Der Abschnitt der Tora, der diese Woche
gelesen wird, heißt Jitro. Jitro ist der Name eines Mannes, der uns in der Tora
als Opferpriester von Median und als Schwiegervater von Mosche vorgestellt wird.
In der Tora werden außer Jitro nur fünf
Abschnitte nach den Namen vom Menschen benannt: „Noah“, „Chaje Sara“ (Das Leben
von Sara), „Korach“ , „Balak“ und „Pinchas“. In all diesen Abschnitten wird
hauptsächlich über das Leben und die Taten jener Menschen berichtet, die dem
Abschnitt ihren Namen gegeben haben. So wird z.B. in dem Abschnitt „Noah“ über
Noah und sein Leben berichtet. Im Abschnitt Korach erfahren wir über den
Aufstand von einem machtgeblendeten Leviten. Einer der Hauptpersonen des
Abschnittes „Balak“ ist der Bösewicht Balak, der versucht das jüdische Volk zu
vernichten.
Also könnte man vermuten,
dass das Hauptthema unseres Abschnittes die Lebensgeschichte oder die Taten von
Mosches Schwiegervater sein werden. Aber das Hauptthema unseres
Abschnittes ist doch die Übergabe der Tora und der Zehn Gebote am Berg Sinai,
eines der Leitthemen der ganzen Tora! Wollen wir also versuchen zu verstehen,
aus welchem Grund Jitro mit solch einer Ehre ausgezeichnet wurde.
Der Midrasch erklärt, dass Jitro einer der weisesten Menschen
seiner Zeit war. Als Pharao sich entschieden hatte, die Juden zu
vernichten, bereit er sich mit den drei größten Weisen jener Zeit: Bilam, Hiob
und Jitro. Jitro hat sich als einziger von ihnen sich gegen die
Vernichtung der Juden ausgesprochen. Deswegen musste er aus Ägypten nach Median
fliehen, wo, dank seiner Weisheit, er zum Hauptopferpriester des lokalen
Götzenkultes wurde. Jedoch verstand er mit der Zeit, dass die Götzen nur ein
Objekt in der Vorstellung der schwachen Menschen waren. Ebenfalls hat er
verstanden, dass es einen einzigen G´tt gibt und das alles von Ihm abhängt.
Daraufhin fingen die Midianiter an, sich von ihm zu distanzieren, niemand wollte
Jitros Herden hüten und deshalb mussten es seine Töchter tun.
Und wenn sie die Herden zu der Tränke brachten so verscheuchten sie die anderen
Hirten (Schmot 1:16-17).
Als Jitro über die zehn G´tteswunder erfährt,
stößt er zu der Gemeinschaft der Juden. Es gibt zwei Meinungen, wann genau
dieses passiert ist: Manche Kommentatoren meinen, dir Erzählung in der Tora
folgend, dass dieses noch vor der Übergabe der Tora am Berg Sinai passiert
ist. Andere dagegen behaupten, dass die Tora nicht zwingend chronologisch
beschreibt, und dass Jitro nach der Übergabe der Tora gekommen ist. Nach der
zweiten Meinung, ist besser zu verstehen, was Mosches Schwiegervater gesehen
hat, als er gekommen ist: Mosche saß und brachte den Menschen Tora bei und sagt
dazu: „Es ist nicht gut was du tust. Erschlaffen wirst so du, so das Volk, das
bei dir ist; denn zu schwer ist dies für dich, du kannst es allein nicht
ausführen“ (Schmot 18:14).
Jitro erkennt sofort das Problem: „Und das
ganze Volk stand um Mosche von Morgen bis Abend“ (18:17-18). Jedoch kann ein
weiser Mensch nicht nur kritisieren. Er schlägt sofort eine Lösung vor, um das
Problem so schnell wie möglich zu koregieren: „Und du ersehe aus dem ganzen Volk
tüchtige Männer, G´ttesfürchtige, Männer der Wahrheit, Gewinn hassende, die
setze über sie...“ (Schmot18:21). Selbstverständlich hat Jitro Recht, und auf
die berechtigte Frage, warum Mosche selbst das Problem nicht gelöst hat,
geben unsere Weisen folgende Antwort: Natürlich sagte G´tt zu Mosche, wie er
richtig handeln solle, jedoch ließ Er Mosche es wieder vergessen, um Jitro eine
gute Tat zu ermöglichen.
Jedes Wort von Jitro ist bedacht, er weiß dass es schwer ist, passende Menschen
schnell zu finden, deswegen schlägt er vor sie zu ersehen,
also seine prophetische Gabe dafür zu
gebrauchen (Raschi).
Die Fähigkeiten, die die Richter besitzen
sollten waren dabei nicht zufällig. Raschi erklärt das „Tüchtigkeit“ mit
Reichtum zu erklären ist, das heißt, dass sie konnten von keiner Seite bestochen
werden. „G´ttesfürchtige“ werden mit aller Kraft versuchen, gerecht zu richten.
Die „Gewinn hassenden“, sind Leute, allgemein für ihr Ehrlichkeit bekannt und
von solch hoher Moral, dass sie immer über jeden Verdacht erhaben sind (Sforno).
Jetzt Haben wir keine Zweifel, weshalb Jitro verdient hat, dass der Abschnitt
seinen Namen trägt.
Aus dieser Geschichte können wir viel lernen.
Wen ein Mensch älter ist als wir, besitzt er bestimmt mehr Erfahrung und Wissen.
