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Koscher leben...
 
 

OR - das Licht. Bildung gegen Dummheit und Antisemitismus.
[Reihe: Jüdisches Denken - Philosophie, Religion und Gesellschaft]

Zum Wochenabschnitt Noach, der sowohl von der Flut als auch vom Turmbau in Bawel berichtet hier ein Vortrag von Rabbiner Abraham Joshua Heschel. Der Vortrag wurde schon 1965 gehalten, ist aber noch immer sehr aktuell. In weiten Teilen bezieht er sich auf die jüdische Sicht des Christentums, etliche Passagen beziehen sich aber auch auf den Islam. Meiner Meinung nach fügt sich dieser Artikel hervorragend an, an die Veröffentlichung der letzten Woche zum Abschnitt Bereschith.

Warum wurde der Mensch als einzelner erschaffen,
wo doch von allen anderen Arten viele erschaffen wurden?
Damit Friede unter den Menschen herrsche,
denn keiner kann zu seinem Nächsten sagen:
Meine Ahnen waren edler als deine.
(bSanhedrin 3.7a)

Keine Religion ist ein Eiland

Abraham Joshua Heschel, 1965, aus dem Buch "Christentum aus jüdischer Sicht", herausgegeben von Fritz A. Rothschild
© Material is under copyright by Professor Susannah Heschel

Ich spreche als Mitglied einer Gemeinschaft, deren Begründer Abraham ist, und mein Rabbi heißt Moses.

Ich spreche als einer, dem es gelang, die Geburtsstadt Warschau gerade sechs Wochen vor der Katastrophe zu verlassen. Mein Ziel war New York, sonst wäre es Auschwitz oder Treblinka gewesen. Ich bin ein Brandscheit, aus dem Feuer gerissen, in dem mein Volk verbrannte. Ich bin ein Brandscheit, aus dem Feuer auf dem Altar Satans gerissen, auf dem Millionen Menschenleben zur höheren Ehre des Bösen ausgelöscht wurden und auf dem noch so viel mehr vernichtet wurde: das Ebenbild Gottes in so vielen Menschenwesen, der Glaube so vieler Menschen an den Gott der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit und beinahe alles Wissen um die geheimnisvolle Kraft der Bindung an die Bibel, die Heilige Schrift, die fast 2000 Jahre lang in Menschenherzen eingepflanzt und gepflegt wurde.

Ich spreche als ein Mensch, der tief beunruhigt ist und fürchtet, Gott habe sich in Abscheu von uns abgewandt und uns sogar die Fähigkeit genommen, Sein Wort zu verstehen. So vernahm es Jesaja in seiner Vision (6,9-10): "Da sprach ich: 'Hier bin ich, sende mich.' Und Er sprach: 'Geh und sage diesem Volk: Hört immerzu, aber versteht nicht; schaut immerzu, aber erkennt nicht. Mach das Herz dieses Volkes fett und ihre Ohren schwerfällig und schließe ihre Augen, damit sie nicht sehen mit ihren Augen und hören mit ihren Ohren und verstehen mit ihrem Herzen und umkehren und geheilt werden."' Manche von uns sind wie Kranke im letzten Stadium der Agonie, die im Delirium schreien: "Der Arzt ist tot, der Arzt ist tot".

Ich spreche als ein Mensch, der überzeugt ist, dass das Schicksal des jüdischen Volkes und das Schicksal der Hebräischen Bibel untrennbar zusammengehören. Dass man uns als Juden anerkennt, dass wir ein Recht haben zu überleben, ist nur in einer Welt möglich, in der der Gott Abrahams verehrt wird.

Der Nationalsozialismus war von Grund auf eine Rebellion gegen die Bibel, gegen den Gott Abrahams. Er erkannte, dass das Christentum die Bindung an den Gott Abrahams und die Beschäftigung mit der Hebräischen Bibel in das Herz des abendländischen Menschen eingepflanzt hatte, und beschloss deshalb, die Juden zu vernichten und das Christentum auszurotten und statt dessen eine Wiederbelebung des germanischen Heidentums herbeizuführen.

Der Nationalsozialismus wurde besiegt; aber der Prozess die Bibel aus dem Bewusstsein der westlichen Welt zu tilgen, schreitet fort. Juden und Christen sind aufgerufen, für diese Aufgabe, nämlich das Gefühl für die Strahlkraft der Hebräischen Bibel in den Herzen der Menschen zu bewahren, zusammenzuarbeiten. Keiner von uns kann es allein schaffen. Beide müssen wir erkennen, dass in unserem Zeitalter Anti-Semitismus zugleich Anti-Christentum ist und Anti-Christentum gleich Anti-Semitismus.

Die Menschen sind nie so offen für Gemeinschaft als in Augenblicken der Not und Bedrängnis. Die Menschen in New York haben niemals eine solche Gemeinschaft erfahren, solch eine Gewissheit, eins zu sein, als mitten in der Dunkelheit der vergangenen Nacht.

(Anm.: Gemeint ist der totale Stromausfall in New York in der Nacht des 9.November 1965. Bei späteren Stromausfällen in der Stadt kam es jedoch zu weitverbreiteten Plünderungen, Uberfällen und anderen kriminellen Handlungen. (F.A.R.))

Ja, es gibt ein Licht in der Dunkelheit dieser Stunde. Aber, ach, die meisten von uns haben keine Augen.

Ist das Judentum, ist die Christenheit bereit, diese Herausforderung an zunehmen? Wenn ich vom Gefühl für die Strahlkraft der Bibel im Herzen der Menschen spreche, meine ich nicht, dass dies ein Thema für eine interessante Information ist; vielmehr geht es um Offenheit für Gottes Gegenwart in der Bibel. Es geht um das fortgesetzte Bemühen, um einen Durchbruch im Innern des Menschen, der schwierigen Aufgabe, als Mensch menschlich zu sein, nicht untreu zu werden, ja ein wenig menschlicher zu sein trotz Widerstand und angesichts von Verzweiflung.

Das wichtigste heute ist nicht die Halacha für den Juden oder die Kirche für den Christen — sondern die Voraussetzung, die beiden Religionen zugrunde liegt, nämlich ob es ein pathos gibt, eine göttliche Wirklichkeit, der das Schicksal des Menschen am Herzen liegt und die auf geheimnisvolle Weise auf die Geschichte einwirkt; das wichtigste ist, ob wir für den Anruf und die Erwartung des lebendigen Gottes offen sind oder tot. Die Krise verschlingt uns alle. Die Not und die Angst vor der Entfremdung von Gott lässt Juden und Christen gemeinsam aufschreien.

Der Jude muss erkennen, dass die Wortführer der Aufklärung, die das Christentum angriffen, nicht weniger ablehnend gegenüber dem Judentum waren. Oft legten sie dem Judentum die Übeltaten der Tochterreligion zur Last. Die Opfer der Zerstörung, die durch die dauernden Angriffe auf die Religion der Bibel in der Neuzeit verursacht wurden, finden sich ebenso unter Juden wie unter Christen.

