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Koscher leben...
 
 

Die wöchentliche Halacha-Reihe über Hilchos Schabbos wurde veröffentlicht von Pirchei Shoshanim, ein Projekt des Shema Yisrael Torah Networks, auf Grundlage der Schiurim von Rabbi Dovid Ostroff schlita, entwickelt von der Chewuro des Pirchei Shoshanim Semicha Programs. Diese Halachos wurden von Rabbi Ostroff haGaon haRaw Mosche Sternbuch schlito vorgelegt.


Parschas Beschalach 5762

25. Januar 2002, Band 1, Nummer 10

Wenn Öl von einer Öllampe tropft – darf man einen Teller unter die Lampe stellen, um das tropfende Öl aufzufangen?

Hier kommt eine Vorstellung mit der Bezeichnung ‚mevatel k’li meheichano’ ins Spiel, was bedeutet, dass man ein Hilfswerkzeug oder Utensil nicht muktze machen darf. Tut man das, so Raschi, [1] dann ist das, als hätte man dieses Utensil an seinem Platz festzementiert, und das ist mit der Melachah der Boneh vergleichbar. Da das Öl muktze ist, wird auch das verwendete Utensil muktze, sobald das Öl hineinkommt, und das ist so, als hätte man dieses Utensil an seinem Platz festzementiert. [2]

Wasser tropft aus einer Klimaanlage – darf man etwas darunter stellen, um das Wasser aufzufangen?

Das ist ein großes Problem, weil dieses Wasser mukze ist. Die Mischna Berura [3] sagt, dass das Wasser, das im Monat Nissan von den Bäumen tropft, wegen Nolad mukze ist. [4] Die Erklärung liegt darin, dass kondensiertes Wasser, das durch Kondensierung entstanden ist, ein neues Dasein ist, anders als Regenwasser, von dem die Gemora sagt, dass es schon in den Wolken vorhanden ist. Daher ist das aus einer Klimaanlage tropfende Kondenswasser ebenso Nolad und damit mukze. Stellt man eine Schüssel hin, um das tropfende Wasser aufzufangen, verwendet man die Schüssel missbräuchlich, was ‚mevatel k’li meheichano’ ist. [5]

Was soll man also tun?

Ganz offensichtlich vor Schabbos eine Schüssel hinstellen. Hat man das vergessen und tropft das Wasser in ein Wohn- oder Schlafzimmer, sollten Sie Ihren Raw fragen, welches die Halacha im Fall des Tragens einer „G’raf schel Re’i“, eines besonderen Heter zum Tragen einer Mukze ist, die unrein ist.

Darf man Wasser mit schmutziger Wäsche aufwischen?

Diese Frage fällt unter die selbe Kategorie. Die Gemora [6] führt einen Fall an, bei dem ein Tier in einen Wasserkanal fiel, und man musste das Tier herausholen, indem man Kissen und Decken ins Wasser stopfte, so dass das Tier etwas höher stehen und aus dem Wasser herausklettern konnte. Der Mechaber [7] sagt, der Grund, weshalb man ‚mevatel k’li meheichano’ sein darf, liegt im ‚Tsa’ar Ba’alei Chajim’ – im Leiden des Tieres. Wir sehen, dass das Nassmachen von Bettzeug oder Kleidung, womit man sie unbrauchbar macht, ‚mevatel k’li meheichano’ ist.

Fließt also Wasser auf den Fußboden, darf man es nicht mit Kleidungsstücken aufwischen, soweit diese Kleidung dann unbrauchbar wird; man soll vielmehr Lumpen und Stoffe verwenden, für die das Nasswerden normal ist, so dass kein ‚mevatel k’li meheichano’ vorliegt.

Wenn es‚ mevatel k’li meheichano’ ist, etwas unbrauchbar zu machen, wie darf man dann ein Tuch oder eine Serviette benutzen, die doch auch unbrauchbar und wahrscheinlich mukze werden?

Eine der Antworten auf diese Frage [8] lautet, dass diese Dinge für diesen Zweck vorgesehen sind und daher keine missbräuchliche Verwendung vorliegt. Deshalb darf man Abfall in eine neue Mülltüte füllen, obwohl der Abfall mukze ist und die Tüte damit ebenfalls mukze wird. Im Kern geht es bei ‚mevatel k’li meheichano’ darum, dass ein beweglicher Gegenstand halachisch unbeweglich gemacht wird; ist der Gegenstand aber zu diesem Zweck vorgesehen, kann man nicht sagen, dass der bewegliche Gegenstand damit missbräuchlich verwendet und nun zu einem unbeweglichen gemacht wurde.

