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Koscher leben...
 
 

Sefer Jezirah:
Das "Buch der Schöpfung"

Der Text

Das Sefer Jezira ist ein sehr kurzes und knappes Buch. In seiner kurzen Version ist es nur etwa 1300 Worte lang, während die Lange-Version ungefähr 2500 Worte umfaßt. Die Gra-Version, die dieser Übersetzung zugrunde liegt, umfasst etwa 1800 Worte.

Der Text ist so kurz, daß eines der frühesten gefundenen Fragmente das ganze Buch auf eine einzelne Seite geschrieben hat.
7 Es gibt Spekulationen, daß der Ursprungstext lediglich 240 Worte umfaßt haben mag.8

Der gegenwärtige Text beinhaltet sechs Kapitel, und in einigen Ausgaben wird behauptet, daß diese mit den sechs Geboten der Mischna in Verbindung stehen.9 Einige alte Quellen behaupten jedoch, daß das Buch fünf Kapitel beinhaltet, und es scheint wahrscheinlich, daß das gegenwärtig fünfte und sechste Kapitel in diesen Texten als ein einziges erschien.10 Der früheste Kommentator, Saadja Gaon, teilt in einer etwas anderen Version das Buch in acht Kapitel.11

Der Text wird dogmatisch, ohne Erhärtung oder Erklärung, dargestellt. Besonders im ersten Kapitel ist er feierlich und klangvoll, und liest sich wie reine Verslyrik. Es werden sehr wenige Bibelstellen angeführt, und mit Ausnahme von Abraham werden keine Namen oder Autoritäten erwähnt.

Das Buch scheint in vier grundlegende Teile unterteilt zu sein. Das erste Kapitel führt die Sefiroth ein und behandelt sie sehr ausführlich. Jedoch erscheint in den nachfolgenden Kapiteln keinerlei Erwähnung der Sefiroth mehr. Dies führte zu der Spekulation, daß das Sefer Jezira eigentlich eine Kombination aus zwei (oder mehr) älteren Texten sein könnte.

Das zweite Kapitel besteht aus einer allgemeinen Besprechung der Buchstaben des Alphabets. Es scheint ihren Gebrauch eindeutig in einem meditativen Zusammenhang einzuführen. In diesem Kapitel werden weiterhin die fünf phonetischen Familien und die 231 Tore vorgestellt. Diese werden jedoch im weiteren Text nicht mehr erwähnt.Die Kapitel drei bis fünf behandeln die drei Klassen der Buchstaben: "Mütter, Doppelte und Einfache." Diese sind verbunden mit "dem Universum, der Seele und dem Jahr" und stellen ein recht ausführliches astrologisches System dar. In diesen Kapiteln ist das ganze Buch derart verändert, daß sich praktisch überhaupt keine Hinweise auf seine meditativen Aspekte mehr finden. Das kann jedoch durch ein Prinzip erklärt werden, das sich in vielen späteren kabbalistischen Texten findet. Um spirituelle und mentale Kräfte zu konzentrieren, muß man die Zeit und die astrologischen Rahmenbedingungen berücksichtigen.12

Das sechste Kapitel scheint wiederum keine klare Verbindung zu den früheren Teilen des Buches zu haben, obwohl es in der Langen-Version fast als Kommentar dargestellt wird. Hier werden zum ersten Mal die Konzepte von "Achse, Zyklus und Herz" eingeführt, Vorstellungen, die nirgendwo sonst in der hebräischen oder kabbalistischen Literatur, mit Ausnahme des Bahir, auftauchen.13 Von allen Kapiteln, scheint dieses das unverständlichste zu sein, und es ist schwer zu entscheiden, ob die Betonung mehr theoretisch oder meditativ ist.

Das Kapitel endet mit einer Strophe, die das Sefer Jezira mit Abraham in Zusammenhang bringt. Es ist dieses Zitat, das als Quelle für die Überlieferung dient, daß das Buch von dem Patriarchen verfaßt wurde.

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