Auf der anderen Seite muß die Gemeinde Israels immer dessen eingedenk sein, dass ihre eigene Existenz auf geheimnisvolle Weise einmalig und einzig artig ist. "Siehe, ein Volk, das für sich wohnt, das sich nicht rechnet unter die Nationen", sagt der heidnische Prophet Bileam (Num 23,9). Ist es da nicht sicherer, wenn wir uns auf uns selbst beschränken und davon absehen, Unsicherheiten und Gewissheiten mit den Christen zu teilen?

Unser Zeitalter bedeutet das Ende der Selbstzufriedenheit, das Ende des Ausweichens, das Ende der Selbstsicherheit. Gefahren und Ängste sind Juden und Christen gemeinsam; wir stehen zusammen am Rande des Abgrunds. Die Interdependenz der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in der ganzen Welt ist eine grundlegende Tatsache unserer Situation. Störung der Ordnung in einem kleinen Land irgendwo auf der Welt erweckt Befürchtungen bei den Menschen auf der ganzen Welt.

Beschränkung auf die eigene Gemeinschaft ist unhaltbar geworden. Es gab eine Zeit, da man einen Bostoner nicht davon abbringen konnte, dass das Kapitol von Boston der Mittelpunkt des Sonnensystems sei oder dass die eigene Denomination das Monopol auf den Heiligen Geist habe. Heute wissen wir, dass selbst das Sonnensystem nicht der Mittelpunkt des Universums ist. Die Religionen der Welt sind sowenig selbständig, unabhängig oder isoliert wie Einzelmenschen oder Nationen. Kräfte, Erfahrungen und Ideen, die außerhalb des Bereichs einer bestimmten Religion oder aller Religionen entstehen, betreffen jede Religion und stellen sie fortgesetzt in Frage.

Die Horizonte sind weiter, die Gefahren größer geworden... Keine Religion ist ein Eiland. Wir alle sind miteinander verbunden. Verrat am Geist auf seiten eines von uns berührt den Glauben aller. Ansichten einer Gemeinde haben Folgen für andere Gemeinden. Religiöser Isolationismus ist heute eine Illusion. Trotz aller tiefen Unterschiede in Standpunkt und Wesen wird das Judentum früher oder später von den intellektuellen, moralischen und spirituellen Ereignissen innerhalb der christlichen Gesellschaft betroffen — das gleiche gilt umgekehrt.

Während Vertreter verschiedener Glaubensweisen in der Welt der Religion weiterhin die ökumenische Bewegung mit Argwohn betrachten, merken wir nicht, dass es eine andere ökumenische Bewegung von weltweiter Verbreitung und weltweitem Einfluß gibt: den Nihilismus. Wir müssen wählen zwischen der Gemeinschaft der Glaubenden — interfaith — und der Gemeinschaft der Nihilisten — inter-nihilism. Zynismus ist nicht lokal begrenzt. Sollten die Religionen an der Illusion festhalten, sie seien völlig isoliert? Sollten wir uns weigern, miteinander zu sprechen, und auf das Versagen des anderen hoffen? Oder sollten wir für das Wohlergehen des anderen beten und einander helfen, unser jeweiliges Erbe zu bewahren, ein gemeinsames Erbe zu bewahren?

Die jüdische Diaspora von heute, die sich fast ausschließlich in der westlichen Welt befindet, ist keineswegs immun gegen das geistige Klima und den religiösen Glaubensstand in der Gesamtgesellschaft. Wir leben nicht isoliert, und die Art und Weise, wie Nichtjuden ihre Beziehung zu Gott leben oder ihm den Gehorsam verweigern, hat tiefe Wirkung auf das Denken und Fühlen der Juden. Selbst im Mittelalter, als die meisten Juden relativ isoliert lebten, wurde eine solche Wirkung festgestellt. Ich zitiere: "Das Verhalten der Juden entspricht dem der Nichtjuden. Wenn die Nichtjuden irgendeiner Stadt moralisch leben, werden es die dort geborenen Juden auch tun." Rabbi Joseph Jaabez, ein Opfer der spanischen Inquisition, konnte mitten in der Inquisition sagen, dass "die Christen an die Schöpfung glauben, an die hervorragende Bedeutung der Erzväter, an die Offenbarung, an die Vergeltung und die Auferstehung. Gesegnet sei der Herr, der Gott Israels, der nach der Zerstörung des zweiten Tempels diesen Rest übrigliess. Wenn die christlichen Völker nicht wären, könnten wir womöglich in unserem Glauben unsicher werden."

Wir sind Erben einer langen Geschichte von gegenseitiger Verachtung unter den Religionen und Konfessionen, von religiösem Zwang, Streit und Verfolgung. Selbst in Friedenszeiten ist die Beziehung zwischen den Vertretern verschiedener Religionen nicht nur Unwissenheit auf beiden Seiten, sie ist ein Abgrund, eine Quelle für Herabsetzung und Misstrauen, die Verdächtigungen verbreitet und Bemühungen vieler ehrlicher und achtenswerter Äußerungen des guten Willens zunichte macht.

Die große Freude des Psalmisten ist zu verkünden: "Treue und Gnade begegnen einander" (Ps.85,11). Aber wie oft gehen Glaube und der Mangel an Gnade eine Verbindung ein! Daraus entsteht Fanatismus, die anmaßende Überzeugung, dass mein Glaube, meine Motivation rein und heilig ist, während der Glaube jener, die ein anderes Credo haben — selbst derjenigen in meiner eigenen Gemeinschaft —, unrein und unheilig ist. Wie können wir von Fanatismus und Anmaßung geheilt werden und von der törichten Meinung, wir wären Sieger, während wir doch alle Besiegte sind?

Ist es nicht klar, dass es trotz grundlegender Meinungsunterschiede bei manchen Dingen eine Annäherung gibt: bei dem, wozu wir uns verpflichtet fühlen, bei mancherlei Ansichten, bei Aufgaben, die wir alle haben, bei Ubeln, die wir gemeinsam bekämpfen müssen, bei Zielen, die wir teilen, bei einer Bedrohung, die uns alle betrifft?

Auf welcher Basis begegnen wir Menschen verschiedener religiöser Überzeugungen einander? Zuallererst begegnen wir uns als Menschen, die so vieles gemeinsam haben: ein Herz, ein Gesicht, eine Stimme, eine Seele, Ängste, Hoffnungen, die Fähigkeit zu vertrauen, offen zu sein für Mitleid und Verständnis, kurz, ein Glied der Menschheitsfamilie zu sein. Meine erste Aufgabe bei jeder Begegnung ist, zu begreifen, dass der Mensch mir gegenüber eine Person ist, die menschliche Verwandtschaft und die Solidarität des Seins zu spüren.

Im Menschlichen
offenbart sich das Göttliche

Einem Menschen zu begegnen ist eine besondere Herausforderung für Kopf und Herz; ich muß mich an etwas erinnern, das ich normalerweise vergesse. Eine Person ist eben nicht nur ein Vertreter der Gattung homo sapiens. Sie ist die ganze Menschheit in einem, und wann immer ein Mensch verletzt wird, werden wir alle verletzt. Im Menschlichen offenbart sich das Göttliche, und alle Menschen sind eins in Gottes Fürsorge für den Menschen. Viele Dinge sind kostbar, einige sind heilig; die Menschheit ist das Heilige des Heiligen.

