Das Buch Jonah:
Die Haftarah zum Jom haKipurim
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1. Und es erging das Wort des Ewigen an Jonah, Sohn Amittai, also:
2. Auf, gehe nach Ninweh, der großen Stadt, - und rufe (Wehe) über sie, denn
ihre Bosheit ist heraufgestiegen vor mich.
3. Aber Jonah machte sich auf, nach Tarschisch zu fliehen, hinweg von dem
Angesichte des Ewigen. Und er ging hinab nach Jafo und fand ein Schiff, das
nach Tarschisch ging, und gab den Fährlohn und stieg hinein, um mit ihnen
nach Tarschisch zu gehen, hinweg von dem Angesichte des Ewigen.
4. Aber der Ewige erhob einen großen Wind gegen das Meer, und es war ein
großer Sturm im Meere, so daß das Schiff zu zerbrechen drohte.
5. Da fürchteten sich die Seeleute, und schrieen, Jeglicher zu seinen
Göttern, und warfen die Geräte, die im Schiffe waren, in das Meer, um es
sich leichter zu machen. Jonah aber war hinuntergestiegen in den inneren
Schiffsraum, und legte sich hin und entschlief.
6. Und es trat zu ihm der Steuermeister, und sprach zu ihm: Was hast du zu
schlafen? Auf, rufe zu deinem G'tte, vielleicht besinnt sich der G'tt
unsertwegen, daß wir nicht umkommen.
7. Und sie sprachen einer zum anderen: Kommt und lasst uns Lose werfen, dass
wir erfahren, um weswillen uns dieses Übel trifft. Als sie Lose warfen, fiel
das Los auf Jonah.
8. Und sie sprachen zu ihm: Sag' uns doch, du, um deswillen uns dieses Übel
trifft: Was ist dein Geschäft? Und woher kommst du? Welches ist dein Land?
Und von welchem Volke bist du?"
9. Und er sprach zu ihnen: Ein Ibri bin ich, und den Ewigen, den G'tt des
Himmels fürchte ich, der das Meer und das Trockene gemacht hat.
10. Da fürchteten sich die Leute in großer Furcht und sprachen zu ihm: Was
hast du getan — denn die Leute wussten, dass er hinweg von dem Angesichte
des Ewigen fliehe, denn er hatte es ihnen gesagt.
11. Und sie sprachen (weiter) zu ihm: Was sollen wir mit dir machen, dass
das Meer ruhig werde um uns, denn das Meer stürmt fort und fort?
12. Und er sprach zu ihnen: Nehmet mich und werfet mich in das Meer, so wird
das Meer ruhig werden um euch. Denn ich weiß, dass um meinetwillen dieser
große Sturm Über euch (gekommen).
13. Und die Leute ruderten, um es an das Land zurückzuführen, aber sie
vermochten es nicht; denn das Meer stürmte fort und fort um sie.
14. Da riefen sie zum Ewigen und sprachen: O Ewiger, lass' uns doch nicht
umkommen um die Seele dieses Mannes, und leg' uns nicht zur Last
unschuldiges Blut! Denn du bist der Ewige, so wie dir gefällt, tust du.
15. Und sie nahmen Jonah und warfen ihn in das Meer. Da hielt das Meer ein
in seinem Wüten.
16. Da fürchteten sich die Leute in großer Furcht vor dem Ewigen, und
opferten Mahlopfer dem Ewigen, und gelobten Gelübde.
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1. Da entbot der Ewige einen großen Fisch, Jonah zu verschlingen; und
Jonah war in dem Bauche des Fisches drei Tage und drei Nächte.
2. Und Jonah betete zum Ewigen seinem G'tte aus dem Bauche des Fisches,
3. Und sprach: Ich habe gerufen aus meinem Drangsal zum Ewigen, und er hat
mir geantwortet; aus dem Schoß der Hölle hab' ich geschrieen, du hast meine
Stimme gehört.
4. Denn du hast mich geworfen in die Tiefe, in das Herz der Meere, und
Ströme umgeben mich; all deine Brandungen und deine Wogen, sie fahren über
mich her,
5. Dass ich gedachte: Ich bin verstoßen fernab aus deinen Augen; doch werde
ich wiederum schauen nach deinem heiligen Tempel.
6. Es Überhäuften mich die Gewässer bis an die Seele, die Tiefe umringte
mich; das Schilf war ein Bund um mein Haupt.
7. An das Äußerste der Berge fuhr ich hinab, die Erde — ihre Riegel waren
vor mir für ewig; da brachtest du herauf aus der Grube mein Leben, Ewiger,
mein G'tt!
8. Wenn sich meine Seele verdunkelte in mir, gedachte ich des Ewigen, und es
kam zu dir mein Gebet in deinen heiligen Tempel.
