Nach der Septuaginta:
Das erste Buch der MakkabäerKapitel 1
1-1,1 Der Mazedonier Alexander, Sohn des Philippus, zog
damals vom Land der Kittäer aus. Er besiegte Darius, den König der Perser
und Meder, und wurde als erster König von Griechenland sein Nachfolger.
1-1,2 Er führte viele Kriege, eroberte zahlreiche Festungen und ließ die
Könige der Erde erschlagen;
1-1,3 er kam bis an das Ende der Welt, plünderte viele Völker aus und die
ganze Erde lag ihm wehrlos zu Füßen. Da wurde sein Herz stolz und
überheblich.
1-1,4 Er stellte ein sehr großes Heer auf, herrschte über Länder, Völker und
Fürsten und machte sie sich tributpflichtig.
1-1,5 Doch dann sank er aufs Krankenlager und fühlte seinen Tod nahen.
1-1,6 Er rief seine höchsten Offiziere zusammen, die mit ihm aufgewachsen
waren, und verteilte sein Reich unter sie, solange er noch lebte.
1-1,7 Zwölf Jahre hatte Alexander regiert, als er starb.
1-1,8 Seine Offiziere übernahmen die Regierung, jeder in seinem Bereich.
1-1,9 Nach seinem Tod setzten sich alle die Königskrone auf; ebenso hielten es
ihre Nachkommen lange Zeit hindurch. Sie brachten großes Unglück über die
Erde.
1-1,10 Aus ihnen ging ein besonders gottloser Spross hervor, Antiochus
Epiphanes, der Sohn des Königs Antiochus. Er war als Geisel in Rom gewesen
und trat im Jahr 137 der griechischen Herrschaft die Regierung an.
1-1,11 Zu dieser Zeit traten Verräter am Gesetz in Israel
auf, die viele (zum Abfall) überredeten. Sie sagten: Wir wollen einen Bund
mit den fremden Völkern schließen, die rings um uns herum leben; denn seit
wir uns von ihnen abgesondert haben, geht es uns schlecht.
1-1,12 Dieser Vorschlag gefiel ihnen
1-1,13 und einige aus dem Volk fanden sich bereit, zum König zu gehen. Der
König gab ihnen die Erlaubnis, nach den Gesetzen der fremden Völker zu
leben.
1-1,14 Sie errichteten in Jerusalem eine Sportschule, wie es bei den fremden
Völkern Brauch ist,
1-1,15 und ließen bei sich die Beschneidung rückgängig machen. So fielen sie
vom heiligen Bund ab, vermischten sich mit den fremden Völkern und gaben
sich dazu her, Böses zu tun.
1-1,16 Als Antiochus sah, dass sich seine Herrschaft
gefestigt hatte, fasste er den Plan, auch König von Ägypten zu werden und so
über zwei Reiche zu herrschen.
1-1,17 Er drang mit vielen Soldaten in Ägypten ein, mit Streitwagen und
Kriegselefanten, mit Reitern und einer großen Flotte,
1-1,18 und führte Krieg gegen Ptolemäus, den König von Ägypten. Ptolemäus
wurde von ihm geschlagen und musste fliehen, nachdem viele seiner Leute im
Kampf gefallen waren.
1-1,19 Die befestigten Städte Ägyptens wurden erobert und das Land geplündert.
1-1,20 Antiochus wandte sich nach seinem Sieg über Ägypten im Jahr 143 gegen
Israel und rückte mit zahlreichen Truppen hinauf vor Jerusalem.
1-1,21 In seiner Vermessenheit betrat er sogar das Heiligtum; er raubte den
goldenen Rauchopferaltar, den Leuchter samt seinem Zubehör,
1-1,22 den Tisch für die Schaubrote, die Opfer- und Trinkschalen, die goldenen
Rauchfässer, den Vorhang, die Kronen und den goldenen Schmuck von der
Vorderseite des Tempels. Von allem ließ er das Gold abschlagen.
1-1,23 Dann nahm er das Silber, das Gold, die kostbaren Geräte, und was er von
den versteckten Schätzen finden konnte,
1-1,24 und ließ alles in sein Land schleppen. Er richtete ein Blutbad an und
führte ganz vermessene Reden.
1-1,25 Da kam große Trauer über das ganze Land Israel.
1-1,26 Die Vornehmen und Alten stöhnten; / die Mädchen und jungen Männer
verloren ihre Kraft / und die Schönheit der Frauen verfiel.
1-1,27 Jeder Bräutigam stimmte die Totenklage an, / die Braut saß trauernd in
ihrem Gemach.
1-1,28 Das Land zitterte um seine Bewohner. / Das ganze Haus Jakob war mit
Schande bedeckt.
1-1,29 Zwei Jahre später schickte der König einen Beamten in
die Städte von Judäa mit dem Auftrag, die Steuern einzutreiben. Er kam mit
zahlreichen Truppen nach Jerusalem.
1-1,30 Hinterlistig bot er den Einwohnern zunächst Frieden an. Als man ihm
Glauben schenkte, fiel er plötzlich über die Stadt her, richtete großen
Schaden in ihr an und brachte viele Israeliten um.
1-1,31 Er ließ die Stadt plündern und in Brand stecken und die Häuser und
Stadtmauern ringsum niederreißen.
1-1,32 Frauen und Kinder schleppte man in die Sklaverei und ihren Besitz nahm
man als Beute mit.
1-1,33 Um die Davidstadt bauten sie eine hohe und feste Mauer mit mächtigen
Türmen, damit sie ihnen als Burg dienen konnte.
1-1,34 Sie legten eine heidnische Besatzung hinein, Männer, die sich nicht an
das Gesetz hielten. Diese setzten sich dort fest,
1-1,35 versahen sich mit Waffen und Proviant und brachten auch die Beute, die
sie in Jerusalem gemacht hatten, dort unter. So wurden sie zu einer großen
Gefahr.
1-1,36 Aus dem Hinterhalt bedrohten sie das Heiligtum; / immer waren sie für
Israel ein schlimmer Feind.
1-1,37 Rings um den Tempel vergossen sie unschuldiges Blut / und entweihten
die heilige Stätte.
1-1,38 Jerusalems Einwohner flohen vor ihnen / und Ausländer zogen in die
Stadt ein. / Ihren eigenen Kindern wurde die Stadt fremd / und ihre Söhne
verließen sie.
1-1,39 Ihr Heiligtum wurde leer wie die Wüste, / ihre Feste verwandelten sich
in Trauer. / Ihre Sabbate wurden verhöhnt; / statt geehrt zu sein, war sie
verachtet.
1-1,40 So groß ihre Herrlichkeit gewesen war, / so groß war nun ihre Schande./
Von ihrer Höhe ist sie herabgestürzt, / jetzt liegt sie in Trauer.
1-1,41 Damals schrieb der König seinem ganzen Reich vor,
alle sollen zu einem einzigen Volk werden
1-1,42 und jeder solle seine Eigenart aufgeben. Alle Völker fügten sich dem
Erlass des Königs.
1-1,43 Auch vielen Männern aus Israel gefiel der Gottesdienst, den er
angeordnet hatte; sie opferten den Götterbildern und entweihten den Sabbat.
1-1,44 Der König schickte Boten nach Jerusalem und in die Städte Judäas mit
der schriftlichen Anordnung, man solle eine Lebensform übernehmen, die dem
Land fremd war.
1-1,45 Brand-, Schlacht- und Trankopfer im Heiligtum seien einzustellen,
Sabbate und Feste zu entweihen,
1-1,46 das Heiligtum und die Heiligen zu schänden.
1-1,47 Man solle statt dessen Altäre, Heiligtümer und Tempel für die fremden
Götter errichten sowie Schweine und andere unreine Tiere opfern.
1-1,48 Ihre Söhne dürften sie nicht mehr beschneiden, vielmehr sollten sie
sich mit jeder denkbaren Unreinheit und Schande beflecken.
1-1,49 So sollte das Gesetz in Vergessenheit geraten und alle seine
Vorschriften sollten hinfällig werden.
1-1,50 Wer aber des Königs Anordnung nicht befolge, müsse sterben.
1-1,51 Ähnliche Anweisungen erließ er für sein ganzes Reich. Er setzte Beamte
ein, die die Durchführung im ganzen Volk überwachen sollten; auch gab er den
Befehl, der Reihe nach in allen Städten Judäas einen Opfergottesdienst zu
halten.
1-1,52 Viele aus dem Volk schlossen sich ihnen an; sie alle fielen vom Gesetz
ab und trieben es schlimm im Land.
1-1,53 Die Israeliten mussten sich vor ihnen verstecken, wo immer sie Zuflucht
fanden.
1-1,54 Am fünfzehnten Kislew des Jahres 145 ließ der König auf dem
Brandopferaltar den unheilvollen Gräuel aufstellen; auch in den Städten
Judäas ringsum baute man Altäre.
1-1,55 Vor den Haustüren und auf den Plätzen opferte man Weihrauch.
1-1,56 Alle Buchrollen des Gesetzes, die man fand, wurden zerrissen und
verbrannt.
1-1,57 Wer im Besitz einer Bundesrolle angetroffen wurde oder zum Gesetz
hielt, wurde aufgrund der königlichen Anordnung zum Tod verurteilt.
1-1,58 Sie ließen Israel ihre Macht fühlen und gingen mit Gewalt gegen alle
vor, die sie Monat für Monat in den Städten aufspürten.
1-1,59 Am fünfundzwanzigsten des Monats (Kislew) brachten sie auf dem Altar,
den sie über dem Brandopferaltar errichtet hatten, ein Opfer dar.
1-1,60 Frauen, die ihre Kinder hatten beschneiden lassen, wurden auf Befehl
(des Königs) hingerichtet;
1-1,61 dabei hängte man die Säuglinge an den Hals ihrer Mütter. Auch ihre
Familien brachte man um samt denen, die die Beschneidung vorgenommen hatten.
1-1,62 Dennoch blieben viele aus Israel fest und stark; sie aßen nichts, was
unrein war.
1-1,63 Lieber wollten sie sterben, als sich durch die Speisen unrein machen
und den heiligen Bund entweihen. So starben sie.
1-1,64 Ein gewaltiger Zorn lag auf Israel.
Kapitel 2
1-2,1 Damals trat ein Priester auf aus dem Geschlecht des
Jojarib namens Mattatias; sein Vater war Johanan, der Sohn Simeons. Er
stammte aus Jerusalem, hatte sich aber in Modeïn niedergelassen.
1-2,2 Er hatte fünf Söhne: Johanan, den man auch Gaddi nannte,
1-2,3 Simeon mit dem Beinamen Tassi,
1-2,4 Judas, der als der Makkabäer bekannt wurde,
1-2,5 Eleasar, dem man den Namen Awaran gab, und Jonatan, der auch Apphus
hieß.
1-2,6 Als er das gotteslästerliche Treiben in Judäa und in Jerusalem sah,
sagte er:
1-2,7 Ach, warum bin ich geboren, dass ich erleben muss, / wie man mein Volk
vernichtet / und die heilige Stadt zerstört? / Ohnmächtig musste man
zusehen, / wie sie in die Gewalt ihrer Feinde geriet, / wie die heilige
Stätte Fremden in die Hände fiel.
1-2,8 Ihr Tempel wurde wie ein ehrloser Mann,
1-2,9 ihre Kostbarkeiten schleppte man als Beute fort. / Auf den Plätzen
erschlug man ihre kleinen Kinder; / ihre jungen Männer fielen unter dem
Schwert des Feindes.
1-2,10 Welches Volk hat nicht ein Stück des Reiches erhalten, / hat sich nicht
seinen Anteil an der Beute errafft?
1-2,11 Ihren ganzen Schmuck nahm man ihr weg. / Die Freie wurde zur Sklavin.
1-2,12 Seht, unser Heiligtum, / unsere Zierde und unser Ruhm, liegt verödet; /
fremde Völker haben es entweiht.
1-2,13 Wozu leben wir noch?
1-2,14 Und Mattatias und seine Söhne zerrissen ihre Gewänder, zogen Bußkleider
an und gaben sich tiefer Trauer hin.
1-2,15 Da kamen die Beamten, die vom König den Auftrag
hatten, die Einwohner zum Abfall von Gott zu zwingen, in die Stadt Modeïn,
um die Opfer durchzuführen.
1-2,16 Viele Männer aus Israel kamen zu ihnen; auch Mattatias und seine Söhne
mussten erscheinen.
1-2,17 Da wandten sich die Leute des Königs an Mattatias und sagten: Du
besitzt in dieser Stadt Macht, Ansehen und Einfluss und hast die
Unterstützung deiner Söhne und Verwandten.
1-2,18 Tritt also als erster vor und tu, was der König angeordnet hat. So
haben es alle Völker getan, auch die Männer in Judäa und alle, die in
Jerusalem geblieben sind. Dann wirst du mit deinen Söhnen zu den Freunden
des Königs gehören; auch wird man dich und deine Söhne mit Silber, Gold und
vielen Geschenken überhäufen.
1-2,19 Mattatias aber antwortete mit lauter Stimme: Auch wenn alle Völker im
Reich des Königs ihm gehorchen und jedes von der Religion seiner Väter
abfällt und sich für seine Anordnungen entscheidet -
1-2,20 ich, meine Söhne und meine Verwandten bleiben beim Bund unserer Väter.
1-2,21 Der Himmel bewahre uns davor, das Gesetz und seine Vorschriften zu
verlassen.
1-2,22 Wir gehorchen den Befehlen des Königs nicht und wir weichen weder nach
rechts noch nach links von unserer Religion ab.
1-2,23 Kaum hatte er das gesagt, da trat vor aller Augen ein Jude vor und
wollte auf dem Altar von Modeïn opfern, wie es der König angeordnet hatte.
1-2,24 Als Mattatias das sah, packte ihn leidenschaftlicher Eifer; er bebte
vor Erregung und ließ seinem gerechten Zorn freien Lauf: Er sprang vor und
erstach den Abtrünnigen über dem Altar.
1-2,25 Zusammen mit ihm erschlug er auch den königlichen Beamten, der sie zum
Opfer zwingen wollte, und riss den Altar nieder;
1-2,26 der leidenschaftliche Eifer für das Gesetz hatte ihn gepackt und er
tat, was einst Pinhas mit Simri, dem Sohn des Salu, gemacht hatte.
1-2,27 Dann ging Mattatias durch die Stadt und rief laut: Wer sich für das
Gesetz ereifert und zum Bund steht, der soll mir folgen.
1-2,28 Und er floh mit seinen Söhnen in die Berge; ihren ganzen Besitz ließen
sie in der Stadt zurück.
1-2,29 Damals gingen viele, die Recht und Gerechtigkeit
suchten, in die Wüste hinunter, um dort zu leben.
1-2,30 Ihre Kinder und ihre Frauen und auch ihr Vieh nahmen sie mit; denn ihre
Lage zu Hause war unerträglich geworden.
1-2,31 Aber man meldete den Beauftragten des Königs und der Besatzung, die in
der Davidstadt von Jerusalem war: Die Leute, die die Anordnung des Königs
missachtet haben, sind in die Wüste zu den Höhlen hinabgezogen.
