hagalil.com
Spenden Sie mit PayPal - schnell, kostenlos und sicher!

Newsletter abonnieren
Koscher leben...
 
 


The Ronald S. Lauder Foundation

Beit Midrasch D’BerliN
Ein Projekt des "Lauder Jüdisches Lehrhaus"

Diese wöchentliche Betrachtung des Toraabschnittes wird von Studenten des Beit Midrasch D`Berlin herausgegeben. Der Beit Midrasch D`Berlin ist eine Jeschiwa für die in Deutschland lebenden jüdischen jungen Männer von heute. Es ist die erste Jeschiwa in Deutschland seit 1938, abgesehen von den provisorischen Jeschiwot der Überlebenden in den späten 40er und frühen 50er Jahren. Unsere Studenten lernen Talmud, Bibel, jüdisches Gesetz und jüdische Geschichte, und verrichten gemeinnützige und erzieherische Arbeit.

Jithro
(Tora: Schmot 18:1-20:23,
Haftara:
Jesaja 6:1-7:6, 9:5-6)

Der Abschnitt der Tora, der diese Woche gelesen wird, heißt Jitro. Jitro ist der Name eines Mannes, der uns in der Tora als Opferpriester von Median und als Schwiegervater von Mosche vorgestellt wird.

In der Tora werden außer Jitro nur fünf Abschnitte nach den Namen vom Menschen benannt: „Noah“, „Chaje Sara“ (Das Leben von Sara), „Korach“ , „Balak“ und „Pinchas“. In all diesen Abschnitten wird hauptsächlich über das Leben und die Taten jener Menschen berichtet, die dem Abschnitt ihren Namen gegeben haben. So wird z.B. in dem Abschnitt „Noah“ über Noah und sein Leben berichtet. Im Abschnitt Korach erfahren wir über den Aufstand von einem machtgeblendeten Leviten. Einer der Hauptpersonen des Abschnittes „Balak“ ist der Bösewicht Balak, der versucht das jüdische Volk zu vernichten.

Also könnte man vermuten, dass das Hauptthema unseres Abschnittes die Lebensgeschichte oder die Taten von Mosches Schwiegervater sein werden. Aber das Hauptthema unseres Abschnittes ist doch die Übergabe der Tora und der Zehn Gebote am Berg Sinai, eines der Leitthemen der ganzen Tora! Wollen wir also versuchen zu verstehen, aus welchem Grund Jitro mit solch einer Ehre ausgezeichnet wurde. Der Midrasch erklärt, dass Jitro einer der weisesten Menschen seiner Zeit war. Als Pharao sich entschieden hatte, die Juden zu vernichten, bereit er sich mit den drei größten Weisen jener Zeit: Bilam, Hiob und Jitro. Jitro hat sich als einziger von ihnen sich  gegen die Vernichtung der Juden ausgesprochen. Deswegen musste er aus Ägypten nach Median fliehen, wo, dank seiner Weisheit, er zum Hauptopferpriester des lokalen Götzenkultes wurde. Jedoch verstand er mit der Zeit, dass die Götzen nur ein Objekt in der Vorstellung der schwachen Menschen waren. Ebenfalls hat er verstanden, dass es einen einzigen G´tt gibt und das alles von Ihm abhängt. Daraufhin fingen die Midianiter an, sich von ihm zu distanzieren, niemand wollte Jitros Herden hüten und deshalb mussten es seine Töchter tun. Und wenn sie die Herden zu der Tränke brachten so verscheuchten sie die anderen Hirten (Schmot 1:16-17).

Als Jitro über die zehn G´tteswunder erfährt, stößt er zu der Gemeinschaft der Juden. Es gibt zwei Meinungen, wann genau dieses passiert ist: Manche Kommentatoren meinen, dir Erzählung in der Tora folgend, dass dieses noch vor der Übergabe der Tora  am Berg Sinai passiert ist. Andere dagegen behaupten, dass die Tora nicht zwingend chronologisch beschreibt, und dass Jitro nach der Übergabe der Tora gekommen ist. Nach der zweiten Meinung, ist besser zu verstehen, was Mosches Schwiegervater gesehen hat, als er gekommen ist: Mosche saß und brachte den Menschen Tora bei und sagt dazu: „Es ist nicht gut was du tust. Erschlaffen wirst so du, so das Volk, das bei dir ist; denn zu schwer ist dies für dich, du kannst es allein nicht ausführen“ (Schmot 18:14).