9. Die auf nichtigen Tand warten, die verzichten auf ihre Gnade.
10. Ich aber — mit der Stimme des Dankes werd' ich dir opfern; was ich
gelobt, werd 'ich bezahlen. Hilfe ist beim Ewigen!
11. Und der Ewige sprach zum Fische, und er spie den Jonah auf das Trockene.
3 ÷øô äðåé
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1. Und es erging das Wort
des Ewigen an Jonah zum zweitenmal also:
2. Auf, gehe nach Ninweh, der großen Stadt, und rufe über sie den Ruf, den
ich zu dir reden werde.
3. Und Jonah machte sich auf und ging nach Ninweh nach dem Worte des
Ewigen. Ninweh aber war eine Stadt, groß bis zu G'tt, drei Tagereisen.
4. Und Jonah fing an, in die Stadt zu gehen, eine Tagereise, und rief und
sprach: Noch vierzig Tage, und Ninweh geht zugrunde!
5. Und die Leute von Ninweh glaubten an G'tt und riefen ein Fasten aus,
und kleideten sich in Säcke von Groß bis Klein.
6. Und als die Sache an den König von Ninweh gelangte, da stand er auf von
seinem Throne und legte seinen Mantel ab, und hüllte sich in einen Sack
und setzte sich in Asche.
7. Und ließ ausrufen und sprechen in Ninweh: Auf Befehl des Königs und
seiner Großen sei es gesagt: Menschen und Vieh, Rinder und Schafe sollen
nicht das Geringste (von Nahrung) kosten; sie sollen nicht weiden und
nicht Wasser trinken;
8. Und es sollen sich in Säcke hüllen Menschen und Vieh, und sie sollen
rufen zu G'tt mit Macht; und sollen umkehren, Jeglicher von seinem bösen
Wandel und von dem Unrecht, das in ihren Händen ist.
9. Wer weiß? Es mag G'tt sich wieder bedenken und umkehren von seiner
Zornglut, dass wir nicht umkommen.
10. Und da G'tt ihre Werke sah, dass sie umgekehrt waren von ihrem bösen
Wandel, da bedachte sich G'tt wegen des Übels, das er geredet hatte,
ihnen zu tun, und tat es nicht.
4 ÷øô äðåé
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.ééçî éúåî áåè øîàéå úåîì åùôð-úà ìàùéå óìòúéå äðåé
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1. Und es missfiel dem Jonah höchlich und verdross ihn.
2. Und er betete zum Ewigen und sprach: O Ewiger, war das nicht meine Rede,
als ich noch in meinem Lande war — darum kam ich zuvor, nach Tarschisch zu
fliehen —, dass ich wusste, du seiest ein gnädiger und barmherziger G'tt,
langmütig und von großer Huld, und sich bedenkend wegen des Übels.
3. Und nun, Ewiger, nimm doch meine Seele von mir! Denn besser ist mein Tod
als mein Leben.
4. Und der Ewige sprach: Verdrießt es dich sehr?
5. Und Jonah ging aus der Stadt, und wohnte zur Morgenseite der Stadt, und
machte sich dort eine Laube und saß darunter im Schatten, bis dass er sähe,
was mit der Stadt würde.
6. Und der Ewige, G'tt, entbot einen Kikajon, dass er aufwuchs über Jonah,
dass Schatten sei über seinem Haupte, um ihm seinen Verdruss zu vermindern.
Und Jonah hatte über den Kikajon eine große Freude.
7. Da entbot G'tt einen Wurm, als das Frührot aufstieg Tages darauf, und er
stach den Kikajon, dass er verdorrte.
8. Und es geschah, wie die Sonne aufging, da entbot G'tt einen schwülen
Ostwind, und die Sonne stach Jonah auf das Haupt, dass er verschmachtete. Da
wünschte er sich den Tod und sprach: Besser mein Tod als mein Leben!
9. Und G'tt sprach zu Jonah: Verdrießt es dich sehr um den Kikajon?
Und er sprach: Sehr verdrießt es mich, zum Sterben.
10. Da sprach der Ewige: Dir ist leid um den Kikajon, mit dem du keine Mühe
gehabt, und den du nicht groß gezogen, der als Kind einer Nacht entstanden
und als Kind einer Nacht verschwunden ist.
11. Und mir sollte nicht leid sein um Ninweh, die große Stadt, in welcher
mehr all zwölf Myriaden Menschen sind, die nioht wissen (zu unterscheiden)
zwischen der Rechten und Linken, dazu vieles Vieh?
[Obadjah]

Quelle: "Die Heilige Schrift" übersetzt von Dr. Zunz
Sinai
Tel Aviv
hagalil.com
10-09-2004
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