1-2,32 Da setzte ihnen eine starke Truppe nach; als sie die Juden eingeholt
hatte, stellte sie sich ihnen gegenüber auf und machte sich zum Kampf
bereit. An jenem Tag war gerade Sabbat.
1-2,33 Die Soldaten riefen ihnen zu: Jetzt ist noch Zeit. Kommt heraus und
tut, was der König sagt; dann bleibt ihr am Leben.
1-2,34 Die Juden antworteten: Wir gehen nicht hinaus und tun nicht, was der
König sagt; wir werden den Sabbat nicht entweihen.
1-2,35 Da gingen die Soldaten sofort zum Angriff über.
1-2,36 Die Juden gaben keine Antwort mehr; sie warfen nicht einmal Steine auf
sie, noch versperrten sie die Eingänge der Höhlen.
1-2,37 Denn sie sagten: Wir wollen lieber alle sterben, als schuldig werden.
Himmel und Erde sind unsere Zeugen, dass ihr uns gegen jedes Recht umbringt.
1-2,38 Am Sabbat begannen die Soldaten den Kampf; so starben die Juden mit
ihren Frauen und Kindern, etwa tausend Menschen, und auch ihr Vieh kam
zusammen mit ihnen um.
1-2,39 Als Mattatias und seine Anhänger das erfuhren, hielten sie für die
Toten eine große Trauerfeier ab.
1-2,40 Sie sagten zueinander: Wenn wir alle so handeln, wie unsere Brüder
gehandelt haben, und nicht gegen die fremden Völker für unser Leben und
unsere Gesetze kämpfen, dann vertilgen sie uns bald von der Erde.
1-2,41 Und sie beschlossen noch am gleichen Tag: Wenn uns jemand am Sabbat
angreift, werden wir gegen ihn kämpfen, damit wir nicht alle umkommen wie
unsere Brüder in den Höhlen.
1-2,42 Damals schloss sich ihnen auch die Gemeinschaft der
Hasidäer an; das waren tapfere Männer aus Israel, die alle dem Gesetz treu
ergeben waren.
1-2,43 Auch alle anderen, die vor dem Unheil flohen, kamen zu ihnen und
verstärkten ihre Reihen.
1-2,44 Sie stellten eine bewaffnete Streitmacht auf und sie erschlugen die
Sünder in ihrem Zorn, / die Frevler in ihrem Grimm. Wer übrig blieb, musste
zu den Nachbarvölkern fliehen, um sein Leben zu retten.
1-2,45 Mattatias und seine Anhänger zogen durch das ganze Land und rissen die
Altäre nieder.
1-2,46 Alle unbeschnittenen Kinder, die sie in dem Gebiet Israels fanden,
beschnitten sie gewaltsam.
1-2,47 Sie verfolgten die frechen Frevler; / in allem, was sie taten, hatten
sie Glück.
1-2,48 Sie entrissen das Gesetz der Gewalt fremder Völker / und der Hand der
Könige. / Dem Sünder ließen sie keine Macht.
1-2,49 Schließlich kam für Mattatias die Zeit, dass er
sterben musste. Da sagte er zu seinen Söhnen: Nun sind über uns Hochmut und
Strafe gekommen, / die Zeit des Zusammenbruchs und lodernder Zorn.
1-2,50 Jetzt ereifert euch für das Gesetz, meine Söhne, / setzt euer Leben ein
für den Bund unserer Väter!
1-2,51 Denkt an die Taten, / die unsere Väter zu ihren Zeiten vollbrachten; /
erwerbt euch großen Ruhm / und einen ewigen Namen!
1-2,52 Wurde Abraham nicht für treu befunden in der Erprobung / und wurde ihm
das nicht als Gerechtigkeit angerechnet?
1-2,53 Josef hielt das Gebot, als man ihn bedrängte, / und wurde Herr über
Ägypten.
1-2,54 Pinhas, unser Ahnherr, ereiferte sich für Gottes Sache / und empfing
den Bund ewigen Priestertums.
1-2,55 Weil Josua seinen Auftrag erfüllte, / wurde er Richter in Israel.
1-2,56 Kaleb sprach als Zeuge vor dem Volk die Wahrheit; / darum bekam er ein
Erbteil im Land.
1-2,57 David hielt die Treue; / darum erhielt er den Königsthron als ewiges
Erbe.
1-2,58 Elija kämpfte mit leidenschaftlichem Eifer für das Gesetz / und wurde
in den Himmel aufgenommen.
1-2,59 Hananja, Asarja und Mischaël hatten Vertrauen; / darum wurden sie aus
den Flammen gerettet.
1-2,60 Weil Daniel unschuldig war, / wurde er dem Rachen der Löwen entrissen.
1-2,61 Überdenkt unsere ganze Vergangenheit: / Keiner, der ihm vertraut, kommt
zu Fall.
1-2,62 Habt keine Angst vor den Worten eines bösen Menschen! / Seine
Herrlichkeit verfällt der Fäulnis und den Würmern.
1-2,63 Heute noch reckt er sich hoch empor, / morgen schon ist er
verschwunden; / denn er ist wieder zu Staub geworden / und mit seinen Plänen
ist's aus.
1-2,64 Meine Söhne, seid stark und mutig im Kampf für das Gesetz; / denn durch
das Gesetz werdet ihr euch Ruhm erwerben.
1-2,65 Da ist Simeon, euer Bruder. Ich weiß, dass er ein kluger Mann ist. Hört
immer auf ihn! Er soll euer Vater sein.
1-2,66 Judas, der Makkabäer, ist seit seiner Jugend ein tapferer Krieger. Er
soll an der Spitze eures Heeres stehen und den Kampf für sein Volk führen.
1-2,67 Schart alle um euch, die das Gesetz halten. Nehmt Rache für euer Volk!
1-2,68 Zahlt es den fremden Völkern heim! Achtet auf das, was das Gesetz
befiehlt.
1-2,69 Und nachdem er sie gesegnet hatte, wurde er mit seinen Vätern vereint.
1-2,70 Er starb im Jahr 146. Man setzte ihn im Grab seiner Väter in Modeïn bei
und ganz Israel hielt feierlich die Totenklage um ihn.
Kapitel 3
1-3,1 An die Stelle des Mattatias trat sein Sohn Judas mit
dem Beinamen der Makkabäer.
1-3,2 Alle seine Brüder unterstützten ihn, wie auch alle, die sich seinem
Vater angeschlossen hatten. Freudig kämpften sie für Israel.
1-3,3 Er machte sein Volk weithin berühmt. / Als Kriegsheld zog er seinen
Panzer an, / legte seine Waffen um und führte Krieg; / sein Schwert war der
Schutz seines Heeres.
1-3,4 Er glich im Kampf einem Löwen, / einem jungen Löwen, der sich brüllend
auf die Beute stürzt.
1-3,5 Er verfolgte die Sünder und spürte sie auf; / er vertilgte alle, die
sein Volk verwirrten.
1-3,6 Aus Furcht vor ihm verloren die Sünder den Mut, / alle Übeltäter
vergingen vor Angst. / Seiner Hand gelang die Befreiung.
1-3,7 Vielen Königen schaffte er großen Verdruss, / doch Jakob erfreute er mit
seinen Taten. / Sein Andenken sei ewig gepriesen.
1-3,8 Er zog durch die Städte Judäas, / vernichtete die Frevler im Land / und
wandte Gottes Zorn von Israel ab.
1-3,9 Man sprach von ihm bis ans Ende der Welt; / er sammelte wieder, was
verloren war.
1-3,10 Apollonius sammelte Truppen aus den fremden Völkern
und dazu ein großes Heer aus Samarien, um gegen Israel Krieg zu führen.
1-3,11 Als Judas davon erfuhr, zog er ihm entgegen und besiegte und erschlug
ihn. Viele kamen in diesem Kampf um; die Übrigen flohen.
1-3,12 Danach holte man sich die Beute. Judas nahm das Schwert des Apollonius
an sich; er gebrauchte es in jedem Kampf, solange er lebte.
1-3,13 Seron, der Befehlshaber der Streitkräfte in Syrien, hörte, dass Judas
eine Gemeinschaft von Getreuen um sich geschart hatte, die mit ihm in den
Kampf auszogen.
1-3,14 Da dachte er: Ich will mir einen Namen machen und im Reich berühmt
werden: Ich werde einen Feldzug unternehmen gegen Judas und seine Leute, die
das Wort des Königs verachten.
1-3,15 Ein großes Heer ruchloser Männer schloss sich ihm an und zog zu seiner
Unterstützung mit ihm hinauf, um an den Israeliten Rache zu nehmen.
1-3,16 Er kam bis zur Steige von Bet-Horon. Judas zog ihm mit ganz wenigen
Männern entgegen.
1-3,17 Als diese das Heer sahen, das gegen sie ausgerückt war, sagten sie zu
Judas: Wie können wir mit so wenigen Leuten gegen eine solche Übermacht
kämpfen? Außerdem sind wir ganz erschöpft; denn wir haben heute noch nichts
gegessen.
1-3,18 Judas antwortete: Es kann leicht sein, dass viele wenigen in die Hände
fallen; für den Himmel macht es keinen Unterschied, ob er durch viele oder
wenige Rettung bringt.
1-3,19 Denn der Sieg im Kampf liegt nicht an der Größe des Heeres, sondern an
der Kraft, die vom Himmel kommt.
1-3,20 Diese Leute da ziehen voll Hochmut und Bosheit gegen uns in den Kampf,
um uns mit unseren Frauen und Kindern auszurotten und unsere Habe zu
plündern.
1-3,21 Wir aber kämpfen für unser Leben und für unsere Gesetze.
1-3,22 Der Himmel wird sie vor unseren Augen vernichtend schlagen. Darum habt
keine Angst vor ihnen!
1-3,23 Kaum hatte er das gesagt, da stürzte er sich überraschend auf die
Feinde und Seron und sein Heer wurden vor seinen Augen aufgerieben.
1-3,24 Sie verfolgten ihn von der Steige von Bet-Horon bis in die Ebene hinab
und es fielen gegen achthundert Mann von ihnen; die Übrigen flohen ins Land
der Philister.
1-3,25 Da begann man, sich vor Judas und seinen Brüdern zu fürchten, /
Schrecken befiel die Völker ringsum.
1-3,26 Selbst der König hörte seinen Namen; / die ganze Welt erzählte von den
Kämpfen des Judas.
1-3,27 Als König Antiochus von diesen Ereignissen hörte,
wurde er sehr zornig. Er schickte Boten aus und zog alle Streitkräfte seines
Reiches zusammen: ein gewaltig großes Heer.
1-3,28 Dann öffnete er seine Schatzkammer, gab seinen Truppen Sold für ein
Jahr und befahl ihnen, sich für jeden Fall bereitzuhalten.
1-3,29 Doch merkte er, dass das Geld im Staatsschatz ausging. Auch kamen nur
noch wenig Steuern aus dem Land ein, weil er Streit und Unglück über das
Land gebracht hatte, als er die uralten Bräuche aufhob.
1-3,30 Er war also besorgt, dass er, wie es schon einige Male vorgekommen war,
nicht mehr so aufwendig wie früher leben und keine Geschenke mehr verteilen
könnte. Er war nämlich bisher besonders freigebig gewesen, mehr als die
Könige vor ihm.
1-3,31 In seiner großen Verlegenheit beschloss er, nach Persien zu ziehen, um
in jenen Provinzen die Steuern einzutreiben und auf diese Weise viel Geld
zusammenzubringen.
1-3,32 Als seinen Statthalter über das Gebiet zwischen dem Eufrat und der
Grenze Ägyptens ließ er Lysias zurück, einen Mann, der sehr angesehen war
und aus königlicher Familie stammte.
1-3,33 Ihm übertrug er auch bis zu seiner Rückkehr die Erziehung seines Sohnes
Antiochus.
1-3,34 Ferner überließ er ihm die Hälfte der Truppen und die Kriegselefanten
und gab ihm Anweisungen über alle anstehenden Maßnahmen, auch gegen die
Bewohner von Judäa und Jerusalem.
1-3,35 Er sagte, er solle ein Heer gegen Israel schicken, um seine Macht zu
brechen, um alles zu vernichten, was von Jerusalem noch übrig sei, und sogar
die Erinnerung an die Juden auslöschen.
1-3,36 Er solle Menschen aus fremden Völkern in ihrem ganzen Gebiet ansiedeln
und das Land an sie verlosen.
1-3,37 Die andere Hälfte der Truppen nahm der König mit sich; er brach im Jahr
147 von seiner Hauptstadt Antiochia auf, überquerte den Eufrat und
marschierte in die östlichen Provinzen.
1-3,38 Lysias aber wählte Ptolemäus aus, den Sohn des
Dorymenes, außerdem Nikanor und Gorgias, tapfere Männer, die zu den Freunden
des Königs gehörten,
1-3,39 und schickte sie mit vierzigtausend Mann und siebentausend Reitern auf
den Weg. Sie sollten in Judäa einmarschieren und das Land verwüsten, wie es
der König befohlen hatte.
1-3,40 Sie brachen also mit ihrem ganzen Heer auf, zogen bis Emmaus und
schlugen dort in der Ebene ihr Lager auf.
1-3,41 Als die Händler in jener Gegend von ihnen hörten, kamen sie mit viel
Silber und Gold und mit Fußfesseln zum Lager, um die Israeliten als Sklaven
aufzukaufen. Dem Heer schlossen sich auch noch Truppen aus Syrien und aus
dem Land der Philister an.
1-3,42 Als Judas und seine Brüder sahen, dass großes Unheil drohte und die
feindlichen Truppen schon auf ihrem Gebiet ihr Lager aufschlugen, und als
sie erfuhren, welche Befehle der König gegeben hatte, um das Volk völlig zu
vernichten,
1-3,43 sagten sie zueinander: Wir wollen die Trümmer unseres Volkes
wiederaufbauen und für unser Volk und das Heiligtum kämpfen.
1-3,44 Und sie kamen zusammen, um sich zum Kampf zu rüsten, aber auch, um zu
beten und Gnade und Mitleid zu erflehen.
1-3,45 Jerusalem war menschenleer wie eine Wüste, / von den Kindern der Stadt
/ ging keines mehr ein oder aus. / Die heilige Stätte war entweiht. /
Ausländer hausten in der Burg, / sie war ein Gasthaus für fremde Völker. /
Die Freude war aus Jakob verschwunden, / Flöte und Harfe waren verstummt.
1-3,46 Sie versammelten sich also und gingen nach Mizpa. Das
ist ein Ort, der Jerusalem gegenüber liegt und an dem die Israeliten früher
eine Gebetsstätte hatten.
1-3,47 Sie fasteten an jenem Tag, zogen Bußkleider an, streuten sich Staub auf
das Haupt und zerrissen ihre Gewänder.
1-3,48 Sie breiteten die Gesetzesrolle aus, um eine Entscheidung zu erhalten,
so wie die fremden Völker ihre Götterbilder befragen.
