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Koscher leben...
 
 

Ein Fest für Mensch und Umwelt:
Der Garten Eden

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Der Ursprung des TU biSchwat ist insofern interessant als der Feiertag in der Torah nicht erwähnt wird. Erst in der Mischnah findet sich ein Hinweis in der Masechet Rosch haSchanah, wo der Tag im Perek Alef-a als einer der vier Jahresanfänge erwähnt wird. Bei diesem "Neujahr der Bäume" geht es um die Erhebung der Steuern, des "Zehnten". Das genaue Datum wurde durch Beth Hillel auf den 15. des Monats Schwat festgelegt.

Als Feiertag erlebte der TU biSchwat im 16. Jahrhundert eine eindrucksvolle Renaissance. Damals wanderten zahlreiche Kabalisten aus Spanien und Portugal nach Zfat (Safed) im Galil. Sie betonten die alt-neue Verbindung des jüdischen Volkes mit dem Land Israel. Einer der bekanntesten von ihnen war der Rav Jizhak Luria Aschkenasi, bekannt als ARI haKadosch. Sie erinnerten sich an dieses Fest der Bäume. An diesem Tag trugen sie weiße Gewänder, wie am Rosch haSchanah im Monat Tischri. Sie ordneten ein spezielles Festmahl, einen Seder, bei dem die Früchte des Landes im Mittelpunkt standen. Dieser Seder zum TU biSchwat wird auch heute wieder gefeiert, man bietet Trockenfrüchte und trinkt roten und weißen Wein oder Fruchtsäfte.

Warum roten und weissen Wein?
Der rote Wein oder Traubensaft symbolisiert einen Teil des Jahres der weiße einen anderen. Die Symbolik verweist außerdem auf verschiedene spirituelle Ebenen. Andere reden vom Übergang vom Dunkleren zum Helleren, zum Licht, haOr. Dieser Seder ist zwar nicht so bekannt wie der Seder zu Pessach, ist aber ein schöner Brauch.

Hinter TU biSchwat verbirgt sich jedoch eine noch viel tiefere Weisheit.
Der Vergleich des Menschen mit einem Baum ist sehr alt, sehr viel älter als das in Israel bekannte Lied von Schalom Henoch bzw. Chavah Alberstein.

Schon im Sefer Dewarim lesen wir, "denn der Mensch ist wie ein Baum des Feldes". Eines der bekanntesten Werke des ARI heisst "Ez Chajim", Baum des Lebens. Niedergeschrieben wurde es übrigens erst nach dem Tod des ARI durch Chajim Vidal, seinen Schüler.

Der Baum (haIlan) versinnbildlicht den spirituellen Weg des Menschen, von dem Moment an wo er erwacht und die spirituelle Realität wahrnimmt, sich von da an weiter entwickelt und schließlich sein gesamtes Potential verwirklicht.

Die Parallelen zu den Lebenszyklen des Baumes sind bei dieser Symbolik sehr eindrucksvoll. Der Baum beginnt vom winzigen Samen, dieser wird zum Keim und dann zum Spross. Danach wächst der Baum, er strebt nach dem Licht, el haOr, entwickelt Wurzeln, strebt aber von der Erde in den Himmel. Wenn er ausgereift ist, gibt er Früchte.

Das ist alles leicht auf einen Menschen zu übertragen, der sich spirituell entwickelt. Auch er beginnt vom Samen, den die Kabalah als "Nekudah schebaLew" bezeichnet, den Punkt im Herzen, die Frage nach dem Sinn des Lebens.

Von dieser Frage ausgehend entfaltet sich das spirituelle Streben des Menschen, auch er versucht sich zu stabilisieren und gleichzeitig weiter zu entwickeln, sucht Wasser und Licht und strebt nach Oben.

Und je mehr er auf diesem Weg Reife erlangt um so süßer und saftiger werden die Früchte, die er trägt.

