|

Die
wöchentliche Halacha-Reihe über Hilchos Schabbos wurde veröffentlicht von
Pirchei Shoshanim, ein Projekt des Shema Yisrael Torah Networks, auf
Grundlage der Schiurim von Rabbi Dovid Ostroff schlita, entwickelt von der
Chewuro des Pirchei Shoshanim Semicha Programs. Diese Halachos wurden von
Rabbi Ostroff haGaon haRaw Mosche Sternbuch schlito vorgelegt.
Zur Parschas Mischpatim
Band 1, Nummer 12
Darf man einen Nicht-Juden bitten, die Heizung einzuschalten?
Wir sehen, dass sich Chasal aufs
sorgfältigste mit der Gesundheit der Kinder befasst hat. Da kaltes Wetter
ihrer Gesundheit schaden kann, gestattete Chasal, dass ein Nicht-Jude
in Ländern mit kaltem Klima am Schabbos die Heizung einschalten darf.
Entsprechend unproblematisch ist es, einen Nicht-Juden zu bitten, die
Heizung einzuschalten (wenn sie nicht mit einer Zeituhr programmiert wurde),
weil Kinder Wärme brauchen, um gesund zu bleiben.
Unter bestimmten Umständen erlaubt
Chasal bei Kälte sogar, dass ein Nicht-Jude für Erwachsene die Heizung
einschaltet; wie es bei Chasal heißt: „bei kaltem Wetter gilt jeder
als krank.“
Besteht ein Unterschied zwischen einem Herd und einer Zentralheizung?
Wie schon vergangene Woche bemerkt,
leuchtet eine Lampe für viele; wenn daher ein Nicht-Jude für sich selbst
Licht macht, darf ein Jude daraus Nutzen ziehen. Manche vertreten jedoch die
Auffassung,
dass ein Herdfeuer etwas anderes ist, denn je mehr Personen sich an einem
Herdfeuer wärmen, desto mehr Holz wird gebraucht, um das Feuer zu
vergrößern; heizt daher ein Nicht-Jude für sich selbst den Herd ein, darf
man (nach dieser Meinung) nicht am Feuer sitzen, damit nicht für den Juden
zusätzlich Holz aufgelegt wird.
Das gilt natürlich nicht für eine
Zentralheizung. Eine Zentralheizung ist ähnlich wie eine Lampe, und wenn ein
Nicht-Jude sie für sich selbst einschaltet, dürfen auch Erwachsene davon
profitieren.
Hat
ein Nicht-Jude trotz Verbot die Heizung eingeschaltet – was soll man tun?
Der Rama
sagt, dass man das Haus nicht verlassen muss, wenn ein Nicht-Jude eine
Lampe oder die Heizung eingeschaltet hat, aber dennoch ist es dem Juden in
diesem Fall verboten, etwas zu tun, was er zuvor nicht hätte tun können.
Konnte er also zuvor wegen schlechter Beleuchtung nicht lesen, darf er auch
jetzt nicht lesen. Er darf sich nicht am Feuer wärmen, aber er darf den
Pullover ausziehen, den er zuvor wegen der Kälte getragen hat, ebenso wie er
sich im Haus schneller bewegen kann, als ihm das möglich war, bevor der
Nicht-Jude das Licht eingeschaltet hat.
Wie
ist das auf ein Gebäude mit Zentralheizung anzuwenden, in dem Juden und
Nicht-Juden gemeinsam wohnen?
Bei extremer Kälte oder wenn Kinder in der
Wohnung sind, gibt es gar kein Problem. Ist die Mehrheit der Bewohner
Nicht-Juden, dann sagen wir, die Intention der Nicht-Juden gibt den
Ausschlag, und sie dürfen die Heizung einschalten. Selbst wenn die Mehrheit
aus Juden besteht, sagt die Mischna Berura,
dass man einen Nicht-Juden für die gesamte Heizperiode zum Einschalten der
Heizung bei (vielleicht gesundheitsschädlicher) Kälte anstellen darf, und
schaltet er die Heizung ein, obwohl es nicht sonderlich kalt ist, dann gilt
das, als würde er das aus eigenem Entschluss tun, und man muss die Wohnung,
wie oben gesagt, nicht verlassen.