1-3,49 Auch brachten sie die priesterlichen Gewänder, die Erstlingsfrüchte und
den Zehnten herbei, befahlen den Nasiräern, deren Zeit abgelaufen war, sich
zu versammeln,
1-3,50 und schrien laut zum Himmel: Was sollen wir mit diesen Dingen und
diesen Menschen tun, wo sollen wir sie hinbringen?
1-3,51 Man entweiht und schändet dein Heiligtum; deine Priester leben in
Trauer und Elend.
1-3,52 Sieh her: Man führt fremde Völker zusammen, um uns auszurotten. Du
weißt, was sie mit uns vorhaben.
1-3,53 Wie können wir ihrem Angriff standhalten, wenn du uns nicht hilfst?
1-3,54 Dabei ließen sie die Trompeten blasen und schrien laut.
1-3,55 Danach setzte Judas Heerführer ein, jeweils über tausend, hundert,
fünfzig und zehn.
1-3,56 Alle, die (kurz zuvor) ein Haus gebaut, eine Frau geheiratet oder
Weinberge angelegt hatten oder die Angst hatten, ließ er nach Hause
zurückkehren, wie es das Gesetz vorschreibt.
1-3,57 Danach brach das Heer auf und schlug südlich von Emmaus sein Lager auf.
1-3,58 Judas sagte: Legt eure Waffen an und seid tapfer! Macht euch bereit,
morgen früh mit diesen fremden Völkern zu kämpfen, die man zusammengeführt
hat, um uns und unser Heiligtum zu vernichten.
1-3,59 Denn wir wollen lieber im Kampf fallen, als zusehen, wie Unglück über
unser Volk und über das Heiligtum kommt.
1-3,60 Doch wie der Himmel will, so soll es geschehen.
Kapitel 4
1-4,1 Gorgias aber nahm eine Abteilung von fünftausend Mann
und tausend ausgesuchten Reitern und brach mit ihnen in der Nacht auf.
1-4,2 Er wollte nämlich das jüdische Heer überfallen und überraschend
schlagen; Leute aus der Burg zeigten ihm den Weg.
1-4,3 Doch Judas erfuhr davon und brach selbst mit seinen Männern auf, um das
Lager der königlichen Streitkräfte vor Emmaus anzugreifen,
1-4,4 solange die anderen Truppen vom Lager getrennt waren.
1-4,5 Gorgias erreichte noch in der Nacht das Lager der Juden, fand aber
niemand. Daher suchte er sie in den Bergen, denn er dachte: Sie sind vor uns
geflohen.
1-4,6 Bei Tagesanbruch erschien Judas mit dreitausend Mann in der Ebene. Doch
sie waren nicht so ausgerüstet und bewaffnet, wie sie es wünschten.
1-4,7 Als sie das Kriegslager der fremden Völker sahen, das stark, fest gebaut
und ringsum von Reiterei umgeben war - lauter gut ausgebildete Soldaten -,
1-4,8 da sagte Judas zu seinen Männern: Habt keine Angst vor ihrer Übermacht
und fürchtet euch nicht vor ihrer Kampfkraft!
1-4,9 Denkt daran, wie unsere Väter im Roten Meer gerettet wurden, als der
Pharao sie mit seinem Heer verfolgte.
1-4,10 Lasst uns den Himmel anrufen, dass er uns gewogen ist und des Bundes
mit unseren Vätern gedenkt und dass er dieses Heer heute vor unseren Augen
vernichtend schlägt.
1-4,11 Dann werden alle Völker erkennen, dass es einen gibt, der Israel
loskauft und rettet.
1-4,12 Als die fremden Soldaten aufblickten, sahen sie die Juden heranrücken.
1-4,13 Da kamen sie aus ihrem Lager heraus, um zu kämpfen; die Männer des
Judas aber bliesen die Widderhörner.
1-4,14 Die beiden Heere stießen aufeinander und die fremden Völker wurden
vernichtend geschlagen und flohen in die Ebene.
1-4,15 Alle, die nicht schnell genug waren, fielen unter dem Schwert. Die
Juden verfolgten sie bis nach Geser und in die Ebene von Idumäa, Aschdod und
Jamnia und erschlugen ungefähr dreitausend von ihnen.
1-4,16 Dann hörte Judas mit seinen Leuten auf, sie zu verfolgen, und kehrte
um.
1-4,17 Er sagte zu seinen Männern: Fallt noch nicht über die Beute her; denn
uns steht noch ein Kampf bevor.
1-4,18 Gorgias steht mit seinen Truppen dicht vor uns in den Bergen. Stellt
euch also zum Kampf gegen eure Feinde auf und greift sie an; nachher könnt
ihr in aller Ruhe eure Beute holen.
1-4,19 Während Judas noch sprach, sah man eine Abteilung der Feinde hinter dem
Berg auftauchen.
1-4,20 Als sie merkten, dass ihre Leute geschlagen waren und die Juden das
Lager angezündet hatten - der weithin sichtbare Rauch zeigte an, was
geschehen war -,
1-4,21 bekamen sie bei diesem Anblick große Angst. Als sie außerdem sahen,
dass das Heer des Judas kampfbereit in der Ebene stand,
1-4,22 flohen sie alle ins Land der Philister.
1-4,23 Jetzt erst machte sich Judas an die Plünderung des Lagers. Sie
erbeuteten viel Gold und Silber, violette und rote Purpurstoffe und andere
reiche Schätze.
1-4,24 Auf dem Rückmarsch priesen und lobten sie den Himmel: «Denn er ist
gütig, denn seine Huld währt ewig».
1-4,25 So wurde Israel an jenem Tag wunderbar gerettet.
1-4,26 Die Philister, die sich hatten retten können, kamen
zu Lysias und meldeten ihm, was geschehen war.
1-4,27 Auf diese Nachricht hin war er bestürzt und in großer Sorge. Denn der
Feldzug gegen Israel war nicht so verlaufen, wie er es gewollt hatte; der
Auftrag des Königs war nicht ausgeführt worden.
1-4,28 Darum warb er im nächsten Jahr sechzigtausend Söldner an, ausgesuchte
Männer, dazu fünftausend Reiter, um wieder gegen die Juden zu Felde zu
ziehen.
1-4,29 Sie zogen nach Idumäa und schlugen in Bet-Zur ihr Lager auf. Judas aber
kam ihnen mit zehntausend Mann entgegen.
1-4,30 Als Judas das gewaltige Heerlager der Feinde erblickte, sprach er
folgendes Gebet: Gepriesen seist du, Retter Israels. Du hast den wütenden
Riesen durch deinen Knecht David erschlagen; du hast das Kriegslager der
Philister Jonatan, dem Sohn Sauls, und seinem Waffenträger in die Hand
gegeben.
1-4,31 Gib dieses Heer deinem Volk Israel preis! Sie sollen beschämt werden
samt ihrem Fußvolk und ihrer Reiterei.
1-4,32 Jag ihnen einen Schrecken ein und lass ihren kühnen Mut schwinden! Ihr
Untergang soll sie erschüttern.
1-4,33 Schlag sie nieder durch das Schwert derer, die dich lieben. Dann werden
alle, die deinen Namen kennen, dein Lob singen.
1-4,34 Als nun die Heere aufeinanderstießen, fielen etwa fünftausend von den
Soldaten des Lysias.
1-4,35 Als Lysias sah, welche Niederlage sein Heer erlitten hatte und wie kühn
die Leute des Judas waren, bereit tapfer zu leben oder zu sterben, kehrte er
nach Antiochia zurück. Dort warb er Söldner an, um mit noch stärkerer Macht
noch einmal gegen Judäa zu ziehen.
1-4,36 Judas und seine Brüder aber sagten: Unsere Feinde
sind nun vernichtend geschlagen. Wir wollen nach Jerusalem hinaufziehen, den
Tempel reinigen und ihn neu weihen.
1-4,37 Das ganze Heer versammelte sich also und zog zum Berg Zion hinauf.
1-4,38 Da sahen sie das Heiligtum verödet daliegen. Der Brandopferaltar war
entweiht; die Tore hatte man verbrannt. In den Vorhöfen wuchs Unkraut wie in
einem Wald oder auf einem Berg und die Nebengebäude waren verfallen.
1-4,39 Da zerrissen sie ihre Gewänder, begannen laut zu klagen und streuten
sich Staub auf das Haupt.
1-4,40 Sie warfen sich nieder, mit dem Gesicht zur Erde. Sie bliesen die
Signaltrompeten und schrien zum Himmel.
1-4,41 Dann befahl Judas einer Schar seiner Männer, die Besatzung der Burg zu
belagern, bis das Heiligtum gereinigt sei.
1-4,42 Er wählte untadelige und gesetzestreue Priester aus,
1-4,43 damit sie das Heiligtum reinigten und die entweihten Steine an einen
unreinen Ort trugen.
1-4,44 Sie berieten, was sie mit dem entweihten Brandopferaltar tun sollten.
1-4,45 Es kam ihnen der gute Gedanke, ihn niederzureißen; denn er hätte ihnen
Schande gebracht, da die fremden Völker ihn entweiht hatten. So rissen sie
den Altar nieder
1-4,46 und legten die Steine an einen passenden Ort auf dem Tempelberg nieder,
bis ein Prophet komme und entscheide, was damit geschehen solle.
1-4,47 Dann nahmen sie unbehauene Steine, wie es das Gesetz vorschreibt, und
errichteten einen neuen Altar, der genauso aussah wie der alte.
1-4,48 Auch das Heiligtum und die Innenräume des Tempels bauten sie wieder auf
und reinigten die Vorhöfe.
1-4,49 Sie fertigten neue heilige Geräte an und stellten den Leuchter, den
Rauchopferaltar und den Tisch in den Tempel.
1-4,50 Dann brachten sie auf dem Altar ein Rauchopfer dar, zündeten die
Lichter an dem Leuchter an, sodass der Tempel hell wurde,
1-4,51 legten Schaubrote auf den Tisch und hängten den Vorhang auf. So
beendeten sie alle Arbeiten, die sie sich vorgenommen hatten.
1-4,52 Am Fünfundzwanzigsten des neunten Monats - das ist der Monat Kislew -
im Jahr 148 standen sie früh am Morgen auf
1-4,53 und brachten auf dem neuen Brandopferaltar, den sie errichtet hatten,
Opfer dar, so wie sie das Gesetz vorschreibt.
1-4,54 Zur gleichen Zeit und am selben Tag, an dem ihn die fremden Völker
entweiht hatten, wurde er neu geweiht, unter Liedern, Zither- und
Harfenspiel und dem Klang der Zimbeln.
1-4,55 Das ganze Volk warf sich nieder auf das Gesicht, sie beteten an und
priesen den Himmel, der ihnen Erfolg geschenkt hatte.
1-4,56 Acht Tage lang feierten sie die Altarweihe, brachten mit Freuden
Brandopfer dar und schlachteten Heils- und Dankopfer.
1-4,57 Sie schmückten die Vorderseite des Tempels mit Kränzen und kleinen
Schilden aus Gold; sie erneuerten die Tore und auch die Nebengebäude, die
sie wieder mit Türen versahen.
1-4,58 Im Volk herrschte sehr große Freude; denn die Schande, die ihnen die
fremden Völker zugefügt hatten, war beseitigt.
1-4,59 Judas fasste mit seinen Brüdern und mit der ganzen Gemeinde Israels den
Beschluss, Jahr für Jahr zur selben Zeit mit festlichem Jubel die Tage der
Altarweihe zu begehen, und zwar acht Tage lang, vom fünfundzwanzigsten
Kislew an.
1-4,60 In jener Zeit errichteten sie rund um den Zionsberg auch hohe Mauern
mit festen Türmen, damit die fremden Völker nicht mehr in dieses Gebiet
eindringen und es entweihen konnten, wie sie es vorher getan hatten.
1-4,61 Und Judas ordnete Truppen ab, um ihn zu bewachen. Auch Bet-Zur ließ er
befestigen und legte eine Besatzung hinein, um das Volk gegen Idumäa
abzusichern.
Kapitel 5
1-5,1 Als aber die Völker ringsum hörten, daß die Juden den Altar neu
errichtet und das Heiligtum wieder geweiht hatten, so daß alles war wie
früher, gerieten sie in heftigen Zorn.
1-5,2 Sie beschlossen, alle aus dem Stamm Jakobs, die bei ihnen wohnten,
auszurotten, und begannen, im Volk Tod und Verderben zu verbreiten.
1-5,3 Da griff Judas die Nachkommen Esaus an, die jenen Teil Idumäas
bewohnten, der Akrabattene heißt; sie hatten nämlich die Grenze nach Israel
abgeriegelt. Er brachte ihnen eine schwere Niederlage bei, ließ sie seine
Macht fühlen und ihren Besitz plündern.
1-5,4 Auch dachte er daran, welche Untaten die Beoniter begangen hatten; sie
hatten nämlich den Juden an den Wegen aufgelauert und waren für das Volk wie
ein Netz und eine Falle gewesen.
1-5,5 Daher schloß er sie jetzt in ihre Fliehtürme ein und belagerte sie; er
weihte sie dem Untergang und verbrannte die Türme mit allen, die darin
waren.
1-5,6 Dann zog er hinüber gegen die Ammoniter. Er traf auf eine starke
Streitmacht mit vielen Kriegern; ihr Anführer war Timotheus.
1-5,7 Judas verwickelte sie in zahlreiche Gefechte, und sie wurden von ihm
vernichtend geschlagen und besiegt.
1-5,8 Er eroberte auch die Stadt Jaser und ihre Tochterstädte. Dann kehrte
er nach Judäa zurück.
1-5,9 Da rotteten sich die Völker des Landes Gilead gegen die Israeliten,
die in ihrem Gebiet lebten, zusammen, um sie zu töten. Doch diese konnten
sich in die Festung Datema flüchten.
1-5,10 Sie schrieben an Judas und seine Brüder einen Brief mit folgendem
Inhalt, Die Völker ringsum haben sich gegen uns zusammengerottet, um uns zu
vernichten.
1-5,11 Sie stehen bereit, um zu kommen und die Festung zu erobern, in die
wir geflohen sind. Timotheus führt ihre Streitkräfte an.
1-5,12 Darum komm her, und rette uns aus ihrer Gewalt, denn viele von uns
sind schon gefallen.
1-5,13 Auch unsere Brüder, die unter den Leuten von Tubi lebten, hat man
umgebracht, ihre Frauen gefangengenommen, ihre Kinder und ihren Besitz
geraubt. Etwa tausend Männer sind dort umgekommen.
1-5,14 Judas und seine Brüder hatten den Brief noch nicht zu Ende gelesen,
da kamen andere Boten aus Galiläa in zerrissenen Kleidern und brachten ihnen
die Nachricht,
1-5,15 Die Einwohner von Ptolema?s,
Tyrus und Sidon und dem ganzen oberen Galiläa, soweit
es Fremdstämmige bewohnen, haben sich zusammengetan, um uns auszurotten.
1-5,16 Als Judas und das Volk das hörten, beriefen sie eine große
Versammlung ein, um zu beraten, was sie für ihre bedrängten Brüder tun
sollten, die von den Feinden angegriffen wurden.