Und wenn Mosche, der größte Prophet aller Zeiten, Führer unseres Volkes, auf die
Ratschläge von seinen Schwiegervater hört, sollte wir um so mehr auf die älteren
Menschen hören. Und wenn ein nichtjüdischer Weiser so unserem Volk geholfen hat,
wie stark müssen wir auf die Anweisungen von unseren Weisen hören, denn alle
ihre Aussagen basieren auf der G´ttlichen Weisheit.
Halacha – Das jüdische
Gesetz
Die nächste Av Melacha ist das Kneten. Kneten
beinhaltet, halachisch gesehen, das Mischen eines Festkörpers mit einer
Flüssigkeit, um eine Einheit herzustellen.
Beispiele hierfür wären die Herstellung ein Teiges oder das
Anrühren von Zement.
Die elfte Av Melacha ist das Backen. Sie
beinhaltet jede Form der Veränderung von Essen, Flüssigkeiten oder anderen
Substanzen durch Wärme. Beispiele hierfür wären außer dem Backen das Kochen,
Rösten, Grillen, Braten oder Schmelzen eines Feststoffes. Die Halachot der
Speisezubereitung, zu denen auch das Backen und das Kneten gehört, sind sehr
kompliziert und werden mit G´ttes Hilfe in einer späteren Ausgabe näher
behandelt werden.
Die zwölfte Av Melacha ist Scheren. Sie
beinhaltet das Entfernen eines natürlich wachsenden Teiles des Körpers eines
Menschen oder eines Tieres(Haare, Nägel, etc.). Beispiele hierfür wären das
„Scheren“ von Wolle oder Haaren, „Bürsten“ (es könnten Haare mitrausgerissen
werden), Fingernägel schneiden oder abknabbern, als auch das Abreißen von
Nietnägeln.
„Hüte deine Zunge“
Wenn jemand eine gewisse verurteilungswürdige
Tat eines Menschen sieht, wobei sie zu rechtfertigen keinesfalls möglich ist,
ist es ihm dennoch verboten, über diesen Verstoß anderen Leuten zu erzählen,
wenn es zum ersten Mal geschah, - sogar in dem Fall, falls die Ernsthaftigkeit
des Verbots allgemeinbekannt ist (zum Beispiel das Verbot Schweinefleisch zu
essen), und er fest überzeugt ist, dass der Mensch das Verbot vollkommen bewusst
verletzt hat. Da er das Verbot zum ersten Mal überschritten hat, besteht die
Möglichkeit, dass er seinen Fehler bereut und es nie wieder tun wird. Es ist
verboten, Anderen über eine Sünde einer Menschen zu erzählen, weder hinter
seinem Rücken, noch in seiner Anwesenheit. Wenn man ihn in Anwesenheit von
Leuten kränkt, und er sich schon gebessert hat – dann wurde eine große Sünde
begangen, indem man einen gerechten Menschen beschuldigt hat.
Was muss man in solch
einem Fall tun? Wenn der Mensch darüber nicht weiß, ob dieser sich
verbessert hat, ist es richtig mit ihm persönlich zu sprechen, und, wenn es
notwendig ist, ihn zur Beachtung der Gebote aufzufordern. Das Wesentliche hier
ist die Fähigkeit, taktvoll das Gespräch zu führen, so dass einerseits,
die Gefühle des Betroffenen nicht verletzt werden, und andererseits genügend
überzeugend gesprochen wird, um das erwünschte Ergebnis zu erreichen. So ist es
nötig sich in Bezug auf den Juden, der die Gebote befolgt, zu benehmen. Aber
wenn der Sündigende ein Toragelehrter ist, der alle Gebote genau erfüllt, und
zur Zeit der Schwäche die Sünde begangen hat, kann man überzeugt sein, dass er
seinen Fehler bereut und schon zurückgekehrt ist. Der
Öffentlichkeit eine Sünde eines Toragelehrten zu erzählen ist eine schwere
Sünde.
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Torah: Jithro,
Ex 18:1-20:23
Haftarah: Isa 6:1-7:6, 9:5
VeJishm'a
Jithro Khohen Midjan, cHothen Mosheh, et kol asher asah Elohim leMoshe,
veleJisrael Amo: Ki hozi -''''- et Jisrael, miMizrajim...
Paraschath Jithro:
Die Zehn Gebote
Wie können wir Gott dienen? Das Kriat Schma,
welches wir zweimal täglich im Morgen- und Abendgebet sprechen, gibt die
Antwort: "Und du sollst den Ewigen, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen
und deiner ganzen Seele und deinem ganzen Vermögen" (Dew.6,5)...
Zum Schabath:
Zweierlei Auditorien
"Und Mosche stieg auf, zu Gott hin, da rief ihm Gott vom
Berge zu:
Also sage dem Hause Jakows und berichte den Söhnen Israels"...
Exodus 18-20:
Die Offenbarung am
Berg Sinai
Ägypten, das Land der Schmerzen und der Knechtschaft gehört der
Vergangenheit an. Das grosse Abenteuer hat begonnen und die Nachkommen Abrahams
sind endlich auf dem Weg zur Verwirklichung des Bundes, der Vision. Aber ist die
Sklaverei wirklich Vergangenheit?...
Freiheit und Zehn Gebote:
Lass mein Volk...
Abrahams Enkel und Großenkel sind gezwungen,
aufgrund der schweren Zeiten nach Ägypten abzusteigen, und der Bericht über
ihren Auszug aus diesem Land, nach vierhundert Jahren der Sklaverei, ist
ebenfalls Teil der Bibel...
Wochenabschnitt:
Sidra Jitro - Anochi
Die Zehn Gebote beginnen mit der Erklärung: "Ich bin (Anochi)
der Ewige, dein Gott" und enden mit der Verfügung: "Du sollst nicht Gelüste
tragen"...
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Jahaduth
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