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Koscher leben...
 
 

Die wöchentliche Halacha-Reihe über Hilchos Schabbos wurde veröffentlicht von Pirchei Shoshanim, ein Projekt des Shema Yisrael Torah Networks, auf Grundlage der Schiurim von Rabbi Dovid Ostroff schlita, entwickelt von der Chewuro des Pirchei Shoshanim Semicha Programs. Diese Halachos wurden von Rabbi Ostroff haGaon haRaw Mosche Sternbuch schlito vorgelegt.


Parschas Yisro 5762
1. Februar 2002, Band 1, Nummer 11

Wenn ein Nicht-Jude für mich eine Lampe eingeschaltet hat, darf ich daraus Nutzen ziehen?

Die Halacha lautet nach dem Schulchan Aruch, [i] dass ein Jude keinen Nutzen aus einer Lampe ziehen darf, die ein Nicht-Jude für ihn eingeschaltet hat. Dieses Verbot wird auch auf Personen ausgeweitet, für die die Lampe gar nicht eingeschaltet wurde; [ii] also darf kein Jude Nutzen daraus ziehen.

Entsprechend liegt der Fall, wenn man in einem Raum sitzt, in dem es zum Lesen zu dunkel geworden ist: Schaltet ein Nicht-Jude freundlicherweise das Licht an, darf ich nicht mein Buch wieder aufnehmen und weiterlesen. Kann ich hingegen in einem halbdunklen Raum noch lesen und schaltet ein Nicht-Jude eine zusätzliche Lampe ein, darf man auch aus diesem zusätzlichen Licht Nutzen ziehen. [iii] Geht die ursprüngliche Beleuchtung aus, darf man die von dem Nicht-Juden eingeschaltete Lampe nicht nutzen.

Was ist, wenn er vor dem Schabbos dafür bezahlt wurde?

Der Rama [iv] sagt: Selbst wenn ein Nicht-Jude für alle Tage angestellt würde, um bei Bedarf die Lampen einzuschalten, oder wenn er für jedes einzelne Lampeneinschalten bezahlt würde, dürfte man aus dem Licht keinen Nutzen ziehen.

Was ist, wenn ein Nicht-Jude für sich selbst eine Lampe eingeschaltet hat?

Wenn ein Nicht-Jude für sich selbst eine Lampe einschaltet und eine Zeitung herausholt, um zu lesen, dann darf ich als Jude davon für meine eigenen Zwecke profitieren. [v]

Das gleiche gilt, wenn ein Nicht-Jude für einen Kranken das Licht einschaltet. [vi] Da diese Handlung zulässig ist, dürfen auch andere Juden davon profitieren. Kocht ein Nicht-Jude jedoch für einen Kranken, selbst wo sich kein Problem des Bischul Akum [vii] stellt, darf ein gesunder Jude nichts davon verzehren, weil Chasal fürchtete, der Jude könnte den Nicht-Juden bitten, auch für ihn zu kochen. Das ist etwas anderes als bei der Frage des Lichtes, weil eine Lampe Licht für viele gibt und man den Nicht-Juden nicht zu bitten braucht, noch eine weitere Lampe einzuschalten, während das Essen nur von einer einzigen Person verzehrt wird.

Und wenn er sie für uns beide eingeschaltet hat?

Schaltet der Nicht-Jude die Lampe sowohl für einen Juden wie für einen anderen Nicht-Juden ein, darf der Jude keinen Nutzen aus dem Licht ziehen. [viii] Geht es jedoch um den Nicht-Juden selbst, der das Licht eingeschaltet hat, d.h. hat er es für sich eingeschaltet, und wissen wir zugleich, dass er dabei auch an den Juden dachte, so besteht in dieser Frage Uneinigkeit zwischen dem Magen Awraham und dem Chayei Adam darüber, ob der Jude aus dem Licht Nutzen ziehen darf. [ix] In diesem Fall sollte ein Raw hinzugezogen werden.

Wenn ich einem Nicht-Juden den Auftrag gebe, das Geschirr zu spülen und wenn er dazu das Licht einschaltet, darf ich davon profitieren?

Der Taz [x] sagt, dass ein solcher Fall als gleich mit dem Fall betrachtet wird, in dem ein Nicht-Jude das Licht für sich selber und nicht für mich eingeschaltet hat, auch wenn es mein Geschirr ist, das er spült; ich darf aus dem Licht Nutzen ziehen.

Diese Halacha ist jedoch hintergründig, wenn ich einen Nicht-Juden [xi] bitte, mich zu begleiten, weil ich etwas aus einem dunklen Lagerraum brauche und wenn er das Licht einschaltet, dann wird das betrachtet, als ob er das Licht für mich einschaltet, obgleich er mich nur begleitet, und ich darf aus dem Licht keinen Nutzen ziehen.

