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Koscher leben...
 
 

Spiel, Scherz & andere Besonderheiten

Anhand des Kupferstiches von Paul Kirchner, "Die Faßtnacht oder das Spielfest" (1724) wird eine weitere Tradition sichtbar, die im Zusammenhang mit Purim steht.

Purim ist ein fröhliches und ausgelassenes Fest und nach dem Purimmahl in der Familie werden Spiele gespielt. Ein klassisches Purimspiel ist das Losspiel. Lose (Reifen) werden um am Boden stehende Stangen geworfen. Ratespiele, Suchspiele, Schattentheater, Wortspiele um Begriffe aus der Megilla, Talentshows - "wer ist die klügste Königin Esther?" und vieles mehr stehen auf der Liste der beliebtesten Spiele.

Die Aufführung des so genannten "Purimspiels" als Monolog oder als Aufführung in der Gruppe ist ebenfalls eine Tradition, die sich immer noch großer Beliebtheit erfreut. Das Purimspiel existiert in Aschkenas, der europäischen Judenheit, seit dem 16. Jahrhundert. Vielfältige Texte sind ein Zeugnis dessen. Bis heute wird meist das Buch Esther nachgespielt, entweder als Theaterstück oder als langes Gedicht, oft in parodistischer Form. Im Laufe der Zeit kamen allerhand andere Texte hinzu, beispielsweise " Die Weisheit Salomons", die Geschichte von Hanna und Samuel und andere Texte, die auf biblischen Themen beruhen.

Das Purimspiel diente häufig dazu, für Wohltätigkeitsvereine Geld zu erwirtschaften. Hier sehen wir wieder die Puppen aus einem Purimspiel aus Italien, 18. Jahrhundert.

Sie sind aus Holz geschnitzt und im typischen Barockstil gekleidet. Eine der Puppen ist als Harlekin gekleidet und maskiert.


Ein zeitgenössisches Purimspiel in einer jüdischen Gemeinde in Deutschland.


Ein Massechet Purim - ein "falsches Talmudtraktat", gedruckt 1844 von Solomon Ben Ephraim Bloch an der "Königlichen Hofpresse" zu Hannover.

Massechot Purim gehören zur Figur des "Purimrabbi".

An Purim ist Vieles erlaubt, was unter dem Jahr nicht erlaubt ist, so auch die Ausgelassenheit und Ironie gegenüber Vorständen, Rabbinern und der Gelehrsamkeit. Ein Massechet Purim, ein "falsches" Talmudtraktat (der Talmud enthält kein Traktat "Purim"), welches eine beliebige Anzahl und Aneinanderreihung von biblischen und talmudische Zitaten enthält, wird nach allen Regeln der Auslegekunst vom Purimrabbi vorgetragen, allerdings nach dem Prinzip "ve'na hafoch hu" (das Gegenteil geschah).

Der Purimrabbi hat die Aufgabe frivol und sorglos das Bedürfnis zu stillen, einmal im Jahr nicht dem Ernst einer üblichen Drascha (Auslegung durch den Rabbiner oder einen anderen Gelehrten) nachzugehen, sondern dem Prinzip des sich lustig machen über alles und alle:

Be happy it's Adar!

Bitte die Bilder zur Vergrößerung anklicken!

hagalil.com 05-03-2004



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