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The Ronald S. Lauder Foundation

Beit Midrasch D’BerliN
Ein Projekt des "Lauder Jüdisches Lehrhaus"

Diese wöchentliche Betrachtung des Toraabschnittes wird von Studenten des Beit Midrasch D`Berlin herausgegeben. Der Beit Midrasch D`Berlin ist eine Jeschiwa für die in Deutschland lebenden jüdischen jungen Männer von heute. Es ist die erste Jeschiwa in Deutschland seit 1938, abgesehen von den provisorischen Jeschiwot der Überlebenden in den späten 40er und frühen 50er Jahren. Unsere Studenten lernen Talmud, Bibel, jüdisches Gesetz und jüdische Geschichte, und verrichten gemeinnützige und erzieherische Arbeit.

Ki Tissa
(Tora: Schmot 30:11-34:35, Bamidbar 19:1-22,
Haftara: Jecheskel  36:16-38)

Das Hauptgeschehnis unseres Tora-Abschnittes ist zweifelsohne, die sogenannte, „ Sünde des goldenes Kalbes“. Wenn wir die Geschichte lesen, ist es kaum vorstellbar, dass es sich hier um das selbe Volk handeln soll, das grade eben die Tora erhalten hat. Und dass  es das selbe Volk ist, das G-ttes Stimme gehört hat. Sind das die selben Juden, die zehn Plagen und die Spaltung des Roten Meeres miterlebt haben? Wenn der Schöpfer uns heutzutage auch nur „Guten Morgen“ sagen würde, würde doch keiner auch den geringsten Zweifel an seiner Existenz haben. Und dort haben alle alles mit ihren eigenen Augen gesehen! Außerdem sagen unsere Weisen, dass zur Zeit der Übergabe der Tora die Juden eher den Engeln ähnelten, als Menschen. Und letztendlich hat G-tt doch gerade diese Generation für die Übermittlung der Tora erwählt.

Zuerst scheint das alles schwer erklärbar zu sein. Wenn wir jedoch uns den Text genauer betrachten, fallen uns an manchen Stellen interessante Ungereimtheiten auf, die uns vielleicht dabei helfen können, auf die gestellten Fragen Antworten zu finden.

Schon zu Anfang der Erzählung lesen wir Folgendes: „Das Volk sah, dass Mosche zögerte vom Berg herabzusteigen...“  (Schmot 32:1). Hier wird, was ungewöhnlich ist, das Wort „Volk“ in Verbindung mit den Juden gebraucht. Denn eigentlich werden die Juden von der Tora sonst immer „Bnej Israel“ – „Kinder Israels“ genannt. Weiter heißt es in den Versen 3-4: „Da nahmen sich alle im Volke die goldenen Ohrringe ab und brachten sie zu Aharon.. Und er nahm sie aus ihrer Hand  und formte sie und machte daraus ein gegossenes Kalb; da sprachen sie: das ist deine Gottheit, Israel, die dich aus Ägypten geführt hat.“

Das Pronomen  „deine“ hört sich an dieser Stelle sehr unpassend an. Viel logischer wäre doch zu sagen: „Das ist unsere Gottheit, die uns Ägypten geführt hat..“ Und im 7. Vers lesen wir etwas wirklich seltsames: „ Da redete der Ewige Mosche an: gehe, steig hinab, denn ausgeartet ist dein Volk, das du heraufgeführt, aus dem Lande Ägypten..“ Jedoch widerspricht dies dem ersten Gebot, dass G-tt auf dem Berg Sinai Mosche gegeben hat: „ Ich  bin der Ewige, dein G-tt, der ich dich aus Ägypten, aus dem Knechthause...“ (Schmot 20:2) Wie kann denn G-tt jetzt behaupten, dass Mosche das Volk aus Ägypten geführt hat?

Es ist also ersichtlich, dass hier wohl nicht vom jüdischen Volk die Rede sein kann und die Sünde des Goldenen Kalbes eigentlich gar  nicht vom jüdischen Volk ausging. Es muss sich folglich um Ägypter gehandelt haben, die zunächst das Kalb anfertigten, um dann das jüdische Volk zum Götzendienst zu verleiten. Wie konnten die jedoch in der Wüste, inmitten des jüdischen Lagers erscheinen? Der Midrasch antwortet auf diese Frage: Diese Gruppe von Ägyptern war der „Eruw Raw“ – ein zusammengewürfelter Haufen, der die Möglichkeit genutzt hatte, Ägypten zusammen mit den Juden zu verlassen. Dieser „Eruw Raw“ ist es, der von der Tora nur als „das Volk“ bezeichnet wird, während die Juden „Bnej Israel“ genannt werden (z. B. in Schmot 31: 13, 16, 17).

