Öffne uns das Tor zur Zeit, da die Tore sich schließen, denn der Tag hat
sich geneigt.
Der Tag neigt sich, die Sonne geht unter. Lass uns durch deine Tore gehen.
Bitte, o Gott, vergib doch, verzeih doch, hab' Nachsicht, verschon' doch,
erbarm' dich, sühn' doch, zertritt doch die Sünde und Schuld.
Wenn das Licht des Tages vergeht, beten wir um Licht. Wir denken an das
Ehrliche und Gute, an die Lichter, die in unserer Geschichte geschienen haben.
Wir denken an das Licht, das in jedem und jeder scheint und auch in uns. Wir
erkennen dieses Licht, und wir kennen es: Es ist das Licht der Güte, es ist
Gott.
Wenn das Licht des Tages vergeht, begegnen wir der Dunkelheit der Welt und
der Dunkelheit, die auch in uns selbst ist. Viel Arbeit wartet jeden Augenblick
auf uns und fordert uns heraus: Die Hungrigen brauchen unsere Nahrung, die
Vernachlässigten brauchen unsere Liebe, die An-den-Rand-Gedrängten brauchen
unser Verständnis. Wir brauchen dein Licht, damit wir sie nicht enttäuschen oder
in der Dunkelheit zurücklassen.
Wenn das Licht des Tages vergeht, wenden wir uns der Dunkelheit zu, die in
uns liegt: Den Wunden, die nie heilen werden, dem Wachstum von Bitterkeit und
Neid, das die Zeit nicht verschwinden lässt, dem Hass, den wir gegen andere
hegen, und die Abneigung, die wir uns selbst gegenüber empfinden.