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Koscher leben...
 
 

[ADAR / PURIM]

Schabath Sakhor: Amalek

Am Schabbat vor Purim hebt man in der Synagoge zwei Torarollen aus, eine für den Wochenabschnitt, und eine für Maftir - wenn der Haftaralesende aufgerufen wird. Man liest 'Gedenke, was Amalek dir angetan hat' (Dewarim 25, Ende der Sidra 'Ki Teze').
Nach dieser Vorlesung wird auch der Schabbat benannt, nämlich: Schabbat Sachor. Als Haftara wird dann aus dem Buch Schmuel I., Kap. 15 vorgelesen: 'Ich gedenke, was Amalek getan hat.'

Es ist eine Mizwat Asse - ein Gebot der Tat - bindend für ganz Israel, Amalek, seine Nachkommen und die Missetaten der Amalekiter zu verabscheuen und ausdrücklich zu erwähnen. Wir sollen unseren Kindern erzählen, was uns Amalek, gleich nach dem Auszug aus Ägypten, angetan hat. Endgültig wird diese Mizwa erst erfüllt sein, wenn wir das Andenken an ihn vollkommen aus der Welt geschafft haben werden, so dass alles, was nur in irgendeiner Weise an Amaleks Name erinnern könnte, vom Erdboden vertilgt werden wird.

Dies ist auch der Sinn des Wortes der Tora: 'Sachor.. - gedenke, was Amalek dir angetan, als du aus Ägypten zogst...' Weiter heisst es: 'Vertilge das Andenken an Amalek unter dem Himmel, vergiss dies nicht.' Unsere Weisen erklären: Sachor - gedenke' mit dem Munde; 'Lo Tischkach vergiss nicht' im Herzen.

Um diese Mizwa zu erfüllen, haben unsere Weisen angeordnet, dass man diesen Abschnitt öffentlich aus der Tora vorlesen soll, einmal im Jahr, und dies am Schabbat vor Purim. So verbindet man das 'Auslöschen' von Amalek mit dem 'Auslöschen' von Haman, der ja ein Nachkomme von Amalek war.

Obwohl dieser Abschnitt jedes Jahr ohnehin im entsprechenden Wochenabschnitt gelesen wird, nämlich in der Sidra 'Ki Teze', dies immer in die Zeit am Ende des Sommers fällt, ist es trotzdem Vorschrift, diesen Abschnitt 'Sachor' zur vorgeschriebenen Zeit vor Purim noch einmal zu lesen. Dies, um zusätzlich zu der Mizwa, den Wochenabschnitt zu lesen, auch die Mizwa, Amaleks Andenken auszulöschen, zu erfüllen.

Da das Lesen der Paraschat Sachor zu der bestimmten Zeit ein 'Asse' - ein Gebot - der Tora ist, muss der Vorlesende sich bewusst sein, dass er damit den Zuhörern die Mizwaerfüllung ermöglicht. Ebenso muss die Gemeinde (jeder einzelne) beim Zuhören bewusst an die Mizwaerfüllung denken.

Es gibt eine Ansicht, dass, wenn man Paraschat Sachor versäumt hat, man auch die Mizwa durch das Hören der Toravorlesung am Purim (Wajawo Amalek) erfüllt hat.

Ein Knabe, der das Barmizwa-Alter noch nicht erreicht hat, sollte bei Paraschat Sachor nicht zu Maftir aufgerufen werden. Auch sollte er die Parascha nicht anderen vorlesen. Da er nämlich für die Mizwa noch nicht verpflichtet ist, ist er nicht imstande, andere durch sein Vorlesen ihrer Pflicht zu entheben. Viele legen sogar besonderen Wert darauf, auch bei den anderen Parschiot (Para, Schekalim und Chodesch) keinen Knaben unter dem Barmizwa-Alter vorlesen zu lassen.