Tu Bischwat

Chasal sagt, dass Tu Bischwat das Neue Jahr der Bäume ist, denn zu dieser Zeit kommt das Harz in die Bäume und beginnen die Früchte zu wachsen.

Haraw Schamschon Rafael Hirsch Ztz’l fragt, ob man das Neue Jahr nicht besser um Nissan annehmen sollte, wenn die Bäume schon blühen, statt mitten im Winter, wenn an den Bäumen noch gar nichts zu sehen ist.

Er antwortet, dass Chasal immer auf die Ursache und den Kern der Sache geblickt hat, nicht auf das Ergebnis. Zu dieser Zeit sah es aus, als würde von der Judenheit nichts übrig bleiben. Die Neuerungen und schädlichen Lehren gewannen stark an Einfluss. Raw Hirsch sagte, dass die Wurzeln des Judentums zu stark sind, um durch diese vorübergehenden Phasen bedroht zu werden, und obgleich die Zeiten schwarz wie die Nacht waren, sollte das wahre Judentum siegen.

Chasal sah, dass die Dunkelheit des Winters eine neue Zukunft birgt. Man sollte sich durch die Dunkelheit des Winters nicht täuschen lassen und nicht verzweifeln; ein neuer Anfang bereitet sich vor.

Stoff zum Nachdenken

Wenn ein Nicht-Jude für mich eine Lampe eingeschaltet hat, darf ich daraus Nutzen ziehen?

Was ist, wenn er vor dem Schabbos dafür bezahlt wurde?

Was ist, wenn ein Nicht-Jude für sich selbst eine Lampe eingeschaltet hat?

Und wenn er sie für uns beide eingeschaltet hat?

Antworten kommende Woche

Iggeres HaGra – (Teil 8)

Ich habe mehrere jiddische Bücher über Mussar (Moralität) dagelassen. Sieh zu, dass [die Kinder] immer in ihnen lesen, besonders am Heiligen Schabbos, wenn sie überhaupt nur Mussar lesen sollten. Unterrichte sie immer nach Mussar-Büchern. Schlage sie ruhig, wenn sie fluchen, schwören oder lügen. Übe keine Nachsicht mit ihnen, denn die Verderbnis der Kinder wird sich an den Eltern schwer rächen, möge Gott es verhüten. Und selbst wenn man sie immerzu Mussar lehrt, sie aber nicht folgen, wird unsere Trauer und unsere Schande in der kommenden Welt groß sein.

  • [1] Raschi Schabbos 42b.

  • [2] Simon 265:3.

  • [3] Simon 310:32.

  • [4] Ein halachischer Ausdruck, der ein „neues Dasein“ beschreibt; auch das ist mukze, aber schwerwiegender als die normale mukze.

  • [5] Siehe Simon 338:8.

  • [6] Schabbos 128.

  • [7] Simon 305:19.

  • [8] Sch’wus Jitschak, Kap. 20, SS’K 22, Anm. 47.

Wir hoffen, dass sich zur [Diskussion] ausreichend Fachkundige einfinden werden.


Im Gedenken an Sergei Fejwel bar Josef Dow Ajwrams und Mirjam Deworah Ajwrams bat R. Jisrael Zwi HaCohen.

Zu Ihrer Information: Diese wöchentlichen Schiurim sind schriftlich oder telefonisch anzufordern bei: Office 99 Rechov Bayit Vegan, Jeruschalajim, Israel 972-8-974-4177 Tel., U.S. 732-370-3344, e-mail: shabbosweekly@shemayisrael.com, oder unter www.shemayisrael.com. Wöchentliche Förderungen können übernommen werden.

Vermerk: Diese Reihe dient nur der Klärung der erörterten Gegenstände und enthält keine halachaschen Entscheidungen. Sie soll das alltägliche Bewusstsein für wichtige Fragen in Verbindung mit diesen Gegenständen stärken. Zur Einholung einer P'sak ist eine halachasche Autorität zu konsultieren.



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