Wurzeln, Roots, Schoraschim:
Leonard Cohen Unetanej Tokef...
... ...
Wer wird nicht erkannt, wer wird verbrannt?
Wer ist dort geblieben, wer auf der A 7?
Wer kehrt zurück, wer findet sein Glück?
Wer kann weiterzieh'n, wer durch Heroin?
Wer mit HIV, wer wird alt - und grau?
... ...
Im Sidur lesen wir (an den Hohen Feiertagen):
..."Am Neujahrsfest denken wir darüber nach, wie das Urteil gefallt
wird;
am Versöhnungstag denken wir darüber nach, wie das Urteil besiegelt
wird,
für die, die aus dem Leben scheiden und für die, die geboren werden,
für die, die ihre Zeit leben und für die, die vor ihrer Zeit sterben
werden;
für die, die durch Feuer oder durch Wasser sterben werden, durch die
Gewalt von Menschen oder durch Tiere, durch Hunger oder durch Durst,
durch Katastrophen, Seuchen oder Hinrichtung;
für die, die ruhen und für die, die auf Wanderschaft sind; für die,
die sicher sein werden und für die, die gequält sein werden;
für die, die verarmen und die, die, zu Wohlstand kommen werden;
für die, die versagen und für die, die erfolgreich sein werden.
Doch durch Umkehr, Gebet und gute Taten
kann die Härte unseres Schicksals verwandelt werden"...
Während der diesjährigen
Europatournee von Leonard Cohen hören wir im Konzertsaal:
And who by fire, who by water.
Who in the sunshine, who in the night time.
Who by high ordeal, who by common trial,
Who in your merry merry month of may,
Who by very slow decay,
And who shall I say is calling?
And who in her lonely slip, who by
barbiturate,
Who in these realms of love, who by something blunt.
And who by avalanche, who by powder,
Who for his greed, who for his hunger.
And who shall I say is calling?
And who by brave assent, who by accident.
Who in solitude, who in this mirror,
Who by his ladys command, who by his own hand.
Who in mortal chains, who in power,
And who shall I say is calling?
Ein alter Text, immer wieder
aktuell. Während des ganzen Jahres und
für alle Menschen.
... und noch etwas zu Rosch haSchanah (Neujahr)
und Leonard Cohen: Una versión propia traducida al castellano de la
canción Story of Isaac
de Leonard Cohen...
... und live aus San Sebastian: The Partisan,
zur Erinnerung an die Réstistance im besetzten Frankreich, in
Tschechien, Belgien, Holland,
Polen, Griechenland...
Am Neujahrstag wird es geschrieben
und am Versöhnungstag besiegelt,
wieviele vergehen und wieviele entstehen, wer leben wird und wer
sterben, wer an sein Ende gelangt und wer nicht an sein Ende
gelangt.
Wer in Wasserflut, wer in Flammenglut, wer vom Schwert zerrissen,
wer vom Tier zerbissen. Wer in Hungersnot, wer vom Durst bedroht... ...
Aber Umkehr und Gebet und
Liebeswerke,
wenden ab das Böse des Verhängnisses,
denn so wie Dein Name, so ist Dein Ruhm:
Schwer zu erzürnen und leicht zu versöhnen!...
...
Unetane Tokef... Zur Erinnerung an Harry Foß und Leo
Roth:
Die Erhabenheit der Stimme des Menschen
Kantorale Gesänge gehören im Judentum zu den
wichtigen Ausdrucksformen der Frömmigkeit. Besonders in den
osteuropäischen Gemeinden, wie sie vor ihrer Vernichtung
existierten, waren sie das Herzstück des Gottesdienstes und der
Vorbeter oder Kantor, auf hebräisch "Chasan", war das Herz der
Gläubigen und bewegte ihre Herzen in und mit seinem Gesang...
Ein Kantor zu den Hohen
Feiertagen: Jacob
Segall Kol Nidrej, Unetane
Tokef, Hineni u.a...
Das Prinzip des Dialogs:
Das gesungene Gebet in der Synagoge Will man vom Synagogengesang sprechen, so
muss man sich erst einmal mit dem religiösen Ritual der Juden
auseinandersetzen. Dieses hat seine ersten Anfänge bereits zu Zeiten
da von Moses, der Grundstein zum kollektiven Gottesdienst gelegt
wurde...
Jüdisches Gebet: Von der
Bedeutung der Liturgie
Was ist Liturgie? Es
ist das Material, aus dem eine religiöse Handlung, ein Gottesdienst
besteht. Wie die Liturgie gebraucht wird – wer den Gottesdienst
leiten darf, wo er dann steht, wo und wie eine Prozession
durchgeführt wird usw., ist eine Frage des Rituals. Aber der Kontext
– die Worte und die Melodien und die Reihenfolge, nach der Gebete
und Hymnen und Gedichte und Texte verlesen und gesungen werden – das
ist Liturgie. Und mich als Rabbiner fasziniert Liturgie...
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