Für Frauen ist das Hören von Paraschat Sachor nur Minhag (ein Brauch) und kein Din (Gesetz). Die Mizwat Sachor ist in erster Linie für die Männer bestimmt, denn es handelte sich ja um die Verpflichtung zum Krieg gegen Amalek auszuziehen, und da Frauen normalerweise nicht in den Krieg ziehen, fällt für sie auch die Pflicht des 'Sich Erinnerns' weg. Einige sind aber der Ansicht, dass auch Frauen dazu verpflichtet sind, die Vorlesung zu hören, da das Gesetz von 'Milchemet Mizwa' auch für Frauen angeht.

Für einen Kranken, der sein Haus nicht verlassen kann, oder für Gefangene darf man gewöhnlich die Torarolle nicht aus der Synagoge holen. Doch da Paraschat Sachor ein Toragebot ist, ist es erlaubt dies zu tun. Nach Ansicht von einigen Posskim gilt diese Ausnahme auch für Paraschat Para.
(Anm.: Im "Sefer haTod'a" wird dies an geeigneter Stelle durch Jad Eljahu Kitow entsrechend erläutert)

AMALEK

Der erste Amalek war ein Enkel von Esaw. Sein Vater war Esaws ältester Sohn Eliphas. Seine Mutter war Timna, eine Tochter eines der Fürsten von Seïr, eine Nebenfrau von Eliphas. Die Überlieferung sagt, Timna sei Tochter einer verbotenen Ehe, denn in Paraschat Wajischlach wird sie als Schwester von Lotan aufgezählt, und dieser war ein Sohn von Seïr. In Diwrej Hajamim wird sie zu den Kindern von Eliphas gezählt, und nicht zu den Kindern von Seïr. Daraus lässt sich schließen, dass Timna aus einer Verbindung von Eliphas und Seïrs Frau stammt, und so war sie Schwester von Lotan, Fürst von Seïr, von Mutters Seite her, ihr Vater also Eliphas und nicht Seïr.

Als Timna älter wurde, wollte sie sich mit Nachkommen von Awraham verbinden, da sie unter den Völkern beliebt waren. Sie kam zu Jaakow, aber dieser wollte sie nicht nehmen, da sie ja aus verbotener Ehe stammte. Daraufhin kam sie zu Eliphas, ihrem eigenen Vater, und wurde seine Nebenfrau. Ihr Sohn Amalek war daher illegaler Sohn einer illegalen Mutter. Eliphas war noch unter Jizchaks Obhut aufgewachsen und war mit acht Tagen beschnitten worden, denn als Jizchak noch lebte, ließ Esaw all seine eigenen Kinder und die, die in seinem Hause wohnten, beschneiden. Eliphas selbst hatte noch einen Sinn für Sittlichkeit. Amalek, sein Sohn hingegen, wurde erst nach dem Tode Jizchaks geboren und wuchs unter Esaws Obhut heran. Von ihm erbte er denn auch den Hass gegen Jaakow und seine Nachkommen.

'Esaw sagte zu Amalek: Wie sehr war mir doch daran gelegen, Jaakow zu töten, aber es ist mir nicht gelungen. Nimm du es nun auf dich, Rache für mich zu nehmen! Da sagte Amalek: Ich habe doch keine Hoffnung, gegen ihn aufzukommen. Esaw antwortete: Diese Überlieferung liegt nun in deiner Hand. Wenn du seine Nachkommen bei unrechten Handlungen antriffst, nimm die Gelegenheit wahr und überfalle sie!' (Jalkut Chukat 764)

Der erste Amalek lebte sehr lange, er sah noch Jaakow und seine Söhne nach Ägypten ziehen. Er erlebte auch noch den Auszug der Benej Jisrael 210 Jahre später. Als er sie während ihrer Versklavung in Ägypten sah, dachte er bei sich: Nun ist ja die Rache für meinen Vater bereits Tatsache. Aus dieser Versklavung werden sie sich nie befreien können. Sollte es ihnen aber doch gelingen, werde ich sie auf dem Wege überfallen wie ein Bär, dem man seine Jungen entrissen hat. So kann ich sie leicht venichten. Amaleks Nachkommen vermehrten sich sehr stark, wie Dornen auf dem Feld und sie wurden zu einem Volk. Amalek pflanzte in die Herzen seiner Nachkommen einen unerbittlichen Hass gegen die Benej Jisrael, und ihr ganzes Trachten und Sinnen war es, sie zu vernichten. Als Amalek die Benej Jisrael aus Ägypten herausziehen sah, entflammte sein Hass wie ein Feuer. Er versammelte sein Volk und lauerte ihnen auf dem Wege auf. Die Benej Jisrael waren müde und erschlafft. Da sprang Amalek aus dem Hinterhalt hervor, so wie es geschrieben steht: 'Wajawo Amalek - und da kam Amalek...'