Die Begegnung mit einem Menschen ist eine Gelegenheit, das Abbild Gottes, die Gegenwart Gottes zu spüren. Nach einer rabbinischen Interpretation sprach der Herr zu Mose: "Wo immer du die Spur des Menschen siehst, stehe ich vor dir..."

Wenn ich im Gespräch mit einem Menschen anderer religiöser Überzeugung feststelle, dass wir in Dingen, die uns heilig sind, nicht übereinstimmen, verschwindet dann das Bild Gottes, dem ich mich gegenübersehe? Steht Gott dann nicht mehr vor mir? Zerstört die Verschiedenheit religiöser Uberzeugung die Tatsache, dass wir verwandte menschliche Wesen sind? Hebt die Tatsache, dass wir verschiedene Vorstellungen von Gott haben, auf, was uns gemeinsam ist: dass wir Bild Gottes sind? Aus diesem Grund wurde der Mensch als einzelner erschaffen (wogegen von allen anderen Arten viele erschaffen wurden), damit Friede unter den Menschen herrschen sollte. Keiner kann zu seinem Nächsten sagen: Meine Ahnen waren edler als deine (bSanh 3 7a).

Der Hauptzweck dieser Überlegungen ist, zu untersuchen, wie ein Jude aufgrund seiner Überzeugung und ein Christ aufgrund seiner Überzeugung eine religiöse Grundlage finden können, um sich zu verständigen und trotz Meinungsverschiedenheiten in Angelegenheiten zusammenzuarbeiten, die für ihr moralisches und geistliches Anliegen wesentlich sind.

Es gibt vier Bereiche der religiösen Existenz, vier notwendige Komponenten in der Beziehung des Menschen zu Gott:
(a) die Unterweisung, deren wesentliche Aussagen in der Form eines Glaubensbekenntnisses zusammen gefasst sind, das als richtungweisende Grundlage unseres Nachdenkens über zeitliche und ewige Dinge dient — der Bereich der Lehre;
(b) Glaube, Innerlichkeit, die Ausrichtung des eigenen Herzens, das Persönlichste der Religion — der Bereich des Privaten;
(c) das Gebot oder der heilige Akt, der im heiligen Raum, in der Gesellschaft oder zu Hause ausgeführt wird — der Bereich des Tuns;
(d) der Kontext, in dem sich Bekenntnis, persönlicher Glaube und Ritus ereignen, also die Gemeinde oder der Bund, Geschichte, Tradition — die Bereiche der Transzendenz.

Im Bereich des Tuns gibt es offensichtlich weite Gebiete für die Zusammenarbeit von Menschen unterschiedlicher Überzeugung: Man kann intellektuellen Austausch pflegen, oder man kann Anliegen und Erfahrungen religiöser Praxis austauschen, insbesondere wenn diese sich auf soziales Handeln richten.

Im Bereich des Glaubens vollzieht sich die Begegnung in der Form des persönlichen Zeugnisses und Beispiels, im Mitteilen von Einsichten, im Bekenntnis der Unzulänglichkeit. Im Bereich der Lehre versuchen wir, den Inhalt unseres Glaubens zu vermitteln; auf der Ebene des Glaubens erfahren wir im jeweils anderen die Ausstrahlung der Gegenwart eines Höheren.

Ich möchte meinen, dass die wichtigste Grundlage für eine Begegnung von Menschen aus unterschiedlichen religiösen Traditionen ist, dass sie sich in Furcht und Zittern, in Demut und Bußfertigkeit vollzieht. Denn unsere persönlichen Glaubenserfahrungen sind bloße Wellen auf dem unendlichen Meer des Strebens der Menschheit nach Gott, wo alle Formulierungen und Aussagen als unzulänglich erscheinen, wo unser Innerstes von dem Bewusstsein überwältigt wird, dass wir dringend auf Gottes Gebot antworten müssen, während wir, der Anmaßung und des Hochmuts entkleidet, das tragische Ungenügen des menschlichen Glaubens spüren.

Was trennt uns? Was eint uns? Wir stimmen nicht überein in Fragen des Gesetzes und des Bekenntnisses, in Überzeugungen, die den eigentlichen Kern unserer religiösen Existenz ausmachen. Wir sagen in einigen Lehrsätzen, die für uns wesentlich und heilig sind, nein zueinander. Was eint uns? Dass wir Gott Rechenschaft schulden, dass wir Gegenstand von Gottes Zuwendung sind, kostbar in Seinen Augen. Unsere Vorstellungen von dem, was uns quält, mögen verschieden sein, aber die Angst ist die gleiche. Die Sprache, die Vorstellung, die Konkretisierung unserer Hoffnungen sind verschieden, aber die Anfechtung ist die gleiche, ebenso wie das Seufzen, die Sorge und die Notwendigkeit zu gehorchen.

Wir mögen verschiedener Meinung darüber sein, wie man zu Furcht und Zittern kommt, aber die Furcht und das Zittern sind gleich. Die Forderungen sind verschieden, aber das Gewissen ist gleich, ebenso auch Hochmut und Versagen. Was wir verkünden, ist verschieden, aber die Gefühllosigkeit ist dieselbe und ebenso die Forderung, die uns oft in innere Qualen versetzt.

Und vor allem: Wenn auch Dogmen und Formen der Verehrung verschieden sind, Gott ist derselbe. Was eint uns? Bindung an die Hebräische Bibel als Heilige Schrift, Glaube an den Schöpfer, den Gott Abrahams, Bindung an viele Seiner Gebote, an Gerechtigkeit und Gnade, Bußfertigkeit, Empfindsamkeit für die Heiligkeit des Lebens und für Gottes Gegenwart in der Geschichte, die Überzeugung, dass das Gute ohne das Heilige unterliegen wird, das Gebet, dass die Geschichte nicht vor dem "Ende der Tage" enden möge, und vieles mehr.

Es gibt Augenblicke, in denen wir alle zusammenstehen und unser Gesicht im Spiegel sehen: das Elend der Menschheit und ihre Hilflosigkeit, die Verwirrung des einzelnen und die Notwendigkeit göttlicher Leitung, aufgerufen sein zu Lobpreis und zu tun, was nötig ist.

In Gesprächen mit protestantischen und katholischen Theologen bin ich mehr als einmal auf Herablassung gegenüber dem Judentum gestoßen, eine Art Mitleid für diejenigen, die das Licht noch nicht gesehen haben — Duldung statt Achtung. Auf der anderen Seite kann ich eine Veranstaltung der Ford Foundation nicht vergessen, bei der Paul Tillich, Gustave Weigel und ich selbst eingeladen waren, vom gleichen Podium über die religiöse Situation in Amerika zu sprechen. Wir fanden uns nicht nur in tiefer Übereinstimmung bei der Aufdeckung dessen, was uns quält, sondern vor allem bekannten wir drei ohne vorherige Verabredung, dass unsere Wegweiser in diesem kritischen Zeitalter die Propheten Israels sind, nicht Aristoteles, nicht Karl Marx, sondern Amos und Jesaja.