Jitro erkennt sofort das Problem: „Und das ganze Volk stand um Mosche von Morgen bis Abend“ (18:17-18). Jedoch kann ein weiser Mensch nicht nur kritisieren. Er schlägt sofort eine Lösung vor, um das Problem so schnell wie möglich zu koregieren: „Und du ersehe aus dem ganzen Volk tüchtige Männer, G´ttesfürchtige, Männer der Wahrheit, Gewinn hassende, die setze über sie...“ (Schmot18:21). Selbstverständlich hat Jitro Recht, und auf die berechtigte Frage, warum Mosche selbst das Problem nicht gelöst hat, geben unsere Weisen folgende Antwort: Natürlich sagte G´tt zu Mosche, wie er richtig handeln solle, jedoch ließ Er Mosche es wieder vergessen, um Jitro eine gute Tat zu ermöglichen. Jedes Wort von Jitro ist bedacht, er weiß dass es schwer ist, passende Menschen schnell zu finden, deswegen schlägt er vor sie zu ersehen, also seine prophetische Gabe dafür zu gebrauchen (Raschi).

Die Fähigkeiten, die die Richter besitzen sollten waren dabei nicht zufällig. Raschi erklärt das „Tüchtigkeit“ mit Reichtum zu erklären ist, das heißt, dass sie konnten von keiner Seite bestochen werden. „G´ttesfürchtige“ werden mit aller Kraft versuchen, gerecht zu richten. Die „Gewinn hassenden“, sind Leute, allgemein für ihr Ehrlichkeit bekannt und von solch hoher Moral, dass sie immer über jeden Verdacht erhaben sind (Sforno).
Jetzt Haben wir keine Zweifel, weshalb Jitro verdient hat, dass der Abschnitt seinen Namen trägt.

Aus dieser Geschichte können wir viel lernen. Wen ein Mensch älter ist als wir, besitzt er bestimmt mehr Erfahrung und Wissen. Und wenn Mosche, der größte Prophet aller Zeiten, Führer unseres Volkes, auf die Ratschläge von seinen Schwiegervater hört, sollte wir um so mehr auf die älteren Menschen hören. Und wenn ein nichtjüdischer Weiser so unserem Volk geholfen hat, wie stark müssen wir auf die Anweisungen von unseren Weisen hören, denn alle ihre Aussagen basieren auf der G´ttlichen Weisheit.

Halacha – Das jüdische Gesetz

Die nächste Av Melacha ist das Kneten. Kneten beinhaltet, halachisch gesehen, das Mischen eines Festkörpers mit einer Flüssigkeit, um eine Einheit herzustellen. Beispiele hierfür wären die Herstellung ein Teiges oder das Anrühren von Zement.

Die elfte Av Melacha ist das Backen. Sie beinhaltet jede Form der Veränderung von Essen, Flüssigkeiten oder anderen Substanzen durch Wärme. Beispiele hierfür wären außer dem Backen das Kochen, Rösten, Grillen, Braten oder Schmelzen eines Feststoffes. Die Halachot der Speisezubereitung, zu denen auch das Backen und das Kneten gehört, sind sehr kompliziert und werden mit G´ttes Hilfe in einer späteren Ausgabe näher behandelt werden.

Die zwölfte Av Melacha ist Scheren. Sie beinhaltet das Entfernen eines natürlich wachsenden Teiles  des Körpers eines Menschen oder eines Tieres(Haare, Nägel, etc.). Beispiele hierfür wären das „Scheren“ von Wolle oder Haaren, „Bürsten“ (es könnten Haare mitrausgerissen werden), Fingernägel schneiden oder abknabbern, als auch das Abreißen von Nietnägeln.

„Hüte deine Zunge“

Wenn jemand eine gewisse verurteilungswürdige Tat eines Menschen sieht, wobei sie zu rechtfertigen keinesfalls möglich ist, ist es ihm dennoch verboten, über diesen Verstoß anderen Leuten zu erzählen, wenn es zum ersten Mal geschah, - sogar in dem Fall, falls die Ernsthaftigkeit des Verbots allgemeinbekannt ist (zum Beispiel das Verbot Schweinefleisch zu essen), und er fest überzeugt ist, dass der Mensch das Verbot vollkommen bewusst  verletzt hat. Da er das Verbot zum ersten Mal überschritten hat, besteht die Möglichkeit, dass er seinen Fehler bereut und es nie wieder tun wird. Es ist verboten, Anderen über eine Sünde einer Menschen zu erzählen, weder hinter seinem Rücken, noch in seiner Anwesenheit. Wenn man ihn in Anwesenheit von  Leuten kränkt, und er sich schon gebessert hat – dann wurde eine große Sünde begangen, indem man einen gerechten Menschen beschuldigt hat.

