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Das goldene Zeitalter:
Das leuchtende Zfath
Teil 2 über die Stadt Zfath
(Safed) und die Gelehrten der Kabbala
Safed (hebräisch Zfath, arabisch Safad)
ist eine Stadt in
Galiläa im Nordbezirk
Israels.
Im Jahr 2003 hatte sie knapp 26.600 Einwohner. Bedeutung erlangte Safed
als ein wichtiger Ort jüdischer Gelehrsamkeit. Safed, das ein Zentrum
kabbalistischer
Mystik war, gilt neben
Jerusalem,
Tiberias und
Hebron
als eine der vier "heiligen" Städte des Judentums.

Blick von Zfath (Safed) zum Jam Kinereth (See Genezareth)
Wie schon im
ersten Teil
berichtet, erlebte Zfath im 16.Jahrhundert ein "Goldenes Zeitalter". Der
wohl bekannteste Lehrer aus jener Zeit ist der als ARI verehrte Rabbi
Jizhak Luria.
Zu dieser "Goldenen Epoche" war es gekommen, nachdem die katholischen
Könige von Spanien und Portugal per Edikt, zuerst am
9.Aw des Jahres 1498 die
Vertreibung der Juden aus Spanien und später auch aus Portugal,
beschlossen hatten und sich zahlreiche Gelehrte nach Galiläa retteten
und so das bereits bestehende Zentrum der Lehre noch verstärkten.
Rabbi Yosef Saragossi hatte im späten 15.Jahrhundert die
Grundlagen für Zfaths Entwicklung zum Hauptzentrum der Gelehrsamkeit
geschaffen.
Einer der größten Weisen jener Zeit war, wie bereits erwähnt, der
berühmte Rabbi Jizhak Luria (1534-1572), genannt der ARI. Am
5.Aw, dem Geburtstag des ARI, kommen noch heute alljährlich Zehntausende
in die Stadt. "ARI", wörtlich der "Löwe", ist ein Akronym für "der
G-ttliche Rabbi Izhak". Er revolutionierte das Studium der Kabalah
während der zwei Jahre, die er in Safed vor seinem Tod mit 38 Jahren
verbrachte. Trotz der Kürze seiner Lehrtätigkeit überspannt sein großes,
profundes, kabbalistisches Werk Tausende von Seiten in mindestens 10
umfassenden, von seinen Schülern geschriebenen Bänden.
Der maßgebliche Herausgeber der
Lehren des ARI, wie "Etz Chaim" ("Baum des Lebens"), "Pri Etz Chaim"
("Frucht des Baumes des Lebens") und Shmoneh Sha'ARIm ("Acht Pforten"),
ist Rabbi Chaim Vital (1543-1620). Er war ein herausragender
Schüler der großen Rabbiner Moshe Al-Sheich und Moshe Cordevero und
wurde schließlich zum Meisterschüler des ARI. Zahlreiche bedeutende
Werke gehen auf ihn zurück.
Rabbi
Moshe Cordevero (1522-1570) starb kurz vor der entscheidenden
Lehrtätigkeit des ARI und gilt bei vielen als dessen Wegbereiter.
Bekannt ist Rabbi Moses Kordovero durch das Akronym seines Namens:
RaMaK. Er wurde, bis zu seinem Tod kurz nach der Ankunft von Rabbi
Yitzchak Luria, als das Oberhaupt der Kabbalisten von Zfath angesehen.
Er ist der Verfasser zahlreicher Standardwerke der Kabbala. Dazu gehören
der "Pardes Rimonim", ("Garten der Granatäpfel") in dem er das gesamte
kabbalistische Wissen systematisierte, welches bis dahin enthüllt worden
war. Von Rabbi Moses Cordovero stammt auch "Tomer
Dworah", die "Palme der Deborah", eine mystische Ethik radikalen
Erbarmens, die zu den Schlüsseltexten jüdischer Mystik gehört.
Samuel Gallico
(15?-161?)
Der Schüler des Moshe Cordovero und Lehrer des Menahem Azariah di
Fano, verfasste den "Asis Rimmonim", aus einer Zusammenfassung von
Cordoveros "Pardes Rimmonim", versehen mit Anmerkungen von Mordechaj
Dato (Venezia, 1601). Später folgten noch Fanos "Pelach haRimon" und
Mordecai Ben-J'acows Kommentar "P'amon veRimon."
Über
die Rimonim (Granatapfel) lesen wir in Schir haSchirim (4, 3):
"Wie die Seite eines Rimmon (d.h. rosa, rot) ist deine Wange
(Rakatech)". Dazu bemerkt der Talmudgelehrte Resch Lakisch: "Sogar die
Nichtsnutze (Rekanim) unter dir sind noch voller Mizwot wie der
Granatapfel (mit seinen vielen Kernen)." (Sanhedrin 37a). Diese
Deutung beruht auf dem Wortspiel "Rakatech - Rekanim". Sie bringt die
Wertschätzung und das Vertrauen dieses Weisen zum Ausdruck, der in jedem
Menschen das Potential zu einer Fülle von Mizwot und guten Taten sah!
Auch Rabbi Eliyahu von Vidas
(1518-1592) war ein Schüler von Rabbi Moshe Cordevero. Er hinterließ uns
mit "Reishith Chochmah" eine wichtige ethische Abhandlung, basierend auf
der Lehre des Heiligen Sohar.
1266
wurde die Stadt Safed (hebr. Zfath, arab. Safad) von den Muslimen zur
Hauptstadt des nördlichen Galiläas gemacht. Im 16. Jahrhundert wurde
Safed unter
osmanischer Herrschaft zur "jüdischen" Stadt. Um das Jahr 1550
lebten hier annähernd 10.000 Juden, von denen viele 1492 aus
Spanien geflohen waren. Viele berühmte jüdische Gelehrte, unter
ihnen die bedeutenden Rabbinen
Josef Karo,
Moses Cordovero und
Isaak Luria siedelten sich hier an und festigten den Ruf Safeds als
Zentrum der
Kabbala.
1563 wurde hier die erste hebräische Druckerei Palästinas gegründet.
Abb.:
Sefer haSohar,
das Buch des Glanzes
(zur Vergrößerung klicken)
Safed:
Die blaue
Stadt im Galil
Bilder aus Zfath...
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