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Koscher leben...
 
 

Die wöchentliche Halacha-Reihe über Hilchos Schabbos wurde veröffentlicht von Pirchei Shoshanim, ein Projekt des Shema Yisrael Torah Networks, auf Grundlage der Schiurim von Rabbi Dovid Ostroff schlita, entwickelt von der Chewuro des Pirchei Shoshanim Semicha Programs. Diese Halachos wurden von Rabbi Ostroff haGaon haRaw Mosche Sternbuch schlito vorgelegt.


Parschas Bo 5762

18. Januar 2002,
Band 1, Nummer 9

Wenn man Hatmana b’issur (auf verbotene Weise umhüllt) getan hat, ist das Essen dann verboten? Wenn ich zum Beispiel die Challah vollständig umhüllt habe, während sie auf dem Kocher stand, darf ich sie dann trotzdem essen?

Zwischen dem Mechaber [1] und dem Rama gibt es in dieser Frage einen Machlokes. Der Mechaber vertritt folgende Auffassung: Wurde das Essen durch Hatmana b’issur warm, [2] darf es nicht verzehrt werden, und daher muss man warten, bis es abgekühlt ist, um nicht vom Issur zu profitieren. Der Rama vertritt die Auffassung, dass die Speise verzehrt werden darf, wenn das unabsichtlich [3] geschehen ist.

Wenn Lebensmittel auf der Wärmeplatte oder dem Blech anzubrennen beginnen, darf ich dann umrühren?

Dieser Punkt betrifft die Frage des Maigis – Umrührens. Ist die Speise noch nicht vollständig gekocht, darf sie nicht umgerührt werden oder auch nur mit einem Löffel aus dem Topf genommen werden, denn das Rühren beschleunigt den Kochvorgang. Selbst wenn das Essen vollständig gekocht ist, verbieten die Poskim das Umrühren, während das Essen auf dem Feuer steht. Brennt das Essen also an, können Sie bloß den Topf weiter von der Hitzequelle entfernen.

Wenn das Essen vollständig gekocht ist, darf man dann mit dem Löffel etwas aus dem Topf entnehmen?

Die Mischna Berura sagt, dass Bais Yosef das erlaubt, jedoch sagen viele Poskim, dass man aus dem Topf nichts mit dem Löffel entnehmen sollte, solange der Topf auf dem Feuer steht. [4] Wird das heiße Essen auch noch für später benötigt, sollte man den Topf vom Blech oder der Wärmeplatte nehmen, ihm Essen entnehmen und den Topf dann aufs Feuer zurück stellen, womit man zugleich die Gesetze der Chasora einhält. [5]

Gibt es einen Unterschied beim Umrühren von Essen, wenn es auf dem Feuer und wenn es nicht auf dem Feuer steht?

Ist das Essen noch nicht vollständig gekocht, darf es nicht umgerührt werden, auch wenn es schon vom Feuer genommen wurde. Ist es vollständig gekocht, so sagt die Mischna Berura (318:116), dass es umgerührt werden darf (nicht auf dem Feuer); der Rama sagt jedoch der Folgerichtigkeit wegen (318:17), dass hinsichtlich des Umrührens Strenge möglich ist, dass jedoch, was die Entnahme von Essen mit einem Löffel angeht, kein Problem besteht.

Darf man Meersalz in heiße Suppe geben?

Vor der Beantwortung dieser Frage muss man wissen, ob das fragliche Salz mit Hilfe eines Verdunstungsverfahrens hergestellt wurde, in welchem Fall es nicht als gekocht gilt, oder ob es durch Erhitzungsverfahren gewonnen wurde. Der Mechaber vertritt die Auffassung, dass man ungekochtes Salz in einen K’li rischon geben darf, der nicht auf dem Feuer steht, und erst recht in einen K’li schaini; der Kaf HaChaim (318:106) schreibt jedoch, dass der Strenge einen Segen verdient. Der Rama vertritt die Auffassung, dass man Salz nicht einmal in einen K’li schaini geben sollte. In der Mischna Berura (318:71) hingegen heißt es, dass das Salz, wenn es vorgekocht ist, in einen K’li schaini gegeben werden darf, dass man es jedoch nicht in einen K’li rischon geben sollte.

Ein Wort zum Parscha

In Possuk 10:2 heißt es, dass HaSchem all diese Wunder vollbringt, auf dass wir unseren Kindern alles erzählen, was in Ägypten geschehen ist – und auf dass du weißt, dass ich HaSchem bin. Die Frage lautet nun: es hätte heißen sollen: auf dass ihr wisst, dass ich HaSchem bin, denn den Kindern wird es von uns erzählt.