AMALEKS HASS GEGEN ISRAEL

Amaleks Hass gegen Israel kann nicht mit dem Hass aller anderen Judenfeinde verglichen werden. Der Hass anderer Judenfeinde lässt zu manchen Zeiten nach, aber Amaleks Hass hält an. Solange Amalek besteht, wird er danach trachten uns zu vernichten. Andere Feinde sind bereit, Bestechung anzunehmen, oder sich sogar auszusöhnen, Amalek aber wird sich durch nichts von seinem mörderischen Vorhaben abbringen lassen. Wenn andere Völker sehen, dass G'ttes Hand sie straft, fürchten sie sich und geben nach. Doch Amalek, sogar wenn er Zeichen und Wunder G'ttes sieht, oder wenn G'ttes Herrlichkeit vor dem Lager Israels erscheint, auch wenn er erkennen kann, wie G'tt an Israels Feinden Rache nimmt, schreckt Amalek vor nichts zurück. Es liegt in Amaleks Natur, Israel zu hassen, sogar wenn sie dem eigenen Untergang ins Auge schauen müssen. Amalek, sein Volk und seine Nachkommen sind von diesem Hass durchdrungen. Es ist Hass um des Hasses willen, und darum wird dieser Hass nie aufhören.

Als die Sonne unseres Vaters Awraham aufging, und die Völker der Welt sahen, dass G'ttes Name auf ihm ruht, sahen sie ein, dass er die Quelle ihres Segens sei und betrachteten ihn als den 'G'ttesfürsten' in ihrer Mitte. Worin bestand Awrahams Größe? Vor allem darin, dass er den Götzendienst verwarf. und dass er sich G'tt allein hingab. Er wies seinen Söhnen den Weg G'ttes. Sein ganzes Haus wurde dazu angehalten, in G'ttes Wegen zu wandeln, Gerechtigkeit und Recht walten zu lassen. Jischmael war zwar sein Sohn, doch dieser wollte nicht in den Wegen seines Vaters gehen. Er verschmähte die Grosse seines Vaters und ging seine eigenen Wege, und so überließ er das geistige Erbe seinem Bruder Jizchak. Esaw war Jizchaks Sohn, doch war sein Lebenswandel nicht im Sinne seines Vaters. Raub, Mord und Ehebruch wären für ihn nicht gesetzeswidrig. Doch er wollte beide Welten erben. G'tt hatte den Segen für Jaakow allein bestimmt, weil er mit vollkommener Hingabe Heiligkeit erstrebte und weil er Liebe zu den Menschen ausstrahlte. Esaw sah, dass seine Pläne, das Erstgeburtsrecht zu erhalten nicht gelangen, und so zog er in das Land Seïr. Doch er gab nie die Hoffnung auf, rechtlicher Erbe seines Vaters zu werden, und hasste seinen Bruder Jaakow auf ewig.

