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Parashath haShawu'a 
[Zur Übersicht Wochenabschnitte]

ZUM SCHABATH
"CHAJE SARA"

(Bereschit 23, 1 — 25, 18)

Von Marc Breuer - WISSEN UND WAHRHEIT

Zusammenfassung des gesamten Wochenabschnitts:

Sara stirbt im Alter von 127 Jahren. Sie ist die erste, die in dem von Awraham erworbenen Familiengrab, der Höhle Machpela, begraben wird.
Awraham, nun mit seinem Sohn Jizchak allein geblieben, wünscht diesen verheiratet zu sehen und beauftragt seinen treuen Diener, sich zu Betuel, seinem Neffen und Vater von Lawan und Riwka, zu begeben.

Der Diener erfüllt seinen Auftrag und bringt die Tochter Betuels, welche Jizchaks Gattin wird. Auf diese Weise bezüglich des Schicksals seines Sohnes beruhigt, stirbt Awraham "reich an Jahren" und "gesättigt", das heißt zufriedengestellt, im Alter von 175 Jahren. Jizchak und Jischmael bestatten ihn an der Seite von Sara.


Kommentar zum Tod Sarahs:
Der Text verwendet eine Sprache von sonderbarer Breite, um uns das Alter von Sara mitzuteilen: "Hundert Jahre und zwanzig Jahre und sieben Jahre, dies die Jahre der Lebenszeit Saras". Dieses Leben war reich und ausgefüllt vom Anfang bis zum Ende. Dieses Leben war im eigentlichen Sinn eine Folge von Jahren, die sich wie die Perlen einer Kette aneinanderreihten, um ein glänzendes Ganzes zu bilden. "Ihre hundert Jahre waren wie die zwanzig und diese wie die sieben" sagen unsere Weisen. Diese Kontinuität gibt dem Leben Saras seinen besonderen Charakter.

Dieses Leben war vollständig der Errichtung einer Zukunft gewidmet, dem Aufbau und der Bildung einer Menschheit, deren Mutter sie sein sollte. Mädchen, junge Frau, betagte Mutter, jeder dieser drei Zeitabschnitte ist für Sara eine Etappe auf einem Weg, der zu einem unverrückbaren Ziel führt. Als Frau wird sie nicht die Irrtümer ihrer Jugend zu bereuen haben. Alt und entkräftet, wird sie nicht eine für immer verschwundene Vergangenheit beweinen. Die große Kunst des Lebens, und das ist es, was unser Text diskret andeuten will, ist es eben, jedem Zeitabschnitt der menschlichen Existenz den besten Wirkungsgrad abzugewinnen, mit einer totalen Entfaltung und mit seiner ihm eigenen Schönheit, indem man daraus eine Phase organischer Entwicklung macht und nicht die einer Reihe von plötzlichen Umbrüchen, die ebenso viele Momente des Verleugnens bisheriger Leitlinien bedeuten.

Awraham beweint Sara, aber er rafft sich schnell wieder auf. Die Trauer der Juden weicht stets vor den imperativen Notwendigkeiten des Lebens und vor den materiellen Erfordernissen zurück, welche der Tod eines nahen Angehörigen mit sich bringt. So erweist sich als erste Aufgabe Awrahams die Suche nach einer würdigen Begräbnisstätte. Die zweite wird die der Verheiratung des Sohnes sein. Von der einen wie der andern ergibt sich der Grundsatz, die Trauer und den Schmerz, so berechtigt sie sein mögen, nicht Überhand nehmen zu lassen.
Es ist charakteristisch, dass die vorgeschriebene eigentliche Trauer in der Praxis auf sieben Tage beschränkt ist, nicht mehr und nicht weniger. Der Tod hat seine Rechte, Rechte aber, die ihre Grenzen haben müssen! Erweisen wir also unseren Toten die ihnen gebührende Ehre; wir haben aber auch zu wissen, wie man sich mutig wieder dem Leben zuzuwenden hat, das von uns neue Taten erwartet.

Siehe zu diesem Wochenabschnitt auch:
Die Söhne Awrahams: Jizhak veJischma'el
aus einem Kommentar zur Torahlesung zu Rosch haSchanah...


hagalil.com 05-11-2004



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Jüdische Weisheit
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