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Persien und Israel

Nach Gaalyahu Cornfelds "haMikra baOlam"

1. Von den Anfängen bis zum Reich der Meder

a) Anfänge

Die ersten schriftlichen Berichte über die Völkerschaften des Hochlandes von Iran datieren erst aus dem 9. Jhdt. v. Chr. Aus anderen Zeugnissen geht jedoch eindeutig hervor, dass die Besiedlung des Gebietes zwischen dem Tigris und dem Tal des Indus in prähistorischer Zeit, und zwar schon im 5. und 4. Jahrtausend v. Chr. begonnen hatte. Im 2. Jahrtausend v. Chr. lebten im Hochland von Iran iranische (indo-europäische) Nomaden, und zwar handelte es sich um einen südlichen Zweig dieser Völkergruppe, die aus den Steppen südlich und östlich der Kaspischen See in das Land gekommen waren. Die Perser waren nicht das erste Volk, das im Hochland von Iran ein regelrechtes Reich (beziehungsweise eine eigene Kultur) geschaffen hatte. Vor ihnen lebten dort schon die Meder, ein Volk, das mit ihnen ethnisch und kulturell verwandt war.

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Karte: Westasien zur Zeit der Meder und Perser
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Das Land der Meder umschloss den Nordwesten des Hochlands von Iran westlich der Kaspischen See und südlich des Zagrosgebirges (das heutige Aserbeidschan und Teile des persischen Kurdistan; s. Karte). Dies Gebiet gehörte zum Territorium eines alten westasiatischen Reiches, von dessen Geschichte aber nur sehr wenig bekannt ist. Man weiß lediglich, dass während der Regierungszeit Salmanassars III. (859-824 v. Chr.), dessen Truppen über das Land herfielen, die Meder bereits hier aufgetaucht waren. Salmanassar hatte es auf Tribut und vor allem die Vollblutpferde abgesehen, für die die Ebene nordöstlich von Assyrien berühmt war. Spätere assyrische Könige folgten Salmanassars Beispiel. Schamschi-Adad V. (824-811 v. Chr.) fegte über 1200 Städte und Ortschaften der Meder hinweg und legte dem Land schwere Tribute auf; seine Nachfolger trieben es nicht viel besser. Asarhaddon (681-669 v. Chr.) zwang seine medischen Vasallen, in einem Vertrag (s. die Keilschrifttafeln Abb. 659 aus dem Jahre 672 v. Chr.) die Thronfolge seiner Söhne in Assyrien und Babylon zu unterstützen (s. 'Assyrien und Israel 6; »Gesetze Israels 2f). Als die assyrische Großmacht in der zweiten Hälfte des 7. Jhdts. v. Chr. allmählich zerbrach, erhoben sich die Meder wider sie.

Mit der Gründung eines unabhängigen Königreiches schüttelten sie die Oberherrschaft Assyriens endgültig ab.

b) Das Königreich der Meder

Es gelang den Medern, sich unter der Führung eines einzigen Herrschers zu einer Nation zusammenzuschließen. Herodot berichtet, die neue Dynastie habe sich gerühmt, von Dejokes, dem Gründer von Ekbatana (der Hauptstadt Mediens), abzustammen. Unter dem ersten König dieser Dynastie sagte sich Medien von der assyrischen Oberherrschaft los. Der nächste König, Phraortes, konnte sich die Perser, die damals südlich und östlich von Medien ansässig waren, unterwerfen. So entstand eine neue politische Kraft, die sich schließlich unter ihrem dritten König Kyaxares I. im Verein mit Babylon gegen die Assyrer wandte und im Jahre 612 v. Chr. Ninive zerstörte.

Mit der Zerstörung ihrer Hauptstadt war jedoch nicht zugleich die assyrische Kultur untergegangen. Ihr Einfluß machte sich in Medien, Persien, Elam (s. Elam und Israel) und anderen Grenzgebieten des ehemaligen Großreiches Assyrien geltend. Assyrien hatte längst aufgehört, im Vorderen Orient politisch noch eine Rolle zu spielen, seine Kultur lebte jedoch in Ekbatana und einer Reihe anderer medischer Städte fort.

