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Die
wöchentliche Halacha-Reihe über Hilchos Schabbos wurde veröffentlicht von
Pirchei Shoshanim, ein Projekt des Shema Yisrael Torah Networks, auf
Grundlage der Schiurim von Rabbi Dovid Ostroff schlita, entwickelt von der
Chewuro des Pirchei Shoshanim Semicha Programs. Diese Halachos wurden von
Rabbi Ostroff haGaon haRaw Mosche Sternbuch schlito vorgelegt.
Parschas Wajechi 5762
28. Dezember 2001, Band 1, Nummer 6
Darf man an Schabbos heißes Wasser
in eine Thermoskanne füllen?
Das ist eine Frage der
Hatmana – Essen eingepackt aufbewahren, um es warm zu halten. Wie wir
schon gelernt haben, ist es nicht erlaubt, heiße Lebensmittel an Schabbos
vollständig einzuwickeln, um sie warm zu halten. Aus zwei Gründen ist es
jedoch gestattet, Wasser in eine Thermoskanne zu gießen: 1) Hatmana
ist nur für das ursprüngliche Gefäß verboten; wurde das Wasser aber in einen
zweiten Topf umgeschüttet, ist sie erlaubt;[1]
2) Hatmana muss für einen Topf getan werden, wobei der Topf selbst
nicht Hatmana ist, und da die Thermoskanne als ein einziges Gefäß mit
Isolationsschicht gilt, ist sie nicht Hatmana.[2]
Das Feuer unter meinem Blech ist
ausgegangen, und ich möchte meine Töpfe in Bettzeug einschlagen. Darf ich
das?
Nein, das dürfen Sie wegen
Hatmana nicht – einwickeln an Schabbos ist verboten, selbst wenn keine
Wärmequelle da ist. Sie können die Töpfe aber teilweise einwickeln.[3]
Darf ich die Babyflasche
aufwärmen, indem ich sie in einen Topf mit heißem Wasser lege?
Die meisten Poskim sind
sich darin einig, dass die Flasche nicht vollständig von heißem Wasser
bedeckt sein darf, um sie aufzuwärmen, und zwar aus den gleichen Gründen wie
in der vorherigen Antwort. Sie können die Flasche aber in heißes Wasser
geben, wenn Sie sie oben unbedeckt lassen.[4]
Darf ich Essen wieder aufwärmen,
indem es auf die Heizungen im Haus stelle?
Ja, das dürfen Sie, da dies nicht die
normale Kochmethode ist.[5]
Das ist vergleichbar damit, dass Sie Essen auf einen Topf stellen, der
bereits auf dem Feuer steht.[6]
Wieder aufgewärmt werden darf aber nur trockenes, gekochtes Essen; eine
Flüssigkeit oder Festnahrung mit Fleischsaft darf nicht wieder aufgewärmt
werden.
Darf man kaltes gekochtes Huhn in
Cholent eintauchen, das sich auf meinem Teller befindet?
Was das Kochen angeht: selbst wenn
das Huhn die Temperatur von jad soledes bo erreichen würde,[7]
ist das aus mehreren Gründen kein Problem, aber auch, was Hatmana
angeht, liegt kein Issur vor, wenn Nahrungsmittel mit anderen
Nahrungsmitteln umhüllt werden.[8]
Zur Frage, ob ein gekochtes Ei in heißes Wasser eingetaucht werden darf, ist
ein Schaila zu konsultieren.
Welches ist die Halacha in der
Frage, ob eine Kischke in das Cholent eingetaucht werden darf?
In den Poskim finden
sich hierzu einige Meinungen. Siehe die Fußnote.[9]
HaRaw Schlomo Zalman Auerbach Ztz''l war der Auffassung, dass es gestattet
ist, da Hatmana gewöhnlich getan wird, um Wärme zu bewahren, und ohne
das Essen von außen einzuwickeln, würde die Wärme verloren gehen. Hier wird
der Kischke nicht in das Cholent gegeben, um Wärme zu
bewahren, vielmehr soll er durch die Flamme unter dem Topf erwärmt werden,
genau wie das Cholent von der Flamme erwärmt wird.[10]
Ein Wort zum Parscha
Wir kennen die berühmten Segen, die
Ja’akow Awinu dem Ephraim und dem Menasche erteilte, indem er seine Hände
kreuzte und die Rechte dem Ephraim, die Linke dem Menasche auflegte. Er
erklärte Josef, dass Ephraim größer als Menasche sein werde und daher die
rechte Hand verdiene.
Die Frage ist nun: weshalb bat er
Ephraim nicht, zu seiner Rechten zu stehen, so dass er die Hände nicht hätte
zu kreuzen brauchen? HaGaon HaRaw Chajim von Wolozhin erklärte, dass
man dazu neigt, die Fehler und Mängel eines anderen zu vergrößern und seine
Stärken und guten Seiten zu verkleinern. Das wird symbolisiert durch meine
Rechte gegenüber deiner Linken – ich bemerke deine Mängel, und durch meine
Linke gegenüber deiner Rechten – nur meine schwache und unwichtige Seite
erkennt deine starke Seite.
Ja’akow Awinu lehrte uns, dass wir
die Stärken und die guten Seiten des Charakters eines anderen betonen
sollten, indem wir unsere Rechte seiner Rechten gegenüber halten, und dass
wir seine Schwächen herunterspielen sollten, indem wir unsere Linke
gegenüber seiner Linken halten.
Stoff zum Nachdenken
- Darf man Challa oder Matza in eine
Suppenschüssel geben?
- Darf man Nescafé in einem K’li
schaini zubereiten? Wie steht es mit Filterkaffee?
- Ich mag Suppenkerne
(Suppenmandeln) in meiner Suppe; muss ich dabei etwas beachten?
- Darf ich Mayonnaise oder Butter in
einer heißen Kartoffel verteilen?
Antworten im nächsten Teil...
-
[1]
Siman 257:5 und M’B 29.
-
[2]
Chazon Isch Siman
37-32.
-
[3]
Siman 257:1.
-
[4]
M’B 258:2.
-
[5]
Iggros Mosche Orach Chajim Bd. 4, S. 139-34.
-
[6]
Siman 253:5.
-
[7]
Vergleiche Nr. 2.
-
[8]
Sch’miras Schabbos Kehilchasa 1-72 und die Fußnote.
-
[9]
Schevet HaLevi Bd. 3,
Siman 47. Minchas Yitschak Bd. 8, Siman 17.
Sch’vus Jitschak S. 251.
-
[10]
Sch’miras Schabbos Kehilchasa Bd. 3, 42-242.
Wir hoffen, dass sich
zur [Diskussion]
ausreichend Fachkundige einfinden werden.
Iggeres haGra – (Teil 4)
Im Gedenken an Sergei Fejwel bar
Josef Dow Ajwrams
und Mirjam Deworah Ajwrams bat R. Jisrael Zwi HaCohen.
Zu Ihrer Information: Diese wöchentlichen Schiurim sind schriftlich oder
telefonisch anzufordern bei: Office 99 Rechov Bayit Vegan, Jeruschalajim,
Israel 972-8-974-4177 Tel., U.S. 732-370-3344,
e-mail:
shabbosweekly@shemayisrael.com, oder unter
www.shemayisrael.com. Wöchentliche Förderungen können übernommen werden.
Vermerk: Diese Reihe
dient nur der Klärung der erörterten Gegenstände und enthält keine
halachaschen Entscheidungen. Sie soll das alltägliche Bewusstsein für
wichtige Fragen in Verbindung mit diesen Gegenständen stärken. Zur Einholung
einer P'sak ist eine halachasche Autorität zu konsultieren.
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