1-5,17 Judas sagte zu seinem Bruder Simeon, Such dir geeignete Männer aus,
mach dich auf den Weg, und befrei deine Brüder in Galiläa; ich und mein
Bruder Jonatan wollen nach Gilead ziehen.
1-5,18 Als Anführer des Volkes ließ er Josef, den Sohn Secharjas, und Asarja
mit dem Rest des Heeres zur Bewachung Judäas zurück.
1-5,19 Er gab ihnen den Befehl,
?bernehmt die Führung dieser Leute, aber laßt euch in
keinen Kampf mit fremden Völkern ein, bevor wir zurückgekehrt sind.
1-5,20 Simeon erhielt dreitausend Mann zugeteilt, mit denen er nach Galiläa
ziehen sollte, Judas dagegen achttausend Mann für Gilead.
1-5,21 Simeon zog also nach Galiläa. Dort lieferte er den fremden Völkern
zahlreiche Gefechte, und sie wurden vor seinen Augen vernichtend geschlagen.
1-5,22 Er verfolgte sie bis an die Tore von Ptolema?s.
Von den fremden Völkern fielen ungefähr dreitausend
Mann, und Simeon machte reiche Beute bei ihnen.
1-5,23 Dann führte er die Juden aus Galiläa und Arbatta mit ihren Frauen und
Kindern und ihrem ganzen Besitz unter großem Jubel nach Judäa zurück.
1-5,24 Judas, der Makkabäer, und sein Bruder Jonatan hatten indessen den
Jordan überschritten und waren drei Tagesmärsche durch die Steppe gezogen.
1-5,25 Dort trafen sie auf die Nabatäer, die ihnen freundlich begegneten und
ihnen alles erzählten, was ihren Brüdern in Gilead zugestoßen war.
1-5,26 Viele von ihnen würden in Bosora, Bosor, Alema, Kaspin, Maked und
Karnajim festgehalten, lauter großen, befestigten Städten.
1-5,27 Auch in den übrigen Städten Gileads halte man sie fest, und morgen
wolle man sich anschicken, die Festungen zu belagern und zu erstürmen. Alle
sollten an einem einzigen Tag umgebracht werden.
1-5,28 Da kehrte Judas mit seinem Heer überraschend um. Er nahm den Weg
durch die Steppe von Bosora, eroberte die Stadt, erschlug mit scharfem
Schwert die gesamte männliche Bevölkerung, plünderte die Stadt völlig aus
und brannte sie nieder.
1-5,29 Noch in der gleichen Nacht brach er wieder auf, und sie zogen bis vor
die Festung Datema.
1-5,30 Als sie gegen Morgen Ausschau hielten, da sahen sie ein unzählbar
großes Heer; die Soldaten schleppten Sturmleitern und Belagerungsmaschinen
heran, um die Festung zu erstürmen und gingen schon zum Angriff gegen die
Juden über.
1-5,31 Judas sah, daß der Kampf bereits begonnen hatte, Der Lärm aus der
Stadt, Trompetengeschmetter und lautes Geschrei drangen bis zum Himmel.
1-5,32 Da rief er den Männern in seinem Heer zu, Kämpft heute für unsere
Brüder!
1-5,33 Dann griff er die Feinde mit drei Abteilungen von hinten an; seine
Leute bliesen die Trompeten und beteten laut.
1-5,34 Sobald das Heer des Timotheus merkte, daß es der Makkabäer war,
liefen sie vor ihm davon. Er brachte ihnen eine schwere Niederlage bei; etwa
achttausend Mann von ihnen fielen an diesem Tag.
1-5,35 Danach wandte sich Judas gegen Alema. Er griff die Stadt an und
eroberte sie, erschlug die gesamte männliche Bevölkerung, ließ die Stadt
plündern und brannte sie nieder.
1-5,36 Von dort brach er auf und eroberte Kaspin, Maked, Bosor und die
übrigen Städte Gileads.
1-5,37 Nach diesen Ereignissen sammelte Timotheus ein neues Heer und schlug
gegenüber von Rafon, jenseits der Schlucht, sein Lager auf.
1-5,38 Judas schickte Späher aus, die das Lager erkunden sollten. Sie
meldeten ihm, Alle Völker, die rings um uns wohnen, sind zu ihm gestoßen; es
ist ein gewaltiges Heer.
1-5,39 Auch arabische Hilfstruppen hat er angeworben. Sie haben auf der
anderen Seite der Schlucht ihr Lager bezogen und stehen bereit, gegen dich
zum Kampf auszurücken. Da zog Judas ihnen entgegen.
1-5,40 Als er sich mit seinem Heer dem Bach, der durch die Schlucht führte,
näherte, sagte Timotheus zu seinen Heerführern, Wenn er zuerst über den Bach
zu uns herüberkommt, können wir ihm nicht standhalten; dann wird er uns
sicherlich überwältigen.
1-5,41 Wenn er aber Angst hat und sein Lager jenseits des Baches aufschlägt,
dann gehen wir zu ihm hinüber und werden ihn überwältigen.
1-5,42 Als Judas sich dem Gebirgsbach genähert hatte, ließ er
Heeresschreiber in der Schlucht antreten und gab ihnen den Befehl, Niemand
darf hier haltmachen, sondern alle sollen zum Kampf vorrücken.
1-5,43 Er selbst ging als erster über den Bach, den Feinden entgegen, und
alle seine Krieger folgten ihm. Und die fremden Völker wurden von ihm
vernichtend geschlagen; sie warfen ihre Waffen weg und flüchteten sich in
das Heiligtum von Karnajim.
1-5,44 Aber die Juden eroberten die Stadt und verbrannten das Heiligtum mit
allen, die darin waren. So wurde Karnajim gedemütigt, und niemand konnte
Judas mehr Widerstand leisten.
1-5,45 Nun sammelte Judas alle Israeliten, die in Gilead lebten, jung und
alt, mit ihren Frauen und Kindern und ihrem Besitz, eine gewaltige
Menschenmenge, um mit ihnen nach Judäa zu ziehen.
1-5,46 Sie kamen bis Efron. Diese große und stark befestigte Stadt lag auf
ihrem Weg. Man konnte sie weder links noch rechts umgehen, sondern mußte
mitten durch sie hindurchziehen.
1-5,47 Aber die Einwohner der Stadt schlossen vor ihnen die Tore und
versperrten sie außerdem mit Steinen.
1-5,48 Da schickte Judas Unterhändler zu ihnen mit dem friedlichen
Vorschlag, Wir wollen durch euer Land ziehen, um in unser Land zu kommen.
Keiner wird euch etwas Böses tun; wir wollen nur durchmarschieren. Aber die
Einwohner wollten ihnen die Tore nicht öffnen.
1-5,49 Nun ließ Judas im Heer den Befehl ausrufen, jeder solle dort Stellung
beziehen, wo er gerade sei.
1-5,50 Da stellten sich die Krieger auf, und Judas ließ die Stadt den ganzen
Tag und die ganze Nacht hindurch angreifen, bis sie fiel.
1-5,51 Er erschlug ihre gesamte männliche Bevölkerung mit scharfem Schwert,
zerstörte die Stadt völlig und ließ sie plündern. Dann marschierte er über
die Leichen der Erschlagenen hinweg durch die Stadt.
1-5,52 Sie überquerten den Jordan in der großen Ebene gegenüber von
Bet-Schean.
1-5,53 Judas sorgte dafür, daß die Nachzügler zusammenblieben, und auf dem
ganzen Weg sprach er den Leuten Mut zu, bis sie Judäa erreichten.
1-5,54 Dann zogen sie mit Jubel und Freude zum Berg Zion hinauf und brachten
dort Brandopfer dar; denn keiner von ihnen war gefallen, alle waren
wohlbehalten heimgekehrt.
1-5,55 Zu der Zeit, als Judas und Jonatan in Gilead waren und als sein
Bruder Simeon in Galiläa vor Ptolema?s
lag,
1-5,56 hörten die Heerführer Josef, der Sohn Secharjas, und Asarja von den
kühnen Taten, die jene vollbracht hatten.
1-5,57 Da sagten sie, Auch wir wollen uns einen Namen machen und einen
Feldzug gegen die fremden Völker ringsum führen.
1-5,58 Sie gaben also den Soldaten, die sie bei sich hatten, den Befehl,
gegen Jamnia zu ziehen.
1-5,59 Aber Gorgias und seine Männer rückten ihnen aus der Stadt zum Kampf
entgegen.
1-5,60 Josef und Asarja wurden geschlagen und bis an die Grenze von Judäa
verfolgt. An jenem Tag fielen fast zweitausend aus dem Volk Israel.
1-5,61 Das Volk hatte eine schwere Niederlage erlitten, weil sie nicht auf
Judas und seine Brüder gehört hatten, sondern sich einbildeten, auch sie
könnten große Taten vollbringen.
1-5,62 Doch sie waren nicht aus dem Geschlecht derer, die mit der Rettung
Israels beauftragt waren.
1-5,63 Der große Judas und seine Brüder dagegen erwarben sich hohen Ruhm bei
ganz Israel und bei allen Völkern, überall wo ihr Name bekannt wurde.
1-5,64 Die Leute kamen herbei, um sie zu beglückwünschen.
1-5,65 Judas und seine Brüder zogen auch zum Kampf gegen die Nachkommen
Esaus im Süden. Er schlug Hebron und seine Tochterstädte, eroberte ihre
Festungen und brannte ihre Türme ringsum nieder.
1-5,66 Dann zog er gegen das Philisterland. Als das Heer dabei durch
Marescha kam,
1-5,67 fielen einige Priester im Kampf. Sie waren schlecht beraten gewesen,
in den Krieg zu ziehen, um Heldentaten zu vollbringen.
1-5,68 Dann machte Judas eine Ausweichbewegung und zog nach Aschdod im Land
der Philister. Dort zerstörte er die Altäre der Philister, verbrannte ihre
Götterbilder, plünderte die Städte und kehrte dann nach Judäa zurück.
Kapitel 6
1-6,1 König Antiochus durchzog unterdessen die östlichen Provinzen. Er hörte
von einer Stadt in Persien namens Elyma?s,
die berühmt war wegen ihres Reichtums an Silber und
Gold.
1-6,2 Auch gibt es in ihr einen sehr reichen Tempel; der mazedonische König
Alexander, der Sohn des Philippus, der als erster Grieche König geworden
war, hatte dort goldene Schilde, Rüstungen und Waffen hinterlassen.
1-6,3 Antiochus marschierte also hin und versuchte, die Stadt zu erobern und
zu plündern. Doch er blieb ohne Erfolg; denn die Einwohner der Stadt hatten
von seinem Plan erfahren
1-6,4 und leisteten ihm bewaffneten Widerstand. Er mußte fluchtartig
abziehen und machte sich sehr niedergeschlagen auf den Rückweg nach Babylon.
1-6,5 Noch in Persien erreichte ihn ein Bote mit der Nachricht, daß die
Heere, die in Judäa einmarschiert waren, geschlagen worden waren.
1-6,6 Auch Lysias, der an der Spitze einer starken Streitmacht in den Kampf
gezogen war, habe gegen die Juden eine schwere Niederlage erlitten. Deren
Bewaffnung und Kampfkraft habe sich durch die große Beute, die sie bei den
geschlagenen Armeen machten, verstärkt.
1-6,7 Den Greuel, den er auf dem Altar in Jerusalem hatte aufstellen lassen,
hätten sie wieder entfernt und den Tempelbezirk wie früher mit hohen Mauern
umgeben, ebenso seine Stadt Bet-Zur.
1-6,8 Als der König das hörte, war er bestürzt und sehr beunruhigt. Er mußte
sich niederlegen, da ihn eine Schwäche befiel; so niedergeschlagen war er,
weil seine Pläne gescheitert waren.
1-6,9 So ging es mehrere Tage. Er bekam immer neue Anfälle tiefer Schwermut
und rechnete schon damit, daß er sterben müsse.
1-6,10 Er rief seine Freunde zusammen und sagte zu ihnen, Der Schlaf flieht
meine Augen, und ich bin vor Sorgen zusammengebrochen.
1-6,11 Ich habe mich gefragt, Wie bin ich nur in diese große Not und
Bedrängnis geraten, in der ich mich jetzt befinde? Ich war während meiner
Regierung doch immer leutselig und beliebt.
1-6,12 Jetzt fallen mir die bösen Dinge ein, die ich in Jerusalem getan
habe. Ich habe dort alle Geräte aus Silber und Gold mitgenommen, ja, ich
habe ohne Grund den Auftrag gegeben, die Bewohner Judäas auszurotten.
1-6,13 Deswegen ist dieses Unglück über mich gekommen, das weiß ich jetzt.
Und nun sterbe ich ganz verzweifelt in einem fremden Land.
1-6,14 Er rief Philippus, einen seiner Freunde, zu sich und setzte ihn als
Herrscher über sein ganzes Königreich ein.
1-6,15 Er überreichte ihm das königliche Diadem, sein Gewand und seinen
Siegelring und gab ihm den Auftrag, seinen Sohn Antiochus anzuleiten und zu
erziehen, bis er die Regierung übernehmen könne.
1-6,16 Dann starb König Antiochus dort im Jahr 149.
1-6,17 Als Lysias erfuhr, daß der König tot war, setzte er als dessen
Nachfolger seinen Sohn Antiochus ein, dessen Erziehung ihm während seiner
Minderjährigkeit oblag, und gab ihm den Beinamen Eupator.
1-6,18 Die Besatzung der Burg in Jerusalem schloß die Israeliten, die im
Tempel waren, von allen Seiten ein. Sie versuchte unaufhörlich, Unheil
anzurichten, und die Fremden hatten an ihnen einen starken Rückhalt.
1-6,19 Judas faßte daher den Plan, sie zu vernichten, und berief alle
wehrfähigen Männer zur Belagerung zusammen.
1-6,20 Sie kamen, und man begann im Jahr 150 mit der Belagerung; dabei baute
man sogar Wurf- und Belagerungsmaschinen.
1-6,21 Einige von der Besatzung konnten den Belagerungsring durchbrechen; zu
ihnen stießen mehrere Ruchlose aus Israel.
1-6,22 Sie begaben sich zum König und sagten, Wie lange zögerst du, uns
unser Recht zu verschaffen und für unsere Brüder Rache zu nehmen?
1-6,23 Wir haben deinem Vater bereitwillig gedient; wir haben so gelebt, wie
er es sagte, und haben seine Anordnungen befolgt.
1-6,24 Deswegen sind uns unsere eigenen Landsleute fremd geworden; ja, sie
haben jeden von uns, den sie fanden, umgebracht und haben unseren Besitz
geraubt.
1-6,25 Doch nicht allein gegen uns haben sie die Hand erhoben, sondern auch
gegen alle ihre Nachbarn.
1-6,26 Jetzt sind sie sogar vor die Burg von Jerusalem gezogen, um sie zu
erobern; außerdem haben sie den Tempel und Bet-Zur befestigt.