Gegenstand unserer Überlegungen hier ist nicht eine Lehre oder eine Institution, die "Christentum" heißt, sondern Menschen überall in der Welt, heutige und frühere, die Gott in der Nachfolge Jesu verehren; mein Problem ist, wie ich meine geistliche Beziehung zu ihnen gestalten soll. Die Frage, auf die ich antworten muss, ist nicht die Wahrheit eines Dogmas, sondern der Glaube und die spirituelle Kraft des Einsatzes von Christen. In bezug auf den Anspruch und das Dogma der Kirche sind sich Juden und Christen fremd und verschiedener Meinung. Aber es gibt Bereiche der Existenz, wo Juden und Christen sich als Söhne und Brüder begegnen. "Im Namen des Himmels, sind wir nicht eure Brüder, sind wir nicht Söhne eines Vaters und einer Mutter? . . .

Sicherlich sind alle Menschen Söhne eines Vaters, aber es steht auch in ihrer Macht, ihr Geburtsrecht zu verwirken, Rebellen zu werden, freiwillige Bastarde, "Kinder ohne Treue" (Dtn.32,20). Nicht Fleisch und Blut, sondern Verehrung und Gehorsam begründen das Recht auf Sohnschaft. Wir behaupten zu Recht, Brüder zu sein, wenn wir uns Seinen Geboten unterwerfen. Wir sind Söhne, wenn wir auf den Vater hören, wenn wir Ihn preisen und ehren. Die Einsicht, dass wir Söhne sind, wenn wir Gott gehorchen und Ihn preisen, ist der Ausgangspunkt meiner Überlegungen. "Ich bin ein Gefährte aller, die Dich fürchten, derer, die Deine Befehle halten" (Ps.119,63). Ich freue mich, wann immer Sein Name gepriesen, Seine Gegenwart gespürt wird, Seine Gebote befolgt werden.

Die erste und wichtigste Voraussetzung für die Aussprache zwischen Juden und Christen (interfaith) ist die Verwurzelung im eigenen Glauben (faith). Nur aufgrund des tiefen Eingebundenseins in das nicht endende Drama, das mit Abraham begann, können wir einander zum Verständnis unserer Situation helfen. Interfaith muss aus der Tiefe kommen, nicht aus dem Vakuum eines fehlenden Glaubens. Es ist dies kein Unternehmen für geistlich Unreife oder für Menschen, die alles nur halb gelernt haben. Wenn es nicht zu Verwirrung der vielen führen soll, muss es ein Vorrecht weniger bleiben.

Verbindung und Trennung

Glaube und Kraft der Erkenntnis und Frömmigkeit können nur in Stille und Abgeschiedenheit gedeihen. Das eigene innere Leben zu enthüllen kann die Gefahr der Entweihung, Verzerrung und Verwirrung heraufbeschwören. Synkretismus ist eine ständige Möglichkeit. Überdies kann in einer Zeit, wo Glaube rar ist, interfaith zum Ersatz von Glauben werden und um des Kompromisses willen die eigene Überzeugung unterdrücken. In einer Welt des Konformismus können Religionen leicht auf den niedrigsten gemeinsamen Nenner herabgedrückt werden.

Beides ist nötig: Verbindung und Trennung. Wir müssen unsere Eigenständigkeit ebenso wahren wie das Interesse aneinander, die Achtung, das Verständnis und die Zusammenarbeit. In der Welt der Wirtschaft, Wissenschaft und Technik besteht Zusammenarbeit und wächst weiter. Selbst Staaten, obwohl verschiedener Kultur und im Wettstreit miteinander, halten diplomatische Beziehungen aufrecht und treten für Koexistenz ein. Nur die Religionen sprechen nicht miteinander. Mehr als hundert Länder wollen Teil der Vereinten Nationen sein, aber keine Religion ist bereit, an einer Bewegung für Vereinte Religionen teilzunehmen. Oder sollte ich sagen: noch nicht bereit? Unwissenheit, Misstrauen und Verachtung kennzeichnen oft ihr Verhältnis zueinander. Gehört Verachtung für den Gegner zum Grundbestand der Religion? Zugegeben, Judentum und Christentum fühlen sich gegensätzlichen Anforderungen verpflichtet; aber sollte es darum unmöglich sein, eine Auseinandersetzung ohne Schärfe, Kritik ohne Verlust der Achtung, Meinungsverschiedenheit ohne Missachtung auszutragen? Das Problem, dem wir uns stellen müssen, ist: Wie kann man Treue zur eigenen Tradition mit der Achtung vor unterschiedlichen Traditionen verbinden? Wie ist gegenseitige Wertschätzung zwischen Christen und Juden möglich?

Ein Christ sollte ernsthaft die schrecklichen Folgen eines Prozesses bedenken, der in der Frühzeit der Geschichte des Christentums begonnen hat. Ich meine die bewusste oder unbewusste Entjudaisierung des Christentums. Sie beeinflusste das Denken der Kirche, ihr inneres Leben, ebenso auch ihre Beziehung zu Vergangenheit und Gegenwart des wirklichen Israel — das doch Vater und Mutter der Christenheit ihrem eigentlichen Wesen nach ist. Aber die Kinder standen nicht auf und nannten ihre Mutter "gesegnet"; statt dessen nannten sie die Mutter "blind". Einige Theologen verfahren weiterhin so, als wüssten sie nicht die Bedeutung von "Ehre Vater und Mutter"; andere sprechen in ihrem Bestreben, die Überlegenheit der Kirche zu beweisen, als litten sie an einem geistlichen Ödipuskomplex.

Haben wir Verantwortung
für Christentum und Islam?

Ein Christ sollte erkennen, dass eine Welt ohne Israel eine Welt ohne den Gott Israels sein wird. Auf der anderen Seite sollte ein Jude anerkennen, welche herausragende Rolle das Christentum in Gottes Plan zur Erlösung aller Menschen spielt.

Heutige Juden, die aus der politischen Isolation herausgekommen und in den historischen Prozess der westlichen Menschheit integriert sind, können es sich nicht leisten, gleichgültig gegen die religiöse Situation unserer Mitmenschen zu sein. Gegnern des Christentums muss die Frage gestellt werden: Welche religiöse Alternative haben wir für die christliche Welt im Auge? Haben wir nicht fast 2000 Jahre lang darauf verzichtet, den Völkern das Judentum zu predigen?

Ein Jude sollte ernsthaft über die Verantwortung nachdenken, die sich aus der jüdischen Geschichte ergibt, nämlich, die Mutter zweier Weltreligionen zu sein. Hat das Versagen der Kinder Rückwirkungen auf die Mutter? Zeigt nicht das starke Abweichen von der jüdischen Tradition auf seiten der ersten Christen, die doch Juden waren, dass die Kommunikation im geistigen Klima im Palästina des 1. Jahrhunderts beeinträchtigt war?

Das Judentum ist die Mutter des christlichen Glaubens. Es ist am Schicksal des Christentums interessiert. Sollte eine Mutter ihr Kind verleugnen, selbst ein eigensinniges, aufsässiges? Auf der anderen Seite sollte die Kirche anerkennen, dass wir Juden in Treue zu unserer Tradition an ihrem Glauben interessiert sind, sollte unseren Auftrag beachten, das Vermächtnis der Hebräischen Bibel zu bewahren und sie zu lehren, sollte unsere Hilfe bei der Abwehr marcionitischer Tendenzen als einen Liebesdienst annehmen.

