OR - das Licht.
Bildung gegen Unwissen und Antisemitismus.
[Reihe: Jüdisches Denken - Philosophie, Religion
und Gesellschaft]
Ein Zentrum der Forschung:
Kassel und
Franz Rosenzweig
Franz
Rosenzweig (geb. 25. Dezember 1886 in Kassel, gest. 10. Dezember 1929 in
Frankfurt am Main) war ein deutscher Historiker und Philosoph. Seine
Religionsphilosophie gilt vielen als Angebot für einen interreligiösen
Dialog.
Die Bibliothek der Universität Kassel (UNIK) ist jetzt um
einige tausend Briefe, Fotos und Dokumente reicher. Ein bedeutender
Teilnachlass des jüdischen Religionsphilosophen Franz Rosenzweig (1886-1929)
konnte über Rosenzweigs Schwiegertochter Ursula Rosenzweig als Grundstock
für intensive Rosenzweig-Forschungen und zum Aufbau eines Rosenzweig-Archivs
erworben werden.
Der Teilnachlass besteht aus sieben Ordnern, die
teilweise Einzelbriefe, meist aber ganze Korrespondenzen enthalten. Es
handelt sich somit um mehrere tausend Einzelstücke – Originale, Entwürfe,
Abschriften und Kopien. Von diesen Briefen sind viele noch nicht, andere nur
auszugsweise veröffentlicht. Zu den mehr als 100 Briefpartnern dieses
Teilnachlasses zählen unter anderem der Religionsphilosoph Martin Buber, der
Philosoph und Soziologe Eugen Rosenstock-Huessy, der Philosoph Hans
Ehrenberg und der Biochemiker Eduard Strauss. Ergänzt wird der Teilnachlass
durch einige 100 Briefe aus der Korrespondenz des Biologen Rudolf Ehrenbergs
mit Rosenzweig, die Prof. Dr. Maria Ehrenberg einer zu gründenden
Rosenzweig-Forschungsstelle an der UNIK zur Verfügung stellt.
Franz Rosenzweig wurde 1886 in Kassel geboren und wuchs als einziges Kind
des Fabrikanten und Stadtrats Georg Rosenzweig und dessen Ehefrau Adele in
gutsituierten Verhältnissen auf. In seiner Familie wurde ein emanzipiertes,
liberales Judentum gepflegt. Er studierte Geschichtswissenschaft und
Philosophie. 1921 erschien sein Hauptwerk „Der Stern der Erlösung“, eines
der herausragenden glaubensphilosophischen Grundlegungen des 20.
Jahrhunderts. 1920 wurde Rosenzweig Leiter des Freien Jüdischen Lehrhauses
in Frankfurt. Wenig später erkrankte er an der Muskelkrankheit
Amyotrophischer Lateralsklerose, die ihn nach und nach völlig lähmte.
Rosenzweig starb am 10. Dezember 1929 in Frankfurt.
Kassel ist ein Zentrum der Rosenzweig-Forschung
An der UNIK wird seit 1979 zu Franz Rosenzweig geforscht. Zum 100.
Geburtsjahr Rosenzweigs organisierten die Philosophen der UNIK 1986 unter
Leitung von Prof. Dr. Wolfdietrich Schmied-Kowarzik einen ersten
internationalen Kongress. 2004 fand zum 75. Todesjahr Rosenzweigs ein
zweiter internationaler Rosenzweig-Kongress mit 90 Referenten und mehr als
400 Teilnehmern statt. Die nächste größere Rosenzweig-Konferenz fand in
enger Kooperation mit der UNIK 2006 in Jerusalem statt.
Es liegt also nahe, an der Universität Kassel über die laufenden
Forschungsprojekte hinaus, mit den neu erworbenen Briefkonvoluten und
Materialien eine Franz-Rosenzweig-Forschungsstelle mit einem Archiv
aufzubauen. Ähnliche Archiv-Forschungsstellen zu
Hermann Cohen
(Zürich), zu Martin Buber
(Jerusalem/Bonn), zu Hans Ehrenberg (Bochum/Bielefeld), zu Eugen
Rosenstock-Huessy (Dartmouth, USA) bestehen seit längerem. Kooperationen
befinden sich im Aufbau.
Im Dezember 2006 erschienen:
Martin Brasser (Hg.), in Zusammenarbeit mit Myriam Bienenstock, Bob Gibbs,
Gesine Palmer, Jules Simon, Yossi Turner
Franz Rosenzweig heute
Rosenzweig-Jahrbuch Band 1(2006)
Freiburg: Verlag Karl Alber 2006, ca. 256 Seiten
ISBN-13: 978-3-495-46401-4
ISBN-10: 3-495-46401-8
ISSN: 1862-829X
Wolfdietrich
Schmied-Kowarzik (Hg.)
Franz Rosenzweigs »neues Denken«.
Band I: Selbstbegrenzendes Denken
– in philosophos
Band II: Erfahrene Offenbarung
– in theologos
Zus. ca. 1376 Seiten
ISBN 3-495-48185-0 (Frühjahr 2006)
Fachgebiete: Philosophie, Theologie, Jüdische Studien.
Schlagwörter: »Neues Denken«, Idealismuskritik, Existenzphilosophie,
Jüdisches Denken, Interreligiöser Dialog.