Als Esaw einsah, dass er selbst nicht imstande war, an Jaakow Rache zu üben, weil 'der Hüter Israels nicht schläft und nicht schlummert', befahl er seinen Söhnen, Rache an Jaakow zu nehmen. Einige seiner Söhne gaben es auf, sich zu rächen, denn sie sagten: Diesen da können wir nie überwältigen, denn G'ttes Herrschaft schwebt ständig über ihm. Wir haben genug mit unserer Habe, wir brauchen das Erbe von Awraham und Jizchak nicht. Wir wollen weder Rechte noch Pflichten dieses Erbes. Sie gingen den Weg des Frevels und entfernten sich von dem Hause Awrahams und Jizchaks. So wuchs ein abscheulicher Zweig von Esaws Stamm. Schon die Quelle selbst war vergiftet und dieser Nachkomme sagte zu seinem Grossvater Esaw: Ich fürchte G'tt nicht. Ich fühle keine Scham weder für deine noch für meine Taten. Ich brauche den Gerechten keine Ehre zu erweisen. Ich verschmähe sie und ihre Taten. Ich allein bin groß und stark, ich werde Krieg gegen die Söhne deines Bruders führen, offen oder aus dem Hinterhalt. Ich werde die Schwachen überfallen und auch die Starken niedermetzeln, bis es mir gelingt, sie alle endgültig auszurotten.

Solange bei Esaw und seinen Söhnen noch ein geringes Maß von dem Guten ihrer Väter vorhanden war, wagten sie es nicht das Gute in der Welt zu zerstören. Doch als Amalek geboren wurde, bei dem nichts mehr von der Reinheit seiner einstigen Vorfahren übriggeblieben war, blieb nur noch: 'Wajawo Amalek - Und da kam Amalek und führte Krieg gegen Israel.' Und wenn einst alle Nationen der Welt ihr unrechtes Handeln verlassen werden und Schutz unter der g'ttlichen Herrlichkeit suchen werden, wird Amalek den Weg des Bösen bis zu Ende gehen, und damit seinen Untergang finden. 'Denn die Hand ist auf G'ttes Thron, der Krieg G'ttes gegen Amalek dauert von Generation zu Generation.' (Schemot 17)

DIE ERSTEN DER VÖLKER

Bileam war ein Prophet unter den Nationen, und es steht geschrieben: 'Er sah Amalek und erhob seinen Spruch über ihn: Zwar ist er der erste der Nationen, aber am Ende wird er untergehen.' War denn Amalek wirklich der erste der Nationen? Waren ihm nicht siebzig Nationen, Nachkommen von Schem, Cham und Jefet vorangegangen? Man versteht aber den Vers so: 'Der erste, der gegen Israel in den Krieg zog, war Amalek.' Beim Auszug aus Ägypten war Amalek das erste Volk, das Israel angriff. Kein anderes Volk vor ihm, wagte es, Israel anzugreifen. 'Die Völker hörten es und sie bebten, Furcht ergriff die Einwohner von Pleschet. Da wurden die Fürsten von Edom verwirrt, und die Mächtigen von Moaw ergriff das Zittern. Alle Bewohner Kenaans wurden schwach. Angst und Furcht überfiel sie, die Größe Deines Armes ließ sie still werden wie Stein.' (Schemot 15)

Als G'tt Seine Zeichen und Wunder in Ägypten offenbarte, als G'tt das Meer spaltete, und mit ihm alle Wasser der Welt, da erkannte die Welt, dass G'tt Seine Wunder für Israel, Seine Söhne tat. Sein Name wurde bekannt in der ganzen Welt, und was von den Bewohnern der Erde zerstört worden war, sollte nun durch die Offenbarung am Sinai und die Übergabe der Tora an Jisrael und ihre Aufgabe, ein Priestervolk für alle Völker der Welt zu sein, wieder gutgemacht werden. Als sie ins gelobte Land kamen, um dieses zum Wohnsitz der g'ttlichen Herrlichkeit zu gestalten, zu einem Ort, zu dem alle Völker in der Suche nach g'ttlicher Führung strömen werden, als der Stolz der mächtigen Völker, mit Pharao an deren Spitze gebrochen war, und die Einwohner von Pleschet und Kenaan bereit waren, das Land an ihre rechtlichen Besitzer zurückzugeben, nämlich an Awraham und seine Nachkommen und als die ganze Welt in Israels Gesang miteinstimmte und sagte: 'G'tt wird bis in alle Ewigkeit regieren...' - was tat Amalek zu jener Stunde? - 'Da kam Amalek und kämpfte gegen Israel in Refidim.'