Ist es nicht unsere Pflicht, einander zu helfen bei dem Versuch, Herzenshärtigkeit zu überwinden, ein Gespür für Wunder und Geheimnis zu entwickeln, Türen zur Heiligkeit in der Zeit aufzuschließen, den Geist des Menschen für den Anruf der Hebräischen Bibel zu öffnen, Antwort auf die Stimme der Propheten zu suchen?

Kein wahrhaft Gläubiger kann ehrlicherweise den Zeichen von Menschen- und Gottesliebe, die in der Geschichte des Christentums zutage treten, seine Bewunderung versagen, den wunderbaren Gottesdiensten, den großartigen geistlichen Erkenntnissen, der Frömmigkeit, Wohltätigkeit und Heiligkeit im Leben zahlloser Männer und Frauen. Waren nicht Pascal, Kierkegaard, Immanuel Kant oder Reinhold Niebuhr für viele Juden eine Quelle der Inspiration?

Über die gegenseitige Achtung hinaus müssen wir zugeben, dass wir einander zu Dank verpflichtet sind. Es ist unsere Pflicht, daran zu denken, dass es die Kirche war, die den Gott Abrahams zu den Heiden gebracht hat. Es war die Kirche, die die Hebräische Bibel der Menschheit zugänglich machte. Das müssen wir Juden dankbaren Herzens anerkennen.

Die Septuaginta, die Werke des Philo, des Josephus ebenso wie die Apokryphen und Pseudepigraphen und der Fons vitae des Ibn Gabirol wären verloren, wenn sie nicht in Klöstern bewahrt worden wären. Das Verdienst für bedeutende Erkenntnisse auf den Gebieten der modernen Bibelwissenschaft und der jüdischen Geschichte in biblischer und hellenistischer Zeit gebührt in erster Linie protestantischen Wissenschaftlern.

Der Zweck der Kommunikation auf religiösem Gebiet zwischen Menschen unterschiedlicher Überzeugung ist gegenseitige Bereicherung und wachsender Respekt und Wertschätzung, nicht aber die Hoffnung, dem Gesprächspartner zu beweisen, dass all das, was für ihn heilig ist, falsch sei.

Dialog darf nicht zur Disputation entarten, zu dem Bemühen, die Oberhand zu gewinnen. Es gibt eine unglückselige Geschichte der christlich-jüdischen Disputationen, die aus dem Wunsch entstanden zu beweisen, wie blind die Juden seien, und die getragen waren vom Geist der Konfrontation, die schließlich zur Feindschaft wurde. Daher muss jedes Gespräch zwischen Christen und Juden, bei dem die stille Hoffnung ist, dass der Gesprächspartner seinen Glauben aufgibt, als ein Angriff auf die religiöse und menschliche Würde betrachtet werden.

Wir wollen Schluss machen mit Disputation, Polemik und Verunglimpfung. Ehrlicherweise müssen wir zugeben, dass wir uns tiefgreifend in bezug auf Glaubensbekenntnisse und Dogmen unterscheiden. Es gibt in der Tat einen tiefen Abgrund zwischen Christen und Juden, z.B. in der Frage der Göttlichkeit und Messianität Jesu. Aber über den Abgrund hinweg können wir einander die Hände entgegenstrecken.

Religion ist ein Mittel, kein Zweck. Sie wird zum Götzendienst, wenn man sie als Endzweck ansieht. Über allem Sein steht der Schöpfer und Herr der Geschichte, ER, der alles übersteigt. Religion mit Gott gleichzusetzen ist Götzendienst.

Widerspricht nicht das allumfassende Wesen Gottes dem Absolutheitsanspruch einer einzelnen Religion? Die Aussicht, dass die Religion aller Menschen eine einzige Ausprägung findet, bleibt eine eschatologische Hoffnung. Was aber gilt hier und heute? Ist es nicht Blasphemie zu sagen: Ich allein habe die ganze Wahrheit und die Gnade, und alle, die davon abweichen, leben in Finsternis und sind von Gottes Gnade ausgeschlossen?

Wollen wir wirklich eine monolithische Gesellschaft: eine Partei, eine Weltanschauung, einen Führer und keine Opposition? Ist religiöse Uniformität wünschenswert oder überhaupt möglich? Hat es sich wirklich als Segen für ein Land erwiesen, wenn alle seine Bürger einer einzigen Denomination angehörten? Oder hat eine Denomination einen geistlichen Höhepunkt erreicht, wenn die gesamte Bevölkerung zu ihrer Anhängerschaft zählte? Erfordert der Auftrag, dem Reich Gottes den Weg zu bereiten, nicht eine Vielfalt von Begabungen, eine Mannigfaltigkeit der Rituale, Bemühen um Verstehen und Widerspruch? Vielleicht ist es Gottes Wille, dass es in diesem Äon Mannigfaltikeit in unseren Formen der Anbetung und Hingabe an Ihn gibt. In diesem Äon ist Vielfalt der Wille Gottes. In der Geschichte vom Turmbau zu Babel lesen wir: "Der Herr sprach: Sie sind ein Volk, und sie haben eine Sprache, und dies ist erst der Anfang ihres Tuns" (Gen 11,6). Diese Worte werden von einem Rabbi aus alter Zeit so interpretiert: Was hat sie veranlasst, gegen mich zu rebellieren? Die Tatsache, dass sie ein Volk sind und alle eine Sprache sprechen...

Sie verehren alle den Vater aller Menschen,
auch wenn sie es nicht wissen.

"Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang ist Mein Name groß unter den Völkern, und an jedem Ort wird Meinem Namen Weihrauch und ein reines Opfer geopfert; denn Mein Name ist groß unter den Völkern, spricht der Herr der Scharen" (Mal 1,11). Diese Aussage bezieht sich zweifellos auf die Zeitgenossen des Propheten. Wer aber waren diese Verehrer des Einen Gottes? Zur Zeit Maleachis gab es wohl kaum eine große Zahl von Proselyten. Aber der Vers erklärt: Alle, die ihre Götter verehren, wissen es zwar nicht, aber in Wirklichkeit verehren sie Mich. Der Prophet scheint zu verkünden, dass Menschen in der ganzen Welt, obwohl sie verschiedene Vorstellungen von Gott haben, in Wirklichkeit den Einen Gott, den Vater aller Menschen, verehren, auch wenn sie es nicht wissen.

Ich wiederhole: Religionen, die ihrer eigenen Überzeugung treu sind, stehen in tiefem Widerspruch zueinander und sind uneins in Fragen der Lehre. Wenn wir aber die These des Propheten aufgreifen, dass alle einen Gott verehren, auch wenn sie es nicht wissen, wenn wir dem Grundsatz zustimmen, dass Gottes Majestät die Würde der Religion übersteigt, sollten wir da nicht eine abweichende Religion als "His Majesty's loyal opposition" betrachten? Jedoch — erhebt nicht jede Religion den Anspruch, die wahre zu sein, und ist Wahrheit nicht exklusiv?

