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Der grosse Plan der Schöpfung (3):
Den Himmel auf die Erde bringen
Der grosse Plan der Schöpfung
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Manche Menschen meinen, die Torah enthalte allein Gesetze, Sittengemälde und
originelle Geschichten, und haben nur eine vage Vorstellung von ihrer
mystischen Seite. Die Erfahrung unseres Volkes am Berge Sinai war eine
mystische Erfahrung. Es heißt, dass die Menschen den Donner sahen.
Sie sahen das, was man üblicherweise hört, und sie hörten das, was man
gewöhnlich sieht. Das Geistige wurde ihnen zur Realität, und das Wirkliche
erschien als atmosphärische Störung, als intellektuelle Einbildung.
Die Seele der Torah - ihre mystische Erfahrung - kam zuerst. Die Torah ohne
ihre innere Bedeutung ist wie ein Körper ohne eine Seele.

Es gibt keine zwei Torahs, eine für Mystiker und eine andere für
Gesetzesdeuter. Es gibt den Körper der Torah, und es gibt die Seele der
Torah. Beides ist eins. Keines kann dem anderen widersprechen, denn das eine
findet sich im anderen, und umgekehrt.

In einem schlichten Kommentar, der für ein fünfjähriges Kind geschrieben
wurde, lassen sich tiefe Geheimnisse der Torah finden. Allerdings nur dann,
wenn wir den schlichten Kommentar so verstehen, wie es ein fünfjähriges Kind
tun würde.

Manchmal macht die Torah eine Aussage, widerspricht sich später selbst und
enthüllt noch später einen dritten Ansatz, der den Widerspruch auflöst.
In der Torah bekommst du nicht alle Antworten auf einmal. Du musst zuerst
eine einfache Wahrheit akzeptieren und damit leben. Später musst du dann
eine weitere Wahrheit finden - eine, die anscheinend zu allem im Widerspruch
steht, was du zuvor gelernt hast, und die alles aufzuheben scheint. Doch aus
dieser Verwirrung entsteht eine höhere Wahrheit: das innere Licht, das alles
durchdringt, was du zuvor gelernt hast.

Rabbi Zera fastete 100 Fastenzeiten lang, um alles zu vergessen, was er
in Babylonien gelernt hatte. Erst dann konnte er damit beginnen, die Torah
des Landes Israel zu studieren.
Lernen bedeutet nicht einfach, Wissen und noch mehr Wissen zu erwerben.
Lernen ist ein Prozess von Quantensprüngen, die einen immer weiter über das
subjektive Ich hinausrühren. Es ist gleich, wie hoch der Gipfel ist, den du
erreichst - es gibt immer einen anderen Gipfel, der noch höher ist.
Diesen Gipfel kannst du jedoch erst erklimmen, wenn du feststellst, dass du
dich immer noch im Tal befindest.

Du fragst vielleicht: «Warum muß ich studieren und lernen? Ist denn die
Wahrheit nicht schon in mir?»
Die Wahrheit ist in dir verschlossen, tief in Schlaf versunken. Sie wird von
der Wahrheit, der du außen begegnest, erweckt und befreit.

Die Torah zu studieren ist nicht so, als ob man irgendein anderes Fach
lernt. In anderen Bereichen verbindet sich unser Geist mit der Information
und dem Wissen von und über etwas. Wenn wir jedoch die Torah
studieren, ist Er in all jenen Gedanken, über die wir nachdenken und
meditieren - Er ist in ihnen, und wir sind zu diesem Zeitpunkt eins mit Ihm.

Wenn du einen Gedanken aus der Torah hörst, solltest du darüber meditieren.
Du musst das, was du hörst, von einem Zustand des Verstehens in einen
Zustand der Erkenntnis, der Verwirklichung und der Vision weiterführen. Der
Gedanke muss dich so lange und so tief bewegen, bis du nicht mehr derselbe
bist wie zuvor und bis dein Tag nicht mehr derselbe Tag ist wie zuvor. Dann
ist dieser Gedanke zu deinem eigenen geworden.
©Den Himmel
auf die Erde bringen
Die Weisheit des Rabbi Schneerson aus New York
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