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Koscher leben...
 
 

Nes gadol hajah scham:
Wunder und Zauberei

Wir alle wünschen uns ein Wunder, das uns zumindest für einen kleinen Moment über die raue Wirklichkeit des Alltags erhebt. Doch ein wahres Wunder ist es, unsere Natur in eine "gebende" zu verändern. Dafür brauchen wir keine Zauberei, sondern das Verlangen, uns spirituell zu erheben.

Es scheint eine Menge an Wundern in unserem Leben zu geben. Tatsächlich kann sich jeder von uns mindestens an ein Wunder in seinem Leben erinnern. Oft hören wir von einer Reihen von ungewöhnlichen Phänomenen: von medizinischen Wundern und unglaubliche Errettungen aus Gefahren oder sogar vor dem Tod. Bekannt sind auch manche Magier, die mittels des Verstandes Gabeln verbiegen können, und alle möglichen Heiler und Zauberer.

Wenn wir den Ausdruck "Wunder" genauer betrachten, entdecken wir, dass es sich um eine ziemlich vage Wahrnehmung handelt.

Wenn Wunder unmöglich sind, warum geschehen sie dann? Unmögliche Dinge können nicht geschehen. Aber wenn etwas unmöglich ist, warum hoffen wir dann so oft darauf, dass es trotzdem eintritt? Und wenn schließlich doch ein Wunder passiert, warum halten wir es für eines?

Diese Fragen zeigen, dass unsere Wahrnehmung vom "Wunder" verwirrend und irrational ist. Dies rührt von dem emotionalen Bedürfnis her, nach etwas Gutem oder zumindest Besserem jenseits unseres irdischen Daseins zu suchen.

Heutzutage ist es leicht, Phänomene zu erklären, die in der Vergangenheit als Wunder angesehen wurden. Was einem Eingeborenen in Afrika als ein großer, lärmender Vogel erscheint, ist für uns nur ein Flugzeug. Ähnlich konnten wir uns in der Vergangenheit nicht vorstellen, schneller zu fliegen als der Schall.

Der Ausdruck "Wunder" hängt also von unserer Definition der Realität ab. Und ein Wunder ist relativ. Was an einem Ort gewöhnlich erscheint, kann an einem anderen Ort oder von einer anderen Person als Wunder empfunden werden. Wenn wir beispielsweise unseren Nachbarn schweben sehen würden, würden wir uns für verrückt halten. Doch im leeren Raum ohne Schwerkraft wäre dies normal.


Eingeschränkt durch die Fünf Sinne

Tatsächlich gibt es keine Wunder. Alles ist von einer Höheren Kraft bestimmt, die nur darauf wartet, dass wir sie erkennen. Es steht geschrieben: "Das was war, wird sein, und das, was getan wurde, wird getan werden; und es gibt nichts Neues unter der Sonne" (Ecclesiastes 1:9).

Wir erkennen die unendliche Wirklichkeit durch unsere fünf Sinne und unser Gehirn nur begrenzt. Daher wird alles, was über unsere Vorstellung hinaus geht und nicht erklärt werden kann, als Wunder bezeichnet.

Die Wissenschafter behaupten, dass unsere Wahrnehmung von der Lichtgeschwindigkeit abhängt. Anders gesagt ändern sich Zeit, Masse und Raum entsprechend dem Licht, welches konstant ist. Je näher wir an die Lichtgeschwindigkeit herankommen, umso seltsamer werden die Gesetze. Masse wird unendlich und Zeit und Raum hören einfach auf zu existieren. Die Gesetze der Quantenphysik besagen, dass ein Objekt gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten und in zwei verschieden Zuständen existieren kann.


In der spirituellen Welt wird das Wunder zum Gesetz

Die spirituelle Welt existiert jenseits der Grenzen unserer Wahrnehmung. Es gibt dort keine Wunder. Die Spiritualität ist eine Welt der Liebe und des Gebens, da alles in ihr unendlich und unbegrenzt ist. Daher unterscheiden sich die Regeln der spirituellen Welt von denen der irdischen.

