|
Der jüdische Kalender:
Einige Dinim für Rosch Chodesch
Es ist eine Mizwa am
Rosch Chodesch die Mahlzeiten üppiger und feierlicher zu
gestalten, da am Rosch Chodesch Hallel gesagt wird, worin es heisst:
«Dies ist der Tag, den G'tt gemacht hat, lasst uns
fröhlich und glücklich an ihm sein!»
Manche sephardische Gemeinden pflegen am Vorabend des
Rosch Chodesch ein Licht anzuzünden.
Wer für eine Rosch Chodesch-Mahlzeit mehr ausgibt,
bekommt es vom Himmel zurückbezahlt. So wie es in der Pesikta (zitiert
von Tur, Hilchot Rosch Chodesch) heisst:
«Der Lebensunterhalt eines Menschen wird von einern
Rosch Haschana bis zum nächsten Rosch Haschana festgesetzt. Als
Ausnahme gelten die Ausgaben für Schabbat, die Feiertage, Rosch
Chodesch und Chol Hamoed, sowie diejenigen, die man für die
Erziehung der Kinder bereitstellt. Gibt man für diese mehraus, so
bekommt man auch mehr; gibt man weniger aus, so bekommt man auch
weniger.»
Darum ist es Brauch, zu Ehren von Rosch Chodesch einen
Gang zur gewöhnlichen Mahlzeit hinzuzufügen, sei es Wochentag oder
Schabbat.
Es ist verboten, am Rosch Chodesch zu fasten, mit der
Ausnahme des Bräutigams, der am Rosch Chodesch Nissan, (manche verfügen
dies auch für Rosch Chodesch Elul) fastet.
Trauerreden werden am Rosch Chodesch nicht gehalten.
Man sagt Halb-Hallel - man lässt «LO LANU» und «AHAWTI»
aus - da Rosch Chodesch ja nicht als vollkommener Feiertag angesehen
wird. Hallel wird stehend gesagt.
Am Rosch Chodesch schaltet man «JAALE WEJAWO» ein, beim
Tischgebet und in der Schemone Essre, jedoch nicht im Mussaf.
Hat man vergessen im Tischgebet «JAALE WEJAWO» zu sagen
aber den vierten Segensspruch noch nicht gesagt, so fügt man hinzu:
«Gesegnet seist Du G'tt, König der Welt, der die
Rosch Chodeschtage Seinem Volk Israel zur Erinnerung gegeben hat.»
Hat man aber schon den vierten Segensspruch begonnen,
dann beendet man das Tischgebet wie gewöhnlich, da ja die Rosch
Chodesch-Mahlzeit nicht obligatorisch ist.
Hat man «JAALE WEJAWO» während des Maariwgebetes
vergessen, muss man das Gebet nicht wiederholen, da das Bejt Din den
neuen Monat erst am Tage heiligte.
Hat man «JAALE WEJAWO» beim Morgengebet oder zu «MINCHA»
vergessen, aber erinnert sich noch daran vor «MODIM», kann man es sofort
sagen. Erinnert man sich nach «MODIM» aber vor «JIHJU LERAZON», beginnt
man noch einmal bei «REZE». Erinnert man sich aber erst nach «JIHJU
LERAZON IMREJ FI», muss man die ganze Amida wiederholen.
Im «SEFER HALEWUSCH» steht geschrieben:
«Es ist eine Mizwa, am Rosch Chodesch die Kleider zu
wechseln.»
Es ist Brauch, sich am Rosch Chodesch die Haare nicht
schneiden zu lassen.
TORAH-VORLESUNG UND MUSSAFZu
«SCHACHARIT» an Rosch Chodesch, der auf einen Wochentag fällt, hebt man
eine Torarolle aus, liest aus Paraschat Pinchas
[Bamidbar] vom täglichen Opfer vor. Es worden vier Personen
aufgerufen, aber man liest keine Haftara.
Fällt Rosch Chodesch auf Schabbat, werden zwei Torarollen
ausgehoben: Aus der einen wird der Wochenabschnitt vorgelesen, und es
werden sieben Personen aufgerufen; aus der zweiten Rolle wird «MAFTIR»
aus Pinchas vorgelesen.
Als "Haftara" liest man:
«So spricht G'tt: "Der Himmel ist Mein Thron"» [Jeschajahu
66]
Diese spricht von der zukünftigen Wallfahrt nach
Jeruschalajim am Rosch Chodesch.
