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Koscher leben...
 
 

haAdam haRischon:
Rosch haSchanah in der Kabalah


Es gibt unterschiedliche Arten, die Torah zu verstehen. Pschath, das einfache, wörtliche Verständnis, Remes, die Herleitung aus Hinweisen, Drasch, die Auslegung nach bestimmten Regeln und Sod, die Sichtbarmachung des Verborgenen.

Die Anfangsbuchstaben der vier Arten ergeben das Wort PaRDeS, welches eigentlich einen Obstgarten beschreibt, oft aber das PaRaDieS meint. Vor allem nach der vierten Lesart entdeckten die Kabbalisten geistige Gesetze, die unsere Welt beeinflussen. Aus diesem Verständnis entstanden auch zu den Feiertagen zahlreiche Symbole und Rituale, die sich auf diese Gesetzmäßigkeiten begründen.

Wir gehen davon aus, dass uns die Torah über die Erschaffung der Welt in sechs Tagen berichtet. Diese Tage stellen Übergänge zwischen geistigen Zuständen dar, die durch "Or", also "Licht" oder "Choschekh", also "Schwärzung", dargestellt werden.

Am 6. Tag, also am Freitag, wurde Adam haRischon erschaffen. Noch direkt vor der Hereindämmerung des siebten Tags, des Schabaths, verfehlte er und verlor den Garten Eden, das Paradies.

Die Kabalah erklärt uns Adam haRischon als den Zustand der Einheit aller Seelen. Als er sich gegen die Schöpfung wandte, zerbrach seine Seele in Myriaden von Splittern. Diese einzelnen Seelen waren nun voneinander getrennt, einander und ihrem Schöpfer entfremdet.

Jeder Mensch enthält eine Seele, ein Teil der Seele des ersten Menschen, des Adam haRischon, und es ist unsere Aufgabe, diese Bruchstücke wieder einander anzunähern, miteinander zu verbinden und in die eine Seele von Adam haRischon zu einen. Dadurch werden wir die Verfehlung überwinden und deren Folgen reparieren. Nach diesem Tikun werden wir den Gan Eden wieder betreten können.

Rosch haSchanah, der Beginn des jüdischen Jahres, ist der Geburtstag des Adam. Wir sollen uns daran erinnern, dass wir unsere Seelen neu ordnen sollen um uns auf die ursprüngliche Einheit aller Seelen auszurichten.

Die 10 Tage der Umkehr

Die 10 Hohen Tage, die Tage zwischen Rosch haSchanah und Jom Kipur, symbolisieren 10 geistige Zustände. Während des Vorgangs der Korrektur erkennen wir die Kluft zwischen unserem Zustand und dem Zustand des Jihud. Wir erkennen, wie tief wir gesunken sind, als Einzelne und als Menschheit. Manchmal fühlen wir die Entfernung und Entfremdung von unserem Schöpfer.

Dieses Erkennen lässt uns erschaudern und um Hilfe bitten. Deshalb unser Beten um Vergebung und Versöhnung und um Kraft für unser Mühen um Tikun. Spirituell gesprochen nennt man diesen Zustand Jom Kipur.

Von Rosch haSchanah zu Simchath Torah

Im Folgenden eine kurze Zusammenstellung der Zustände, die wir während der Annäherung an die Korrektur durchlaufen:

  1. Zwischen Rosch haSchanah und Jom haKipurim entdecken wir, was wir beheben müssen.
  2. Am Jom Kipur bitten wir um Hilfe und um die Stärke zum Tikun.
  3. Das Laubhüttenfest (Sukoth) steht symbolisch für den Empfang dieser Kraft.
  4. Zum Fest der Torahfreude (Simchath Torah) führen wir den Jichud, die Wiedervereinigung der gebrochenen Splitter der Seele des Menschen durch.

Wie eingangs erwähnt, sprechen wir hier von Symbolen und die beschriebenen internen Zustände sind nicht auf einem körperlichen Kalender zu beziehen. Wir reden von geistigen Prozessen und Zyklen der Veränderung.

Rabbi Jizhak Luria, Luzzato, der Baal haSulam und andere Kabalisten erwähnten immer wieder eine festgelegte Anzahl von geistigen Zuständen und nannten sie "6.000 Jahre." Diese müssen wir erfahren, um zur Korrektur unserer Seelen zu gelangen. Danach erreichen wir den Tikun und sind von weiterer Inkarnation in dieser Welt befreit und bereit für die nächste Welt.

Ein Vorgeschmack des Pardes:
Seder de Rosch haSchanah

Tapuach und Rosch, Tamar und Rimon, paradiesische Genüsse und geistige Nahrung...

hagalil.com 18-09-2007



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