1-6,27 Wenn du ihnen nicht bald zuvorkommst, werden sie noch mehr
unternehmen, und du wirst sie nicht mehr aufhalten können.
1-6,28 Als der König das hörte, wurde er zornig. Er ließ alle seine Freunde
zu sich kommen, sowohl die Anführer des Fußvolks als auch die der Reiterei.
1-6,29 Auch aus anderen Reichen und von den Inseln kamen Söldnertruppen zu
ihm.
1-6,30 Im ganzen bestand sein Heer aus hunderttausend Mann Fußvolk,
zwanzigtausend Reitern und zweiunddreißig Kriegselefanten.
1-6,31 Sie zogen durch Idumäa und belagerten Bet-Zur. Der Kampf zog sich
lange hin. Sie bauten auch Belagerungsmaschinen; die Belagerten machten
jedoch einen Ausfall, verbrannten sie und schlugen sich tapfer.
1-6,32 Da zog Judas von der Burg in Jerusalem ab und schlug dem königlichen
Heer gegenüber bei Bet-Sacharja sein Lager auf.
1-6,33 Am nächsten Morgen ließ der König das Heer in aller Frühe aufbrechen
und in einem Eilmarsch nach Bet-Sacharja marschieren. Die Truppen schwärmten
aus, und man stieß in die Trompeten.
1-6,34 Den Elefanten hielt man den Saft von Trauben und Maulbeeren vor, um
sie zum Kampf zu reizen.
1-6,35 Darauf verteilte man die Tiere auf die einzelnen Abteilungen. Zu
jedem Elefanten stellten sie tausend Mann; diese hatten Kettenpanzer an und
auf dem Kopf bronzene Helme. Außerdem waren jedem Tier fünfhundert
ausgesuchte Reiter zugeordnet;
1-6,36 sie hatten sich schon vorher immer bei den Tieren aufgehalten und
waren ihnen überall gefolgt, wohin sie auch gingen.
1-6,37 Jedes Tier trug einen befestigten, gut gesicherten Turm aus Holz, der
kunstfertig angeschnallt war, dazu vier Soldaten, die von dem Turm aus
kämpften, sowie seinen indischen Lenker.
1-6,38 Die übrige Reiterei stellte der König außen an die beiden Flügel des
Heeres, um die Gegner zu beunruhigen und die eigenen Reihen zu decken.
1-6,39 Als die Sonne sich in den goldenen und ehernen Schilden brach, da
strahlten die Berge wider und leuchteten auf wie brennende Fackeln.
1-6,40 Ein Teil des königlichen Heeres stellte sich oben auf den Bergen, ein
anderer unten in der Ebene auf. Dann begannen sie, sicher und geordnet
vorzurücken.
1-6,41 Da zitterten alle, die das Getöse der Menge hörten und sahen, wie die
Massen aufmarschierten und die Waffen aneinanderschlugen; denn es war ein
gewaltig großes und starkes Heer.
1-6,42 Judas rückte mit seinen Truppen ebenfalls vor, und es kam zum Kampf;
dabei fielen vom Heer des Königs sechshundert Mann.
1-6,43 Eleasar Awaran sah einen Elefanten, dessen Panzer königlichen Schmuck
trug und der alle anderen Tiere überragte. Da er glaubte, darauf sitze der
König,
1-6,44 opferte er sich, um sein Volk zu retten und sich ewigen Ruhm zu
erwerben.
1-6,45 Er lief mutig auf ihn zu, mitten in die feindliche Schlachtreihe
hinein, teilte nach links und rechts tödliche Hiebe aus und schlug sich eine
Bresche durch die Reihen.
1-6,46 So drang er bis zu dem Elefanten vor, stellte sich unter ihn und
durchbohrte ihn. Das Tier brach zusammen und fiel auf ihn, so daß er
erdrückt wurde.
1-6,47 Als die Juden die Stärke und das Ungestüm der königlichen Truppen
sahen, wichen sie ihnen aus.
1-6,48 Die Truppen des königlichen Heeres rückten daraufhin nach Jerusalem
hinauf, um die Juden dort zum Kampf zu stellen. Der König schlug in Judäa
und am Berg Zion ein Lager auf.
1-6,49 Mit der Besatzung von Bet-Zur schloß er Frieden, und sie verließ die
Stadt. Dort waren nämlich während der Belagerung die Nahrungsmittel
ausgegangen; denn man beging im Land ein Sabbatjahr.
1-6,50 Der König ließ Bet-Zur besetzen und legte eine Garnison hinein, um es
zu sichern.
1-6,51 Dann belagerte er viele Tage lang den Tempel. Er ließ Wurf- und
Belagerungsmaschinen, auch Brand- und Steinschleudern aufstellen, dazu
Armbrüste für Pfeile und kleinere Schleudermaschinen.
1-6,52 Aber die Juden bauten ebenfalls Maschinen, und der Kampf zog sich
lange hin.
1-6,53 Doch die Vorratsräume waren leer, weil das Jahr ein siebtes Jahr war;
zudem hatten die, die man bei den fremden Völkern gerettet und nach Judäa
gebracht hatte, den Rest der Vorräte aufgebraucht.
1-6,54 Die Besatzung litt daher Hunger, und die Truppen liefen auseinander,
jeder ging nach Hause; nur wenige Männer blieben beim Tempel zurück.
1-6,55 Da hörte Lysias, Philippus, den König Antiochus noch zu seinen
Lebzeiten zum Erzieher seines Sohnes Antiochus bestimmt hatte, bis dieser
die Regierung antreten könne,
1-6,56 sei aus Persien und Medien zurückgekehrt, zusammen mit den Truppen,
die den (verstorbenen) König begleitet hatten; er versuche, die Regierung an
sich zu bringen.
1-6,57 Daher entschloß sich Lysias, möglichst rasch abzuziehen; er sagte zum
König, zu den Offizieren und den Soldaten, Unsere Lage wird von Tag zu Tag
schwieriger. Es gibt wenig zu essen, und der Ort, den wir belagern, ist
stark befestigt. ?berdies ruht
auf uns die Sorge um das Reich.
1-6,58 Reichen wir darum diesen Leuten die Hand und schließen wir Frieden
mit ihnen und ihrem ganzen Volk!
1-6,59 Wir wollen ihnen zugestehen, daß sie wie früher nach ihren Gesetzen
leben können. Denn weil wir ihre Gesetze abschaffen wollten, haben sie sich
gegen uns aufgelehnt und all das getan.
1-6,60 Der König und die Heerführer waren mit diesem Vorschlag
einverstanden; er ließ den Juden Frieden anbieten, und sie nahmen ihn an.
1-6,61 Der König und die Heerführer leisteten ihnen einen Eid; darauf
verließen die Juden die Festung.
1-6,62 Aber als der König den Berg Zion betrat und sah, wie stark der Ort
befestigt war, brach er den Eid, den er geschworen hatte, und gab den
Befehl, die Mauer ringsum einzureißen.
1-6,63 Dann zog er in Eilmärschen ab und kehrte nach Antiochia zurück. Er
fand die Stadt im Besitz des Philippus, eröffnete den Kampf gegen ihn und
nahm die Stadt mit Gewalt.
Kapitel 7
1-7,1 Im Jahr 151 floh Demetrius, der Sohn des Seleukus, aus Rom, landete
mit nur wenigen Männern in einer Stadt am Meer und rief sich dort zum König
aus.
1-7,2 Als er in den Palast seiner Väter einzog, nahmen die Truppen Antiochus
und Lysias fest, um sie ihm auszuliefern.
1-7,3 Das wurde ihm mitgeteilt; er aber sagte, Ich will ihr Gesicht nicht
sehen.
1-7,4 Da brachten die Truppen die beiden um, und Demetrius setzte sich auf
den Thron seines Reiches.
1-7,5 Alle Gesetzlosen und Frevler aus Israel kamen zu ihm. Ihr Anführer war
Alkimus, der Hoherpriester werden wollte.
1-7,6 Sie verklagten das Volk beim König und sagten, Judas und seine Brüder
haben alle deine Freunde umgebracht und uns aus unserer Heimat vertrieben.
1-7,7 Schick darum einen Mann, dem du vertraust, er soll kommen und sich das
ganze Unheil ansehen, das sie uns und dem Land des Königs zugefügt haben.
Dann soll er sie und alle, die sie unterstützen, bestrafen.
1-7,8 Der König wählte Bakchides, einen der Freunde des Königs; er hatte den
Befehl jenseits des Stroms, galt viel im Reich und war dem König treu
ergeben.
1-7,9 Mit ihm schickte er den ruchlosen Alkimus, den er als Hohenpriester
einsetzte, und gab ihm den Auftrag, an den Israeliten Vergeltung zu üben.
1-7,10 Sie brachen mit einem großen Heer auf und zogen nach Judäa. Er
schickte Boten an Judas und seine Brüder und bot ihnen mit hinterlistigen
Worten Frieden.
1-7,11 Doch diese glaubten ihnen nicht; denn sie sahen, daß sie mit einem
großen Heer gekommen waren.
1-7,12 Eine Gruppe von Schriftgelehrten ging indessen gemeinsam zu Alkimus
und Bakchides, um eine gerechte Lösung zu suchen.
1-7,13 Auch bemühten sich die Hasidäer, als erste von den Israeliten, bei
ihnen um Frieden.
1-7,14 Sie sagten sich nämlich, Ein Priester aus der Familie des Aaron ist
zusammen mit den Truppen hergekommen; er wird uns nichts Böses tun.
1-7,15 Alkimus unterhielt sich auch friedlich mit ihnen, ja, er schwor
ihnen, Wir werden euch und euren Freunden kein Leid zufügen.
1-7,16 Sie glaubten ihm; er aber ließ sechzig von ihnen festnehmen und noch
am selben Tag hinrichten, genau wie geschrieben steht,
1-7,17 Die Leichen deiner Frommen haben sie rings um Jerusalem zerstreut,
und ihr Blut haben sie vergossen, und keiner hat sie begraben.
1-7,18 Da begann das ganze Volk, sich vor ihnen zu fürchten und zu zittern.
Man sagte, Bei ihnen gibt es weder Treue noch Recht; denn sie haben den
Vertrag gebrochen trotz des Eides, den sie geschworen haben.
1-7,19 Bakchides marschierte von Jerusalem nach Bet-Sajit und schlug dort
sein Lager auf. Er ließ viele von den Männern, die zu ihm übergelaufen
waren, festnehmen, dazu auch einige Männer aus dem Volk, und befahl, sie an
der großen Zisterne niederzumetzeln.
1-7,20 Er übergab das Land dem Alkimus und ließ zu seiner Unterstützung
einen Teil der Truppen zurück. Dann kehrte Bakchides zum König zurück.
1-7,21 Alkimus aber kämpfte um das Hohepriesteramt.
1-7,22 Alle Unruhestifter im Volk sammelten sich um ihn; sie rissen die
Macht über Judäa an sich und stürzten Israel tief ins Unglück.
1-7,23 Judas sah all das Unheil, das Alkimus und seine Anhänger bei den
Israeliten anrichteten; sie waren schlimmer als die Ausländer.
1-7,24 Da brach er auf, zog durch das Gebiet von ganz Judäa und übte an den
?berläufern
Vergeltung, so daß sie sich nicht mehr frei im Land bewegen konnten.
1-7,25 Alkimus merkte, daß Judas und seine Leute an Macht gewannen, und da
er einsah, daß er ihnen nicht gewachsen war, wandte er sich wieder an den
König und brachte schwere Anklagen gegen sie vor.
1-7,26 Da schickte der König einen seiner bedeutendsten Anführer, Nikanor,
der ein erbitterter Gegner Israels war; er trug ihm auf, das Volk zu
vernichten.
1-7,27 Nikanor kam mit einem großen Heer nach Jerusalem. Er schickte Boten
zu Judas und seinen Brüdern und sprach hinterlistig von Frieden. Er sagte,
1-7,28 Ich will keinen Krieg mit euch. Darum will ich mich in Begleitung von
nur ein paar Leuten in aller Freundschaft mit euch treffen, um über den
Frieden zu reden.
1-7,29 Er kam auch zu Judas, und sie begrüßten einander freundschaftlich.
Seine Soldaten hielten sich indessen bereit, den Judas zu verschleppen.
1-7,30 Judas aber erfuhr, daß er in böser Absicht gekommen war. Da wurde er
vorsichtig und wollte nicht mehr mit ihm zusammenkommen.
1-7,31 Nun merkte Nikanor, daß sein Plan entdeckt worden war, und er zog
aus, um Judas bei Kafar-Salama zum Kampf zu stellen.
1-7,32 Aber fast fünfhundert von den Leuten des Nikanor fielen, und seine
Soldaten mußten sich in die Davidstadt flüchten.
1-7,33 Nach diesen Ereignissen ging Nikanor zum Berg Zion hinauf. Aus dem
Tempelbezirk kamen ihm Priester und Älteste des Volkes entgegen, um ihn
friedlich zu begrüßen und ihm das Opfer zu zeigen, das man für den König
darbrachte.
1-7,34 Er aber verhöhnte und verspottete sie und machte sie unrein. Er
prahlte
1-7,35 und schwor voller Zorn, Wenn Judas und sein Heer mir nicht sofort
ausgeliefert werden, dann stecke ich dieses Haus in Brand, sobald ich heil
zurück bin. Dann ging er wütend weg.
1-7,36 Die Priester gingen wieder hinein, stellten sich vor den Altar und
den Tempel, weinten und sagten,
1-7,37 Du hast dieses Haus erwählt, damit dein Name darüber ausgerufen
werde; es sollte für dein Volk ein Haus des Betens und Flehens sein.
1-7,38 ?be Vergeltung an diesem
Menschen und an seinem Heer! Sie sollen unter dem Schwert fallen. Denk an
ihre Lästerungen, und laß sie nicht weiterleben!
1-7,39 Nikanor verließ Jerusalem und schlug in Bet-Horon sein Lager auf;
dort stieß eine Abteilung Soldaten aus Syrien zu ihm.
1-7,40 Judas dagegen hatte mit dreitausend Mann sein Lager bei Hadascha, und
er betete,
1-7,41 Damals, als die Leute des Königs von Assur über dich gelästert
hatten, kam dein Engel und erschlug hundertfünfundachtzigtausend von ihnen.
1-7,42 Schlag heute dieses Heer vor unseren Augen genauso, damit die, die
von ihnen übrig bleiben, erkennen, daß Nikanor schlimme Worte gegen dein
Heiligtum ausgestoßen hat. Richte ihn, wie es sein Verbrechen verdient.
1-7,43 Am Dreizehnten des Monats Adar stießen die Heere aufeinander, und das
Heer des Nikanor wurde vernichtend geschlagen; er selbst fiel als erster im
Kampf.
1-7,44 Als sein Heer sah, daß Nikanor gefallen war, warfen sie die Waffen
weg und flohen.
1-7,45 Die Juden verfolgten sie einen Tagesmarsch weit, von Hadascha bis
nach Geser, und bliesen mit den Signaltrompeten hinter ihnen her.