Die letzte Wahrheit kann nicht vollständig und angemessen in Begriffen und Worten ausgedrückt werden. Bei der letzten Wahrheit geht es um die Beziehung zwischen Gott und Mensch. "Die Tora spricht in der Sprache des Menschen" [Sifre zu Numeri, ed. H.S. Horovitz, K112, S.121]. Offenbarung ist immer der Aufnahmefähigkeit des Menschen angepaßt. Es gibt nicht zwei Menschen, die gleich denken, so wie es nicht zwei Gesichter gibt, die gleich sind. Die Stimme Gottes erreicht den Geist des Menschen auf vielerlei Weise, in einer Fülle von Sprachen. Eine Wahrheit kommt in vielerlei Verstehensweisen zum Ausdruck.

Vgl. Mekhilta de-Rabbi Ishmael, ed. J.Z. Lauterbach, Bd. 2, Kap. 9, 5. 266f. Ps 29,4: ~Die Stimme des Herrn ist nach der Kraft [des HörersJ.~' Eine ausführliche Untersuchung dieser These entwickelt Heschel in seinem Werk ~Tora min ha-schamajim~, Bd. 2, S. 268f (s. Lit.). (F.A.R.)

Die Sünde des Stolzes
und der Anmaßung

Ein Hauptgrund für unsere missliche religiöse Situation ist Selbstgerechtigkeit und die Annahme, dass nur derjenige Glauben hat, der das Ziel erreicht hat, während der, der noch unterwegs ist, ihn nicht hat. Der Religion haftet oft die Sünde des Stolzes und der Anmaßung an. Um ein Prophetenwort abzuwandeln: Die triumphierende Religion wiegte sich in Sicherheit und sprach in ihrem Herzen: "Ich bin, und es gibt niemanden außer mir" [vgl. Jes 47,8.10].

Demut und Bußfertigkeit scheinen da zu fehlen, wo sie am nötigsten sind — in der Theologie. Aber Demut ist das A und O des religiösen Denkens, der verborgene Prüfstein für den Glauben. Es gibt keine Wahrheit ohne Demut, keine Gewissheit ohne Bußfertigkeit. Esra, der Schreiber, der große Erneuerer des Judentums — von dem die Rabbinen sagten, er sei würdig gewesen, die Tora zu empfangen, wenn sie nicht bereits durch Mose gegeben wäre —, bekannte seinen Mangel an vollkommenem Glauben. Er berichtet uns, nachdem er einen königlichen Erlass von König Artaxerxes empfangen hatte, der ihm erlaubte, eine Gruppe der Exulanten von Babylon wegzuführen:

"Ich rief ein Fasten aus, dort am Fluß Ahawa, damit wir uns vor unserem Gott demütigten, um von Ihm den rechten Weg für uns und unsere Kinder und all unsere Habe zu erbitten. Denn ich schämte mich, den König um Soldaten und Reiter zu bitten, die uns auf dem Weg vor Feinden schützen sollten; denn wir hatten zum König gesagt: Die Hand unseres Gottes ist über allen, die Ihn suchen zu ihrem Besten" (Esra 8,21-22).

Menschlicher Glaube ist niemals endgültig, nie am Ziel, sondern eine Pilgerfahrt ohne Ende, ein Unterwegssein. Wir haben nicht für alle Fragen eine Antwort. Selbst einige unserer heilig gehaltenen Antworten sind beides: sowohl entschieden als auch bedingt, endgültig als auch tastend — endgültig innerhalb unserer eigenen Stellung in der Geschichte, tastend, weil wir nur in menschlicher Sprache reden können, die tastend sucht.

Häresie ist oft nur ein Umweg auf dem Weg zum Glauben, und Verweilen in der Wüste ist die Vorbereitung für den Einzug ins Gelobte Land.

Ist das Versagen und die Kraftlosigkeit aller Religionen ausschließlich eine Folge menschlicher Sünde — oder vielleicht eine Folge des Geheimnisses, dass Gott Seine Gnade vorenthält, dass Er sich verbirgt, selbst indem Er sich offenbart? Die Enthüllung der Fülle Seiner Herrlichkeit wäre so überwältigend, dass der Mensch es nicht ertragen könnte.

Seine Gedanken sind nicht unsere Gedanken. Was immer offenbart wird, ist Überfülle für unsere Seele und ein Nichts, verglichen mit Seinen Schätzen. Kein Wort ist Gottes letztes Wort, kein Wort Sein abschließendes.

Nach der Offenbarung am Sinai sprach das Volk zu Mose: "Sprich du zu uns, und wir wollen hören; lass nicht Gott mit uns sprechen, damit wir nicht sterben" (Ex 20,19). Ein Rabbi aus alter Zeit behauptet: Die Tora, wie Mose sie empfing, ist nur eine unreife Frucht am himmlischen Baum der Weisheit. Am Ende der Tage wird vieles offenbart werden, was jetzt verborgen ist.

Judenmission

Judenmission ist eine Aufforderung an einzelne Juden, ihre Gemeinschaft, ihre Würde, die heilige Geschichte ihres Volkes zu verraten. Nur sehr wenige Christen scheinen zu verstehen, was moralisch und geistlich auf dem Spiel steht, wenn sie solche Aktivitäten unterstützen. Wir sind Juden, wie wir Menschen sind. Die Alternative zu unserer Existenz als Juden ist geistlicher Selbstmord, Auslöschung. Es ist nicht ein Überwechseln zu etwas anderem. Das Judentum hat Freunde, aber es ist nicht auswechselbar.

Das Wunder Israel, die staunenswerte jüdische Existenz, das Überleben des Heiligen in der Geschichte der Juden ist eine dauernde Bestätigung für das Wunder der Bibel. Offenbarung an Israel setzt sich fort in Offenbarung durch Israel.

Friedrich der Große fragte den protestantischen Pfarrer Christian Fürchtegott Geilert: "Beweise er mir die Wahrheit der Bibel, aber kurz, ich habe wenig Zeit." Gellert antwortete: "Majestät, die Juden." In der Tat, ist nicht die Existenz der Juden ein Zeugnis für den Gott Abrahams? Ist nicht unsere Treue zum Gesetz des Mose ein Licht, das immer noch das Leben derer erleuchtet, die es befolgen, wie auch das Leben derer, die darum wissen?

Gustave Weigel verbrachte den letzten Abend seines Lebens in meinem Studierzimmer im Jewish Theological Seminary. Wir öffneten einander unser Herz in Gebet und Bußfertigkeit und sprachen von unserer Unzulänglichkeit, unserem Versagen, unserer Hoffnung. Irgendwann fragte ich: Ist es wirklich Gottes Wille, dass es kein Judentum mehr auf der Welt geben soll? Wäre es wirklich ein Triumph für Gott, wenn die Torarollen nicht mehr aus dem Schrein gehoben und die Toraabschnitte nicht mehr in der Synagoge gelesen würden, wenn unsere alten hebräischen Gebete, mit denen Jesus selbst betete, nicht mehr gesprochen würden, das Sedermahl am Pessach nicht mehr in unserem Leben gefeiert, das Gesetz des Mose nicht mehr in unseren Familien erfüllt würde? Wäre es wirklich ad majorem Dei gloriam, eine Welt ohne Juden zu haben?

