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Jüdisches Denken verstehen
Die Finanzkrise:
Der Kollaps des Marktes ist unvermeidbar


In einer gewinnorientierten Gesellschaft wird es immer Gewinner und Verlierer geben. Und weil die Gewinner immer mehr Macht entwickeln, werden sie unersättlich: mehr Geld und mehr Macht – auf Kosten anderer. Dieser Trend existiert in allen Gesellschaftsschichten, weil der Schwerpunkt des Reichtums und der Macht immer in der Hand einiger weniger liegt.

Es wäre verständlich, wenn jemand behauptete, dass dies ein Ergebnis einer korrupten Gesellschaft, eines korrupten Regimes oder einer korrupten sozialen Schicht ist. Doch egal, woher es kommt, es handelt sich um ein wiederkehrendes Muster, durch welches eine kleine reiche Oberschicht die große Mehrheit kontrolliert und lenkt.

Dies wirft die Frage auf: „Können wir eine gerechte und verlässliche soziale Struktur schaffen, die nicht auf Profitgier basiert?“ Die Antwort lautet „Nein“! Die Gier nach Profit ist der menschlichen Natur eingeprägt und das grundlegende Motiv für jedwede Handlung.

„Was hab’ ich davon?“

In Wahrheit ist Profitgier eine Metapher für die meistgestellte Frage: „Was hab ich davon?“ Ohne einen Gewinn in Aussicht werden wir keinen Finger rühren, noch weniger eine gerechte soziale Gesellschaft erschaffen. Das Verlangen nach Gewinn und speziell das Verlangen nach Überlegenheit ist so mächtig, dass es sich hier um eine göttliche Verschwörung zu handeln scheint - um eine eingeprägte Struktur, die so „ausgedacht“ ist, dass wir sie nicht besiegen können, weil sie unserer Natur entspricht.

Wenn man die Schriften der Kabbalisten wie z.B. Baal HaSulam und anderer liest, findet man heraus, dass sie alle dieses Rätsel erkannten. Und schon seit Jahrhunderten wiesen sie auf diese dem Menschen eingeprägte Schwäche hin. Mehr noch, Baal HaSulam sagte sogar, dass wir in totalem Chaos enden werden, wenn es uns nicht gelingt, ein alternatives Motiv für unsere Handlungen zu finden. Die derzeitigen politischen Turbulenzen werden faschistische Regime hervorbringen und die nachfolgenden Zwiste zwischen den Staaten werden einen dritten wenn nicht sogar einen vierten Weltkrieg auslösen. Als diese Prognosen zum ersten Mal niedergeschrieben wurden, erschienen sie noch an den Haaren herbeigezogen. Heute erscheinen sie wahrscheinlicher denn je.

Die Krise ist ein Symptom unserer egoistischen Natur

Die Krise liegt laut Kabbala nicht im Zusammenbruch des Finanzsystems. Sie ist ein Symptom unserer eingeprägten selbstsüchtigen Natur. Daher liegt die Lösung aller Krisen, eingeschlossen der derzeitigen, in der Veränderung unserer Natur - von einer "nach Gewinn strebenden" zu einer auf das "mit anderen Teilen" orientierten Natur.

Letztendlich gibt es kein einziges Problem, welches nicht das Ergebnis der eigenen Selbstliebe ist. Jede unserer Handlungen zielt darauf ab, Güter herzustellen. Das ist ein natürlicher Wesenszug. Doch wenn wir unser Hauptaugenmerk auf das Gemeinwohl anstatt auf das eigene Wohl legen, werden wir nicht nur eine von Natur aus gemeinschaftliche Gesellschaft erschaffen, sondern auch der Wohlstand jedes Individuums wird durch das Kollektiv garantiert sein; die gesamte Gesellschaft wird für uns sorgen und im Gegenzug werden wir für die Gesellschaft sorgen.

Wie kann die Gesellschaft für das Individuum sorgen?

In so einer Gesellschaft werden Regelmechanismen wie bewaffnete Truppen, Strafvollzug und Steuern überflüssig sein. Verbrechen wird es nicht geben, denn keiner wird einen anderen Menschen verletzen wollen. Im Gegenteil: Die Menschen werden nur teilen und geben wollen. Und eine riesige Menge an Ressourcen und Menschen kann freigesetzt werden, um für sozial engagierte Organisationen zu arbeiten. Innerhalb von einigen Jahren wird sich die Welt von Grund auf verändern und wir werden ungläubig auf die Tage der Ausbeutung zurückblicken und uns fragen, wie wir nur so blind sein konnten.

Doch um die menschliche Natur von "angeboren egoistisch" zu "angeboren integrierend" zu verändern, brauchen wir eine Methode, zu der wir noch keinen Bezug haben und die unsere derzeit selbstsüchtige Vorgehensweise nicht weiter unterstützt. Hier kommt uns die Weisheit der Kabbala zur Hilfe. Es handelt sich dabei um eine Wissenschaft, die die derzeit bereits bestehenden integralen Strukturen der Natur auf das Individuum und die menschliche Gesellschaft als Ganzes anwendet.

In der gesamten Natur ist der Mensch das einzige selbstsüchtige Wesen

Atome, Moleküle, Zellen und Organe arbeiten in Systemen, die größer sind als sie selbst. Auch Pflanzen und Tiere – alles in der Natur hat seinen perfekten Platz im übergeordneten System. Alles außer dem Menschen.

Sie werden sich fragen: „Warum sind wir so gegensätzlich zu diesem System erschaffen?“ Die Antwort: „Es gibt keinen anderen Weg, etwas über ein System zu erfahren, außer du lebst darin.“ Der Sinn unseres Lebens besteht nicht darin, andere zu dominieren, sondern die Natur zu verstehen und sich bewusst in sie einzugliedern.

Die Weisheit der Kabbala ist die Weisheit der Integration und Eingliederung. Ihre Techniken erlauben uns, stufenweise unseren Platz im Universum zu erkennen und sie führen uns Schritt für Schritt zur Integration.

Einladung:
Zum Systematischen Studium authentischer Quelltexte, angenehm und einfach...

Der Kampf zwischen Licht und Dunkelheit:
Moses - der treue Hirte
Moses symbolisiert die spirituelle Kraft, Pharao symbolisiert die Kraft des Egos. Die Geschichte über den Auszug aus Ägypten ist mehr als ein historisches Märchen. Es ist die Geschichte über den Kampf zwischen Licht und Dunkelheit...

hagalil.com 01-12-2008



Fragen an die Rebbezin...
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