1-7,46 Aus allen umliegenden Dörfern Judäas kamen die Männer heraus und
umzingelten die Flüchtenden. Da wandten sich die Feinde gegeneinander, und
alle fielen unter dem Schwert; nicht einer von ihnen blieb übrig.
1-7,47 Die Juden nahmen ihnen ihre Ausrüstungen weg und machten reiche
Beute. Dem Nikanor schlugen sie den Kopf ab und ebenso die rechte Hand, die
er so vermessen ausgestreckt hatte; sie brachten beides nach Jerusalem und
hängten es dort öffentlich auf.
1-7,48 Im Volk herrschte große Freude; sie begingen diesen Tag als einen
großen Festtag
1-7,49 und beschlossen, den dreizehnten Adar künftig jedes Jahr zu feiern.
Danach hatte Judäa für kurze Zeit Ruhe.
Kapitel 8
1-8,1 Judas hörte, wie man von den Römern erzählte, sie
seien geübt im Kriegführen, erwiesen allen, die zu ihnen hielten, Wohlwollen
und schlössen Freundschaft mit jedem, der sie darum bitte. Sie seien in der
Tat kriegstüchtige Männer.
1-8,2 Man berichtete ihm auch von ihren Feldzügen und von ihren kühnen
Unternehmungen gegen die Galater, die sie unterworfen und tributpflichtig
gemacht hatten,
1-8,3 ebenso von ihren Taten in Spanien, Dort hatten sie die Silber- und
Goldbergwerke erobert
1-8,4 und durch ihre Klugheit und Ausdauer das ganze Land an sich gebracht,
obgleich es von ihnen weit entfernt liegt. Die Könige, die vom Ende der Welt
gegen sie herangezogen waren, hatten sie besiegt und ihnen eine vernichtende
Niederlage beigebracht; die übrigen mußten ihnen jährlich Tribut zahlen.
1-8,5 Philippus und Perseus, die Könige der Kittäer, und alle anderen, die
sich gegen sie auflehnten, hatten sie im Krieg vernichtend geschlagen und
unterworfen.
1-8,6 Als Antiochus, der Großkönig von Asien, mit hundertzwanzig Elefanten,
mit Reiterei, Streitwagen und einem gewaltigen Heer gegen sie zum Kampf
auszog, wurde er von ihnen vernichtend geschlagen.
1-8,7 Sie nahmen ihn lebendig gefangen und erlegten ihm und seinen
Nachfolgern einen hohen Tribut auf; er mußte Geiseln stellen und einen Teil
seines Gebietes abtreten.
1-8,8 Sie nahmen ihm die Provinzen Indien, Medien und Lydien ab, einige der
besten Länder, die er besaß, und schenkten sie dem König Eumenes.
1-8,9 Als die Bewohner von Griechenland den Plan faßten, in den Krieg zu
ziehen, um die Römer zu vernichten,
1-8,10 wurde diesen die Sache bekannt. Sie schickten nur einen einzigen
Befehlshaber aus, um gegen sie Krieg zu führen. Von den Griechen wurden
viele verwundet und kamen um. Die Römer führten ihre Frauen und Kinder
gefangen weg, plünderten ihre Habe und nahmen das Land in Besitz; sie
schleiften ihre Festungen und machten sich die Griechen untertan; so ist es
geblieben bis auf den heutigen Tag.
1-8,11 Auch alle anderen Reiche und die Inseln, die sich irgendwann gegen
sie erhoben, hatten sie besiegt und sich untertan gemacht.
1-8,12 Ihren Freunden aber und allen, die sich auf sie verließen, hielten
sie die Freundschaft. Sie unterwarfen die Könige nah und fern, und wer ihren
Namen hörte, hatte Angst vor ihnen.
1-8,13 Wem sie aber zur Herrschaft verhelfen wollen, der wird König, und
ebenso setzen sie ab, wen sie wollen. Auf diese Weise sind sie sehr groß
geworden.
1-8,14 Bei all dem setzt sich keiner von ihnen eine Krone auf oder legt
Purpurgewänder an, um damit zu prunken.
1-8,15 Vielmehr haben sie sich eine Ratsversammlung (den Senat) geschaffen,
und jeden Tag halten dreihundertundzwanzig Ratsherren darüber Rat, wie das
Volk gut zu regieren sei.
1-8,16 Einem einzigen Mann übertragen sie vertrauensvoll für ein Jahr die
Regierung über sich und die Herrschaft über ihr ganzes Land. Alle gehorchen
dem einen, ohne daß es Neid oder Eifersucht unter ihnen gibt.
1-8,17 Judas wählte Eupolemus, den Sohn Johanans und Enkel des Koz, aus,
sowie Jason, den Sohn Eleasars, und schickte sie nach Rom, um mit den Römern
ein Freundschafts- und Waffenbündnis zu schließen,
1-8,18 damit das Joch von Judäa genommen werde; denn die Römer sahen ja, wie
die Könige der Griechen Israel in Knechtschaft hielten.
1-8,19 Sie reisten also nach Rom - es war ein sehr weiter Weg -, traten vor
den Senat und sagten,
1-8,20 Judas, der Makkabäer, seine Brüder und das jüdische Volk haben uns zu
euch geschickt. Wir wollen mit euch ein Friedensbündnis schließen und als
eure Bundesgenossen und Freunde eingeschrieben werden.
1-8,21 Der Senat war mit dem Vorschlag einverstanden.
1-8,22 Dies ist eine Abschrift der Urkunde, die sie auf Bronzetafeln
aufzeichnen und nach Jerusalem schicken ließen, damit die Erinnerung an das
Friedensbündnis ständig gegenwärtig bleibe,
1-8,23 Den Römern und dem jüdischen Volk soll es zu Wasser und zu Land immer
wohl ergehen; Schwert und Feind mögen ihnen fern bleiben.
1-8,24 Wenn Rom oder irgendeinem seiner Bundesgenossen in seinem ganzen
Machtbereich zuerst ein Krieg droht,
1-8,25 wird das jüdische Volk, je nachdem es die Lage erfordert,
bereitwillig mit in den Kampf ziehen.
1-8,26 Den Kriegführenden brauchen keine Nahrungsmittel, keine Waffen, kein
Geld und auch keine Schiffe geliefert zu werden, wenn Rom es so für richtig
hält. Sie werden ihren Verpflichtungen ohne Gegenleistung nachkommen.
1-8,27 Ebenso werden die Römer, wenn das jüdische Volk zuerst in einen Krieg
verwickelt wird, bereitwillig mitkämpfen, je nach den Umständen.
1-8,28 Den Bundesgenossen brauchen keine Nahrungsmittel, Waffen, kein Geld
und auch keine Schiffe geliefert zu werden, wenn Rom es so für richtig hält;
sie werden ihren Verpflichtungen ohne Hinterlist nachkommen.
1-8,29 Das ist der Wortlaut des Vertrags, den die Römer mit dem Volk der
Juden geschlossen haben.
1-8,30 Wenn später die beiden Parteien etwas hinzufügen oder streichen
wollen, können sie es nach ihrem Belieben tun. Die Zusätze oder Streichungen
werden gültig sein.
1-8,31 Dem König Demetrius aber haben wir geschrieben wegen des Unrechts,
das er den Juden zugefügt hat, Warum lastet dein Joch so schwer auf unseren
Freunden und Bundesgenossen, den Juden?
1-8,32 Wenn sie jetzt noch einmal deinetwegen vorstellig werden, verhelfen
wir ihnen zu ihrem Recht und führen gegen dich Krieg zu Wasser und zu Land.
Kapitel 9
1-9,1 Demetrius erfuhr, daß Nikanor und sein Heer im Kampf
gefallen waren. Da schickte er Bakchides und Alkimus zum zweitenmal nach
Judäa und gab ihnen die im Süden stehende Armee mit.
1-9,2 Sie nahmen den Weg nach Gilgal, schlugen vor Mesalot in der Gegend von
Arbela ihr Lager auf, eroberten die Stadt und brachten viele Menschen um.
1-9,3 Im ersten Monat des Jahres 152 schlugen sie ihr Lager bei Jerusalem
auf.
1-9,4 Von dort zogen sie mit zwanzigtausend Mann und zweitausend Reitern
nach Berea.
1-9,5 Judas aber hatte mit dreitausend ausgewählten Soldaten sein Lager bei
Elasa.
1-9,6 Als die Juden die
?bermacht der feindlichen Truppen sahen, bekamen sie große
Angst. Viele liefen aus dem Lager fort, so daß am Ende nur noch achthundert
Mann übrig waren.
1-9,7 Judas sah, daß sich sein Heer auflöste, während der Kampf unmittelbar
bevorstand. Er wurde sehr bestürzt, denn er hatte keine Zeit mehr, seine
Leute wieder zusammenzubringen.
1-9,8 Niedergeschlagen sagte er zu denen, die noch da waren, Auf! Wir wollen
gegen unsere Feinde hinaufziehen. Vielleicht können wir doch gegen sie
kämpfen.
1-9,9 Sie aber widersprachen ihm und sagten, Es ist unmöglich. Wir wollen
lieber jetzt unser Leben retten und dann mit unseren Brüdern zurückkommen
und gegen sie kämpfen. Wir sind zu wenige.
1-9,10 Judas antwortete, Auf keinen Fall werde ich vor ihnen fliehen. Wenn
unsere Zeit gekommen ist, dann wollen wir für unsere Brüder tapfer in den
Tod gehen; auf unsere Ehre soll kein Schatten fallen.
1-9,11 Da rückte das feindliche Heer aus seinem Lager aus und bezog ihnen
gegenüber Stellung; die Reiterei wurde in zwei Gruppen geteilt, die
Schleuderer und Bogenschützen gingen vor der Streitmacht her, ebenso die
Reihe der tapferen Vorkämpfer.
1-9,12 Bakchides war auf dem rechten Flügel. Die beiden Flügel der
Schlachtreihe näherten sich, und man blies die Trompeten. Auch die Leute des
Judas stießen in die Trompeten.
1-9,13 Die Erde bebte vor dem Getöse, das die Heere machten, und vom Morgen
bis zum Abend dauerte der Kampf Mann gegen Mann.
1-9,14 Als Judas bemerkte, daß Bakchides mit dem Kern seiner Truppe rechts
stand, scharten sich alle tapferen Männer um ihn,
1-9,15 und der rechte Flügel der Feinde wurde von ihnen vernichtend
geschlagen; sie verfolgten sie bis zum Gebirge von Aschdod.
1-9,16 Als die Truppen auf dem linken Flügel sahen, daß der rechte
geschlagen war, schwenkten sie um und folgten den Spuren des Judas und
seiner Leute.
1-9,17 Es entwickelte sich ein erbitterter Kampf, in dem beide Seiten
schwere Verluste erlitten.
1-9,18 Auch Judas fiel; die übrigen flohen.
1-9,19 Jonatan und Simeon holten ihren Bruder und bestatteten ihn im Grab
seiner Väter in Mode?n.
1-9,20 Ganz Israel beweinte ihn und hielt um ihn eine große Totenklage ab.
Sie trauerten viele Tage lang und sagten,
1-9,21 Ach, der Held ist gefallen, Israels Retter.
1-9,22 Die übrige Geschichte des Judas, seine anderen Feldzüge und kühnen
Unternehmungen, die er durchführte, und seine sonstigen großen Taten - all
das ist hier nicht erwähnt worden; es wäre zu viel geworden.
1-9,23 Nach dem Tod des Judas erhoben die Abtrünnigen in allen Teilen
Israels wiederum ihr Haupt, und alle
?beltäter wagten sich wieder ans Licht.
1-9,24 In jenen Tagen gab es eine furchtbare Hungersnot; wie die Verräter,
so wurde auch das Land untreu.
1-9,25 Bakchides wählte die abtrünnigen Männer aus und machte sie zu Herren
des Landes.
1-9,26 Diese spürten die Anhänger des Judas auf, verhörten sie und brachten
sie zu Bakchides. Er nahm Rache an ihnen und ließ sie mißhandeln.
1-9,27 Große Bedrängnis herrschte in Israel, wie seit den Tagen der
Propheten nicht mehr.
1-9,28 Da kamen alle Anhänger des Judas zusammen und sagten zu Jonatan,
1-9,29 Seit dein Bruder Judas tot ist, gibt es keinen mehr, der gegen die
Feinde, gegen Bakchides und gegen die Gegner unseres Volkes in den Krieg
zieht, wie er es getan hat.
1-9,30 Darum haben wir dich heute gewählt. So wie er sollst du uns anführen
und leiten in unserem Kampf.
1-9,31 Jonatan übernahm also die Führung und trat die Nachfolge seines
Bruders Judas an.
1-9,32 Bakchides erfuhr davon und trachtete ihm nach dem Leben.
1-9,33 Als Jonatan und sein Bruder Simeon mit ihrer ganzen Gefolgschaft das
hörten, flohen sie in die Wüste von Tekoa und hielten sich bei der mit
Wasser gefüllten Zisterne von Asfar auf.
1-9,34 [Aber Bakchides erfuhr davon, und zwar am Sabbat; er ging mit all
seinen Leuten auf die andere Seite des Jordan.]
1-9,35 Er schickte seinen Bruder Johanan an der Spitze seiner Truppe zu den
mit ihm befreundeten Nabatäern und ließ sie bitten, ihr zahlreiches Gepäck
bei ihnen aufbewahren zu dürfen.
1-9,36 Doch die Söhne Jambris aus Medeba zogen aus, ergriffen Johanan mit
allem, was er bei sich hatte, und nahmen ihn mit.
1-9,37 Darauf meldete man Jonatan und seinem Bruder Simeon, Die Söhne
Jambris wollen eine große Hochzeit veranstalten und die Braut, die Tochter
eines der vornehmen Herren Kanaans, in einem großen Festzug aus Nadabat
heimführen.
1-9,38 Da dachten sie daran, daß die Söhne Jambris das Blut ihres Bruders
Johanan vergossen hatten; sie zogen hinauf und versteckten sich im Gebirge.
1-9,39 Plötzlich sahen sie einen lärmenden Zug mit viel Gepäck daherziehen.
Der Bräutigam, seine Freunde und seine Brüder kamen ihnen mit Pauken,
Liedern und in starker Bewaffnung entgegen.
1-9,40 Sie fielen aus dem Hinterhalt über sie her und richteten unter ihnen
ein Blutbad an; viele wurden erschlagen, die übrigen flohen ins Gebirge.
Ihre ganze Habe nahmen sie als Beute mit.
1-9,41 Da wurde die Hochzeit zur Trauerfeier und der Klang ihrer Lieder zur
Totenklage.
1-9,42 Auf diese Weise rächten sie das Blut ihres Bruders; dann kehrten sie
in das Dickicht am Jordan zurück.
1-9,43 Als Bakchides davon erfuhr, kam er am Sabbat mit einem großen Heer an
das Ufer des Jordan.
1-9,44 Jonatan sagte zu seinen Leuten, Kommt, wir müssen um unser Leben
kämpfen. Noch nie waren wir in einer solchen Lage.
