Hollywoodstars und die jüdische Mystik:
Madonnas Irrglauben
Von
Ron Atzmon
Vor 22 Jahren sang sie noch als "Material Girl",
inzwischen präsentiert sie sich gerne als "Spiritual Girl" -- Madonna
lernt Kabbala.
Seit Jahren interessiert sich die amerikanische Sängerin für die
jüdische Mystik. Und kürzlich war Madonna mit den US-Filmstars Ashton
Kutcher und seiner Frau Demi Moore in Israel – um Rosch Haschana zu
feiern. Die schlagzeilenträchtige Beschäftigung der Hollywood-Größen mit
der Kabbala löst in jüdischen Kreisen meist Kopfschütteln aus.
Doch hat dieses Phänomen mehrere Aspekte:
- Einerseits die Befürchtung, dass durch die
Kommerzialisierung die Lehren des Judentums und der Kabbala billig
gemacht und völlig verzerrt dargestellt werden.
- Andererseits wird dadurch deutlich, dass das
Judentum sich nicht nur an Juden sondern als Lehre an die gesamte
Menschheit richtet. Das bedeutet nicht, dass man Konvertiten sucht
oder versucht, zu missionieren. Aber dem Judentum zufolge sind die
Lehren G-ttes, die in der Tora offenbart wurden, für alle Menschen
gedacht.
Durch diesen Trend zur Popularisierung sehen wir, dass
Menschen, die keinen Kontakt mit dem Judentum an sich haben,
verschiedene Elemente für ihr persönliches Leben übernehmen.
Die großen Toralehrer haben schon vor hunderten Jahren vorhergesagt,
dass in der messianischen Ära die tiefen Dimensionen des Judentums, die
Kabbala und die esoterischen Teile dieser Lehre, solche Verbreitung
finden werden, dass selbst Leute, die nichts mit dem Judentum zu tun
haben, sich damit beschäftigen.
Kabbala für Nichtjuden?
Warum nicht.
Nur muss das Lernen und Praktizieren diese Lehre einhergehen mit guten
Taten, einem Leben nach den Anweisungen der Tora. "Pick and choose
Judaism" geht nicht. Das führt zu solchen Ergebnissen, wie wir es bei
diesen Stars sehen, die Teile der Kabbala übernehmen für ihre neue
Welttour oder die eben diese Dinge in einer Art und Weise präsentieren,
wie es nicht geschehen sollte. Kein Zweifel: Wenn die Lehren der Tora
und der Kabbala richtig angewandt werden, können sie jedem helfen, mit
den Herausforderungen seines Lebens besser umzugehen und sein eigenes
Potenzial besser zu entfalten.
Doch damit verbunden ist folgende Vorstellung: Dass die Lehren der
Kabbala wie eine Flüssigkeit sind. Man braucht Gefäße, um es
aufzubewahren, damit es nicht verloren geht. Und diese Gefäße sind die
Mizwot. Wenn nun jemand versucht, Kabalah in seinem täglichen Leben zu
integrieren, dann kann ein Studium bei verlässlichen Rabbinern nur Gutes
bewirken.
Wer sich der Kabbala nähern will, für den ist das Studium des
Chassidismus die beste Möglichkeit. Denn die chassidische Bewegung
beruht im Inneren fast ausschließlich auf der kabbalistischen Lehre.
Deshalb sind die chassidischen Texte für uns heute der beste Zugang. Ich
denke hier eben nicht an den "Sohar" oder
den "Sefer haBahir" oder andere kabbalistische Texte. Sondern an Texte,
die vor rund 200 Jahren verfasst wurden. Das Buch "Tanja",
das es auch in deutscher Übersetzung gibt. Diese Texte sind so
aufbereitet, dass der denkende Mensch des 21. Jahrhunderts, der in der
westlichen Welt und Denkweise aufgewachsen ist, sehr wohl einen Zugang
finden kann. Die Inhalte sind zeitlos und bereichern das Leben einer
jeden Person.
Noch etwas ist nicht weniger wichtig: Ein Selbststudium ist nicht zu
empfehlen, sondern erst einmal der Besuch eines Kurses oder Unterrichtes
eines verlässlichen Rabbiners. Dafür kommen Kabbala-Center, in denen man
für jeden Kurs oder jede Flasche geheiligten Wassers eine schöne Stange
Geld zahlen muss, nicht in Frage. Was dort praktiziert wird, hat mit der
ursprünglichen Lehre nichts zu tun. Die Betreiber dieser Zentren
verstehen es, verschiedene Elemente, die sich kommerzialisieren lassen,
als Eckpfeiler und Grundlagen dieser Lehre zu verkaufen.
Die meisten der Dinge, die dort verkauft werden, haben irgendeinen Bezug
zur Kabbala, sind in dieser oder einer anderen Form geschrieben und
gelehrt worden, Aber die Form, wie sie präsentiert werden und vor allem
die enorme Bedeutung des Geldes in diesen Aktivitäten ist etwas, was der
Kabbala diametral widerspricht. Das ist das Gegenteil von dem, was die
Kabbala lehrt.
Die Kabbala lehrt, dass man die physische Welt heiligen soll, in dem man
nicht ihr Untertan wird, sondern in dem man sie beherrscht. Das beginnt
damit, dass man sich selbst beherrscht und versucht in Einklang und
Harmonie zu leben mit der eigenen Seele und ihren Wünschen und dem
eigenen Potenzial. Und wenn sie nun für teures Geld verkauft werden, ist
das ein zynisches Ausnutzen von sehr tiefen und sehr wahren Lehren.
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haAdam haRischon:
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Es gibt unterschiedliche Arten die Torah zu verstehen. Das
einfache, wörtliche Verständnis, die Auslegung und Herleitung nach
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Ein Vorgeschmack des Pardes:
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Tapuach und Rosch, Tamar und Rimon, paradiesische Genüsse und
geistige Nahrung... |