Ein Wort zum Parscha

Im Gebot zum Schabbos heißt es, dass Haschem den Schabbos gesegnet und geheiligt hat. Raschi erklärt, dies bedeute, Haschem segnete den Schabbos, indem er den Anteil des Mannas am Freitag verdoppelte, und er heiligte den Schabbos, indem er dem Manna am Schabbos nichts zukommen ließ. Verwiesen wird damit auf die Tatsache, dass wir alles bekommen, dessen wir bedürfen, ohne dadurch den Schabbos entweihen zu müssen und dass – Gott behüte – durch die Entweihung des Schabbos gar nichts gewonnen wird.

Darum vielleicht hat das Manna nie einen Eigennamen erhalten hat. Das Manna wurde so genannt, weil man nicht wusste, was es ist, und die Leute sagten zu einander: „Man Hu“ – was ist das? Aber selbst nachdem sie erfuhren, was es ist, blieb es namenlos. Vielleicht um uns zu lehren, dass wir glauben, die Quelle unserer Parnassah-Erhaltung benennen zu können, obgleich es ein Gebot des Himmels ist, wovon und von wie viel ein Mensch zu leben erhält.

Stoff zum Nachdenken

Darf man einen Nicht-Juden bitten, die Heizung einzuschalten?

Besteht ein Unterschied zwischen einem Herd und einer Zentralheizung?

Hat ein Nicht-Jude trotz Verbot die Heizung eingeschaltet – was soll man tun?

Darf man das Licht ausschalten, damit ein Kranker schlafen kann?

Antworten kommende Woche

Iggeres HaGra – (Teil 9)

Wie geschrieben steht (Wajjikra 21:9): „sie schändet ihren Vater“ – [in einem solchen Fall] wird der Sohn eines rechtschaffenen Mannes „der Sohn eines ruchlosen Mannes“ genannt (Sanhedrin 52a). Ähnlich in anderen Fragen Laschon Hara und Gerede.

Ihrem Speisen und Trinken sollte immer der rechte Segen vorangehen und folgen. Sie müssen genau darauf achten, die Segen Birkas Hamason und Krias Schema mit dem rechten Kawanah (der rechten Absicht) zu sprechen. Am wichtigsten ist: Sie dürfen nicht außerhalb des Heims herumlaufen, und sie müssen dir und der Mutter und allen Älteren gehorchen und dich und sie achten. Auch müssen sie alles beachten, was in den Mussar-Büchern geschrieben steht.

  • [i] Simon 276:1.

  • [ii] Im Fall, dass sie für einen Juden eingeschaltet wurde.

  • [iii] Simon 276:4 und M“B 32.

  • [iv] Simon 276:1.

  • [v] Ebenda.

  • [vi] Das gilt für einen Kranken, der aufgrund seiner Krankheit einen Nicht-Juden sogar bitten kann, für ihn eine Melacha d’Oraisso zu tun.

  • [vii] Von einem Nicht-Juden zubereitete Mahlzeiten dürfen von einem Juden nur unter bestimmten Bedingungen verzehrt werden.

  • [viii] Simon 276:2. In M“B 16 heißt es, der Grund sei, dass das Licht entweder auch für einen Juden eingeschaltet wurde oder weil er dabei vielleicht den Juden im Auge hatte.

  • [ix] M“B Simon 276:17 und die Bi’ur Halacha.

  • [x] Simon 276:5.

  • [xi] Simon 276:3.

Wir hoffen, dass sich zur [Diskussion] ausreichend Fachkundige einfinden werden.


Im Gedenken an Sergei Fejwel bar Josef Dow Ajwrams und Mirjam Deworah Ajwrams bat R. Jisrael Zwi HaCohen.

Zu Ihrer Information: Diese wöchentlichen Schiurim sind schriftlich oder telefonisch anzufordern bei: Office 99 Rechov Bayit Vegan, Jeruschalajim, Israel 972-8-974-4177 Tel., U.S. 732-370-3344, e-mail: shabbosweekly@shemayisrael.com, oder unter www.shemayisrael.com. Wöchentliche Förderungen können übernommen werden.

Vermerk: Diese Reihe dient nur der Klärung der erörterten Gegenstände und enthält keine halachaschen Entscheidungen. Sie soll das alltägliche Bewusstsein für wichtige Fragen in Verbindung mit diesen Gegenständen stärken. Zur Einholung einer P'sak ist eine halachasche Autorität zu konsultieren.



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