Nach dem Fall Ninives übernahmen die Babylonier die Kontrolle über das Tiefland von Mesopotamien, während sich die Meder im Hochland nördlich von Assyrien verschanzten. Ihr Einflussbereich erstreckte sich im Westen bis nach Kappadokien in Kleinasien. Kyaxares' Königreich grenzte im Norden an Nebukadnezars Großreich Babylon (604-562 v. Chr.). Die Beziehungen zwischen beiden Mächten blieben friedlich, und als es zum Zusammenstoß zwischen den Medern und Lydiern in Kleinasien kam (590-585 v. Chr.), riefen jene die Babylonier als Mittler an. Der Halys wurde als Grenze festgelegt und der Friedensschluss durch die Heirat des Sohnes Kyaxares' mit einer Tochter des lydischen Königs besiegelt. Die Macht der Meder - oder zumindest ihr Ruf - reichte so weit, dass die exilierten Juden zuversichtlich hofften, Medien würde Babylon zerschmettern (Jes. 13,17; 21,2; Jer 51,11. 28).

2. Das Reich der Perser

a) Der Aufstieg Persiens

In assyrischen Quellen aus dem 9. Jhdt. v. Chr. wird das Land Parsua erwähnt. Dieses lag offensichtlich südlich von Armenien, und obwohl manche Gelehrte glauben, es sei das Stammland der Perser gewesen, gibt es doch keinen überzeugenden Beweis für die Richtigkeit dieser Annahme. Die früheste eindeutige Erwähnung Persiens, das heißt des Landes östlich und südlich von Elam, taucht in den Annalen Assurbanipals (Mitte des 7. Jhdts. v. Chr.) auf, wo es heißt, er habe Tribut von Kurasch, dem König von Parsumasch - gemeint ist Kyros I., ein Vorfahr Kyros' II., des Großen, empfangen.
Von ihren eigenen Problemen in Anspruch genommen und aus Furcht vor Assyrien hielten sich die Perser vom politischen Geschehen in Westasien fern, in der Mitte des 6. Jhdts. v. Chr. begannen sie jedoch eine wichtigere Rolle in der Geschichte zu spielen.

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b) Achämenidenfürsten

Zu Beginn des 7. Jhdts. v. Chr. tauchte östlich von Elam (s. Elam und Israel) eine neue Dynastie persischer Fürsten auf, die sich nach ihrem ersten Fürsten Achaimenes benannte. Nach der späteren Überlieferung folgte auf Achaimenes dessen Sohn Teispes, der die aus Keilschriftdokumenten des 3. und 2. Jhdts. v. Chr. gut bekannte Provinz Anschan (südöstlich von Susa) eroberte. Teispes wurde vom Mederkönig Phraortes unterworfen, konnte aber später die Kontrolle über die Persien genannte Landschaft erlangen. Auf Teispes folgten Kyros I. und Kambyses I.; Persien blieb jedoch weiterhin ein Vasall Mediens.

  • II. TEIL
    3. Kyros II. und das persische Weltreich
    a) Revolte Kyros' II.; b) Ausbau des Reiches durch Siege über Lydien und Babylon; c) Kyros' Religionspolitik; (1) Herold des Gottes Marduk; (2) Befreiung der Juden.
  • 4. Darius und das persische Weltreich
    a) Kambyses II. erobert Ägypten; b) Darius, der Erbauer des persischen Weltreichs; c) Die Organisation des persischen Weltreichs.
  • 5. Von Artaxerxes bis zum Untergang des Reiches
    a) Artaxerxes, Esra und Nehemia; b) Autonome Verwaltung in Judäa; c) Die Juden von Elephantine; d) Untergang Persiens.
  • III. TEIL
    6. Die persische Kultur
    a) Die persische Sprache; b) Die Königspaläste; c) Persien und Jerusalem; d) Die persische Religion; e) Die Juden in Persien; f) Die Juden im Partherreich.

hagalil.com 18-03-2005



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