Zum 75. Todesjahr des jüdischen Religionsphilosophen Franz
Rosenzweig fand im März 2004 in seiner Geburtsstadt Kassel zum zweiten Mal
ein großer Internationaler Kongreß statt: Franz Rosenzweigs »neues Denken«.
Galt es beim ersten Kongreß 1986 zum 100. Geburtsjahr
allererst wieder an den Philosophen Rosenzweig zu erinnern, so wird in den
vorliegenden Kongreßbeiträgen von 90 Referenten aus aller Welt das ganze
Spektrum des »neuen Denkens« Rosenzweigs in seinen vielfältigen Bezügen und
Differenzierungen zu anderen Denkern des frühen 20. Jahrhunderts und in
seiner fortwirkenden Bedeutung für uns heute behandelt.
Im ersten Band "Selbstbegrenzendes Denken – in philosophos"
geht es um Rosenzweigs Abgrenzung von der idealistischen Philosophie und
seinen existenzphilosophischen Neuanfang.
Der zweite Band "Erfahrene Offenbarung – in theologos" setzt
sich in Abhebung von der überkommenen Theologie mit Rosenzweigs
Religionsphilosophie auseinander.
Mit Beiträgen von: Yehoyada Amir, Leora Batnitzky, Myriam
Bienenstock, Bernhard Casper, Francesco Paolo Ciglia, Leonard H. Ehrlich,
Gerda Elata-Alster / Benyamin Maoz, Barbara E. Galli, Miguel Garcia-Baró,
Heinz-Jürgen Görtz, Peter E. Gordon, Rivka Horwitz, Reinhold Mayer / Inken
Rühle, Stéphane Mosès, Norbert Samuelson, Wolfdietrich Schmied-Kowarzik,
Harold Stahmer, Wolfgang Ullmann, Reiner Wiehl, u. v. a.
Wolfdietrich Schmied-Kowarzik, geb. 1939, Professor für
Philosophie an der Universität Kassel, publizierte u. a. bei Alber: Die
Dialektik der gesellschaftlichen Praxis (1981); Das dialektische Verhältnis
des Menschen zur Natur (1984); Franz Rosenzweig. Existentielles Denken und
gelebte Bewährung (1991); Edition: Der Philosoph Franz Rosenzweig
(1886–1929), 2 Bde. (1988).
Areas of interest: Philosophy, Theology, Jewish Studies.
In commemoration of the 75th anniversary of Franz
Rosenzweig’s death, an International Congress entitled Franz Rosenzweig’s
»New Thinking« was held March 2004 in the Jewish religious philosopher’s
city of birth, Kassel. After the first congress one hundred years after his
birth in 1986, whose intention was to draw attention to the achievements of
Rosenzweig as a philosopher, the second Congress included 90 speakers from
all over the world, all gathered to illuminate the whole spectrum of his
»new thinking« in its manifold relevance for and differentiation from other
major thinkers of the early 20th century as well as to illustrate
Rosenzweig’s continued importance for us today.
The first volume Thinking Beyond the Idealist Self – in philosophos
discusses the ways in which Rosenzweig distances himself from idealist
philosophy and outlines his new existentialist beginnings (Introduction,
Changing the Front, Time-Factuality-Aesthetics, Ethics- Pedagogics-Politics,
Fackenheim Memorial).
The second volume Revelation Experienced – in theologos discusses
Rosenzweig’s religious philosophy as opposed to traditional theology
(Approach, Experience-Revelation-Language, Judaism- Christianity-Liturgy,
Inspirations of a Friendship, Exhibitions and Memories).
Ein helles und strahlendes Denken:
Franz Rosenzweig
Franz Rosenzweig (geb. 25. Dezember 1886 in
Kassel, gest. 10. Dezember 1929 in Frankfurt am Main) war ein deutscher
Historiker und Philosoph...
Mendes Flohr über Franz
Rosenzweig:
Renaissance des deutschen
Judentums
Geboren und aufgewachsen in
einer Familie des assimilierten Judentums aus Kassel, hatte er sich zu einem
tiefreligiösen Juden entwickelt...

Athen und Jerusalem:
Die religionsphilosophische Stellung Franz Rosenzweigs
Philosophie und Religion hatten geschichtlich getrennte
Entwicklungen, was stets zur traurigsten Verwirrung der Geister den Anlass
gab. Tritt der junge jüdische Akademiker in die Lehrhallen der Universität
ein, dann wird ihm gesagt: Hellas ist das Land der Philosophie...
Religionsphilosophie:
Hermann Cohen
Gibt es denn noch immer eine zwiefache Wirklichkeit,
die eine der Universität, die andere der Welt, die eine der Philosophie, die
andere der Religion? Gewiss! Man bezeichnet das dann wohl durch die Formel
vom Gegensatz von "Glauben und Wissen"...
Vom Verhältnis Gottes zum Menschen und des Menschen
zu Gott:
Monotheismus und Heidentum
Das Heidentum, der Götzendienst, die Vielgötterei redet nur
von den Göttern oder Götzen. Der Monotheismus redet vom Menschen...
Die Geheimnisse der Weltzusammenhänge:
Die Schlafenden zu erwecken
In Rosenzweigs Werk kommt das Wort Religion nicht vor. Philosophie wollte er
geben, keine Religionsphilosophie, aber die Philosophie eines Juden. Aus
dieser folgt der Blick auf das Ganze des Weltprozesses...
Zum Inhaltsverzeichnis:
Jahaduth
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