hagalil.com
Spenden Sie mit PayPal - schnell, kostenlos und sicher!

Newsletter abonnieren
Koscher leben...
 
 

[ADAR / PURIM]

Der siebte Adar

EINFÜHRUNG

Der 7. Adar ist sowohl Geburtstag von Mosche Rabbenu als auch das Datum seines Todestages nach einem Leben von 120 Jahren. G'tt berechnet genau die Lebensjahre und Tage der Zaddikin - der Gerechten - von Tag zu Tag und von Monat zu. Monat, denn so heißt es: «Die Zahl deiner Lebensjahre werde ich erfüllen.» (Schemot 23)

Es ist eine Sitte der Frommen, diesen Tag, den 7. Adar, als Festtag zu begehen und einen besonderen «Tikkun für den 7. Adar», der in dem Gebetbuch steht, zu sagen. Denn der Tod der Gerechten sühnt, wie Fasten, Rückkehr (Teschuwa) und Gebet, und so erhofft man, dass die vollkommene Sühne von ganz Israel erreicht werden kann.

In einem Schaltjahr wird dieser Tag im zweiten Monat eingehalen. Doch es gibt auch Gründe dafür, ihn im ersten Monat Adar zu begehen. Mehr darüber im Kapitel «Adar Scheni"- der zweite Adar (
Sefer haTod'a von Jad Eljahu Kitow).

Der siebte Adar - Moscheh Rabenus Geburtstag:
In Erwartung der Erlösung

An diesem 7. Adar sollte sich jeder zwei Dinge zu Herzen nehmen: Hoffnung auf die Erlösung und Furcht vor dem g'ttlichen Gericht. Die Hoffnung auf Erlösung hängt mit Mosches Geburt zusammen.

Die Umstände der Geburt von Mosche sind mit Sorgen und Weh verbunden. Pharao hatte beschlossen, dass alle neugeborenen Söhne in den Nil geworfen werden sollten. Während dreieinhalb Jahren hatten Pharaos Aufseher und das ganze Volk alle israelitischen schwangeren Frauen streng beobachtet. Wenn sie dann von der Geburt eines männlichen Kindes erfuhren, wurde dieses in den Nil geworfen und ertränkt. So wurde jeder jüdische Sohn direkt nach der Geburt getötet. Ganz Israel lebte in ständiger Angst und Pein. Glaube und Hoffnung auf eine Erlösung, gingen verloren.

Amram, eine große Persönlichkeit seiner Generation, sah den Schmerz seiner Mitmenschen und verkündete: «Unser Streben, unsere Mühe ist für nichts und wieder nichts!» Er trennte sich von seiner Frau, um keiner weiteren Gefahr von Kindesmord ausgesetzt zu sein. Doch seine Frau Jochewed war schon im dritten Monat der Schwangerschaft. Die anderen Israeliten folgten Amrams Beispiel und ließen sich auch von ihren Frauen scheiden.
Damals war Miriam erst fünf Jahre alt, doch sie war erfüllt von g'ttlichem Geist und sagte: «Meine Mutter wird einen Sohn haben, der Israel erlösen wird.» Ihre Worte stärkten und beeinflussten ihre Eltern sehr, sie schöpften Mut und Hoffnung und beschlossen wieder zu heiraten. So wurde der Erretter Israels geboren.

Aber auch nach Mosches Geburt lebten sie weiter in Leid und Schmerz. Pharao und sein ganzes Volk, Männer Frauen und Kinder lauerten dem Kinde auf, um es zu töten, und so wurde er hilflos im Nil ausgesetzt. Aber auch nach seiner Rettung aus dem Nil war die Gefahr noch nicht vorbei. Noch als Säugling fiel er, als er in das Haus Pharaos gebracht wurde, in den Löwenrachen. In diesem Hause herrschte Hass und Todeswut gegen das Volk Israel. Und dieses Kind Mosche kannte ja weder seinen Vater noch seine Mutter. Auch sein Volk hatte er nie gesehen! Er hätte in dieser Umgebung sogar ein Feind seines eigenen Volkes werden können! So bestand Amrams Furcht fort, und er sagte wieder: «Unsere Mühe ist für nichts und wieder nichts!»

Doch die Kraft des Glaubens stärkt alle, die auf Erlösung hoffen. Hätte Miriam nicht fest und stark an G'ttes Hilfe geglaubt, und ihre Mitmenschen in ihrem Glauben bestärkt, wäre Mosche nie geboren worden. Wäre er nicht zur Welt gekommen, was wäre aus der Welt geworden? Es wäre wieder alles in Tohuwabohu verfallen! Doch nun, da er geboren war, sogar wenn er der Gefahr des Löwenrachens ausgesetzt war, war es doch seine Bestimmung, dieses Volk zu erretten, und die Welt in jeder Generation zu erleuchten, so dass sogar die Bösen (wie Pharao) einsehen müssen: «G'tt ist der Gerechte.»

Mosche Rabbenu war der größte all unserer Propheten. Von Geburt an war er mit prophetischem Geist durchdrungen. Er erlöste Israel, führte alle Zeichen und Wunder in Ägypten aus, spaltete das Meer und bahnte den Weg zum Himmel. Er kämpfte mit Engeln und erhielt die feurige Tora. Er sprach mit G'tt von Angesicht zu Angesicht und lehrte ganz Israel die Tora. Er versorgte sie während vierzig Jahren mit Lebensunterhalt, führte Kriege gegen Sichon und Og und ließ Sonne und Mond zum Stillstand bringen.