Was muss man in solch einem Fall tun? Wenn der Mensch darüber nicht weiß, ob dieser sich verbessert hat, ist es richtig mit ihm persönlich zu sprechen, und, wenn es notwendig ist, ihn zur Beachtung der Gebote aufzufordern. Das Wesentliche hier ist die Fähigkeit, taktvoll  das Gespräch zu führen, so dass einerseits, die Gefühle des Betroffenen nicht verletzt werden, und andererseits genügend überzeugend gesprochen wird, um das erwünschte Ergebnis zu erreichen. So ist es nötig sich in Bezug auf den Juden, der die Gebote befolgt, zu benehmen. Aber wenn der Sündigende ein Toragelehrter ist, der alle Gebote genau erfüllt, und zur Zeit der Schwäche die Sünde begangen hat, kann man überzeugt sein, dass er seinen Fehler bereut und schon zurückgekehrt ist. Der Öffentlichkeit eine Sünde eines Toragelehrten zu erzählen ist eine schwere Sünde.


The Ronald S. Lauder Foundation

Lauder Beit Midrasch D´Berlin

Rykestr. 53, 10405 Berlin

tel: 030-440 10 207, fax: 030-404 10 162

e-mail: beitmidrasch@web.de

Torah: Jithro, Ex 18:1-20:23
Haftarah: Isa 6:1-7:6, 9:5

VeJishm'a Jithro Khohen Midjan, cHothen Mosheh, et kol asher asah Elohim leMoshe, veleJisrael Amo: Ki hozi -''''- et Jisrael, miMizrajim...

Paraschath Jithro
:
Die Zehn Gebote
Wie können wir Gott dienen? Das Kriat Schma, welches wir zweimal täglich im Morgen- und Abendgebet sprechen, gibt die Antwort: "Und du sollst den Ewigen, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele und deinem ganzen Vermögen" (Dew.6,5)...

Zum Schabath:
Zweierlei Auditorien

"Und Mosche stieg auf, zu Gott hin, da rief ihm Gott vom Berge zu: 
Also sage dem Hause Jakows und berichte den Söhnen Israels"...


Exodus 18-20:
Die Offenbarung am Berg Sinai

Ägypten, das Land der Schmerzen und der Knechtschaft gehört der Vergangenheit an. Das grosse Abenteuer hat begonnen und die Nachkommen Abrahams sind endlich auf dem Weg zur Verwirklichung des Bundes, der Vision. Aber ist die Sklaverei wirklich Vergangenheit?...

Freiheit und Zehn Gebote:
Lass mein Volk...
Abrahams Enkel und Großenkel sind gezwungen, aufgrund der schweren Zeiten nach Ägypten abzusteigen, und der Bericht über ihren Auszug aus diesem Land, nach vierhundert Jahren der Sklaverei, ist ebenfalls Teil der Bibel...

Wochenabschnitt:
Sidra Jitro - Anochi
Die Zehn Gebote beginnen mit der Erklärung: "Ich bin (Anochi) der Ewige, dein Gott" und enden mit der Verfügung: "Du sollst nicht Gelüste tragen"...

Zum Inhaltsverzeichnis: haParashah
Zum Inhaltsverzeichnis: Jahaduth
Zum Inhaltsverzeichnis: haGalil onLine

 



Fragen an die Rebbezin...
Jüdische Weisheit
haGalil.com ist kostenlos! Trotzdem: haGalil kostet Geld!

Die bei haGalil onLine und den angeschlossenen Domains veröffentlichten Texte spiegeln Meinungen und Kenntnisstand der jeweiligen Autoren.
Sie geben nicht unbedingt die Meinung der Herausgeber bzw. der Gesamtredaktion wieder.
haGalil onLine

[Impressum]
Kontakt: hagalil@hagalil.com
haGalil - Postfach 900504 - D-81505 München

1995-2014... © haGalil onLine® bzw. den angeg. Rechteinhabern
Munich - Tel Aviv - All Rights Reserved
ehem. IDPS, Kirjath haJowel