Mein Leben wird von vielen Loyalitäten bestimmt — zu meiner Familie, meinen Freunden, meinem Volk, der Verfassung der USA usw. Alle diese Loyalitäten wurzeln letztendlich in einer einzigen letzten Beziehung: der Loyalität, der Treue zu Gott, der Loyalität aller meiner Loyalitäten. Diese Beziehung ist der Bund vom Sinai. Alles, was wir sind, verdanken wir Ihm.

Er hat uns das Geschenk der Erkenntnis gegeben, die Freude an Augenblicken voll des Segens. Er hat auch mit uns in den Jahren des Elends und der Todesangst gelitten.

Keiner von uns bildet sich ein, Gottes Buchhalter zu sein; Sein Plan für die Geschichte und Erlösung bleibt ein Geheimnis, vor dem wir in Ehrfurcht stehen. Es ist arrogant zu behaupten, die Weigerung der Juden, Jesus als den Messias anzuerkennen, sei eine Folge ihrer Hartnäckigkeit oder Blindheit. Ebenso anmaßend wäre es für die Juden, nicht die Herrlichkeit und Heiligkeit im Leben ungezählter Christen anzuerkennen. "Der Herr ist nahe all denen, die Ihn anrufen, allen, die Ihn mit Ernst anrufen" (Ps 145,18).

Glücklicherweise gibt es einige gewichtige christliche Stimmen, die sich dafür aussprachen, dass missionarische Aktivitäten unter den Juden aufgegeben werden sollten. Reinhold Niebuhr war vielleicht der erste christliche Theologe, der auf einem gemeinsamen Treffen des Union Theological Seminary und des Jewish Theological Seminary erklärte, dass missionarische "Aktivitäten nicht nur deshalb falsch sind, weil sie vergeblich sind und wenige Erfolge aufzuweisen haben, derer sie sich rühmen könnten. Sie sind deshalb falsch, weil die beiden Glaubensweisen trotz der Unterschiede hinreichend gleich sind, so dass der Jude Gott leichter unter den Bedingungen seines religiösen Erbes finden kann, als sich dem Risiko von Schuldgefühlen auszusetzen, die die Konversion zu einem Glauben mit sich bringen würde, der, was auch immer seine Vorzüge sein mögen, ihm als Symbol einer unterdrückenden Mehrheitskultur erscheinen muß... Praktisch nichts kann das Symbol des Christus als Abbild Gottes in der Vorstellung des Juden von dem Makel befreien, mit dem es Jahrhunderte christlicher Unterdrückung im Namen Christi befleckt haben." Und Paul Tillich sagte: Viele Christen halten z.B. den Versuch für fragwürdig, Juden zu bekehren. Sie haben jahrzehntelang mit ihren jüdischen Freunden zusammengelebt und gesprochen. Sie haben sie nicht bekehrt, aber sie haben eine Gesprächsgemeinschaft geschaffen, die beide Dialogpartner verändert hat.

Eine Erklärung über die "Beziehungen zur römisch-katholischen Kirche", die vom Zentralkomitee des Weltrats der Kirchen auf einem Treffen in Rochester, New York im August 1963 verabschiedet wurde, nennt Proselytismus eine "Beleidigung", ein Problem, "dem man offen ins Auge sehen muss, wenn echter Dialog möglich sein soll".

Reinhold Niebuhr, Pious and Secular America, New York 1958, S. 108
Paul Tillich, Christianity and the Encounter of the World Religions, NewYork 1963, S. 95
Ecumenical Review 16, Nr. 1 (October 1963), S. 108

Fromme aus allen Völkern haben Anteil
am Leben der kommenden Welt

Die alten Rabbinen sagten: "Fromme aus allen Völkern haben Anteil am Leben der kommenden Welt" [Tosefta, Sanh 13,2]. "Ich rufe Himmel und Erde als Zeugen, dass der Heilige Geist auf jedem Menschen ruht, sei er Jude oder Heide, Mann oder Frau, Herr oder Sklave, entsprechend seinen Taten" [Seder Eliahu Rabba, ed. M. Friedmann, Kap. 9 (10), 5. 48].

Heiligkeit ist kein Monopol einer bestimmten Religion oder Tradition. Wo immer etwas im Einklang mit dem Willen Gottes getan wird, wo immer ein Mensch seine Gedanken auf Ihn richtet, da ist Heiligkeit. Die Juden behaupten nicht, dass der Weg der Tora der einzige Weg ist, Gott zu dienen. "Alle Völker wandeln im Namen ihres Gottes, aber wir wollen im Namen des Herrn, unseres Gottes gehen, immer und ewig" (Micha 4,5).

"Gott liebt die Heiligen" (Ps 146,8) — "sie lieben Mich und Ich liebe sie... Wenn jemand Levit oder Priester sein möchte, kann er es nicht werden; ein Heiliger kann er werden, selbst wenn er ein Heide ist. Denn Heilige leiten ihre Heiligkeit nicht von ihren Vorfahren ab; sie werden Heilige, weil sie sich Gott hingeben und Ihn lieben" [NumR 8,2]. Übertritt zum Judentum ist keine Vorbedingung für Heiligkeit. Maimonides versichert in seinem Kodex: "Nicht nur der Stamm Levi (Gottes Anteil) ist in höchstem Maße geheiligt, sondern jeder Mensch unter allen Erdbewohnern, dessen Herz ihn treibt und dessen Verstand ihn lehrt, sich dem Dienst Gottes zu weihen und aufrecht zu gehen, wie es Gottes Absicht entspricht, und der sich der Last vieler Geschäfte entledigt, die Menschen für sich erfinden" [Mischneh Tora, Schmitah veJowel, Kap. 13,13]. "Gott fordert das Herz [bSanh 106b], alles hängt vom Streben des Herzens ab... Alle Menschen haben Anteil am ewigen Leben, wenn sie ihrer Fähigkeit entsprechend Erkenntnis des Schöpfers erwerben und sich durch Güte adeln. Es steht außer Zweifel, dass der Mensch, der sich auf diese Weise moralisch und geistig geübt hat, Glauben an den Schöpfer zu erlangen, sicherlich Anteil an der kommenden Welt hat. Deshalb lehrten unsere Lehrer: Ein Nichtjude (Goj), der die Tora des Mose studiert, ist (geistlich) dem Hohenpriester im Tempel zu Jerusalem gleich" [bBK 38a; zit. nach: Isaac Shailat (Hg.), Igrotha-Rambam, Bd. 2, Jerusalem 1988 (hebr.), 5. 677: Brief des Maimonides an Chisdai ha-Levi].