Wenn Rosch Chodesch Tewet - also am Chanukka - auf
Schabbat fällt, so werden drei Torarollen ausgehoben: eine für den
Wochenabschnitt, für diesen werden sechs Personen aufgerufen; der siebte
wird zur zweiten Torarolle aufgerufen, aus dem vom besonderen Opfer des
Tages gelesen wird (Paraschat Pinchas); und aus der dritten Rolle liest
man «MAFTIR», das von der Einweihung des Altars spricht. Die
darauffolgende Haftara behandelt ebenfalls das Thema «CHANUKKA», (und
nicht Rosch Chodesch).
Nach der Toravorlesung am Rosch Chodesch sagt man
«MUSSAF»für Rosch Chodesch. Fällt Rosch Chodesch auf Schabbat, so wird
zwar «MUSSAF»von Schabbat gebetet, jedoch sagt man statt «TIKANTA
SCHABBAT»die Einschaltung für Rosch Chodesch: «ATA JAZARTA OLAMCHA
MIKEDEM».
Wenn Rosch Chodesch zwei Tage lang dauert, gehen für
beide die Rosch Chodesch-Vorschriften an, und so sind auch Toravorlesung
und «MUSSAF» an beiden Tagen gleich.
MOLAD-BERECHNUNGDie beiden
grossen Lichtquellen, die G'tt am vierten Tag der Schöpfung am Firmament
angebracht hat, sind Ausgangspunkte für die Berechnung der Tage, Monate
und Jahre. So wie es geschrieben steht:
«Und sie sollen dienen zu Zeichen und zu Festzeiten
und für die Tages- und Jahreskreise.» [Bereschit 1, 14].
Die Sonne ist Basis zur Berechnung der Jahre, da sie
zusätzlich zu ihrer täglichen Drehung auch die jährliche Rotation um die
Erde vollzieht. Dies in einer Zeitspanne von 365 Tagen und 6 Stunden.
Der Mond hingegen ist der Ausgangspunkt für die
Berechnung der Monate. Das Erscheinen des Mondes, das Zu- und Abnehmen
des Mondes bis zu seiner Wiedererscheinung dauert einen Monat lang.
Die Sonne hat keine Monate, denn von einem Monat zum
andern treten keine Unterschiede in Erscheinung. So hat auch der Mond
keine Jahre, denn all seine Moladot -Neuerscheinen - sind gleich, und
die Zeit zwischen einem Molad und dem nächsten ist immer gleich.
Die Völker der Welt setzen ihre Monate und Jahre durch
gemeinsame Beschlüsse und Konventionen fest.
Die Christen zählen ihre Jahre nach der Sonne, und sie
teilen die 365 Tage und 6 Stunden in zwölf Teile, die sie Monate nennen.
Ob nun der Anfang ihrer Monate mit der Monderneuerung zusammenfällt oder
nicht, besteht ihr Monat immer aus 31, 30, 28 und manchmal auch 29
Tagen. So ist diese Monatseinteilung eher Konvention als Realität.
Die Mohammedaner zählen nach dem Mond, ihre Monate sind
also auch Mondmonate. Sie multiplizieren die Monate mit 12, und nennen
jede 12Monatsperiode ein Jahr. Ob nun ihr erster Monat im Frühling,
Sommer, Herbst oder Winter fällt, ihr Neues Jahr wird immer nach 12
Monaten gefeiert. So ist auch das mohammedanische Jahr eher eine
Konvention als Realität.
Würde die Zeit zwischen einem Molad und dem nächsten
genau ein zwölftel von 365 Tagen und 6 Stunden ausmachen, wäre die
Berechnung für das Sonnenjahr und für das Mondjahr identisch. Aber dem
ist nicht so! Der Mondmonat ist kleiner als der zwölfte Teil eines
Sonnenjahres.
Wie erwähnt besteht das Sonnenjahr aus 365 Tagen und 6
Stunden. Der Mondmonat jedoch besteht aus 29 Tagen, 12 Stunden, 44
Minuten und 3 1/3 Sekunden. Multipliziert man nun diesen Mondmonat mit
12 ergeben sich 354 Tage, 8 Stunden, 48 Minuten und 40 Sekunden. So
ergeben also 12 Mondmonate eine Zeitspanne, die sich auf weniger als ein
Sonnenjahr beläuft, es fehlen dann 10 Tage, 21 Stunden, 11 Minuten und
20 Sekunden im Vergleich zum Sonnenjahr.
Im Sonnenkalender stimmen also die Monate nicht mit dein
Zyklus der Mondemeuerung überein. Ebenso stimmen im Mondkalender die
Jahre nicht mit der Sonnenbewegung überein; so wären in einem solchen
Mondjahr die Jahreszeiten nicht an ihre Daten gebunden.