Bist du, Amalek, denn stärker als Pharao, Sichon und Og und die 31 Könige von Kenaan, stärker als deine Brüder, die Fürsten von Edom, stärker als deine Verwandten, die Mächtigen von Moaw? Warum kämpfst du alleine gegen Israel, während die anderen sich schon unterworfen haben? Ist Israel denn jemals in deine Regionen eingedrungen, oder werden sie es je in der Zukunft tun? Betreten sie etwa dein Land? Sind zwischen dir und uns nicht 400 Parsa (ein Wegmass) und ausserdem noch fünf Nationen, zwischen deinem Land und der furchtbaren Wüste, in der es weder Wasser zu trinken, noch Brot zu essen gibt? Wie kannst du nur in einem solchen Augenblick und an diesem Ort Krieg gegen Israel erklären? Es ist dein schlangen ähnlicher Charakter, der dich dazu verleitet. Du bist sogar bereit, vom Erdboden hinweg ausgerottet zu werden, wenn es dir nur gelingt, die Flamme des G'ttesbewusstseins, Seine Grösse und Seine Wunder in der Welt auszulöschen. Du willst ja nur Verwirrung und Zweifel in die Herzen der Menschen bringen, sowohl in Israels als auch in die Herzen aller Völker.

Auch du, Israel, vergelte Gleiches mit Gleichem! Er kommt, um zu zerstören und zu hassen. Du hast keine andere Möglich keit als mit dem gleichen Hass zu antworten: 'Macho Timche... Vertilge das Andenken an Amalek unter den Himmeln - du darfst es nicht vergessen!'

RESCHIT: TERUMA - DAS ERSTE: DIE HEBE

Sowohl Israel als auch Amalek werden 'Reschit' genannt: 'Heilig ist Israel für G'tt, das erste Seines Ertrages.' (Jirmi jahu 2, 3) und 'das e r s t e der Völker, Amalek' (Bamidbar 24, 20)

Was will dies uns lehren?

Unsere Weisen sagen: Reschit bezieht sich auf Teruma, die Hebe (Abgabe). Das bedeutet, dass der Gehalt, das Wesentliche einer Sache 'Teruma' genannt werden kann. So kann es 'Teruma' in einer heiligen und in einer unreinen Sache geben. Alles, was in G'ttes Schöpfung heilig und rein genannt wird, also das 'Reschit' Seiner Schöpfung ist für Israel bestimmt. Der Begriff des Bösen und des Unreinen wird durch 'Nachasch Hakadmoni' - die erste Schlange verkörpert, und dies ist Amalek. Darum wird Amalek auch 'Reschit' genannt. So ist Israel 'Reschit', Wurzel des Heiligen auf der einen Seite, und Amalek Reschit', Wurzel des extrem Unreinen und Bösen auf der anderen; dazwischen sind alle anderen Völker der Welt gestellt. Wenn Israels Stärke sinkt, hat Amalek die Oberhand in der Welt, und sie wird von der Macht des Bösen regiert. Doch ist diese Macht nie imstande Israels Namen ganz auszulöschen. Wenn Israel einst die genügende Stärke besitzen wird, wird das Gute die Oberhand gewinnen, und die ganze Welt sich dem Guten zuwenden. Nur Amalek, Symbol des absolut Schlechten, wird nicht mehr aufkommen können, und so wird sein Name unter dem Himmel ausgelöscht werden.

"UND AMALEK KAM"

Unsere Weisen sagten: 'Amalek' ist wörtlich zu verstehen. (Mechilta Beschalach) Amalek, Sohn von Eliphas, den Esaw erzogen hatte. Er sei damals noch am Leben gewesen und sei mit seinem ganzen Volk in den Kampf gegen Israel ausgezogen. 'Und Amalek kam' - er kam mit einem Kriegsplan. Er hatte alle Nationen der Welt versammelt und ihnen gesagt: Helft mir gegen Israel zu ziehen. Sie sagten: Gegen Israel können wir nichts erreichen, auch Pharao hatte sich gegen sie gestellt und er wurde mit seinem Heer im Schilfmeer ertränkt. Wie könnten wir dann gegen sie aufkommen? Daraufhin sagte Amalek: Ich gebe euch einen Rat, den ihr befolgen könnt! Sollten sie mich besiegen, dann fliehet. Wenn aber nicht, kommt und helft mir gegen sie zu kämpfen. (Jalkut Beschalach 263)

