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Koscher leben...
 
 

Die wöchentliche Halacha-Reihe über Hilchos Schabbos wurde veröffentlicht von Pirchei Shoshanim, ein Projekt des Shema Yisrael Torah Networks, auf Grundlage der Schiurim von Rabbi Dovid Ostroff schlita, entwickelt von der Chewuro des Pirchei Shoshanim Semicha Programs. Diese Halachos wurden von Rabbi Ostroff haGaon haRaw Mosche Sternbuch schlito vorgelegt.

Parschas Schemos 5762
4. Januar 2002, Band 1, Nummer 7

Definitionen

Bevor wir uns den folgenden Fragen zuwenden können, müssen diese Begriffe definiert werden:

  1. Ein K'li rischon (der erste K'li) – der Kochtopf, ob auf dem Feuer oder nicht, kocht alles in ihm Befindliche, wenn dieses jad soledes bo ist.
  2. Ein K'li schaini – das Utensil, in welches der Inhalt des K'li rischon geschüttet wurde.
  3. Ein K'li schlischi – das Utensil, in welches der Inhalt des K'li schaini geschüttet wurde.

Darf man Challah oder Matza in eine Schüssel Suppe geben?

Das Problem betrifft hier Bischul achar Afija – das Kochen nach dem Backen oder Rösten. Der Schulchan Aruch[1] erwähnt zwei Auffassungen zu der Frage, ob man gebackene Lebensmittel kochen darf[2], und er kommt zu dem Schluss, dass manche das erlauben. Will der Mechaber sagen, dies sei sogar in einem K'li rischon erlaubt (der sich nicht auf dem Feuer befindet), oder aber nur in einem K'li schaini? Es handelt sich um einen Machlokes, und man sollte seinen Raw dazu befragen. Was den Rama betrifft, so sagt er, dass der Minhag konsistent sein muss und dass man Brot nicht einmal in einen K'li schaini geben sollte.

Der M’B 45 sagt: obgleich ein Schöpflöffel l’chumra[3] als ein K'li rischon gilt, wenn die Suppe aus dem K'li rischon mit einem Schöpflöffel serviert wurde,[4] besteht Spielraum für einige Nachsicht, und man darf Brot und Matza in den Teller geben.

Daher lautet die Antwort: Sephardim sollten ihren Raw fragen, ob Brot in einen K'li rischon gegeben werden darf oder nur in einen K'li schaini. Aschkenasim dürfen Brot nur in einen K'li schlischi[5] geben, und in diesem Fall gilt ein Schöpflöffel als K'li schaini und macht den Teller zu einem K'li schlischi. Entsprechend darf ein Keks nicht in Tee getunkt werden, der in einem K'li schaini zubereitet wurde.

Ich gebe gern Suppennüsse (Suppenmandeln) in meine Suppe – muss ich dabei etwas besonderes beachten?

Anders als Brot sind Suppenmandeln gebraten, was dem Kochen entspricht. Da die Halacha ejn Bischul achar Bischul lautet, sobald Lebensmittel gekocht wurden, dürfen sie in einen K'li rischon zurückgegeben werden (der sich nicht auf dem Feuer befindet), und darf man auch Suppennüsse in seine Suppe geben. Man darf auch gekochte Loschken in einen Topf kochender Suppe geben (der sich nicht auf dem Feuer befindet). Croutons jedoch sind gebacken, und für sie gilt die gleiche Regel wie für Brot entsprechend der Frage oben.

Darf man Nescafé in einem K'li schaini zubereiten?

Nescafé oder Pulverkaffee wird zuerst gebraut und anschließend eis- oder sprühgetrocknet. Daher sollte nach der vorstehenden Regel, wonach das Kochen gekochter Lebensmittel zulässig ist, sogar erlaubt sein, ihn in einen K'li rischon zu geben (der sich nicht auf dem Feuer befindet). Manche Poskim sagen jedoch, dass ein gekochtes lösliches Pulver den Status einer Flüssigkeit hat und als solche nicht noch einmal gekocht werden darf. Der M’B kommt zu dem Schluss, dass es daher nur in einen K'li schaini gegeben werden sollte (obgleich andere es aus verschiedenen Gründen nur in einem K'li schlischi zubereiten).

Wie steht es mit Filterkaffee?

