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[Chag
haSchawu'oth - Wochenfest]
Schawuot (Wochenfest):
Geschichte und Bedeutung
Schawuot findet sieben Wochen nach Pessach, am 6. Siwan
(Mai/Juni) statt. Zwischen Pesach und Schawuoth liegen die 49
Tage des Omerzählens, die bei
orthodoxen Juden als Trauer- und Fastenzeit gelten. Ursprünglich war auch
Schawuoth ein Erntefest, an dem man die Weizenernte feierte (vgl.
Pessach). Später
entwickelte es sich zum Fest des Gesetzes mit historischen Erinnerungen.
Heute feiert man den Moment, als Israel am Berg Sinai die Torah empfing und
das jüdische Volk Gott seine Treue versprach (Exodus 24,7 (Mischpatim)).
Das Fest betont die wichtige Rolle, die das Moralgesetz im Leben von
Nationen und von Einzelnen spielen muss. Sein Bezug zu Pessach (durch
das Omerzählen) weist darauf hin, dass Freiheit und Gesetz in einem
tiefen engeren Zusammenhang stehen.
Bräuche und Symbole
Trotz der Bedeutung des Themas fehlt dem Fest die Volkstümlichkeit von
Pessach und Sukkot, vielleicht weil es weniger Rituale gibt, die
sich mit ihm verbunden haben, und es weniger häuslich ausgerichtet ist als
die beiden anderen Pilgerfeste (Regalim). Zu Hause werden die Festtagskerzen
entzündet. Man enthält sich der Arbeit und besucht die Gottesdienste in der
Synagoge. Es ist Brauch, die Synagoge mit Blumen und Pflanzen zu
schmücken. Dies erinnert an den landwirtschaftlichen Ursprung des Festes. Im
Morgengottesdienst werden die zehn Gebote
aus der Rolle gelesen, um die Bedeutung des Gesetzes hervorzuheben. Während
der Verlesung steht die Gemeinde.
Um die Bedeutung des Festes neu zu betonen wählten einige progressive
Gemeinden dieses Fest als Termin für die Konfirmation (Kabbalat Mitzwa
oder Ben/Bat-Thora) ihrer Jugendlichen. Nach Abschluss des formalen
Religionsunterrichts bekunden diese im Schawuot-Gottesdienst ihre
Hingabe an das Judentum. Sie übernehmen die Gestaltung von Teilen oder des
gesamten Gottesdienstes und fügen manchmal eigene Texte über die Offenbarung
ein oder solche, die die jüdischen Themen, die sie gelernt haben, zum
Ausdruck bringen.
Eine davon unabhängige Entwicklung ist die Wiederbelebung der Tradition,
in der Nacht von Schawuot jüdische Texte zu studieren (Tikkun
Leil Schawuot). Einige progressive Gemeinden organisieren
Studiengruppen am späten Abend, bei denen Erfrischungen angeboten werden,
oder veranstalten eine Unterrichtseinheit, die die ganze Nacht dauert und
mit einem Frühstück und einem Gottesdienst in der Morgendämmerung endet.
Das Buch Ruth enthält viele Themen, die zu Schawuot passen und
nichts mit seinem Erntefest-Hintergrund zu tun haben: Ruths Verbundenheit zu
Naomi und ihre Treue sind ein Symbol für Israels Verhältnis zu Gott und die
Annahme der Thora; die Offenheit des Judentums für Menschen, die aus
ehrlichen Motiven konvertieren wollen;
der religiöse Weg einer Nichtjüdin, die in die Gemeinde Israels eintrat mit
den Worten: »Dein Volk soll mein Volk sein und dein Gott soll mein Gott
sein« (Ruth 1,16). Die Bedeutung dieser Themen wird in progressiven
Synagogen betont, wenn sie das Buch Ruth anstelle der traditionellen Texte
aus Ezechiel und Habakuk als Haftara lesen. In orthodoxen Synagogen
wird Ruth zum Abschluss des Morgengottesdienstes am zweiten Tag des Festes
gelesen.
Quelle Jonathan A. Romain, Walter Homolka,
Progressives Judentum, Leben und Lehre, pp170 (Buchbeschreibung)...
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