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Die Schulen
Von den Kabbalisten
wird allgemein angenommen, daß die ersten, die sich mit den
Meditationstechniken beschäftigten, die Patriarchen und Propheten waren,
die sie benutzten, um Erleuchtung und Prophezeiungen zu erlangen. Obwohl
es darauf viele Anspielungen in der Bibel gibt, schweigt diese, wenn es
um die ausdrückliche Beschreibung ihrer Methoden geht. Wenn man sich
jedoch die entsprechenden Texte anschaut, kann man beträchtliche
Einsicht in die Methoden gewinnen, die zur Zeit der Propheten benutzt
wurden. |
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Die älteste direkte
Aussage bezüglich der Methoden stammt aus dem ersten Jahrhundert, aus
der frühen Talmudischen Periode. Hier finden wir einige der größten
Talmudisten, die mit den mystischen Künsten beschäftigt waren und eine
ganze Reihe von Meditationstechniken benutzten, um spirituelle Erhöhung
zu erlangen und zum transzendentalen Königreich aufzusteigen. Viele
dieser Techniken bestanden aus der Wiederholung G'ttlicher Namen, sowie
aus intensiver Konzentration auf die transzendentalen Sphären. Das
Wenige, das wir von ihren Methoden wissen, ist in einigen wenigen
Fragmenten, wie auch in einem bemerkenswert vollständigen Text, dem
Hekhalot Rabatai (Die Größeren Kammern), überliefert, aus dem der
Hauptteil zum erstenmal in deutscher Übersetzung in Aryeh Kaplan's
Buch "Meditation und Kabbala" präsentiert wird.
Während dieser
Periode wurden die wichtigsten Klassiker der Kabbala geschrieben. Das
schließt das Sefer Jezira (Buch der Schöpfung), den Bahir und den Sohar
ein. Darin werden noch höhere Ebenen behandelt als jene, die im Hekhalot
besprochen werden, und größtenteils gibt es nur einfache Hinweise
darauf, wie diese Ebenen erreicht wurden.
Mit dem Ausgang der
Talmudischen Periode wurden diese Methoden auf einige sehr kleine,
geschlossene Geheimgesellschaften beschränkt. Sowohl der Bahir als auch
der Sohar blieben außerhalb dieser Gesellschaften völlig unbekannt und
wurden bis ins späte 12. bzw. 13. Jahrhundert nicht enthüllt.
Insbesondere die Veröffentlichung des Bahir förderte den
Aufschwung der Studien der Mysterien, und eine ganze Reihe von Personen
begannen, die geheimen Methoden offen zu lehren.
Unter diesen war
Rabbi Abraham Abulafia (1240-1295) besonders bemerkenswert. Nachdem er
die Tradition aus älteren Quellen empfangen hatte, war er der Erste, der
sie in schriftliche Form umsetzte. Für diese Arbeit wurde er von vielen
Zirkeln verurteilt, obwohl die meisten Kabbalisten seine Methoden als
authentisch und auf zuverlässige Tradition basierend betrachten. Mehrere
seiner Zeitgenossen, besonders Rabbi Isaac von Acco und Rabbi Joseph
Gikatalia, behandeln ebenfalls Meditationstechniken.
Der Großteil
ihrer Arbeit wurde jedoch durch die Veröffentlichung des Sohar um 1290 in
den Schatten gestellt. Dieser große Klassiker beherrschte die Phantasie fast
aller Kabbalisten dieser Zeit, und die Lehren anderer Schulen waren
praktisch vergessen. Es ist deshalb kein Zufall, daß viele der Bücher, die
vor dieser Zeit geschrieben wurden, nie veröffentlicht wurden, und unter
denen, die nicht verloren gingen, existieren viele nur in Manuskriptform.
Da der Sohar wenig
über Meditationstechniken aussagt, begannen viele wichtige Kabbalisten
dieses Thema völlig zu ignorieren. Sie waren viel zu sehr damit
beschäftigt, die Geheimnisse dieses alten Buches zu entwirren, das so
viele Jahrhunderte verborgen war. Es gab jedoch einige Ausnahmen, und
diese Kabbalisten benutzten die Methoden von Abulafia, Gikatalia und
Isaac von Acco. Für einen Zeitraum von über zweihundert Jahren finden
wir jedoch praktisch niemanden, der den Sohar selbst erforschte, um die
Meditationstechniken zu ermitteln, die seine Autoren benutzten.
Die wichtigsten
Versuche in dieser Richtung geschahen in der Safed-Schule, die ihre
Blütezeit im 16. Jahrhundert hatte. Sie erreichten ihren Höhepunkt in
den Lehren von Rabbi Isaac Luria (1534-1572), gewöhnlich bekannt als der
Ari, der zeigte, daß die verschiedenen Buchstabenkombinationen, die sich
im Sohar finden, eigentlich als Meditationshilfen gedacht waren. Obwohl
der Ari fast nichts selbst niederschrieb, wurden seine Lehren von seinen
Schülern mit viel Mühe zu Papier gebracht und füllen fast zwei Dutzend
große Bände. Im großen Maße handelt es sich hierbei um eine Einführung
in die Methodologie seines Meditationssystems.
Genau so, wie der
Sohar bei seiner Veröffentlichung alles andere in den Schatten gestellt
hatte, überwältigten drei Jahrhunderte später die Schriften des Ari die
anderen Schulen. Seine Lehren wurden als der ultimative Ausdruck der
Kabbala betrachtet, und für die nächsten zweihundert Jahre widmete sich
die kabbalistische Literatur ihrer Interpretation. Obwohl die
Meditationsmethoden des Ari von einigen Personen, und möglicherweise von
ein oder zwei geringeren Schulen benutzt wurden, widmeten sich die
Kabbalisten größtenteils eher der Theorie als der Praxis.
Die nächste große
Renaissance kam mit dem Aufstieg der Chassidischen Bewegung, die von
Rabbi Israel, dem Baal Shem Tov (1698-1760) begründet wurde.
Wenn man ihre Werke
studiert, wird offensichtlich, daß der Baal Shem und seine engsten
Schüler begierige Studenten der frühen meditativen Texte der Kabbala
waren, und in den chassidischen Klassikern werden diese Texte oft
paraphrasiert. Während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, und
vielleicht in der ersten oder zweiten Dekade des neunzehnten,
beschäftigten sich viele Menschen mit den klassischen
Meditationstechniken der Kabbala und beschrieben die oft hohen
spirituellen Zustände, die sie erlangten.
Der Widerstand,
besonders wenn es darum ging, diese Methoden der breiten Öffentlichkeit
zu lehren, war sehr stark. Eine ganze Cruppe, bekannt als die Mitnagdim
(Gegner), entstand, um die Chassidim und ihre Methoden energisch zu
bekämpfen. Als Resultat daraus begannen die Chassidim selbst ihre
meditativen Praktiken weniger zu betonen, und schließlich waren diese
praktisch vergessen. |