Raw Sternbuch schlita erwidert, dass ein Mensch in seinen eigenen Überzeugungen und Einsichten stark sein muss, um andere an ihnen teilhaben zu lassen. Wie der Chafetz Chaim sagte (so heißt es in Schema): „diese Dinge werden in eurem Herzen sein“, und dann „werdet ihr sie eure Kinder lehren“.

Ein verirrtes Kind wurde einmal gefragt, weshalb es den Pfad der Thora verlassen hatte, da doch sein Vater ein so hoch geschätzter Thora-Gelehrter war. Das Kind erwiderte: Als die Familie ihre Küche renovierte, habe der Vater die neuen Kacheln so liebkost, wie er niemals den Sifrei Kodesch liebkost habe!

Es genügt nicht, von der Wichtigkeit der Thora zu reden; man muss in ihr leben, um sie an die Kinder weitergeben zu können. Möge HaSchem uns allen beistehen.

Stoff zum Nachdenken

Wenn Öl von einer Öllampe tropft – darf man einen Teller unter die Lampe stellen, um das tropfende Öl aufzufangen?

Darf man Wasser mit schmutziger Wäsche aufwischen?

Wasser tropft aus einer Klimaanlage – darf man etwas darunter stellen, um das Wasser aufzufangen?

Iggeres HaGra – (Teil 6)

Sieh, wie streng sie jeden einzelnen Ausdruck bedachten! Ehrt den Schabbos weiter, als wäre ich da. Nehmt nichts fort von den [Schabbos-] Ausgaben, denn „das gesamte Auskommen des Menschen [über das Jahr ist für ihn festgelegt von Rosch Haschana bis Jom Kippur], ausgenommen [die Ausgaben für Schabbos und Feiertage] etc.“ (Beitzah 16a). Ich beschwöre und bitte euch auch, eure Töchter sehr umsichtig zu führen, damit sie nicht fluchen, lügen und streiten. Vielmehr sollen sie alles friedlich tun, mit Liebe, Mitgefühl und Sanftheit.

  1. [1] Siman 257:1.

  2. [2] Der Mechaber sagt nicht, dass es assur ist, wenn das Essen warm wurde; vielmehr sagt er, dass das Essen mutar ist, wenn es vollständig gekocht und mitstamek w’ra lo (zu seinem Schaden komprimiert) wurde und genauso warm geblieben ist wie zuvor. Wir können daraus schließen, dass es assur ist, wenn es erhitzt wurde, selbst bei mitstamek w’ra lo.

  3. [3] Unabsichtlich, wenn ich z.B. nicht um das Verbot wusste.

  4. [4] 113. Ohr LeZion, Bd.2, S.238.

  5. [5] Der Chason Isch vertrat jedoch die Auffassung, dass man dem Topf mit einem Löffel Essen entnehmen darf, wenn dieses vollständig gekocht ist, selbst wenn es auf dem Feuer steht (wobei man darauf achten muss, es nicht umzurühren). Im Fall, wo die Speise für später benötigt wird und wo sie, einmal vom Feuer genommen, nicht dorthin zurück gestellt werden kann (weil sie nicht auf einem Blech oder einer Wärmeplatte steht), gibt es Spielraum für Nachsicht und die Entnahme von Essen aus dem Topf, während es noch auf dem Feuer steht. (Sch’miras Schabbos Kehilchasa 1-32).

Wir hoffen, dass sich zur [Diskussion] ausreichend Fachkundige einfinden werden.


Im Gedenken an Sergei Fejwel bar Josef Dow Ajwrams und Mirjam Deworah Ajwrams bat R. Jisrael Zwi HaCohen.

Zu Ihrer Information: Diese wöchentlichen Schiurim sind schriftlich oder telefonisch anzufordern bei: Office 99 Rechov Bayit Vegan, Jeruschalajim, Israel 972-8-974-4177 Tel., U.S. 732-370-3344, e-mail: shabbosweekly@shemayisrael.com, oder unter www.shemayisrael.com. Wöchentliche Förderungen können übernommen werden.

Vermerk: Diese Reihe dient nur der Klärung der erörterten Gegenstände und enthält keine halachaschen Entscheidungen. Sie soll das alltägliche Bewusstsein für wichtige Fragen in Verbindung mit diesen Gegenständen stärken. Zur Einholung einer P'sak ist eine halachasche Autorität zu konsultieren.



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