1-9,45 Die Feinde haben uns eingeschlossen; auf beiden Seiten ist das Wasser
des Jordan mit seinen Sümpfen und seinem Dickicht. Wir können nicht
ausweichen.
1-9,46 Darum schreit laut zum Himmel, damit ihr aus der Hand eurer Feinde
gerettet werdet.
1-9,47 Darauf begann der Kampf Mann gegen Mann. Jonatan holte aus, um
Bakchides zu erschlagen, der aber konnte ihm ausweichen.
1-9,48 Dann sprangen Jonatan und seine Leute in den Jordan und schwammen ans
andere Ufer. Die Feinde aber setzten ihnen nicht über den Jordan nach.
1-9,49 Vom Heer des Bakchides fielen an jenem Tag ungefähr tausend Mann.
1-9,50 Bakchides kehrte nach Jerusalem zurück. Er legte in Judäa befestigte
Städte an, die Festungen bei Jericho, Emmaus, Bet-Horon, Bet-El, Timna,
Faraton und Tefon. Er versah sie mit hohen Mauern und Toren; an den Toren
brachte er Querbalken zum Verriegeln an.
1-9,51 Dann legte er Besatzungen hinein, die das Volk Israel im Zaum halten
sollten.
1-9,52 Auch in den Städten Bet-Zur und Geser und an der Burg von Jerusalem
ließ er Befestigungsarbeiten ausführen und Truppen und Proviant
hineinbringen.
1-9,53 Von den Männern, die eine führende Stellung im Land innehatten, nahm
er die Söhne als Geiseln und hielt sie in der Burg von Jerusalem gefangen.
1-9,54 Im zweiten Monat des Jahres 153 befahl Alkimus, die Mauer des inneren
Tempelvorhofs einzureißen. Er ließ mit den Abbrucharbeiten beginnen, um zu
zerstören, was die Propheten erbaut hatten.
1-9,55 Doch dann wurde Alkimus vom Schlag getroffen, und sein Plan wurde
nicht ausgeführt. Er konnte den Mund nicht mehr öffnen; er war gelähmt und
konnte kein Wort mehr sagen, nicht einmal mehr sein Testament machen.
1-9,56 Wenig später starb Alkimus unter großen Qualen.
1-9,57 Als Bakchides sah, daß Alkimus tot war, kehrte er zum König zurück,
und Judäa hatte zwei Jahre lang Ruhe.
1-9,58 Danach kamen alle Verräter zu einer Beratung zusammen. Sie sagten,
Jonatan und seine Anhänger leben sorglos in ihren Häusern und fühlen sich
sicher. Wenn wir jetzt Bakchides kommen lassen, kann er alle in einer
einzigen Nacht festnehmen.
1-9,59 Sie gingen also zu ihm und besprachen sich mit ihm.
1-9,60 Bakchides machte sich mit einem großen Heer auf den Weg. Er schickte
heimlich Briefe an alle seine Verbündeten in Judäa mit der Aufforderung,
Jonatan und seine Anhänger gefangenzunehmen. Aber es gelang ihnen nicht;
denn ihr Vorhaben war bekannt geworden.
1-9,61 Statt dessen ließ Jonatan von den im Land wohnenden Männern, die für
den verbrecherischen Anschlag verantwortlich waren, fünfzig ergreifen und
töten.
1-9,62 Dann setzten sich Jonatan und Simeon mit ihren Anhängern in die Wüste
nach Bet-Basi ab. Jonatan ließ dort alles wieder aufbauen, was in Trümmern
lag, und befestigte den Ort.
1-9,63 Als Bakchides davon erfuhr, zog er alle seine Truppen zusammen und
erteilte den Leuten von Judäa entsprechende Anweisungen.
1-9,64 Er rückte gegen Bet-Basi vor und schlug dort sein Lager auf. Er ließ
Belagerungsmaschinen aufstellen und berannte den Ort viele Tage lang.
1-9,65 Da ließ Jonatan seinen Bruder Simeon in der Stadt zurück; er selbst
ging mit einer Handvoll Leute in die Dörfer der Umgebung.
1-9,66 Dabei schlug er den Odomera und seine Sippe; auch überfiel er ein
Zeltlager des Stammes Fasiron. Sie begannen zu siegen und rückten verstärkt
wieder hinauf.
1-9,67 Simeon aber machte mit seinen Leuten einen Ausfall aus der Stadt und
steckte die Belagerungsmaschinen in Brand.
1-9,68 Bakchides wurde von ihnen angegriffen und vernichtend geschlagen. Sie
bereiteten ihm großen Verdruß, weil das von ihm geplante Unternehmen zu
einem völligen Fehlschlag wurde.
1-9,69 Da wurde Bakchides sehr wütend über die Verräter, die ihm den Rat
gegeben hatten, in das Land zu kommen. Er brachte viele von ihnen um und
beschloß, in sein Land zurückzukehren.
1-9,70 Sobald Jonatan davon hörte, schickte er Gesandte zu ihm, um einen
Friedensvertrag mit ihm abzuschließen und die Gefangenen freizubekommen.
1-9,71 Bakchides nahm die Vorschläge Jonatans an und schwor ihm, nie wieder
in seinem Leben etwas gegen ihn zu unternehmen.
1-9,72 Auch ließ er die Gefangenen frei, die er vorher in Judäa gemacht
hatte. Dann zog er ab und kehrte nach Hause zurück. Judäa betrat er nie
wieder.
1-9,73 Darauf ruhten in Israel die Waffen. Jonatan ließ sich in Michmas
nieder und begann, als Richter über das Volk zu herrschen. Die Frevler in
Israel aber rottete er aus.
Kapitel 10
1-10,1 Im Jahr 160 zog Alexander Epiphanes, der Sohn des
Antiochus, gegen Ptolema?s und
besetzte es. Die Einwohner nahmen ihn auf, und er trat dort die Herrschaft
an.
1-10,2 Als König Demetrius das hörte, sammelte er viele Truppen und zog
gegen ihn in den Kampf.
1-10,3 An Jonatan schickte Demetrius einen Brief mit Friedensbeteuerungen
und versprach ihm hohe Würden.
1-10,4 Denn er dachte, Wir wollen schnell mit ihm Frieden schließen, bevor
er sich mit Alexander gegen uns verbündet.
1-10,5 Sonst erinnert er sich nämlich an all das Unheil, das wir ihm, seinen
Brüdern und seinem Volk angetan haben.
1-10,6 Er gab Jonatan die Vollmacht, Truppen auszuheben und als seine
Verbündeten auszurüsten. Auch versprach er, die in der Burg von Jerusalem
festgehaltenen Geiseln freizulassen.
1-10,7 Jonatan kam nach Jerusalem und las den Brief der ganzen Bevölkerung
und der Besatzung der Burg laut vor.
1-10,8 Als sie hörten, daß er vom König die Vollmacht erhalten hatte,
Truppen auszuheben, bekamen sie große Angst.
1-10,9 Die Besatzung der Burg lieferte dem Jonatan die Geiseln aus, und er
gab sie ihren Eltern zurück.
1-10,10 Jonatan ließ sich in Jerusalem nieder und begann in der Stadt mit
Bauarbeiten und Ausbesserungen.
1-10,11 Er gab den Handwerkern den Auftrag, den Berg Zion und die
Stadtmauern mit Quadersteinen zu befestigen. Das führten sie auch aus.
1-10,12 Darauf flohen die Fremden aus den Festungen, die Bakchides erbaut
hatte.
1-10,13 Sie machten sich alle davon und kehrten nach Hause zurück.
1-10,14 Nur in Bet-Zur blieben von denen, die vom Gesetz und von den Geboten
abgefallen waren, einige zurück; dort fanden sie nämlich Zuflucht.
1-10,15 König Alexander erfuhr, was Demetrius Jonatan alles zugesichert
hatte. Man berichtete ihm auch von den Kriegen und den Heldentaten Jonatans
und seiner Brüder und von den zahlreichen Mühen, die sie auf sich genommen
hatten.
1-10,16 Da sagte er, Können wir noch einmal solch einen Mann finden wie ihn?
Wir wollen ihn zu unserem Freund und Verbündeten machen.
1-10,17 Er schrieb also einen Brief und schickte ihn an Jonatan. Der Brief
hatte folgenden Inhalt,
1-10,18 König Alexander grüßt seinen Bruder Jonatan.
1-10,19 Wir haben gehört, daß du ein tapferer Mann bist; du bist es wert,
unser Freund zu sein.
1-10,20 Darum ernennen wir dich heute zum Hohenpriester über dein Volk; du
darfst den Titel Freund des Königs führen. Halte zu uns, und bewahre uns die
Freundschaft! Zugleich übersandte er ihm den Purpurmantel und einen goldenen
Kranz.
1-10,21 Im siebten Monat des Jahres 160 legte Jonatan am Laubhüttenfest das
heilige Gewand an. Er hob Truppen aus und verschaffte sich eine Menge
Waffen.
1-10,22 Als Demetrius davon hörte, war er bestürzt. Er sagte, Was haben wir
da gemacht!
1-10,23 Alexander ist uns zuvorgekommen. Er hat die Freundschaft der Juden
gewonnen, so daß sie ihn unterstützen.
1-10,24 Doch ich will ihnen auch schreiben. Ich will ihnen gut zureden und
versprechen, sie auszuzeichnen und zu beschenken. Vielleicht werden sie mich
dann unterstützen.
1-10,25 Er schrieb ihnen also folgenden Brief, König Demetrius grüßt das
jüdische Volk.
1-10,26 Ihr habt die Verträge, die ihr mit uns geschlossen habt, gehalten,
habt uns die Freundschaft bewahrt und euch nicht unseren Feinden
angeschlossen. Wir haben es vernommen und uns darüber gefreut.
1-10,27 Bleibt uns auch weiterhin treu! Wir werden euch das Gute vergelten,
das ihr uns erweist.
1-10,28 Wir werden euch viele Verpflichtungen erlassen und euch Geschenke
machen.
1-10,29 Von heute an erkläre ich euch für frei und erlasse allen Juden die
Kopfsteuer, die Salzsteuer und die Lieferung der Kränze.
1-10,30 Von heute an verzichte ich für immer auf den dritten Teil der
Erträge der Felder und auf die Hälfte der Erträge der Bäume, die mir aus
Judäa zustehen sowie aus den drei Bezirken Samariens und Galiläas, die an
Judäa angeschlossen worden sind.
1-10,31 Jerusalem sei heilig und unantastbar und soll mit seiner Umgebung
vom Zehnten und von der Steuer befreit sein.
1-10,32 Ich verzichte auch auf die Befehlsgewalt über die Burg von
Jerusalem. Ich gestatte dem Hohenpriester, selbst die Männer auszuwählen,
die er als Wache in die Burg legen will.
1-10,33 In meinem ganzen Reich lasse ich alle Juden, die als Gefangene aus
Judäa verschleppt worden sind, ohne Lösegeld frei. Auch ihre Tiere darf
niemand zum Frondienst heranziehen.
1-10,34 An allen Festen, Sabbaten, Neumonden und Feiertagen sowie drei Tage
vor und nach einem Fest braucht kein Jude in meinem Reich Steuern oder
Schulden zu bezahlen.
1-10,35 Niemand soll einen von ihnen in irgendeiner Sache belangen oder
belästigen dürfen.
1-10,36 Bis zu dreißigtausend Juden sollen in das königliche Heer
aufgenommen werden und den gleichen Sold erhalten wie alle anderen Soldaten
des Königs.
1-10,37 Sie sollen auch in den großen Festungen des Königs Dienst tun und
Vertrauensstellungen im Reich einnehmen. Ihre Offiziere und Befehlshaber
sind aus ihren eigenen Reihen zu wählen. Sie dürfen nach ihren eigenen
Gesetzen leben, ganz so, wie es der König für Judäa angeordnet hat.
1-10,38 Die drei Bezirke, die von der Provinz Samarien abgetrennt und Judäa
angeschlossen worden sind, sollen unter gemeinsamer Verwaltung zu Judäa
gehören und nur dem Hohenpriester unterstellt sein.
1-10,39 Ptolema?s und das
angrenzende Gebiet vermache ich als Geschenk dem Tempel von Jerusalem;
daraus soll der nötige Aufwand für den Tempeldienst
bestritten werden.
1-10,40 Auf eigene Rechnung will ich aus geeigneten Orten jährlich
fünfzehntausend Silberschekel aufbringen.
1-10,41 Alles, was die Behörden von den in den früheren Jahren üblichen
Zuwendungen noch nicht bezahlt haben, sollen sie von nun an für die Arbeiten
am Tempel zur Verfügung stellen.
1-10,42 Auch die fünftausend Silberschekel, die bisher vom Jahresaufkommen
des Tempels als Steuer erhoben wurden, werden erlassen und sollen den
diensttuenden Priestern zukommen.
1-10,43 Jeder, der sich in das Heiligtum von Jerusalem flüchtet oder in das
zum Tempel gehörende Gebiet, wird mit seinem ganzen Besitz, den er in meinem
Reich hat, von jeder Schuld dem König gegenüber und von jeder anderen
geschäftlichen Verpflichtung frei sein.
1-10,44 Die Kosten für die Arbeiten am Heiligtum, sowohl für Neubauten wie
für Ausbesserungen, gehen zu Lasten des Königs,
1-10,45 ebenso gehen die Kosten für den Bau der Mauern in Jerusalem und für
die Stadtmauern, die es umgeben, auf die Rechnung des Königs, schließlich
auch die Mauerbauten in Judäa.
1-10,46 Als Jonatan und das Volk diese Versprechungen hörten, glaubten sie
ihnen nicht und gingen nicht darauf ein; denn sie dachten an das große
Unheil, das er in Israel angerichtet, und in welche Not er sie gebracht
hatte.
1-10,47 Sie hielten zu Alexander, weil er ihnen zuerst Frieden angeboten
hatte, und sie kämpften die ganze Zeit auf seiner Seite.
1-10,48 König Alexander zog große Truppenmassen zusammen und schlug
Demetrius gegenüber sein Lager auf.
1-10,49 Die beiden Könige eröffneten den Kampf gegeneinander. Das Heer des
Demetrius floh; Alexander setzte ihm nach und gewann die Oberhand.
1-10,50 Er kämpfte hartnäckig, bis die Sonne unterging. An jenem Tag fiel
Demetrius in der Schlacht.
1-10,51 Alexander schickte Gesandte zu Ptolemäus, dem König von Ägypten, und
ließ ihm folgendes sagen,
1-10,52 Ich bin in mein Reich zurückgekehrt, habe mich auf den Thron meiner
Väter gesetzt und die Herrschaft angetreten. Ich habe Demetrius besiegt und
unser Land in meine Gewalt gebracht.
1-10,53 Ich habe mit ihm gekämpft; er wurde mit seinem Heer von uns
vernichtend geschlagen. So haben wir uns auf den Thron seines Reiches
gesetzt.
1-10,54 Laßt uns nun miteinander Freundschaft schließen. Gib mir deine
Tochter zur Frau, damit wir uns durch diese Heirat miteinander verschwägern.