In diesem Zusammenhang erklärt sich  nun  auch  der Spruch „... das ist deine Gottheit  Israel“. Der Eruw Raw hat sich so an die Juden gewandt, um sie zu zwingen den wahren G-tt zu vergessen, und sie zum Götzendienst zu verführen. Es bleibt jedoch noch die Frage, weshalb diesem „Eruw Raw“ zuerst gestattet wurde, mit aus Ägypten zu ziehen und dies dann später Mosche vorgeworfen wurde. Der Midrasch erklärt uns auch diesen anscheinenden Widerspruch: während des Auszuges aus Ägypten, bat Mosche um die Erlaubnis den „Eruw Raw“ mitnehmen zu dürfen. Der Schöpfer, hat es zwar nicht verboten, jedoch fand Er diese Idee nicht besonders gut. Also, gestattete Mosche selbst, in seiner Barmherzigkeit und in der Hoffnung, dass der „Eruw Raw“ auch zu einer höheren geistigen Stufe inspiriert werden würde, diesem mit aus Ägypten zu ziehen.. Leider wurden diese Hoffnungen aber nicht erfüllt. Und von allen Krisen, die das Jüdische Volk in der Wüste, erlebt hat, war die Errichtung des Goldenen Kalbes, dass von dem „Eruw Raw“ verschuldet wurde, die schlimmste, die fast zu der Auslöschung des jüdischen Volkes geführt hätte.

Selbstverständlich kann man nicht sagen, dass nur dieser Mob an allem Schuld war. Juden, die nicht nur nichts unternommen haben, den „Eruw Raw“ aufzuhalten, sondern sich mit dieser Gruppe vereinigt haben, tragen ebenfalls ihren Teil der Schuld. Vor diesem Hintergrund, verstehen wir, weshalb verantwortungsvolle Rabbiner einen „Giur“ (den Übertritt ins Judentum) so ernst nehmen. Mit dem Verständnis eines der traurigsten Kapitel der Geschichte des jüdischen Volkes wird klar, wie sehr man sich der reinen Absicht eines Proselyten versichern muss und wie wichtiges es ist, dass die Menschen, die zum Judentum kommen, aus Überzeugung und nicht aus irgendwelchen anderen Gründen übertreten. Und noch einen Aspekt können wir aus dieser Geschichte lernen. Es steht in Pirkej Awot (1:7): „Nittai aus Arbela sagte: Entferne dich von einem bösen Nachbarn, wähle dir nicht einen Frevler zum Genossen und glaube nicht, dass die Strafe ausbleibt.“

Wenn wir nach geistigen Werten leben wollen und die Nähe zu G-tt suchen, müssen wir versuchen, uns nicht von Menschen, die nicht unsere geistigen Aspirationen teilen  wollen, beeinflussen zu lassen, sondern uns in Kreisen von g-ttesfürchtigen und klugen Menschen aufhalten, um sich so gegenseitig zu Menschlichkeit und geistigen Höhen zu inspirieren.

Halacha – Das jüdische Gesetz

Die 20. Melacha ist das Auftrennen von Geweben in einzelne Fäden. Ein Beispiel hierfür wäre das Entfernen von einem Ziehfaden.

Die nächste Melacha ist das Machen eines permanenten Knotens mit jeglichem Material.

Die 22. Melacha ist das Entknoten.

Die nächste Melacha ist das Nähen. Nähen ist halachisch definiert als das Verbinden von zwei Stoffen oder anderen Materialien. Beispiele hierfür wären das Nähen selber, Kleben, einen losen Knopf fest machen, oder auch Tackern.

Die 24. Melacha ist das Zerreißen. So ist es zum Beispiel verboten, Essenstüten aufzureißen. Die genauen Regeln der Speisezubereitung werden wir in einer späteren Ausgabe noch einmal genau erläutern.

Die nächste Melacha ist das Fangen von Tieren. Das Fangen von Tieren ist halachisch definiert als das Fangen von Tieren an sich und auch das Limitieren der Bewegungsfreiheit, so dass sie einfacher gefangen werden könnten. Ein Beispiel hierfür wäre das Fangen von einer Fliege mit den Händen.

„Hüte deine Zunge“

In unserem vielseitigen Leben gibt es eine Menge von zweifelhaften, heiklen, doppelsinnigen und einfach komplizierten Situationen. Ist es üble Nachrede oder einfach ein freundschaftlicher Scherz? Ob man einen Menschen unter solchen Umständen kritisieren darf? Ob es erlaubt ist, jemanden auszulachen oder ist es schon Laschon-Hara (Üble Nachrede)?

Für den Entschluss einer beliebigen zweifelhaften Frage existiert eine einfache Regel: Stellen Sie sich vor, dass Sie vor dem höchsten Gericht stehen, wo Ihr Leben bewertet wird, auf der Waage ist der Fall, der einen Zweifel dartut. Wenn das Gericht beschließt, dass Sie wirklich sprechen mussten, sie aber geschwiegen haben, dann werden Sie in jedem Fall für diese Begebenheit entschuldigt (da Sie zwar nicht gemacht haben, was notwendig gewesen wäre, ein Verbot verletzt haben Sie allerdings nicht). Wenn der Beschluss aber sein wird, dass das Schweigen geboten war, Sie aber gesprochen haben, dann befinden Sie sich in einer wenig beneidenswerten Lage befinden.

Die Schlussfolgerung: ist, wenn Sie Zweifel haben, ist das Schweigen das sicherste!


The Ronald S. Lauder Foundation

Lauder Beit Midrasch D´Berlin

Rykestr. 53, 10405 Berlin

tel: 030-440 10 207, fax: 030-404 10 162

e-mail: beitmidrasch@web.de

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