Filterkaffee wird nicht gebraut, sondern nur geröstet; daher gilt für Filterkaffee die gleiche Regel wie für Brot: er sollte nur in einem K'li schlischi zubereitet werden.

Ein Wort zum Parscha

Aharon haKohen:
Wie man sich über den Erfolg eines anderen freuen soll

Als Aharon HaCohen seinen jüngeren Bruder Mosche sah und erfuhr, dass Mosche den Auszug von Bnei Jisrael aus Ägypten anführen würde, war er „glücklich in seinem Herzen“. Der Midrasch sagt, dass Aharon, hätte er gewusst, dass die Thora seine Freude für Mosche bekannt machen würde, diesen mit Trommeln und Tanz begrüßt hätte. Die Frage lautet, ob es möglich ist, dass der heilige Aharon etwas nur um der Publicity willen tun würde?

HaRaw Mosche Sternbuch, schlita, erklärt, dass Aharon niemals etwas bloß um der Publicity willen getan hätte, da die Thora seine aufrichtige Freude für seinen jüngeren Bruder bezeugt; was er im Herzen vor allem empfindet, ist die Freude über den Erfolg des anderen. Hätte Aharon jedoch gewusst, dass seine Gefühle öffentlich werden, hätte er ein ganzes Konzert arrangiert, um seine Liebe zu zeigen, und zwar nicht als Publicity-Event, sondern vielmehr als Lektion darüber, wie man über den Erfolg eines anderen denken und empfinden soll.

Stoff zum Nachdenken

Am Äußeren eines elektrischen Kochers befindet sich eine kleine durchsichtige Pumpe, die mit Wasser gefüllt wird. Beim Öffnen des Hahns fließt das Wasser aus dieser Pumpe in den Kocher. Ist dabei etwas Besonderes zu beachten?

Wurde unabsichtlich eine Lampe angeschaltet, kann man davon profitieren?

Besteht ein Unterschied zwischen dem gedankenlosen und dem unbemerkten Einschalten einer Lampe (indem man sich z.B. an den Lichtschalter lehnt)?

Die Steine meiner Veranda werden durch die Sonne sehr heiß – darf ich Essen auf ihnen wärmen?

Iggeres haGra – (Teil 5)

Geflügelte Wesen klammern sich an jeden und halten alles fest, was er sagt. „Denn ein Vogel des Himmels kann den Ton tragen, und ein geflügeltes Wesen kann es weitersagen.“ (Koheles 10:20) „Lass deinen Mund nicht dein Fleisch Sünde tun, und sag dem Boten nicht, dass es ein Irrtum war. Warum sollte Gott sich über dein Reden ärgern und das Werk deiner Hände zerstören?“ (ebda. 5:5).

  • [1] Siman 318:5
  • [2] Wie auch immer: das Gebackene darf nie in einen Topf gegeben werden, der sich auf dem Blech oder der Wärmeplatte befindet.
  • [3] Der Status eines Schöpflöffels, der in einen K’li rischon getaucht wurde, ist zweifelhaft, und er gilt als ebenso l’chumra (konsistent) wie ein K’li rischon.
  • [4] Unter der Bedingung, dass der Schöpflöffel nicht in der Suppenschüssel gelassen wurde, da er in diesem Fall den Status eines K’li rischon annehmen kann (M’B 87).
  • [5] Nach M’B 45.

Wir hoffen, dass sich zur [Diskussion] ausreichend Fachkundige einfinden werden.

Im Gedenken an Sergei Fejwel bar Josef Dow Ajwrams und Mirjam Deworah Ajwrams bat R. Jisrael Zwi HaCohen.

Zu Ihrer Information: Diese wöchentlichen Schiurim sind schriftlich oder telefonisch anzufordern bei: Office 99 Rechov Bayit Vegan, Jeruschalajim, Israel 972-8-974-4177 Tel., U.S. 732-370-3344, e-mail: shabbosweekly@shemayisrael.com, oder unter www.shemayisrael.com. Wöchentliche Förderungen können übernommen werden.

Vermerk: Diese Reihe dient nur der Klärung der erörterten Gegenstände und enthält keine halachaschen Entscheidungen. Sie soll das alltägliche Bewusstsein für wichtige Fragen in Verbindung mit diesen Gegenständen stärken. Zur Einholung einer P'sak ist eine halachasche Autorität zu konsultieren.



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