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Koscher leben...
 
 

GOTTES GEGENWART UND DIE SUCHE NACH GOTT IN UNSEREM LEBEN

"Womit soll ich in Gottes Gegenwart kommen, was soll ich Gott in der Höhe bringen, wenn ich mich vor ihm verbeuge?"
(Micha 6,6)

Nach Jom Kipur:
GOTTES ABWESENHEIT

Von Rabbiner Lionel Blue

Gott zu begegnen kann recht einfach sein. - Wenn es nicht einfach ist, wenn keine Stimme in unsere Stille spricht, wenn keine Hand zu uns ausgestreckt wird, die wir vertrauensvoll fassen könnten, dann sollten wir uns die folgenden Fragen stellen, denn das Problem könnte an uns selbst liegen:

Vielleicht kann Gott nicht Gott selbst sein, weil wir Gott gegenüber nicht wir selbst sind, nicht unser wahres Selbst. Vielleicht haben wir nicht so zu Gott gebetet, wie wir wirklich sind, sondern so, wie wir meinten, dass wir sein sollten, oder so, wie es andere von uns verlangen, oder so, wie wir dachten, dass Gott es von uns erwarten würde. Dieses letzte ist am schwierigsten zu entdecken, denn es birgt eine Verwechslung oder eine Gotteslästerung.

Vielleicht begegnet Gott uns, aber wir erkennen Gott nicht. Gott kann zu uns in einer zufälligen Bemerkung sprechen, die wir überhören, durch einen nebensächlichen Gedanken in unserem Bewusstsein, durch ein Wort des Gebetbuchs, das in uns nachklingt. Vielleicht ist ein Nebeneingang der einzige Weg, den wir Gott offen gelassen haben. Die anderen haben wir gut verteidigt oder verrammelt, so dass Gott sich in uns hineinstehlen muss wie ein Dieb in der Nacht.

Vielleicht gefällt es uns nicht, was Gott sagt, aber wir fürchten uns, uns dies einzugestehen. Lieber tun wir so, als wären wir Gott niemals begegnet, und wir können Gott in der Tat nicht begegnen, weil Gott ja nur eine Idee ist. Gott aus dem Weg zu gehen ist eine natürliche Reaktion, denn in Gottes Augen kann unser Erfolg ein Scheitern sein und unsere ehrgeizigen Ziele nur Staub.

Vielleicht sind wir zufrieden mit unserem Leben und haben gar kein Interesse daran, Gott zu begegnen. So singen wir unsere Gebete und unsere Hymnen, um die wenigen Augenblicke der Stille zu verhindern, denn Gott könnte in der Stille reden.

Vielleicht haben wir es nicht zugelassen, dass Gott über uns urteilt, weil wir unser Urteil über Gott bereits gefällt haben und dem Wort Gottes zuvorgekommen sind. Gott könnte uns mehr lieben, als wir ahnen; Gott könnte uns besser kennen, als wir uns selbst kennen. Gott könnte uns immer noch überraschen.

Vielleicht haben wir Angst vor dem, wohin Gott uns führen könnte. Gott könnte uns aus unser Heimat herausfuhren. Gott könnte uns in die Wüste fuhren. Gott könnte uns 40 Jahre lang darin wandern lassen und von uns verlangen, dass wir unsere Sicherheit in etwas finden, das für uns nicht greifbar ist. Wird Gott uns den Mut geben, der so groß ist wie unsere Bedürfnisse, wenn wir beten?

Gott zu begegnen kann recht einfach sein, aber nichts wird geschehen, wenn wir es nicht wollen. Wenn wir Gott suchen, kann Gott gefunden werden. Gott wird es zulassen, dass wir Gott finden, wenn wir Gott mit all unserer Kraft suchen.

Gottes Gegenwart in unserem Leben:
Die Suche nach Gott

Es gibt Fragen, die den Glauben untergraben und Glaubende im Verborgenen, die sich selbst zum Trotz glauben...



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Jüdische Weisheit
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