Das Gebot der Tora, das dem Volke Israel betreffs
Heiligung der Monate gegeben wurde, (Schemot 12) wird in Bamidbar 16
genauer festgelegt:
«Hüte den Frühlingsmonat, und mache Pessach für den
Ew'gen, deinen G'tt.»
Dies bedeutet, dass gleichzeitig mit der Festsetzung der
Monate durch den Molad auch darauf geachtet wird, dass der Monat Nissan
immer in den Frühling des Sonnenj ahres fallen muss. Wie kann man nun
diesen beiden Anforderungen gerecht werden? Würden wir die Monate nur
aufgrund der 12 Mondmonate berechnen, so wären wir in jedem Sonnenjahr
mit etwas weniger als 11 Tagen im Rückstand. Würden wir unser Jahr mit
13 Mondmonaten festsetzen, wären wir dem Sonnenjahr mit ungefähr 22
Tagen voraus. Wie auch immer, man könnte nie ganz sicher sein, dass der
Monat Nissan der "Frühlingsmonat" sei.
Darum ist es «HALACHA LEMOSCHE MISINAI» ein Gesetz der
mündlichen Lehre, das Mosche am Sinai gegeben wurde, - dass Schaltjahre
eingefügt werden müssen. So gibt es Jahre, die 12 Monate haben und
Schaltjahre mit 13 Monaten.
Nach einigen normalen Jahren wird also ein zusätzlicher
Monat hinzugefügt, und dies vor dem Monat Nissan, so dass Nissan immer
in die Frühlingszeit fällt. Der Monat wird hinzugefügt, wenn die
Differenz ungefähr einen Monat ausmacht.
DER NEUNZEHN JAHRE-ZYKLUSUm
den Ausgleich zwischen Sonnen- und Mondjahr herzustellen, richten wir
einen Neunzehn Jahre - Zyklus ein, in weichem normale Jahre und
Schaltjahre gleichbleibend verteilt sind. Jeder Neunzehn Jahre - Zyklus
hat 12 normale Jahre und sieben Schaltjahre.
In jedem Zyklus verteilen sich die Jahre folgendermassen:
Das 3., 6., 8., 11., 14., 17. und 19. Jahr ist jeweils Schaltjahr, und
so haben diese immer zwei Monate Adar.
Diese sieben Schaltjahre, die wir im Neunzehn Jahre
Zyklus einschalten egalisieren den Unterschied, der zwischen Sonnen- und
Mondjahr besteht. Es bleibt dann nur noch eine Differenz von 1 Stunde,
26 Minuten, 56 und 2/3 Sekunden, die das Sonnenjahr gegenüber dem
Mondjahr voraus hat.
Im Jahre 2448 der Schöpfung, welches das Jahr desAuszuges
aus Ägypten war, fiel das Pessachfest zu der genau festgesetzten Zeit.
So wie es geschrieben steht:
«Heute zieht ihr aus, im Frühlingsmonat.» [Schemot
13, 4]
Seit damals sind nun 172 Neunzehnjahre-Zyklen
verstrichen,[das Buch wurde 1947/48 - Taschach - geschrieben]
und die Differenz von jedem Zyklus (1 Stunde 26 Minuten und 56 2/3
Sekunden), beläuft sich nun auf 9 Stunden, 3 Minuten und 6 2/3 Sekunden,
mit welchen das Mondjahrdern Sonnenjahr gegenüber zurück ist. Diese
Differenz verursacht jedoch keine Verschiebung in bezug auf den Monat
Nissan, als Frühlingsmonat. Für 6000 Jahre des Bestehens der Welt ist es
darum nicht nötig, das Neunzehnjahre-System zu ändern.
ZWEI TAGE ROSCH CHODESCHDie
Tora spricht nur von einem Tag Rosch Chodesch, nämlich: der erste Tag
des Monats. Jedoch schon in den Tagen der ersten Propheten war es Sitte,
Rosch Chodesch zuweilen auch 2 Tage lang zu feiern.