Spiritualität wird heute leider sehr oft als Traumtänzerei, New Age, Hokus Pokus etc., abgetan. Ganz im Gegensatz dazu ist jedoch die Kabalah eine ernsthafte Angelegenheit. Die Kabalah betont immer wieder die Bedeutung auch der Wurzeln und der Stabilität. Der Mensch soll einen festen Stand auf der Erde haben, mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen stehen, sozusagen. Und eben gerade deswegen soll er aber auch nach oben streben, nach spiritueller Weisheit.

Ben Gurion sagte einmal, "wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist". Es gilt auch das hinter dem Offensichtlichen verborgene zu sehen. Doch das Spirituelle darf nicht zur Weltflucht führen, je sicherer der Stand auf der Erde, umso kraftvoller kann das Streben nach Oben sein.

Die Kabalisten waren stets Realisten, sie kümmerten sich um gesellschaftliche Belange, um Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Gerechtigkeit, Umweltbelange. An dieser Stelle sei an die zahlreichen Gespräche zwischen Rav Ashlag, dem Baal haSulam, und Israels Staatsgründer Ben-Gurion erinnert.

Mit diesen Gedanken wünschen wir uns und allen Menschen - und auch den Bäumen und der Natur - einen Festtag. Möge unser Bewusstsein für unsere Umgebung wachsen und uns Respekt und Liebe lehren, gegenüber der Schöpfung, gegenüber dem Schöpfer und all seinen Geschöpfen.

In diesem Sinne ein Interview mit Avihu Sofer im Israelischen Sender Rescheth Beth. Außerdem Ahuwah Oseri, der wir alles Gute wünschen, und ihrem Traum vom Gan haEden, dem Garten Eden:

"Der Garten Eden, weit entfernt, doch scheinbar nah.
Dort ist der Frieden... ....
... lasst uns den Traum gemeinsam Wahrheit werden,
lasst uns den Gan Eden heranholen, vom Himmel auf dieser Erde
"...

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Zum jüdischen Neujahrsfest der Bäume:
Zionismus, Israel und Naturschutz
Ein Schwerpunkt eines 2006 erschienenen Bandes über "Naturschutz und Demokratie" ist die Beziehung von Judentum und Naturschutz.[1] Mehrere kleinere Beiträge widmen sich diesem Sujet und vor allem ist im Anhang ein historisches Dokument über "Judentum und Naturschutz" aus dem Jahr 1932 erstmals wieder abgedruckt...

Kabalah und TU b'Schwat:
Gartenarbeit und Spiritualität
Es gibt nichts besseres für den Menschen, für sein Leben, als dass er sich mit der Erde befasse, sich mit der Natur verbinde, die Welt des Pflanzlichen fördere und unterstütze...

Den Baum des Lebens hegen und pflegen:
Der Spirituelle Gärtner

So überraschend es sein mag, die gemächliche Gartenarbeit der Vergangenheit spiegelt unsere eigenen spirituellen Wurzeln wider und wir können uns mit diesen durch einfache Betrachtung verbinden, indem wir die Weisheit der Kabbalah nutzen...

Kabbala:
Ein erster Einblick in die verborgene Weisheit

Kabbala ist eine Weisheit, die uns Menschen sehr nahe liegt und unsere Stellung im Universum definiert. Sie gibt uns Antworten auf die fundamentalen Fragen des menschlichen Daseins: Warum existieren wir, woher kommen wir, warum sind wir auf dieser Welt, wohin gehen wir, wenn unser Weg hier beendet ist?...

haOr haganus:
Warum die Kabbala studieren?

Wenn ein ganz gewöhnlicher Mensch die Schriften der Kabbalisten studiert, erfährt er etwas darüber, was ihm früher verborgen geblieben ist. Nachdem er den sechsten Sinn durch seine Studien erworben hat, beginnt er selbst zu fühlen und zu sehen, was vorher verschleiert war...

dg / hagalil.com 22-01-2008



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Jüdische Weisheit
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