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Fasten, Essen & Trinken
Am 13. Adar wird traditionellerweise
vom Morgen an bis zum Purimabend gefastet, zur Erinnerung an das Fasten
Esthers in der Purimgeschichte. Dieser Tag wird Ta'anit Esther, Fasten
Esthers, genannt.
An Purim selbst wird dann gegessen: es
gibt eine festliche Mahlzeit und man schickt Schlachmones zu
Freunden. Wichtig ist auch eine Spende an Bedürftige.
Das jiddische Wort Schlachmones
kommt vom hebräischen Mischloach Manot (Mana, Portion; lischloach,
schicken). Die Schlachmones werden häufig in eigens dafür gefertigten
Behältern gesandt. Dieser Brauch, kleine Schachteln, Teller, Behälter oder
Körbchen mit den dreieckigen Hamantaschen, Süßigkeiten und Früchten aller
Art an Verwandte und Freunde zu verschicken, ist eine Spezialität an Purim.
In Israel werden Schlachmones auch an die Soldaten geschickt.
Meistens sind die Kinder die Kuriere für
die Schlachmones.
Mindestens zwei Menschen müssen mit
Schlachmones bedacht werden und mindestens zwei Arme haben ein Recht auf
eine Spende. Sie selbst sind aber ebenso verpflichtet, an wiederum Ärmere zu
spenden.
Das Gebot, den Armen zu spenden, ist
schon im Babylonischen Talmud, in Megilla 7b, zu finden.

Ein Silberfisch, als Symbol für den
Monat Adar, zum Transport von Schlachmones aus Österreich,
Silberschmiedearbeit aus dem 19. Jahrhundert.

Dieser Spendentopf stammt aus Spanien.
Er wurde 1319 aus Tuffstein gemeißelt. Die Inschrift auf dem Topf lautet: "
König Ahasveros und Königin Esther".

Ein Purimteller aus Fayence, Ende des
18. Jahrhunderts. Darstellung des Umrittes von Mordechai, geführt von Haman.
Umschrift am Rand: "Geschenke schicke einer dem anderen und Gaben den
Armen" Inschrift im Fond:" So geschehe dem
Mann, den der König ehren will."

Ein Purimteller aus Zinn, Deutschland,
um 1800. Am Rande ist die hebräische Inschrift zu lesen:
"Erinnerungsgeschenk, geschickt meinem teueren Freunde Rabbi Mordechai
Segall". Mordechai zu Ross wird geführt von Haman. Seresch, die Frau von
Haman, gießt von einem Fenster ihres Hauses einen Kübel Unrat auf Haman
(nach einer alten Legende verwechselt sie Haman mit Mordechai).Darunter die
hebräische Inschrift." So geschehe dem Mann, den der König ehren will."
An Purim wird natürlich, wie an allen
jüdischen Festen, gerne und gut gegessen. Am Purimtag findet ein fröhliches
und reichhaltiges Festmahl - eine Se'uda - statt. Vor allem werden Speisen
aufgetischt, in denen Bohnen und Getreide vorkommen.
Bohnen und Getreide sollen an die
strenge Einhaltung der Speisevorschriften durch Königin Esther erinnern, die
sie im Palast Ahasveros' erfüllt hat. Truthahn ist ebenfalls ein beliebtes
Gericht und wie an jedem jüdischen Festtag gibt es Brot, die Challot, die an
Purim jedoch größer sind als an den Schabbatot und mit Rosinen gebacken
sind.

Ein
Purimhandtuch aus Süddeutschland
von 1812 zum Händewaschen vor der Mahlzeit. Die Inschrift im Medaillon
lautet: "Feierle, gemacht im Jahre 1812". |
Ein weiteres Gebot an Purim ist es,
soviel zu trinken "ad lo jada", bis man "nicht mehr weiss", bis man nicht
mehr zwischen Haman und Mordechai unterscheiden kann. In einer "massechet
purim", einer Parodiensammlung zum Purimfest, findet man die Aussage
"viel Wein zu trinken und abstinent vom Wasser zu bleiben", sei die Pflicht
des Tages.
Hierzu findet sich, quasi als
Einschränkung dieser Auffassung, in BT Megilla 7b folgende Geschichte:
"Rabba sagte: Am Purimfest muss man soviel zechen, bis man "verflucht sei
Haman" und "gepriesen sei Mordechai" nicht mehr zu unterscheiden vermag.
Rabba und Rav Zera hielten zusammen das
Purimmahl ab, und als sie betrunken waren, stand Rabba auf und schlachtete
den Rav Zera. Am folgenden Tage flehte er um Erbarmen und belebte ihn.
Im nächsten Jahr sprach er zu ihm: Möge
der Meister kommen, wir wollen zusammen das Purimfestmahl abhalten. Dieser
erwiderte:
Nicht jederzeit geschieht ein Wunder."
(BT Meg. 7b)

Eine Seite aus dem Birkat HaMason, dem Tischgebet, mit
einer Einfügung zu Purim - Erzählung der Geschichte in Kurzform -,
Handschrift des "Kaiserlichen Bibliothekschreibers" Aaron Wolf Herlin.
Bitte die Bilder zur Vegrößerung anklicken!
hagalil.com
05-03-2004
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