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Koscher leben...
 
 

Das verborgene Licht:
Ist es überhaupt möglich über die Geheimnisse der Kabalah offen zu sprechen?

Wenn immer wieder betont wird, dass sich niemand, der nicht schon sehr gute Kenntnisse aus Talmud Torah besitze, mit der Kabalah beschäftigen sollte, dann wird dies aus verschiedenen Einschränkungen der Weisen abgeleitet. Diese legten fest, dass die Kabalah, wenn überhaupt, nur von einem Talmudgelehrten der das vierzigste Lebensjahr vollendet hat, studiert werden darf. Er sollte die Mizvoth kennen und befolgen.

Auf keinen Fall sei das Studium der Kabalah für ein breites Publikum geeignet, und es bestehe auch keinerlei Notwendigkeit ihre Geheimnisse zu enthüllen. Im Übrigen sei dies schlicht unmöglich, da unsere Sprache dafür zu begrenzt sei und das Geheimnis zu g'ttlich.

Die Kabalah soll also nicht enthüllt werden, da es dazu 1.) keine Notwendigkeit und 2.) keine Möglichkeit gibt. Und 3.) sei die Kabalah der G'ttlichkeit vorbehalten.

Von diesem Ansatz kamen zahlreiche Kabalisten inzwischen ab. So meint Raw Michael Laitman von den Bnej Barukh, zur Frage der Notwendigkeit einer Enthüllung: "Das Verbot der Enthüllung meint, es ergebe keinen Sinn, die Geheimnisse zu enthüllen. Eine Enthüllung vor Menschen, die der Lehre ohnehin mit Vorurteilen begegnen, und meinen, die Kabalah sei unwichtig und Kabalisten würden nur ihre Zeit verschwenden und andere davon abhalten Sinnvolleres zu tun, entweihe die Lehre. Solche Menschen achten nur Aktionen, die einen direkten und sofortigen Effekt bewirken". Kabalisten sollten deshalb nur solche Schüler unterrichten, die ein Geheimnis bewahren können und es nur dann enthüllen, wenn es dazu eine Notwendigkeit gibt.

Rabbi Yehuda Ashlag, genannt Baal haSulam, 1884-1954Die Behauptung der Unmöglickeit, erklärte Rabbi Yehuda Ashlag folgendermaßen: "Alle unsere Versuche, etwas mit Worten zu erklären, sind zum Scheitern verurteilt, und führen den Schüler in die Irre. Eine Sprache, unsere Sprache, gibt uns nicht die Möglichkeit, subtile spirituelle Konzepte zu vermitteln und auszudrücken. Um also befähigt zu sein, die Geheimnisse zu enthüllen, ist die Zustimmung von "Oben" erforderlich".

In den Schriften des Raw Jizhak Lurjah, genannt der "Ari", sei diese Einwilligung von Oben ausdrücklich erwähnt, so Raw Laitman. Lurja habe betont, dass die Kabbala seit seiner Lebenszeit (1534-1572) für Männer, Frauen und Kinder bestimmt sei, die nun nicht nur befähigt, sondern sogar verpflichtet seien zum Studium der Kabbala. Der große Kabbalist, haRaw Jehudah Aschlag, auch B'al haSulam genannt, hinterließ eine Lehrmethode, die für jedermann geeignet sei.

Rabbi Ashlag verwies immer wieder auf Rabbi Jizhak Luria, den Ari: "Wisse, dass die erhabenen Seelen mit einem nach außen wirkenden (umgebenden) oder einem inwendigen (füllenden) Licht erfüllt sind. Jene Seelen, die mit dem umgebenden Licht erfüllt sind, haben die Gabe, die Geheimnisse weiterzugeben und sie lehren auf solche Weise, dass ein Unwürdiger sie nicht verstehen wird."

Zweifellos war Rabbi Schim'on Bar Jochaj eine erhabene Seele, erfüllt von nach außen strahlendem Licht. Er hatte solch eine Kraft und Ausstrahlung, dass ihn, wenn er in einer Versammlung erschien, nur jene verstanden, die eine Anweisung von Oben erhalten hatten, in das Buch des Glanzes, den "Sohar" zu schreiben. Es hat vor ihm Kabbalisten gegeben, die größeres Wissen hatten, gleichwohl hatten sie nicht die Fähigkeit, spirituelle Konzepte in verständliche Worte zu fassen.

