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Sefirath ha Omer: Jedem Tag der Omerzeit ist ein bestimmter Zustand der kabbalistischen Sefiroth zugeordnet. Die Sefiroth, die Sphären des Lebensbaums, sind ausstrahlende g'ttliche Energie, durch welche G'tt mit der Welt interagiert*. Jede der sieben Wochen ist mit einem der sieben Gefäße (Sfiroth)
verbunden, ebenso wie jeder der sieben Wochentage. So ergeben sich 49
Kombinationen. An jedem Tag konzentrieren wir uns auf eine Verbesserung im
Bereich dieser speziellen zugeordneten Eigenschaften. Am 36. Tag der
Omerzählung, das sind 5 Wochen und 1 Tag der Zählung, wären dies z.B.
Bescheidenheit (5) und Liebe (1,
siehe Abb.). Wir finden also auch in der Zeit zwischen Pessach und Schawu'oth eine Warnung, die ganz ähnlich ist, wie die, die wir uns am 9. Aw, dem Gedenktag der Tempelzerstörung, vergegenwärtigen sollen: Sinath chinam, grundloser Hass, wird uns dort als Ursache der Zerstörung vorgehalten, während der Untergang der Schüler Akibas mit mangelhafter Achtung, die sie sich untereinander entgegenbrachten, begründet wird. Wir beginnen die Omerzählung nach den ersten Pesachtagen. Der Seder erinnert uns an das Fehlen des Tempels und an den Grund seiner Zerstörung, den "sinnlosen Hass". Das eigentliche Pesachopfer kann erst dann wieder stattfinden, wenn das Beth haMikdasch, der Tempel, wieder steht, und dies wird erst dann der Fall sein, wenn wir den Fehler von Sinat chinam und unsere Zerstrittenheit überwunden haben. Die Omerzeit lehrt uns zu zählen, und Chasal, unsere Weisen, betonen:
Jeder einzelne ist wichtig! Vergiss keinen deiner Nächsten! Ziehe jeden
hinzu und schließe keinen aus. Beurteile jeden zum Guten und rede gut über
deinen Nächsten, ganz besonders dort, wo sein Name gerade wenig gilt, setze
dich für ihn ein. Die Torah verlangt nicht, dass man sich zur Erfüllung einer Mizvah eilig drängen müsse. Nur eine einzige Mizvah hebt sie hier hervor und formuliert dringend: "Fordere den Frieden und jage ihm nach!" So ist es auch, wenn dir von Streitigkeiten unter deinen Nächsten Kunde wird. Lass dich nicht lange bitten, es sei dir vielmehr ein dringendes Bedürfnis Frieden zu stiften. So wie es auch heißt im Gebet "Elu Dewarim" (TB, Schabath 127 a), denn nur so können wir Tikun Olam bewirken und den Himmel auf die Erde und den Tempel nach Jerusalem bringen.
Nach dem Lebensbaum lassen sich also zu jedem Tag der
Zählung zwei Eigenschaften zuordnen. |
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1. Liebe 2. Disziplin 3. Harmonie 4. Beharrlichkeit 5. Bescheidenheit 6. Verbindung 7. Führungsqualitäten Manchmal steht an Stelle von Kether D'at, das ist Wissen, zwischen Einsicht (Binah) und Weisheit (Chochmah). Zusammengestellt von Rabbiner T.Kucera. |
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*) Die Vorstellung eines notwendigen Ausfließens und
Ausstrahlens aus der göttlichen Fülle, das sogenannte Emanationssystem, ist
nicht nur Kern der kabbalistischen Philosophie, sondern findet sich in
weiteren Denksystemen des Orients, u.a. auch im Neuplatonismus und in der
Gnostik. Der Ursprung des Bösen wird im Emanationssystem durch die Annahme
erklärt, dass die Dinge notwendigerweise umso schlechter geworden seien, je
mehr sie sich beim Ausströmen aus ihrem Urquell von diesem entfernt hätten. 49
Stufen der Unreinheit (1): dg / haGalil onLine 08-04-2007 |