So steht z.B. in Schemuel 1, Kap. 20, 27:
«Und es war am folgenden Tag, dem 2. Tage des
Neumonds.»
In den ersten Stunden seiner Erscheinung wird der Mond
nicht überall in gleicher Weise gesehen, und dann auch nur in einer sehr
kurzen Zeit. Wer ihn nun zur richtigen Zeit gesehen hat, d.h. am
dreissigsten Tag, eilte dann zum Sanhedrin, um auszusagen, dass kein
anderer ausser ihm, oder noch ein anderer ihn gesehen hat.
Waren die Zeugen am dreissigsten Tage gekommen, wurde das
Mussafopfer noch am selben Tage dargebracht, und der nächste Tag war ein
gewöhnlicher Wochentag, Waren die Zeugen nicht am selben Tage gekommen,
wartete man nicht länger auf die Zeugen, und man heiligte den nächsten
Tag als Rosch Chodesch. So kam es, dass zwei Tage Rosch Chodesch
gefeiert wurden. An Orten, die weit von Jerusalem entfernt waren, und
die Boten des Bejt Din nicht rechtzeitig erreichen konnten um
mitzuteilen, wann Rosch Chodesch ist, wurde der Rosch Chodesch immer
zwei Tage gefeiert.
Waren die Zeugen am dreissigsten Tage gekommen, wurde das
Mussafopfer noch am selben Tage dargebracht, und der nächste Tag war ein
gewöhnlicher Wochentag, Waren die Zeugen nicht am selben Tage gekommen,
wartete man nicht länger auf die Zeugen, und man heiligte den nächsten
Tag als Rosch Chodesch. So kam es, dass zwei Tage Rosch Chodesch
gefeiert wurden. An Orten, die weit von Jerusalem entfernt waren, und
die Boten des Bejt Din nicht rechtzeitig erreichen konnten um
mitzuteilen, wann Rosch Chodesch ist, wurde der Rosch Chodesch immer
zwei Tage gefeiert.
Heutzutage halten wir weiterhin an der Sitte unserer
Väter fest, obwohl wir durch Berechnung feststellen können, wann genau
Rosch Chodesch ist, und feiern einige der Neumonde zwei Tage.
Es bleibt darum, wie oben erwähnt, alle Jahre hindurch
festgesetzt, an welchen Monaten Rosch Chodesch zwei Tage dauert, und
welcher Rosch Chodesch nur einen Tag hat.
Obwohl es viele Gründe gibt, warum wir gerade diese
Ordnung einhalten, ist folgender Grund der ausschlaggebende:
Wenn der Molad am dreissigsten Tage erscheint, feiern wir
ihn als Rosch Chodesch, obwohl nach den festgesetzten
Kalenderberechnungen Rosch Chodesch des nächsten Monats für den
folgenden Tag bestimmt ist, denn wenn das Sanhedrin nach Zeugenaussage
zu bestimmen hätte, wäre der dreissigste Tag als Rosch Chodesch bestimmt
gewesen.
Darum gelten die zwei Rosch Chodeschtage nicht wie die
zwei Tage von Feiertagen, die ausserhalb Erez Jisrael festgesetzt sind,
Im Falle der zwei Tage Jom Tow in der Diaspora ist der erste Tag der
Hauptfeiertag, der zweite wird nur des Zweifels wegen gefeiert. Was die
zwei Tage Rosch Chodesch anbetrifft, so ist der zweite Tag der
wichtigere und der erste wird nur wegen des Zweifels gefeiert, der zur
Zeit unserer Väter bestand, als der neue Monat nur durch Zeugenaussage
proklamiert wurde. Aus diesem Grund wird der erste Tag Rosch Chodesch
noch zu dem vorangehenden Monat gezählt, und wir beginnen die Tage des
neuen Monates erst am zweiten Tag zu zählen. Alle anderen Bestimmungen
für Rosch Chodesch gelten für beide Tage.
VOLLE UND UNVOLLSTÄNDIGE MONATE
Meistens folgt ein "unvollständiger" Monat einem
"vollen". Jeder "volle" Monat besteht aus dreissig Tagen. Der
dreissigste ist dann der erste Rosch Chodesch und der folgende der
zweite Rosch Chodesch-Tag und der erste des neuen Monats. Jeder
"unvollständige" Monat hat neunundzwanzig Tage, und der darauffolgende
Rosch Chodesch ist nur ein Tag.