Das Lehren der Kabbalah ist nicht vom Niveau der Kenntnisse des Kabbalisten abhängig, sondern von den Eigenschaften seiner Seele. Je nach seiner Eignung empfängt er Anleitungen von Oben, um einen bestimmten Teil dieses Wissens zu enthüllen. Deshalb liegen uns auch vor dem "Sohar" keine grundlegenden Werke zur Kabbalah vor. Nach Schim'on Bar Jochaj war es der Ari, der die Erlaubnis erhielt einen weiteren Teil der Kabalah zu enthüllen.

Auch hier gilt, dass es wohl auch nach Bar Jochaj und vor dem Ari Kabbalisten gab, die ein höheres Wissen hatten, aber sie waren nicht befähigt, es zu formulieren. Seit dem Erscheinen der Schriften des Ari haben alle Personen, die sich der Kabbalah annähern wollten, das Studium der anderen Überlieferungen eingestellt. Es werden nur noch der "Sohar" und die Arbeiten des Ari studiert. In nur zwei Jahren, die der Ari, haRaw Jizhak Luria, in Safed vor seinem frühen Tod mit 38 Jahren verbrachte, revolutionierte er das Studium der Kabalah. Trotz der Kürze seiner Lehrtätigkeit umfasst sein Werk Tausende von Seiten in mindestens 10 von seinen Schülern geschriebenen Bänden.

Der Hinweis auf die "G'ttlichkeit des Geheimnisses" bedeutet, dass die Geheimnisse der Kabalah nur jenen offenbart werden können, die dem Schöpfer treu ergeben sind und Ihn achten und ehren. Dies ist der wichtigste Grund, die Kabbalah zu verbergen. Zu viele Scharlatane haben die Kabalah für ihre eigenen Zwecke missbraucht. Sie haben Prophezeiungen gemacht und Amulette verteilt und so vertrauensselige Leute geködert. Das war der ursprüngliche Grund, weshalb die Kabalah verborgen wurde.

Die echten Kabbalisten haben es deshalb auf sich genommen ihre Schüler im Auge zu behalten. Die wenigen Personen jeder Generation, denen es erlaubt war, sich der Kabalah anzunähern, waren an strenge Schwurworte gebunden. Ihnen war untersagt, auch nur das kleinste und unbedeutendste Detail, das unter die drei erwähnten Verbote fiel, aufzudecken.

Man darf hier nicht annehmen, dass die Unterteilung in drei Verbote die Kabbalah selbst in drei Teile auseinanderdividiere. Nein, jeder Teil, jedes Wort und jeder Ausdruck fällt unter jede dieser drei Kriterien. Alle drei Kriterien sind konstant und beständig wirksam.

Trotzdem, so Rabbi Yehuda Ashlag, taucht eine Frage auf: "Wenn dieses geheime Wissen wirklich so tief verborgen ist, wieso konnten so viele unterschiedliche Schriften darüber entstehen? Der Grund dafür liegt in der Verschiedenheit der beiden ersten Bedingungen der Geheimhaltung zur letzten. Die letzte Bedingung ist die wichtigste der drei. Die Bedingung: "Es besteht keine Notwendigkeit die Kabbalah zu enthüllen" kann sich aufgrund äußerer Umstände zu oft in ein: "Es ist notwendig" wandeln. Das kann zum Beispiel aufgrund der Weiterentwicklung der Menschheit geschehen oder indem die Erlaubnis von Oben gegeben wurde. Diese Ermächtigung wurde Rabbi Shimon Bar Yohai und dem Ari gegeben, und in einem geringeren Maße auch anderen. Deshalb erreichen uns auch von Zeit zu Zeit einige authentische Bücher über die Kabbalah".

Und genau so habe auch er sein Wissen von seinem Lehrer erhalten: "Ich empfing es unter den gleichen strengen Bedingungen, es zu bewahren und geheim zu halten. Jedoch die Gründe für die Umwandlung von: "Es besteht keine Notwendigkeit der Enthüllung" in ein: "Es ist notwendig" wurden in: "Es ist an der Zeit zu handeln" erwähnt. Deshalb lege ich den einen Teil offen, bleibe jedoch für die beiden anderen Bedingungen ein Bewahrer und verhülle die Geheimnisse, so wie ich es geschworen habe".

Eine kabbalistische Betrachtung zum 9. Aw:
Der Tempel und die Natur des Menschen

Vor der Zerstörung des Zweiten Tempels verfügte das Volk über ein sechstes Sinnesorgan. Beginnend von der Zerstörung des Zweiten Tempels ging diese Eigenschaft völlig verloren, den Menschen blieben nur die üblichen fünf Sinnesorgane. Das wird als Galluth bezeichnet...

Texte von Rabbiner Laitman:
Was ist Kabbala?  Warum die Kabbala studieren?

(dg) hagalil.com 26-07-2007



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