Nur ein kleines Vergehen bei Mej Meriwa - Haderwasser - geschah. Diese Fahrlässigkeit ließ den Namen G'ttes in den Augen des Volkes geringschätzig erscheinen, und schon verhängte G'tt das Todesurteil über ihn. Es war ihm nicht vergönnt, das Volk ins gelobte Land zu führen. Weder die eigenen Verdienste noch alles, was er für das Volk erreicht hatte, konnten die Strenge des g'ttlichen Urteils mildern, denn Gerechtigkeit ist die wahrhafte Eigenschaft des Weltenschöpfers.
So sieht man, wie groß und tief das g'ttliche Urteil ist, und wie sehr sich der Mensch hüten sollte, die Gesetze, wenn auch nur durch Unachtsamkeit zu übertreten!

MIDRASCHIM ÜBER MOSCHES GEBURT

«Es ging ein Mann aus dem Hause Levi". (Schemot 1)

Wohin ging er?

Raw Jehuda Bar Rawina sagte: Er ging, den Rat seiner Tochter Miriam zu befolgen. Wir lernten: Amram war eine große Persönlichkeit in seiner Generation. Als er sah, dass Pharao ausrufen ließ: «Jeder Sohn, der geboren wird, muss in den Nil geworfen werden", sagte er: «Alle Mühe ist umsonst.» Und so ließ er sich von seiner Frau scheiden. Alle Männer taten seinesgleichen.
Da aber sagte Miriam, seine Tochter, zu ihm: «Vater, deine Verfügung ist strenger als die von Pharao, denn die von Pharao richtet sich nur gegen die männlichen Kinder, du aber verhinderst die Geburt beider Geschlechter. Außerdem: Pharaos Verfügung bezieht sich nur auf diese Welt, du jedoch bringst Schaden für diese und für die kommende Welt. Pharao ist ein Bösewicht, sein Erlass kann nicht von Dauer sein. Du aber bist ein Gerechter und so wird deine Maßnahme Bestand haben.» Da nahm er Jochewed wieder zu seiner Frau. Daraufhin verheirateten sich die anderen Männer auch wieder mit ihren Frauen. (Sota 12)

«"Wajikach et Bat Levi" - und er nahm die Tochter von Levi.»
Es steht nicht: «Und er verheiratete sich wieder mit der Tochter von Levi» sondern «er nahm sie.»

Raw Jehuda Bar Sawina sagte: Er ließ sie in einer Sänfte durch die Strassen führen, und Miriam und Ahron tanzten vor ihnen her, und die Engel riefen aus: «Em haBanim semecha - die Mutter der Söhne erfreuen sich!» (Schemot Rabba 1)

«Da wurde die Frau schwanger und gebar einen Sohn.»

War sie nicht schon drei Monate vorher schwanger geworden?

Raw Jehuda Bar Siwina sagte: «Ihre Geburt wird mit ihrer Schwangerschaft verglichen. Ihre Schwangerschaft war schmerzlos, und so war auch ihre Geburt.» (Traktat Sota 12)

Watere oto ki tow hu - und sie sah, dass er gut war.» Rabbi Meir sagt: Sein Name war «Tow» - gut. Rabbi Jehuda sagt: Er war zur Prophetie berufen. Andere sagen: Er war beschnitten geboren. Und unsere Weisen sagen: Als Mosche geboren wurde, war die ganze Welt von Licht erfüllt. Es sieht nämlich wörtlich: «Und sie sah, dass er gut war.»

Und bei der Schöpfung der Welt: «G'tt sah das Licht, dass es gut war.» (Bereschit 1, Jalkut Schemot 166)

Warum vertraute sie ihn dem Wasser an?

Damit die Sterndeuter denken, er sei schon im Wasser, und so würden sie nicht mehr nach ihn suchen.

Rabbi Acha Bar Chanina sagte: Es geschah dies am 6. Siwan. Da sagten die diensthabenden Engel zu G'tt: «Soll denn der, der einst an diesem Tage die Tora am Sinai erhalten wird, gerade an diesem Tag im Wasser umkommen?»

«Soll ich gehen und eine Amme von den hebräischen Frauen holen?» Warum sagte Miriam «von den hebräischen Frauen»? Durfte denn Mosche nicht Milch von einer Fremden trinken? Man hatte ihn schon zu mehreren ägyptischen Ammen gebracht, aber er hatte sich geweigert, deren Milch zu trinken. Und warum hatte er sich geweigert?

G'tt sagte: «Soll denn der Mund, der einst zu mir sprechen wird Unreines zu sich nehmen?»

Eine andere Erklärung sagt: Warum hatte sich Mosche geweigert?

G'tt sagte: «Wenn er einst mit mir reden wird, werden die Ägypterinnen sich rühmen und sagen: "Dieser, der mit der Schechina spricht - ich habe ihn gestillt!"»

>>> weiter...
MIDRASCHIM ÜBER MOSCHES TOD
Außerdem: Eine Abhandlung über MINHAGIM AM 7. ADAR und über die STRENGE DES G'TTLICHEN GERICHTS

>> "Sefer haTod'a" - Jad Eljahu Kitow
MORASCHA BASEL / ZÜRICH



Fragen an die Rebbezin...
Jüdische Weisheit
haGalil.com ist kostenlos! Trotzdem: haGalil kostet Geld!

Die bei haGalil onLine und den angeschlossenen Domains veröffentlichten Texte spiegeln Meinungen und Kenntnisstand der jeweiligen Autoren.
Sie geben nicht unbedingt die Meinung der Herausgeber bzw. der Gesamtredaktion wieder.
haGalil onLine

[Impressum]
Kontakt: hagalil@hagalil.com
haGalil - Postfach 900504 - D-81505 München

1995-2014... © haGalil onLine® bzw. den angeg. Rechteinhabern
Munich - Tel Aviv - All Rights Reserved
ehem. IDPS, Kirjath haJowel