhin zur unserer treuen Leserschaft gehören werden. Mit G’ttes Hilfe
werden wir im September unsere Arbeit mit neuer Energie fortsetzen.
The Ronald S. Lauder
Foundation
Lauder Beit Midrasch D´Berlin
Rykestr. 53, 10405 Berlin
tel: 030-440 10 207, fax: 030-404 10 162
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