Zu 'Und Amalek kam' sagt Rabbi Nathan: Aus den Bergen von Seïr kam Amalek, 400 Parsa, (ein Wegmass) hatte er zurück zulegen um gegen Israel in den Krieg zu ziehen. (Jalkut Bescha lach)

Von Esaw wird gesagt: 'Er gib in ein Land wegen seines Bruders Jaakow.' (Bereschit 36)

Er ging dorthin um seine Schuld zu begleichen, denn es steht von Jizchaks Nachkommen: 'Ki Ger Jihje Saracha Fremdling wird dein Nachkomme sein in einem Land, das ihnen nicht gehört, 400 Jahre lang.' Damm sagte er: Ich werde von hier wegziehen, denn ich habe weder einen Anteil an dem mir geschenkten Land, noch an der 'Einlösung des Wechsels', d.h. 'Fremdling wird dein Nachkomme sein...' Er wollte auch das Land verlassen, weil er sich schämte, dass er sein Erstgeburts recht an Jaakow verkauft hatte. So wartete sein Enkel Amalek nur auf den Moment der Rache, und nützte die Gelegenheit beim Auszug der Benej Jisrael aus Ägypten dazu aus und griff. sie an, 'Und Amalek kam...' (Chiskuru Beschalach)

Was hatte Amalek ihnen getan?

Er war in die Archivkammern von Ägypten gegangen, hatte die Listen genommen, auf denen die Namen der Stämme aufgezeichnet waren, stellte sich außerhalb der Wolke, die das Volk Israel begleitete und rief aus: Reuwen, Schimon, wir sind Brüder! Kommt doch heraus, wir wollen mit euch Handel treiben. Wenn dann einer herauskam, wurde er erschlagen. (Jalkut Teze 938)

Von jeher schon war Amalek eine Strafrute für Israel. Als Israel vor dem Empfang der Tora nach Refidim kam und sich fragte; 'Gibt es einen G'tt in unserer Mitte oder nicht?' 'Wajawo Amalek - und Amalek kam.' Bei der Erzählung über die Kundschafter heisst es ebenso: 'Und Amalek kam herunter und schlug sie bis Chorma.' Als Amalek hörte, dass Ahron gestorben war, und dass die g'ttlichen Schutzwolken gewichen waren, suchte er eine Gelegenheit um Israel zu provozieren, denn es steht: 'Und es hörte der Kenaaruter, der König von Arad' (Bamidbar 21, 1) - das sind die Amalekiter, die sich bewaffnet hatten, sich als Kenaaniter verkleidet hatten, um den Eindruck zu erwecken, Trauernde zu sein. Sie sagten: Wir wissen, dass sie ein väterliches Erbteil haben, nämlich: 'Hakol Kol Jaakow - die Stimme ist Jaakows Stimme....' Gemeint ist damit ihre Fähigkeit zu beten und erhört zu werden. Wenn wir nun als Kenaanim erscheinen, werden sie G'tt um Schutz vor den Kenaanim beten. Da wir ja Amalekiter sind, wird das Gebet nichts nützen, und so können wir sie erschlagen.

Auch als Amalek sah, dass Israel in Jehuda und Jeruschalajim schuldüberladen war, kam es, denn es steht: 'Bejom Amodcha Mineged - am Tage, da du abseits standest.' (Owadja 11) Eine Meile war er entfernt. Da sagte er (Amalek) zu sich: Wenn Israel siegt, werde ich sagen, ich sei gekommen ihnen zu helfen. Wenn aber Babylonien siegen wird, dann stürze ich mich auf Israel und erschlage sie. (Nach Jalkut Chukat 764)

>> Teil 2 zum Schabath Sakhor: Amaleks Hass gegen Israel

"Sefer haTod'a" - Jad Eljahu Kitow
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