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Jüdisches Denken verstehen
Teil 1
Kabalah und die Befreiung vom Egoismus:
Befreiung aus der Sklaverei

Rav M. Laitman

Der größte Feind des Menschen ist sein eigener "Egoismus". Um uns vor dieser Sklaverei zu retten, sind wir auf die Hilfe G'ttes angewiesen. Deshalb die Bitte an G'tt um Befreiung, die er beantwortet, in dem er das egoistische "Herz aus Stein" durch das spirituelle "Herz des Lebens" ersetzt.

Es gibt da eine brennende Frage in der Tiefe des menschlichen Herzens (nicht seinem Verstand oder Wissen) über den Kern seines Lebens und seiner Leiden. Der Tod erscheint als eine Erlösung von der Existenz innerhalb des Wirbels der Leiden, wo Pein Vergnügen übertrumpft, bis wir überwältigt und ausgeblutet diese Welt verlassen.

Wer kann es dennoch genießen und was kann ich sonst von diesem Leben erwarten?

Obwohl diese Frage unbewusst in jedem von uns nagt, wirkt sie manchmal wie aus dem Nichts wie ein Schlag, zerschmettert unseren Verstand und stürzt uns in einen dunklen Abgrund der Hoffnungslosigkeit und Erkenntnis unserer Nichtigkeit, bis wir eine altbekannte Lösung finden - wie vorher weiter zu verweilen, uns mit dem Fluss des Lebens treiben zu lassen und so wenig wie möglich daran zu denken.

Der Schöpfer sendet dem Menschen diese Empfindungen, um ihm deutlich zu machen, dass der Grund seiner Leiden in seinem eigenen Egoismus liegt, in seiner Essenz. Seine Natur drängt ihn dazu, zu seinem eigenen "Wohle" zu handeln, daher leidet er ständig an der Unfähigkeit, sein Verlangen zu stillen.

Wenn jedoch der Mensch seine persönlichen Interessen aufgibt, wird er sich unmittelbar von den Fesseln seiner Essenz befreit fühlen und wird das Leben ohne Qual und Leiden wahrnehmen.

Die Methode, die es dem Menschen erlaubt, sich selbst aus der egoistischen Sklaverei zu befreien, heißt Kabbalah. Der Schöpfer erschuf absichtlich diese Welt zwischen Sich und dem Punkt in unseren Herzen, um uns zu zwingen, uns von unserem Egoismus zu lösen - dem Grund für all unsere Missgeschicke.

Der Mensch kann das Leiden nur beenden und beginnen, den Schöpfer zu empfinden (die Quelle des Genusses), wenn er ein echtes Verlangen danach hat, den Egoismus los zu werden.

Zum Beispiel überprüft ein Geschäftsmann systematisch seine Ergebnisse und errechnet seinen Gewinn. Wenn er erkennt, dass seine Ausgaben den Gewinn übersteigen, schließt er das Geschäft und eröffnet ein neues. Dies liegt daran, dass er ständig den erwarteten Gewinn vor seinen Augen sieht. Er wird sich nie etwas vormachen, sondern seinen Gewinn in Form von Geld, Ehre und Ruhm usw. genau berechnen.

Warum macht der Mensch keinen Kassensturz über sein eigenes Leben, sagen wir einmal im Jahr? Unsere Welt ist eine illusorische Welt, daher vermeidet der Körper diese Fragen, unfähig sie zu beantworten. Was kann es ihm wirklich sagen am Ende eines Jahres oder eines Lebens?

Alles gehört der Vergangenheit an, sowohl Gutes als auch Schlechtes. Was bleibt ihm? Warum arbeitet er für seinen Körper? Es gibt hier keine Antwort, denn die Vergangenheit bleibt unbezahlt. Daher erlaubt der Körper diese Fragen nicht.

Spiritualität ist Wahrheit und ihr Lohn ist Ewigkeit. Zu jeder Zeit fragt sie den Menschen nach seinem spirituellen Gewinn, presst ihn zur Selbst-Korrektur und einem gerade größeren spirituellen Gewinn.

Wenn der Mensch den Gewinn aus all seinen Anstrengungen in diesem Leben betrachtet, wird er zu der Schlussfolgerung gelangen, dass es gar nicht so schrecklich schwer ist, zu versuchen, sich zu ändern. Seine ganze Arbeit in dieser Welt ist erzwungen und nichts bleibt von seinen Anstrengungen.

Warum vermittelt der Schöpfer dem Menschen eine falsche Idee von der Welt? Der Prozess des Aufbaus eines spirituellen Gefäßes ist äußerst kompliziert und langwierig. In seiner Wahrnehmung muss der Mensch den universellen Egoismus durchlaufen, m.a.W. ihn in seiner Vollständigkeit empfinden. Diese Art Erfahrung summiert sich über zahlreiche Inkarnationen auf.

Um Egoismus durch Altruismus zu ersetzen, den Verstand durch Vertrauen, sollte man die Erhabenheit der Spiritualität im Vergleich zu unserer materiellen, vorübergehenden Existenz richtig einschätzen.

Wir sollten verstehen, wie witzlos es für den Menschen ist, sich zu versklaven (mit anderen Worten für uns selbst) statt dem Schöpfer zu dienen. Wie gut und wohltuend es doch ist, Ihn zu erfreuen und nicht unseren egoistischen Körper, den wir sowieso nicht befriedigen können.

Alles, was wir erreichen, ist dazu verurteilt zu verschwinden. Nur die spirituellen Gedanken, Handlungen und Gefühle sind von Ewigkeit.

Beim Vergleich seines eigenen Körpers mit dem Schöpfer sollte der Mensch entscheiden, wem von beiden er dienen will. Je deutlicher er seine Geringfügigkeit sieht, desto einfacher wird es für ihn sein, die Arbeit für den Schöpfer vorzuziehen.

Fortsetzung:

  • Die Anstrengungen des Menschen und die Hilfe des Schöpfers
  • Ein mit Dornen behafteter Weg zum Ziel der Schöpfung
  • Freiheit der Wahl oder Illusorische Freiheit
  • Schalen des Egoismus

Der Kampf zwischen Licht und Dunkelheit:
Moses - der treue Hirte
Moses symbolisiert die spirituelle Kraft, Pharao symbolisiert die Kraft des Egos. Die Geschichte über den Auszug aus Ägypten ist mehr als ein historisches Märchen. Es ist die Geschichte über den Kampf zwischen Licht und Dunkelheit...

hagalil.com 18-04-2008



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