Führende jüdische Autoritäten wie Jehuda Halevi und Maimonides erkennen an, dass das Christentum eine praeparatio messianica ist, aber die Kirche betrachtet das alte Judentum als praeparatio evangelica. Während nun die christliche Lehre oft die Meinung vertrat, dass das Judentum seine Nützlichkeit überlebt habe und Juden potentielle Konvertiten seien, befähigt uns die jüdische Haltung anzuerkennen, dass es einen göttlichen Plan für die Rolle des Christentums in der Geschichte der Erlösung gibt. Obwohl Jehuda Halevi das Christentum und den Islam kritisiert, weil sie an Überresten uralten Götzendienstes und früherer Feiertage festhalten — "sie verehren auch Orte, die Götzen heilig sind" —, vergleicht er doch Christen und Muslime mit Proselyten, die die Wurzeln, nicht aber die Zweige (oder die logischen Folgerungen der göttlichen Gebote) übernommen haben [Kusari IV, 11]. "Die weise göttliche Vorsehung für Israel kann dem Pflanzen eines Samenkorns verglichen werden: Es wird in die Erde gelegt, wo es scheinbar in Erde, Wasser und Moder verwandelt wird, den Samen kann man nicht mehr erkennen. In Wirklichkeit aber ist es der Same, der Erde und Wasser in seine eigene Natur verwandelt hat, und dann wächst die Saat von einer Stufe zur nächsten, verwandelt die Elemente und bringt Triebe und Blätter hervor... So verhält es sich mit Christen und Muslimen. Das Gesetz des Mose hat diejenigen, die mit ihm in Berührung kommen, verwandelt, auch dann, wenn sie das Gesetz scheinbar verworfen haben. Diese Religionen sind die Vorbereitung und das Vorspiel für den Messias, den wir erwarten, der selbst die Frucht der ursprünglichen Saat ist, und auch alle Menschen werden eine Frucht von Gottes Saat sein, wenn sie Ihn anerkennen, und alle werden zu einem einzigen mächtigem Baum" [Kusari IV,23].

Ähnlich sagt es Maimonides in seinem maßgebenden Kodex: "Es übersteigt den menschlichen Verstand, die Pläne des Schöpfers zu ergründen; denn unsere Wege sind nicht Seine Wege und unsere Gedanken nicht Seine Gedanken. Alles, was mit Jesus von Nazareth und dem Ismaeliten (Mohammed), der nach ihm kam, zusammenhängt, dient dazu, den Weg für den König Messias freizumachen, die ganze Welt auf die gemeinsame Anbetung Gottes vorzubereiten, wie geschrieben steht: 'Denn alsdann will ich den Völkern eine reine Sprache geben, dass sie alle den Namen des Herrn anrufen und Ihm einträchtig dienen' (Zeph 3,9). So wurden die messianische Hoffnung, die Tora und die Gebote vertraute Themen — Themen für das Gespräch (unter den Bewohnern) der fernen Inseln und vieler Menschen"...

Christentum und Islam sind für Maimonides keineswegs Zufallsprodukte der Geschichte oder rein menschliche Phänomene; sie werden von ihm als Teil von Gottes Plan zur Erlösung der Menschheit betrachtet. Dem Christentum wird eine letzte Bedeutung zugeschrieben durch die Anerkennung, dass "alles, was mit Jesus von Nazareth und Mohammed zusammenhängt dazu dient, den Weg für den König Messias freizumachen". Zusätzlich zu der Rolle dieser Religionen im Erlösungsplan wird ihre Bedeutung in der Geschichte ausdrücklich bestätigt: Durch sie wurden "die messianische Hoffnung, die Tora und die Gebote vertraute Themen ... (unter den Bewohnern) der fernen Inseln und vieler Menschen". An anderer Stelle stellt Maimonides fest, dass "die Christen glauben und bekennen, dass die Tora Gottes Offenbarung ist (Torah min haSchamajim) und Mose in der Gestalt gegeben wurde, in der sie überkommen ist; sie haben sie vollständig niedergeschrieben, obwohl sie sie häufig anders auslegen" [Maimonides, Responsa (Teschuwot), hg. von Jehoschua Blau, Bd. 1, Jerusalem 1957, Nr. 149, 5. 284 (arab. und hebr.)].

Rabbi Jochanan ha-Sandlar, ein Schüler von Rabbi Akiba, sagt: "Jede Gemeinschaft, die um des Himmels willen gegründet ist, wird am Ende Bestand haben; aber eine, die nicht um des Himmels willen ist, wird am Ende keinen Bestand haben" [Ab IV,11].

Rabbi Jacob Emden [1697-1776] behauptet, dass häretische jüdische Sekten wie die Karaiten und die Sabbatianer zur zweiten Kategorie gehören, während Christentum und Islam zur "Gemeinschaft, die um des Himmels willen ist" gehören und "am Ende Bestand haben". Sie sind aus dem Judentum hervorgegangen und haben "die Grundlagen unserer göttlichen Religion übernommen, um Gott unter den Völkern bekannt zu machen, um zu verkünden, dass es einen Herrn im Himmel und auf Erden gibt, Göttliche Vorsehung, Belohnung und Strafe ..., einen Herrn, der die Gabe der Prophetie verleiht ... und durch die Propheten Gesetze und Anordnungen für das Leben mitteilt... Darum hat ihre Gemeinschaft Bestand... Da ihr Vorhaben um des Himmels willen ist, wird ihnen ihr Lohn nicht vorenthalten werden." Er lobt auch viele christliche Gelehrte, die Juden zur Hilfe gekommen sind und ihr Schrifttum gerettet haben.

Jacob Emden, Ez Awot (Kommentar zum Traktat Awot), Amsterdam 1751, zu Ab IV,11.20.21. Vgl. auch Jacob Katz in: Zion 23/24(1958/59)5. 174-193 (hebr.). (F.A.R.)

Rabbi Israel Lipschütz aus Danzig (1782-1860) spricht von den Christen als "unseren Brüdern, den Nichtjuden, die den einen Gott anerkennen und Seine Tora verehren, die sie heilig halten und befolgen die sieben noachitischen Gebote, wie von ihnen gefordert ist... "

Was also ist der Zweck interreligiöser Zusammenarbeit? Weder einander zu schmeicheln noch sich gegenseitig zu widerlegen, sondern einander zu helfen, Einsichten und Lernen zu teilen, bei akademischen Unternehmungen auf höchster wissenschaftlicher Ebene zusammenzuarbeiten und, was noch wichtiger ist, in der Wüste nach Quellen der Verehrung zu suchen, nach kostbarer Stille, nach der Kraft der Liebe und Fürsorge für den Menschen. Was dringend nötig ist, sind Wege, einander in der schrecklichen Bedrängnis der Gegenwart zu helfen durch den Mut zu glauben, dass das Wort des Herrn in Ewigkeit und hier und heute gilt. Wir müssen zusammen arbeiten bei dem Versuch, eine neue Empfindsamkeit zu erwecken, das Gewissen wachzurütteln, die göttlichen Funken in unserer Seele lebendig zu halten, Offenheit für den Geist der Psalmen, Verehrung für die Worte der Propheten und Treue zu dem lebendigen Gott zu fördern.

[DISKUSSION]
Zwischenüberschriften und Hervorhebungen haGalil onLine

© Material is under copyright by Professor Susannah Heschel

Aus dem Buch
"Christentum aus jüdischer Sicht",
herausgegeben von Fritz A. Rothschild

Fünf jüdische Denker des 20. Jahrhunderts über das Christentum und sein Verhältnis zum Judentum.

380 Seiten. Berlin/Düsseldorf
1998. 39,80 DM. ISBN 3-87645-085-3

Institut Kirche und Judentum, Berlin
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