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Die
wöchentliche Halacha-Reihe über Hilchos Schabbos wurde veröffentlicht von
Pirchei Shoshanim, ein Projekt des Shema Yisrael Torah Networks, auf
Grundlage der Schiurim von Rabbi Dovid Ostroff schlita, entwickelt von der
Chewuro des Pirchei Shoshanim Semicha Programs. Diese Halachos wurden von
Rabbi Ostroff haGaon haRaw Mosche Sternbuch schlito vorgelegt.
Parschas Wajeischev 5762
7. Dezember 2001 / Band 1, Nummer
3
Ist es muter, Töpfe auf dem Blech näher ans Feuer zu
rücken?
Im Iggros Mosche 1
heißt es, wenn das Essen zu Ende gekocht ist und auf dem Blech an einem
Punkt steht, der jad soledes bo2
ist, darf es näher ans Feuer gerückt werden. Vgl.
auch Sefer Sch’miras Schabbos Kehilchaso 1, Anm. 111.
Wenn ich nach Schließen eines Topfes merke, daß das Essen
noch nicht zu Ende gekocht ist, darf das Essen dann verzehrt werden?
Letzte Woche haben wir gelernt,
daß es ossur ist, einen Deckel auf einen Topf mit noch nicht
gargekochtem Essen zu legen. War das Essen jedoch schon bis zum Grad von
ma’achal Ben
Derosai3 gegart und wurde der Deckel zurückgelegt,
kann das Essen verzehrt werden.4
Aus Versehen habe ich den Cholent Topf vom Blech genommen,
weil ich dachte, es sei der Suppentopf; kann ich ihn wieder zurückstellen?
Das ist eine schwierige Frage,
und die Meinungen darüber gehen auseinander. HaRav Schlomo Zalman Auerbach
Ztz''l 5
ist der Auffassung, das Essen
dürfe zurückgestellt werden (vgl. den Verweis in der Anmerkung).
Gibt es Halachos zur Frage, wie man Handtücher um
Töpfe auf dem Blech wickeln darf?
Ja, und die Quelle für diese
Halachos finden sich in Simon 257. In Kürze:
Es ist ossur, einen Topf
mit Essen, der sich auf dem Feuer befindet (oder auf dem Blech oder der
Wärmeplatte), mit Handtüchern oder Kissen einzuwickeln (Hatmana).
Bleibt jedoch ein deutlicher Teil des Topfes unbedeckt, ist es erlaubt. 6
Zum Beispiel: wenn man den Topf oben unbedeckt läßt und nur die Seiten
umhüllt,7 oder wenn man nur die Oberseite bedeckt. Benutzt man also eine
Challa zum Warmhalten auf der Oberseite, muß man darauf achten, die
Challa nicht ganz mit einem Handtuch zu umwickeln.
Eine der Bedingungen für Chasora
besteht darin, daß man den Topf in
Händen halten muß. Ich erinnere mich auch daran, daß man dem Topf kein Essen
entnehmen sollte, während er auf dem Blech oder der Wärmeplatte steht,8
aber ich bin kein Zauberer. Wie stellt man das an?
Wenn zwei Personen zugegen sind, kann einer den
Topf halten und der andere das Essen entnehmen. Wenn Sie allein sind, können
Sie den Topf auf der Ablage abstellen, während
Sie ihn mit einer Hand festhalten, Sie
können das Essen entnehmen und den Topf auf das Blech oder die Wärmeplatte
zurückstellen.9
Ein Wort zum Parscha
Im Possuk (37:24) heißt es, daß
die Grube leer war und kein Wasser hatte.
Raschi erklärt, daß sie zwar kein
Wasser enthielt, daß jedoch Schlangen und Skorpione darin waren.
Der Wilna Gaon erklärt, daß die
Thora mit Wasser verglichen wird und daher ein Mensch, der keine Thora
enthält, mit bösen Gedanken und Neigungen gefüllt wird.
Das entspricht der Erklärung des
Gaon zum Possuk in Mischlei, die besagt, daß man sich im täglichen Leben
bemühen muß, sich auf höhere Ebenen zu erheben, damit man nicht absinkt. Der
Gaon erklärt, daß eine Person, wenn sie nicht kontinuierlich aufsteigt,
automatisch absinkt.
Stellen Sie sich vor, Sie gehen
eine abwärts laufende Rolltreppe hinauf: wenn Sie langsamer gehen als die
Rolltreppe läuft, oder wenn Sie auch nur den Bruchteil einer Sekunde
stillstehen, dann bewegen Sie sich sofort abwärts. Diese Welt zieht uns
nach unten, und um geistlich oben zu bleiben, muß man kontinuierlich höhere
Ebenen erklimmen.
Gedankennahrung
Wenn die Flamme oder der Strom
unter meinem Topf ausgegangen ist, kann ich den Topf dann zu einem Nachbarn
tragen und sein Blech oder seine Wärmeplatte benutzen?
Wenn der
Cholent
brennt, was kann getan
werden, um ihn zu retten?
Wenn das
Feuer unter dem Blech gelöscht ist, kann ich dann einen Nicht-Juden bitten,
es wieder anzufachen?
Die Antworten werden kommende
Woche gegeben.
1 Orach Chayim 4,
Simon 61. Vgl. jedoch auch Simon 74-12. 2 Zur Erklärung siehe
die Seite von vergangener Woche. Gemeint ist eine Temperatur von ca.
40-45°C. 3 Ben Derosai ist der Name eines Diebes, der in der
Gemora erwähnt wird; er aß sein Essen, bevor es zu Ende gekocht war. Es
gibt einen Machlokes (Streit) zwischen Raschi und Rambam darüber, ob
dieser Grad 1/3 oder ½ der vollen Garzeit beträgt. 4Auf der Grundlage von
M"B 318:27.. 5 Sch’miras Schabbos Kehilchasa Bd. 3, 1:20. 6
Sch’miras Schabbos Kehilchasa 1:66 in der Anmerkung. 7 M"B Simon 278:2.
8 Der Chazon Ish (37:15) gestattet jedoch, einem Topf sogar dann
Essen zu entnehmen, wenn er noch auf dem Feuer steht, wobei darauf zu achten
ist, die Zutaten nicht umzurühren. 9 Der Rama sagt übrigens in
Simon 253:2: oda b’Jado – in seiner Hand (nicht: in seinen
Händen).
Wir hoffen, dass sich
zur [Diskussion]
ausreichend Fachkundige einfinden werden.
Iggeres HaGra – (Teil 1)
Im Gedenken an Sergei Fejwel bar
Josef Dow Ajwrams
und Mirjam Deworah Ajwrams bat R. Jisrael Zwi HaCohen.
Zu Ihrer Information: Diese wöchentlichen Schiurim sind schriftlich oder
telefonisch anzufordern bei: Office 99 Rechov Bayit Vegan, Jeruschalajim,
Israel 972-8-974-4177 Tel., U.S. 732-370-3344, e-mail:
shabbosweekly@shemayisrael.com, oder unter
www.shemayisrael.com. Wöchentliche Förderungen können übernommen werden.
Vermerk: Diese Reihe
dient nur der Klärung der erörterten Gegenstände und enthält keine
halachaschen Entscheidungen. Sie soll das alltägliche Bewusstsein für
wichtige Fragen in Verbindung mit diesen Gegenständen stärken. Zur Einholung
einer P'sak ist eine halachasche Autorität zu konsultieren.
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