Ein Wort zum
Parscha
Wer ein Lamm stiehlt und es verkauft, muss
seinen vierfachen Wert zahlen, und wer einen Ochsen stiehlt und verkauft,
muss seinen fünffachen Wert zahlen. (21:37)
R“Simscha Zissel von Kelm verwies darauf,
dass der Lammdieb, wenn er das gestohlene Lamm auf seinen Schultern getragen
hat, dadurch in den Augen der anderen erniedrigt und der Lächerlichkeit
preisgegeben war, und entsprechend minderte die Thora seine Geldstrafe. Im
Fall des Ochsendiebes hingegen gab es keine Erniedrigung und daher auch
keine Strafminderung.
Viel größer als der normale Lohn wird die
Belohnung für das Tun einer Mitzwa ausfallen, wenn man durch inneren Kampf
eine böse Neigung überwunden hat oder eine Mitzwa gegen alle Hindernisse
tut.
Stoff zum
Nachdenken
Darf
man einen nassen Regenmantel auf eine Wäscheleine hängen?
Macht
es einen Unterschied, ob der Mantel vom Regen nass geworden ist oder weil er
in eine Pfütze gefallen ist?
Wenn
eine Socke in die Wäschetrommel geraten ist, welches ist ihr Status?
Wie
soll man am Schabbos etwas vom Fußboden aufwischen?
Antworten kommende Woche.
Iggeres HaGra – (Teil 10)
Erziehe auch deine
eigenen Kinder richtig und mit dem rechten Gespür und bezahle ihren Lehrer
gut, denn: „Die ganze Versorgung des Menschen für das Jahr ist für ihn
festgelegt ab Rosch Ha-Schana, ausgenommen TiSCHReJ.“ (Talmud, Schabbos,
Rosch Chodesch und Yom Tow – Beitzah 16a). Ich habe auch Bücher für sie
dagelassen.
Um Haschems Willen,
führe sie gut und sanft. Achte auf ihre Gesundheit und darauf, dass sie
immer genug zu essen haben. Zuerst lass sie den ganzen Chumasch lernen, bis
sie ihn beinahe auswendig können. Sie dürfen nicht mit ungebührlichem Zwang
lernen, sondern sanft, weil sich das Gelernte besser einprägt, wenn man sich
beim Lernen wohl fühlt. Gib ihnen Münzen etc. zur Belohnung. Konzentriere
dich immer auf diese Fragen, nicht auf andere, denn alles andere ist
trivial. Denn der Mensch kann von seiner Arbeit nichts retten, um es
mitzunehmen (siehe Koheles 5:14), ausgenommen zwei weiße Tücher (das
Totenhemd). Zudem (Tehillim 49): „Ein Mann wird seinen Bruder nicht erlösen
... Fürchte dich nicht, wenn jemand reich wird ... Denn wenn er stirbt, wird
er nichts mitnehmen ...“
Sage nicht: „Ich
werde meinen Kindern etwas hinterlassen“ – wer bringt dir Nachricht im Grab?
Die Kinder des Menschen sind wie die Gräser auf dem Feld, manche blühen,
manche verschwinden. (Eruwin 54a). Jeder wird unter seiner eigenen
Konstellation und unter der Göttlichen Vorsehung geboren. Sie sind froh,
wenn sie sterben und in die Unterwelt gehen. [Bei seinem Tode] hinterließ
Resch Lakisch seinen Kindern ein Kaw Safran, und er wandte auf sich selbst
den Vers (Tehillim 49:11) an: „... und sie hinterlassen anderen ihren
Wohlstand“ (Gittin 47a).
Wir hoffen, dass sich
zur [Diskussion] ausreichend
Fachkundige einfinden werden.
Im Gedenken an Sergei Fejwel bar
Josef Dow Ajwrams und Mirjam Deworah Ajwrams bat R. Jisrael Zwi HaCohen.
Zu Ihrer Information: Diese wöchentlichen Schiurim sind schriftlich oder
telefonisch anzufordern bei: Office 99 Rechov Bayit Vegan, Jeruschalajim,
Israel 972-8-974-4177 Tel., U.S. 732-370-3344,
e-mail:
shabbosweekly@shemayisrael.com, oder unter
www.shemayisrael.com. Wöchentliche Förderungen können übernommen werden.
Vermerk: Diese Reihe dient nur der Klärung der erörterten Gegenstände und
enthält keine halachaschen Entscheidungen. Sie soll das alltägliche
Bewusstsein für wichtige Fragen in Verbindung mit diesen Gegenständen
stärken. Zur Einholung einer P'sak ist eine halachasche Autorität zu
konsultieren.
|