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med.gif (5369 Byte)Rabbi Kaplan über
Meditation und Kabbala:

Die Schulen

Von den Kabbalisten wird allgemein angenommen, daß die ersten, die sich mit den Meditationstechniken beschäftigten, die Patriarchen und Propheten waren, die sie benutzten, um Erleuchtung und Prophezeiungen zu erlangen.

Obwohl es darauf viele Anspielungen in der Bibel gibt, schweigt diese, wenn es um die ausdrückliche Beschreibung ihrer Methoden geht. Wenn man sich jedoch die entsprechenden Texte anschaut, kann man beträchtliche Einsicht in die Methoden gewinnen, die zur Zeit der Propheten benutzt wurden.

Die älteste direkte Aussage bezüglich der Methoden stammt aus dem ersten Jahrhundert, aus der frühen Talmudischen Periode. Hier finden wir einige der größten Talmudisten, die mit den mystischen Künsten beschäftigt waren und eine ganze Reihe von Meditationstechniken benutzten, um spirituelle Erhöhung zu erlangen und zum transzendentalen Königreich aufzusteigen. Viele dieser Techniken bestanden aus der Wiederholung G'ttlicher Namen, sowie aus intensiver Konzentration auf die transzendentalen Sphären. Das Wenige, das wir von ihren Methoden wissen, ist in einigen wenigen Fragmenten, wie auch in einem bemerkenswert vollständigen Text, dem Hekhalot Rabatai (Die Größeren Kammern), überliefert, aus dem der Hauptteil zum erstenmal in deutscher Übersetzung in Aryeh Kaplan's  Buch "Meditation und Kabbala" präsentiert wird.

Während dieser Periode wurden die wichtigsten Klassiker der Kabbala geschrieben. Das schließt das Sefer Jezira (Buch der Schöpfung), den Bahir und den Sohar ein. Darin werden noch höhere Ebenen behandelt als jene, die im Hekhalot besprochen werden, und größtenteils gibt es nur einfache Hinweise darauf, wie diese Ebenen erreicht wurden.

Mit dem Ausgang der Talmudischen Periode wurden diese Methoden auf einige sehr kleine, geschlossene Geheimgesellschaften beschränkt. Sowohl der Bahir als auch der Sohar blieben außerhalb dieser Gesellschaften völlig unbekannt und wurden bis ins späte 12. bzw. 13. Jahrhundert nicht enthüllt. Insbesondere die Veröffentlichung des Bahir  förderte den Aufschwung der Studien der Mysterien, und eine ganze Reihe von Personen begannen, die geheimen Methoden offen zu lehren.

Unter diesen war Rabbi Abraham Abulafia (1240-1295) besonders bemerkenswert. Nachdem er die Tradition aus älteren Quellen empfangen hatte, war er der Erste, der sie in schriftliche Form umsetzte. Für diese Arbeit wurde er von vielen Zirkeln verurteilt, obwohl die meisten Kabbalisten seine Methoden als authentisch und auf zuverlässige Tradition basierend betrachten. Mehrere seiner Zeitgenossen, besonders Rabbi Isaac von Acco und Rabbi Joseph Gikatalia, behandeln ebenfalls Meditationstechniken.

Der Großteil ihrer Arbeit wurde jedoch durch die Veröffentlichung des Sohar um 1290 in den Schatten gestellt. Dieser große Klassiker beherrschte die Phantasie fast aller Kabbalisten dieser Zeit, und die Lehren anderer Schulen waren praktisch vergessen. Es ist deshalb kein Zufall, daß viele der Bücher, die vor dieser Zeit geschrieben wurden, nie veröffentlicht wurden, und unter denen, die nicht verloren gingen, existieren viele nur in Manuskriptform.

Da der Sohar wenig über Meditationstechniken aussagt, begannen viele wichtige Kabbalisten dieses Thema völlig zu ignorieren. Sie waren viel zu sehr damit beschäftigt, die Geheimnisse dieses alten Buches zu entwirren, das so viele Jahrhunderte verborgen war. Es gab jedoch einige Ausnahmen, und diese Kabbalisten benutzten die Methoden von Abulafia, Gikatalia und Isaac von Acco. Für einen Zeitraum von über zweihundert Jahren finden wir jedoch praktisch niemanden, der den Sohar selbst erforschte, um die Meditationstechniken zu ermitteln, die seine Autoren benutzten.

Die wichtigsten Versuche in dieser Richtung geschahen in der Safed-Schule, die ihre Blütezeit im 16. Jahrhundert hatte. Sie erreichten ihren Höhepunkt in den Lehren von Rabbi Isaac Luria (1534-1572), gewöhnlich bekannt als der Ari, der zeigte, daß die verschiedenen Buchstabenkombinationen, die sich im Sohar finden, eigentlich als Meditationshilfen gedacht waren. Obwohl der Ari fast nichts selbst niederschrieb, wurden seine Lehren von seinen Schülern mit viel Mühe zu Papier gebracht und füllen fast zwei Dutzend große Bände. Im großen Maße handelt es sich hierbei um eine Einführung in die Methodologie seines Meditationssystems.

Genau so, wie der Sohar bei seiner Veröffentlichung alles andere in den Schatten gestellt hatte, überwältigten drei Jahrhunderte später die Schriften des Ari die anderen Schulen. Seine Lehren wurden als der ultimative Ausdruck der Kabbala betrachtet, und für die nächsten zweihundert Jahre widmete sich die kabbalistische Literatur ihrer Interpretation. Obwohl die Meditationsmethoden des Ari von einigen Personen, und möglicherweise von ein oder zwei geringeren Schulen benutzt wurden, widmeten sich die Kabbalisten größtenteils eher der Theorie als der Praxis.

Die nächste große Renaissance kam mit dem Aufstieg der Chassidischen Bewegung, die von Rabbi Israel, dem Baal Shem Tov (1698-1760) begründet wurde.

Wenn man ihre Werke studiert, wird offensichtlich, daß der Baal Shem und seine engsten Schüler begierige Studenten der frühen meditativen Texte der Kabbala waren, und in den chassidischen Klassikern werden diese Texte oft paraphrasiert. Während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, und vielleicht in der ersten oder zweiten Dekade des neunzehnten, beschäftigten sich viele Menschen mit den klassischen Meditationstechniken der Kabbala und beschrieben die oft hohen spirituellen Zustände, die sie erlangten.

Der Widerstand, besonders wenn es darum ging, diese Methoden der breiten Öffentlichkeit zu lehren, war sehr stark. Eine ganze Gruppe, bekannt als die Mitnagdim (Gegner), entstand, um die Chassidim und ihre Methoden energisch zu bekämpfen. Als Resultat daraus begannen die Chassidim selbst ihre meditativen Praktiken weniger zu betonen, und schließlich waren diese praktisch vergessen.

Kabalah im Morgengebet:
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Wenn von jüdischer Meditation die Rede ist, wird das Naheliegende, das ganz alltägliche Beten aus dem Sidur, oft übersehen. Bei diesem "meditativen Zustand" fungiert der auswendig bekannte Gebetstext so ähnlich wie ein Mantra...

Angaben zum Buch von Rabbi Kaplan

Kabalah
Zum Inhaltsverzeichnis: Jahaduth



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