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Koscher leben...
 
 

Gedanken zum 'Elu D'warim' im Morgengebet:
...''veTalmud Torah
- keneged kulam''...

...''doch das Studium der Torah wiegt alles auf''...

Zum ersten Teil: ''Ejlu Dewarim, sheejn lahem Schi'ur: haPeah vehaBikurim vehaRajon uGmiluth cHasadim veTalmud Torah''.
(Aus Mischnah Peah 1.1)


Aus Tefilath Jescharim

Ejlu D'warim, she-ejn lahem Shi'ur
= Diese Dinge haben kein Maß

Das heißt man kann nicht zu viel davon tun. Shi'ur heißt aber auch Unterrichtsstunde, das könnte heißen, dass diese Dinge dem Menschen schon im Herzen angelegt sind - er bräuchte also nur auf die Stimme seines Herzens* - und nicht notwendigerweise auf den Vortrag eines Gelehrten - zu hören.

HaPe'ah
= Die Feldecke

Beim Abernten seines Feldes soll man nicht alles mitnehmen, nicht alles abräumen, sondern Gelegenheiten auch noch für andere übrig lassen.
Das Stehenlassen vom eigenen Besitz oder Anspruch führt dazu, dass Bedürftige keine Almosen in Empfang nehmen müssen, sondern selbst ernten können. Wer Bedürftig sei, ist nach dieser Praxis, nicht an uns zu bestimmen.

haBikhurim
= die Erstlingsfrucht

Im alten Israel brachte man die ersten Erträge der Ernte zum Tempel - es ist dies eine Form der Anerkennung dafür, dass alles was wir erarbeiten nicht allein auf unserer Leistung begründet ist. Es kann auch als Dankbarkeit ausgelegt werden, welche durch eine Unterstützung des Tempeldienstes, und damit der Anbetung G'ttes überhaupt, zum Ausdruck gebracht wird. Es geht hierbei nicht nur darum selbst G'tt zu erkennen, sondern vielmehr darum, diese Möglichkeit auch für andere zu fördern.

haRa'jon
= das Erscheinen im Tempel

Hier geht es um die eigene Andacht, das Gebet, welches nach der Zerstörung des Tempels an die Stelle des Opferdienstes getreten ist.

G'miluth cHasadim
= Das Erweisen von Wohltätigkeit

Das in Taten spürbare Wohlwollen gegenüber dem Mitmenschen, unabhängig von dessen Verdienst. Wir sollen in diesem Fall nicht richten, sondern unser Handeln nur nach unseren Möglichkeiten zu Helfen und dem Bedarf unseres Nächsten ausrichten. Die Würde des Naechsten dürfen wir dabei nicht verletzen. cHesed ist übrigens eine Eigenschaft G'ttes auf welcher der Bestand der Welt beruht: Wäre nur die Gerechtigkeit der Maßstab G'ttes, so könnte keiner von uns vor seinem Urteil bestehen.

veTalmud Torah
= und das Studium der Lehre

Talmud Torah, das Erforschen der Lehre wiegt alle diese Prinzipien auf - steht an Bedeutung also über ihnen - denn: Es führt zu all diesen.
Die Torah verlangt ja das Streben nach Frieden, nach Wohltätigkeit und Gerechtigkeit, das Eintreten für Freiheit und Würde aller Menschen, den Respekt vor Fremden und Schutzbedürftigen, die in deinen Toren...

Zum zweiten Teil: "Ejlu Dewarim, sheAdam okhel et Perotejhem baOlam haseh, vehaKeren kajemeth lo laOlam haba. Veelu hen: Kibud Aw veEm, uGmiluth Chasadim, uBikur Cholim, veHakhnasath Orchim, veHaschkamath Beth haKneseth, veHawaath Schalom bejn Adam leChawero (ubejn Isch leIschto), veTalmud Torah keneged kulam".
(Aus Babylonischer Talmud, Schabath 127a)

Dies sind Dinge, deren Früchte der Mensch in dieser Welt (Diesseits) genießt, deren Fruchtstock ihm aber erhalten bleibt bis in die nächste Welt (Jenseits). Und diese sind es: Die Ehrerweisung an Vater und Mutter, das Ausüben der Wohltätigkeit, das Besuchen der Kranken, das Aufnehmen der Gäste, das zeitige Erscheinen im Bethaus, das vermittelnde Friedenstiften zwischen den Menschen (und Mann und Frau) - und Talmud Torah wiegt alles auf.

(Andere Quellen zählen noch "Hakhnasath Kalah", die Ausstattung einer Braut, und "Halvajath haMeth", das Geleiten des Toten, und "Ijum Tefilah", die Vertiefung beim Gebet, hinzu).

Lesen Sie auch:
Torah und Gebote von Rabbiner Eliahu Avichail


Das Lernen der Lehre:

Weitere Hilfe hierzu finden Sie auf unserer Talmud Thorah Seite.

"BeReshith bara Elohim et haShamajim v'et haArez, v'haArez hajtah tohu v'bohu..."
(Im Anfang: Übersetzung nach Buber Rosenzweig)

Lassen Sie sich entführen zum Vortrag der ersten Worte der Torah.
Diese historische Aufnahme stammt aus einer italienischen Synagoge.

Aus dem Sidur: Juedische Gebete
Die Anleitung: Fuer jede Woche ein Abschnitt der Torah
Die zehn Gebote und die dreizehn Grundsaetze
Zum Inhaltsverzeichnis: Jahaduth
Zum Inhaltsverzeichnis: haGalil onLine

*) Ähnlich drückt sich die Torah in Dewarim 30, 11ff aus: "Denn dieses Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht verborgen und ist dir nicht fern. Es ist nicht im Himmel, dass du sagest: Wer steigt für uns in den Himmel hinauf und holt es uns, und macht es uns kund, dass wir es tun. Und es ist nicht jenseits des Meeres, dass du sagest: Wer reist für uns nach jenseits des Meeres hin und holt es uns und macht es uns kund, dass wir es tun. Sondern sehr nahe ist dir die Sache, in deinem Munde und in deinem Herzen, es zu tun".

1996© haGalil



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