TISCHRI ist "voll",
CHESCHWAN "unvollständig";
KISLEW ist "voll",
Tewet ist "unvollständig";
SCHEWAT ist "voll",
ADAR ist "unvollständig";
NISSAN ist "voll",
IJAR ist "unvollständig;
SIWAN ist "voll",
TAMUS ist "unvollständig";
AW ist "voll",
und ELUL ist "unvollständig".
Jeder Monat in den ein Feiertag fällt, ist "voll".
TISCHRI hat viele Feiertage;
KISLEW hat Chanukka; im
SCHEWAT ist "Neujahr der Bäume" -Tu Bischwat;
im NISSAN ist Pessach, welches auch als Neujahr
der Wallfahrtsfeste gilt.
Im SIWAN ist Schawuot; im
AW ist Tischa Beaw, der 9. Aw, der einst zum Feiertag werden
soll.
ADAR ist "unvollständig", obwohl Purim in ihm
gefeiert wird, da dieser Monat zwischen SCHEWAT und NISSAN
fällt, die beide "voll" sind. Drei aufeinanderfolgende Monate
können nicht "voll" sein, nur wenn es unbedingt erforderlich
ist. Ausserdem ist Purim vor allem ein Fest der Diaspora, und
alle Feste, die vorwiegend mit Erez Jisrael verbunden sind,
haben diesbezüglich grössere Bedeutung.
Warum werden die Monate abwechselnd "voll"
und "unvollständig" gezählt?
Wie schon erwähnt, vergehen zwischen einem Molad und dem
nächsten 29 Tage, 12 Stunden und 44 1/3 Sekunden. Da Rosch Chodesch
einen ganzen Tag lang gefeiert wird, und nicht nur einen Teil des Tages,
stellt sich heraus, dass, wenn wir die Monate gleichmässig in "volle"
und "unvollständige" Monate einteilen, die zusätzlichen 12 Stunden zu
den 29 TageMonaten hinzugezählt werden können.
Ausserdern wird der Überschuss von den Minuten und
Sekunden dadurch wettgemacht, indem Cheschwan und Kislew mitunter "voll"
gezählt werden. Aus diesem, und auch aus anderen Gründen werden diese
beiden Monate manchmal normal gezählt; manchmal sind sie beide "voll",
manchmal auch beide "unvollständig".
In einem Schaltjahr, das zwei Monate Adar hat, ist der
erste Adar immer "voll", und der zweite immer "unvollständig". Darum hat
Rosch Chodesch Adar II immer zwei Tage, und Rosch Chodesch Nissan immer
nur einen Tag.
ROSCH CHODESCH UND DAS VOLK ISRAEL
Die Völker der Welt werden mit der Sonne verglichen,
während Israel mit dem Mond verglichen wird. Obwohl Israel die
schwächste und kleinste Nation ist, wird sich dieses Verhältnis ändern,
wenn die Übermacht des Bösen verschwinden wird.
So sagen unsere Weisen im Midrasch: Die Grossen sollten
nach dem Grossen zählen, und die Kleinen nach dem Kleinen. Esaw zählt
nach der Sonne, die gross ist, genau wie die Sonne, die nur am Tage
herrscht und nicht in der Nacht, so hat auch Esaw seinen Anteil nur in
dieser Welt, und nicht in der kommenden. Jaakow zählt nach dem Mond, der
klein ist, und genau wie der Mond, der sowohl bei Tag als auch in der
Nacht herrscht, so hat auch Israel einen Anteil sowohl in dieser Welt
als auch in der kommenden. Solange das grosse Licht in der Welt scheint,
kann man das kleine nicht sehen, Wenn das grosse Licht untergeht, tritt
das kleine hervor. Genau so verhält es sich mit den Völkern der Welt und
Israel: Solange Esaws Licht in der Welt leuchtet, sticht Jaakows Licht
nicht hervor. Wenn einmal Esaws Licht untergehen wird, wird Jaakows
Licht erstrahlen.
So steht geschrieben:
«Steh auf und leuchte, denn dein Licht ist gekommen und die
Herrlichkeit G'ttes ist über dir aufgegangen. Denn siehe, die
Finsternis bedeckt die Erde...» [Jeschajahu 60, 1-2] -
[Bereschit Rabba Kap. 6 und Jalkut Bereschit].
"SEFER HATODA'A" - JAD ELJAHU KITOV 5728 (1968) -
MORSCHA VERLAG ZÜRICH |