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Koscher leben...
 
 

Leuchtende Sterne in Zfath:
Gallico, Al-Kabez, Najara y Asikri


Teil 4 (von 4) über die goldene Epoche der galiläischen Hauptstadt Zefat und die Gelehrten der Kabbala

Das nordisraelische Safed (Zefat, Zfath, Safad) ist eine der vier "heiligen" Städte des Judentums und seit dem 16. Jahrhundert Zentrum für Lehrer und Schüler der Kabalah. Für sie gibt es keinen besseren Ort um die Tiefen und Geheimnisse der Torah, der jüdischen Lehre, zu verstehen, denn nirgendwo strahlt haOr, das Licht Israels, klarer. In Zfath atmet man die reinste Luft des heiligen Landes und einige Kabbalisten sind davon überzeugt, dass der Maschiach zuerst hier erscheinen wird - um vom Galil nach Jerusalem zu ziehen.

In der Hoffnung auf die kommende Vereinigung G'ttes und seiner Welt, entstanden hier einige der beeindruckendsten Lieder und Gebete Israels. Bis zum heutigen Tag hallt ihr Klang in den Gassen von Zfath nach und das Licht über der Stadt ist noch immer erfüllt vom Glanz der Lehre und ihrer Lehrer. Or Jisrael tamid jisrach, das Licht Israels wird immer leuchten.

Rabbi Elisha Gallico (1526-1589)
Schüler von Rabbi Yosef Caro und Mitglied seines Beit Din.
1575 Nachfolger Caros als Oberhaupt der Talmudakademie (Jeschiwath Zfath) von Safed.

Gallico verfasste zahlreiche bedeutende Werke, darunter spirituelle Kommentare, die auf Rabbi Shlomo Al-Kabez Einfluss ausübten.
Bekannt sind v.a. seine homiletisch-allegorischen Kommentare zu Koheleth, Esther und Schir haSchirim. Seine Responsen fanden Beachtung u. a. in Chaim Benvenistis "Kneset haGdolah".

Rabbi Shlomo Al-Kabez (1508-1593)
Auch er trat als Autor zahlreicher wegweisender Werke auf, sein besonderes Talent lag aber im dichterischen Bereich.

Am berühmtesten wurde seine liturgische Hymne "Lekha Dodi" (Komm Geliebter!), welche bis zum heutigen Tag in allen Synagogen der Welt zur Begrüßung des Schabath gesungen wird. In Zfath war es üblich die Hymne des Schlomo haLevi Alkabez beim Sonnenuntergang am Freitagabend auf dem Weg durch die Felder vor der Stadt zu singen.

Rabbi Yisrael Najara (1555-1625)
Kabbalist, Dichter und Musiker. Autor der Hymne zum Schabath "Jah Ribon Olam veAlmajah" und vieler anderer Loblieder.

Rabbi Elazar Azikri (1533-1600)
Der Kabbalist und Prediger war ein Schüler von Rabbi Yitzchak Luria und Yosef Sagis. Asikri, manchmal auch Askari, zeichnet als Autor vieler Schriften, einschließlich der populären Hymne "Jedid Nefesch, Aw haRahaman" und des Buches "Charedim", welches die Erfüllung der Gebote, in Beziehung zu den Körperteilen stellt.

Zu nennen wären noch viele, die den Ruhm der Lehre Israels, sei es als Schüler, sei es als Lehrer, mehrten. Stellvertretend seien noch Rabbi Tovia HaLevi (1536-1606) und Rabbi Shmuel Uceda (1538-1602) genannt. HaLevi, ein weithin bekannter Gelehrter und Autor, erfüllte den Galil mit Lehre und Weisheit, ebenso wie Rabbi Shmuel Uceda (1538-1602), der ein Schüler von Jizhak Luria, Chaim Vital und Elisha Gallico war. Er verfasste den "Midrash Shmuel", einen wichtigen Kommentar zu "Pirkei Avot" ("Sprüche der Väter").

Nach dieser Blütezeit wurde Zfath im 17. Jahrhundert zu einer der Hochburgen der messianischen Bewegung Sabbatai Zwis (Sabbatianismus). Von hier stammt eine von Sabbatai Zwis Frauen.
Im 18. Jahrhundert ging die Zahl der jüdischen Bevölkerung zurück, die ihren Tiefststand während der britischen Mandatszeit erreichte.
Zur Zeit des Israelischen Unabhängigkeitskrieges im Jahre 1948 lebten in Safed 12.000 Araber und 1.700 Juden. Im Mai 1948 floh die arabische Bevölkerung aus der Stadt. Von hier stammt auch Abu-Masen, der jetzige Präsident der pal. Autonomiebehörde.


1908: Blick auf den musl. Teil von Safad

Seit 1948 ist Safed eine rein jüdische Stadt. Nach der Gründung des Staates Israel hatte Safed den Status einer Entwicklungsstadt. Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist heute wegen des historischen Erbes und wegen der Höhenlage (um 800 m ü.NN) der Tourismus.


Zfath liegt im Hügelland des oberen Galiläa.

Shimon Bar Jochaj und Jonathan Ben Usiel:
Safed - die Stadt in den Bergen

Teil 1 über Safed, eine kleine Stadt im oberen Galil. Weltbekannt ist die Stadt in den Bergen, weil hier ungewöhnlich viele geistige Lehrer, Torah-Weise, Mischnah-Lehrer, Talmudisten und große Kabbalisten gelebt und gewirkt haben...

Das goldene Zeitalter:
Das leuchtende Zfath

Teil 2 über Safed und die Gelehrten der Kabbala: Rabbi Josef Saragossi hatte im späten 15.Jahrhundert die Grundlagen für die Entwicklung Safeds zum Hauptzentrum der Gelehrsamkeit geschaffen...

Die Oberrabbiner von Zfath zwischen 1536 und 1614:
Von Beirav bis Galante

Teil 3 - Im 16. Jahrhundert wurde Safed unter osmanischer Herrschaft zur "jüdischen" Stadt. Um das Jahr 1550 lebten hier annähernd 10.000 Juden, von denen viele 1492 aus Spanien geflohen waren. Viele berühmte jüdische Gelehrte siedelten sich hier an und festigten den Ruf Safeds als Zentrum der Kabbala. 1563 wurde hier die erste hebräische Druckerei Palästinas gegründet...

Safed:
Die blaue Stadt im Galil
Bilder aus Zfath...

Abb.:
Sefer haSohar,
das Buch des Glanzes
(zur Vergrößerung klicken)

...wird
fortgesetzt...

hagalil.com 31-08-2007



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