Unsere Welt agiert entsprechend den Gesetzen des Empfangens und des Egoismus, während die spirituelle Welt die Gesetze des Gebens umfasst. Das ist "spirituelle Physik". Wenn wir die Höhere Kraft erkennen, verstehen wir, dass es keine Wunder gibt. Wir interpretieren bestimmte Ereignisse als Wunder, aber dies liegt daran, dass wir die übergeordnete Natur nicht erkennen. Wir sind eingesperrt in unserer begrenzten Dimension der Wahrnehmung. Aber was uns als Wunder erscheint, wird durch spirituelle Erfahrung zu klarer Realität und damit zu einem Naturgesetz.

Keine Wunder, keine Zauberei

Wir erwähnen oft das Wort "Wunder" in der Kabbalah. Wir sind an einfache Erklärungen von Wundern gewöhnt. Das Wunder von Chanukka, der Auszug aus Ägypten und die Wunder von Purim sind dafür Beispiele. Wir bezeichnen sie als Wunder und setzen uns über alle Gesetze hinweg, die wir kennen. Doch in der Spiritualität haben all diese Gesetze eine einfache Bedeutung: sie sind Symbole eines profunden Vorgangs, den man entlang seines spirituellen Weges erlebt.

Ein Wunder ist die bildhafte Darstellung eines inneren Zustandes, der jenen widerfährt, die einen sehr starken Wunsch haben, ihre egoistische Natur zu verändern und die Eigenschaft des Gebens zu erreichen. Ein Mensch, der sich nicht in der Lage sieht, alleine seine Natur zu ändern, ist davon überzeugt, dass nur ein Wunder dies bewirken kann.

Doch ein großes Verlangen danach ist die Bedingungen für eine solche Veränderung. Die Höhere Kraft ändert dann die Natur des Menschen entsprechend des Ausmaßes seines Wunsches, der Eigenschaft der Höheren Kraft ähnlich zu werden bzw. ein Gebender zu werden. So steigt der Mensch jedes Mal eine neue spirituelle Stufe hinauf und stärkt seine Fähigkeit zu geben – und dies ist tatsächlich ein Wunder. Und mit der Zeit, wenn der Mensch eine höhere Stufe erlangt hat, ist die Fähigkeit zu geben nicht länger ein Wunder sondern ein einfaches Naturgesetz geworden.

Um also die spirituelle Wirklichkeit zu erkennen, müssen wir unsere "Natur" ändern und unser Werkzeuge der Wahrnehmung von egoistisch zu altruistisch verwandeln. Dann werden wir die übergeordnete Wirklichkeit so selbstverständlich erfahren wie ein Radio unseren Lieblingssong aus dem Äther empfängt.

Heutzutage wartet jeder auf ein Wunder. TV Shows von Gedankenlesern und Wundertätern umgeben uns. Irgendwie wollen wir unserer Realität entfliehen, nur kurz dem rauen Alltag entkommen und einen höheren Zustand anstreben, etwas, das wir bis jetzt noch nicht erfahren haben.

Doch ein echtes Wunder, nämlich die Veränderung unserer Natur, wir nur geschehen, wenn unser Wunsch nach der Verbindung mit der Höheren Kraft stark genug ist. Nur dann werden wir über uns selbst hinaus wachsen und das Geben erreichen. Wenn wir uns "über die Sonne" erheben, wird unser Alltag sich verschönern. Nicht dass wir dann in höheren Dimensionen "schweben", nein, es wird hier passieren, in unserer irdischen Welt, ohne Wunder und ohne Zauberei. Wir werden nach spirituellen Gesetzen leben und unsere körperliche und spirituelle Wirklichkeit werden sich zu einem Gefühl der Ganzheit, Vollkommenheit und Ewigkeit verbinden.

Leitsätze:

  • Es gibt keine Wunder. Spiritualität ist die Welt der Liebe und des Gebens, weil alles unbegrenzt und unendlich ist.
  • Wir erkennen die unendliche Wirklichkeit durch unsere fünf Sinne und unser Gehirn nur begrenzt. Daher wird alles, was über unsere Vorstellung hinaus geht und nicht erklärt werden kann, als Wunder bezeichnet.
  • Was uns wie ein Wunder vorkommt, wird durch den spirituellen Aspekt zur klaren Realität und zu einem Naturgesetz.

Übersetzt aus dem Englischen: Elisabeth Prelog-Igler

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hagalil.com 03-12-2007



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