Ich werde dir und ihr Geschenke machen, die deiner würdig sind.
1-10,55 König Ptolemäus antwortete, Welch glücklicher Tag, an dem du in das
Land deiner Väter zurückgekehrt bist und dich auf den Thron ihres Reiches
gesetzt hast.
1-10,56 Ich will auf deinen Vorschlag eingehen. Doch komm mir bis Ptolema?s
entgegen, damit wir uns kennenlernen. Dann werde ich mich mit dir verschwägern,
wie du geschrieben hast.
1-10,57 Ptolemäus verließ Ägypten und nahm seine Tochter Kleopatra mit sich.
Im Jahr 162 kam er nach Ptolema?s.
1-10,58 Als König Alexander mit ihm zusammenkam, gab er ihm seine Tochter
zur Frau. Er veranstaltete in Ptolema?s
eine glänzende Hochzeit für sie, wie es bei Königen
üblich ist.
1-10,59 König Alexander schrieb an Jonatan, er möge doch zu ihm kommen und
sich mit ihm treffen.
1-10,60 Da begab sich Jonatan mit glänzendem Gefolge nach Ptolema?s
und traf dort die beiden Könige. Er brachte ihnen und
ihren Freunden Silber, Gold und viele Geschenke mit. So gewann er sie für
sich.
1-10,61 Aber ehrlose Männer aus Israel, Verräter, traten gemeinsam auf und
klagten ihn an. Doch der König schenkte ihnen keine Beachtung.
1-10,62 Vielmehr gab er die Anweisung, Jonatan anstelle der Gewänder, die er
trug, mit Purpur zu bekleiden. Das geschah,
1-10,63 und der König ließ ihn neben sich Platz nehmen. Dann sagte er zu
seinen höchsten Beamten, Nehmt ihn mit in die Stadt, und gebt bekannt, daß
niemand ihn in irgendeiner Sache anklagen darf; keiner darf ihm aus
irgendeinem Grund Ungelegenheiten bereiten.
1-10,64 Als die Ankläger sahen, daß er öffentlich geehrt wurde und mit
Purpur bekleidet war, machten sie sich alle davon.
1-10,65 Der König ließ Jonatan noch weitere Ehrungen zukommen, Er ließ ihn
in das Verzeichnis seiner ersten Freunde aufnehmen und ernannte ihn zum
Befehlshaber und Statthalter.
1-10,66 Darauf kehrte Jonatan in Frieden und voll Freude nach Jerusalem
zurück.
1-10,67 Im Jahr 165 kam Demetrius, der Sohn des Demetrius, aus Kreta in das
Land seiner Väter.
1-10,68 Als König Alexander das hörte, war er sehr bestürzt und kehrte nach
Antiochia zurück.
1-10,69 Demetrius ernannte Apollonius zum Statthalter von Zölesyrien. Dieser
brachte ein großes Heer zusammen und schlug sein Lager bei Jamnia auf. Von
dort schickte er dem Hohenpriester Jonatan diese Botschaft,
1-10,70 Nur du allein stellst dich gegen uns. Deinetwegen verlacht und
verhöhnt man mich. Was maßt du dir uns gegenüber an in deinen Bergen?
1-10,71 Wenn du dich auf deine Truppen verlassen kannst, dann komm doch
herunter zu uns in die Ebene; dort wollen wir unsere Kräfte messen. Denn bei
mir befinden sich die Truppen aus den Städten.
1-10,72 Frag doch nach, und erkundige dich, wer ich bin und wer die Leute
sind, die auf meiner Seite stehen. Man wird dir sagen, daß ihr uns nicht
standhalten könnt. Schon zweimal wurden deine Vorfahren in ihrem Land in die
Flucht geschlagen.
1-10,73 In der Ebene wirst du dich auch diesmal gegen die Reiterei und gegen
eine solche Streitmacht nicht halten können; da gibt es nämlich keinen Stein
und keinen Kiesel und auch keinen Schlupfwinkel, in den man fliehen kann.
1-10,74 Als Jonatan die Worte des Apollonius vernahm, war er empört und
rückte mit zehntausend Mann aus Jerusalem aus. Sein Bruder Simeon ging zu
seiner Unterstützung mit.
1-10,75 Vor Jafo schlug er sein Lager auf. Die Einwohner der Stadt
verschlossen die Tore vor ihm; denn Apollonius hatte eine Besatzung nach
Jafo gelegt. Als die Juden aber angriffen,
1-10,76 bekamen die Einwohner Angst und übergaben die Stadt, und Jonatan
nahm Jafo in Besitz.
1-10,77 Das erfuhr Apollonius, der mit dreitausend Reitern und einem großen
Heer ein Lager bezogen hatte. Er zog auf Aschdod zu, als wolle er durch die
Stadt ziehen. Zugleich rückte er in die Ebene vor, weil er sich auf seine
starke Reiterei verließ.
1-10,78 Jonatan aber setzte ihm nach bis vor Aschdod. Dort gerieten die
Heere aneinander.
1-10,79 Apollonius hatte tausend Reiter in einem Hinterhalt zurückgelassen.
1-10,80 Jonatan bemerkte den Hinterhalt, aber die Reiter umzingelten sein
Heer und schossen vom frühen Morgen bis zum Abend mit Pfeilen auf seine
Leute.
1-10,81 Aber die Männer hielten stand, wie Jonatan befohlen hatte, und die
Pferde der Feinde wurden müde.
1-10,82 Dann ließ Simeon seine Streitkräfte ausschwärmen und griff die
feindlichen Fußtruppen an. Da die Reiterei erschöpft war, wurde das Heer von
ihm in die Flucht geschlagen.
1-10,83 Die Reiterei wurde über die ganze Ebene hin zersprengt und floh nach
Aschdod; sie gingen in den Tempel Dagons, ihres Götzenbildes, um sich zu
retten.
1-10,84 Jonatan steckte Aschdod und die Nachbarorte in Brand und plünderte
sie; er brannte auch den Tempel des Dagon nieder mit allen, die sich dorthin
geflüchtet hatten.
1-10,85 Es waren etwa achttausend Mann, die durch das Schwert oder im Feuer
umkamen.
1-10,86 Von dort brach Jonatan auf und schlug sein Lager bei Aschkelon auf.
Die Einwohner kamen ihm in einem festlichen Zug aus der Stadt entgegen.
1-10,87 Dann kehrten Jonatan und seine Leute mit großer Beute nach Jerusalem
zurück.
1-10,88 Als König Alexander davon hörte, erwies er ihm noch weitere Ehren.
1-10,89 Er übersandte ihm eine goldene Spange, wie man sie Angehörigen der
königlichen Familie verleiht; auch übergab er ihm die Stadt Ekron mit ihrem
ganzen Gebiet zum Besitz.
Kapitel 11
1-11,1 Damals zog der König von Ägypten Truppen zusammen, so
zahlreich wie der Sand am Ufer des Meeres, dazu viele Schiffe; denn er
wollte mit List die Herrschaft über das Reich Alexanders gewinnen, um es
seinem Reich anzugliedern.
1-11,2 Er rückte in Syrien ein, aber so, als komme er in friedlicher
Absicht. Die Einwohner der Städte öffneten ihm die Tore und gingen ihm
entgegen. König Alexander hatte es so angeordnet, weil Ptolemäus sein
Schwiegervater war.
1-11,3 Jedesmal, wenn Ptolemäus eine Stadt betreten hatte, ließ er eine
Abteilung seiner Truppen als Besatzung dort.
1-11,4 Als er nach Aschdod zog, zeigte man ihm den niedergebrannten Tempel
Dagons und die durch das Feuer verwüstete Stadt und Umgebung von Aschdod.
Dazu häufte man an seinem Weg die Leichen der Erschlagenen und Verbrannten
aus dem Krieg mit Jonatan auf.
1-11,5 Man erzählte dem König, was Jonatan getan hatte, um ihn in ein
schlechtes Licht zu setzen, aber der König schwieg dazu.
1-11,6 Jonatan kam dem König in Jafo mit einem glänzenden Gefolge entgegen.
Sie begrüßten einander und blieben die Nacht über dort.
1-11,7 Anschließend begleitete Jonatan den König bis zum Fluß Eleutherus;
dann kehrte er nach Jerusalem zurück.
1-11,8 König Ptolemäus aber brachte alle Küstenstädte bis nach Seleuzia am
Meer in seine Gewalt; denn er führte gegen Alexander Böses im Schild.
1-11,9 Dem König Demetrius ließ er durch Gesandte mitteilen, Wir wollen
einen Bund miteinander schließen. Ich will dir meine Tochter geben, die
Alexander jetzt zur Frau hat. Du sollst im Reich deines Vaters als König
herrschen.
1-11,10 Ich bereue, daß ich ihm meine Tochter gegeben habe; denn er hat
versucht, mich zu ermorden.
1-11,11 Ptolemäus aber machte Alexander deswegen so schlecht, weil er sein
Reich haben wollte.
1-11,12 Er nahm ihm seine Tochter weg und gab sie Demetrius zur Frau. So
brach er mit Alexander, und es wurde überall bekannt, daß sie zu Feinden
geworden waren.
1-11,13 Ptolemäus zog in Antiochia ein und setzte sich die Krone von Asien
auf; zwei Kronen trug er nun, die von Ägypten und die von Asien.
1-11,14 König Alexander war zu dieser Zeit gerade in Zilizien, weil die
Bevölkerung jenes Gebietes von ihm abzufallen drohte.
1-11,15 Sobald er von den Vorfällen hörte, zog er zum Kampf gegen Ptolemäus
aus. Dieser rückte ihm mit einem starken Heer entgegen und schlug ihn in die
Flucht.
1-11,16 Alexander floh nach Arabien, weil er glaubte, dort einen
Zufluchtsort zu finden; nun stand König Ptolemäus auf der Höhe seiner Macht.
1-11,17 Der Araber Sabdiël ließ Alexander den Kopf abschlagen und an
Ptolemäus schicken.
1-11,18 Doch drei Tage später starb auch König Ptolemäus. Seine
Besatzungstruppen wurden von den Einwohnern der befestigten Städte
niedergemacht.
1-11,19 So kam im Jahr 167 Demetrius an die Herrschaft.
1-11,20 Zur selben Zeit rief Jonatan die Männer von Judäa zusammen, um die
Burg von Jerusalem zu belagern. Sie stellten viele Belagerungsmaschinen
gegen sie auf.
1-11,21 Da gingen einige Verräter, Feinde ihres eigenen Volkes, zum König
und berichteten ihm, Jonatan belagere die Burg.
1-11,22 Als der König das hörte, wurde er sehr wütend. Kaum hatte er die
Nachricht erhalten, da begab er sich sofort nach Ptolema?s.
Er erteilte Jonatan schriftlich den Befehl, die Belagerung abzubrechen und
sofort zu einer Unterredung zu ihm nach Ptolema?s zu kommen.
1-11,23 Als Jonatan die Nachricht erhielt, befahl er, die Belagerung
fortzusetzen; dann wählte er sich einige Begleiter aus den Ältesten Israels
und den Priestern aus und wagte die Reise.
1-11,24 Mit Silber, Gold, Gewändern und mit vielen anderen Geschenken fuhr
er zum König nach Ptolema?s. Es
gelang ihm, den König umzustimmen.
1-11,25 Einige Verräter aus dem Volk brachten zwar Beschuldigungen gegen ihn
vor,
1-11,26 aber der König verhielt sich ihm gegenüber wie seine Vorgänger und
erwies ihm Ehre in Gegenwart all seiner Freunde.
1-11,27 Er bestätigte ihn im Hohenpriesteramt und in allen anderen Würden,
die man ihm bis dahin übertragen hatte, und verlieh ihm den Titel Freund
ersten Ranges.
1-11,28 Jonatan bat den König, Judäa, die drei Bezirke und Samarien
steuerfrei zu machen, und versprach ihm dafür dreihundert Talente zu geben.
1-11,29 Der König war einverstanden und stellte Jonatan über alle diese
Punkte folgende Urkunde aus,
1-11,30 König Demetrius grüßt seinen Bruder Jonatan und das jüdische Volk.
1-11,31 Wir haben euretwegen unserem Verwandten Lasthenes einen Brief
geschrieben, dessen Abschrift wir auch euch zu eurer Unterrichtung zukommen
lassen,
1-11,32 König Demetrius grüßt Vater Lasthenes.
1-11,33 Das mit uns befreundete jüdische Volk ist seinen Verpflichtungen uns
gegenüber nachgekommen. Darum haben wir beschlossen, ihnen ihre Freundschaft
zu vergelten.
1-11,34 Wir bestätigen ihnen den Besitz von Judäa und den drei Bezirken
Efraim, Lod und Ramatajim. Diese sind mit allem, was zu ihnen gehört, von
Samarien abgetrennt und zu Judäa geschlagen worden. Für alle, die in
Jerusalem opfern, gelte das als Ersatz für die königlichen Steuern, die der
König bei ihnen bisher jährlich von den Erträgen der Felder und Bäume
erhoben hat.
1-11,35 Wir überlassen ihnen auch alle unsere anderen Einkünfte, den Zehnten
und die Steuern, die uns von jetzt an zustehen, ferner die Abgaben aus den
Salzteichen und die Kränze, auf die wir Anspruch haben.
1-11,36 Nichts davon soll je rückgängig gemacht werden.
1-11,37 Laßt euch nun eine Abschrift machen; sie soll Jonatan übergeben und
auf dem heiligen Berg an einem Ort, der allen zugänglich ist, aufgestellt
werden.
1-11,38 Als König Demetrius feststellte, daß unter seiner Herrschaft im Land
Ruhe herrschte und daß niemand sich ihm widersetzte, schickte er alle seine
Soldaten nach Hause, außer den Söldnertruppen, die er bei den Völkern auf
den Inseln angeworben hatte. Das nahmen ihm die Soldaten, die schon unter
seinen Vorgängern gedient hatten, sehr übel.
1-11,39 Tryphon, der früher zur Umgebung Alexanders gehört hatte, merkte,
wie unzufrieden alle Soldaten über Demetrius waren. Er reiste daher zu dem
Araber Jamliku, der Antiochus, den kleinen Sohn Alexanders, aufzog,
1-11,40 und drängte ihn, ihm den Jungen mitzugeben, damit er seinem Vater
als König nachfolgen könne. Er unterrichtete ihn auch über das Vorgehen des
Demetrius, und wie dieser sich die Feindschaft seiner Truppen zugezogen
hatte. Tryphon blieb längere Zeit dort.
1-11,41 Jonatan hatte inzwischen König Demetrius gebeten, die
Besatzungstruppen aus der Burg von Jerusalem und aus den anderen Festungen
abzuziehen; sie verhielten sich nämlich feindlich gegen Israel.
1-11,42 Demetrius ließ Jonatan sagen, Nicht nur das will ich für dich und
dein Volk tun; ich werde dich und dein Volk hoch zu Ehren bringen, sobald
ich Gelegenheit dazu habe.
1-11,43 Im Augenblick wäre es aber gut, wenn du mir Männer schicktest, die
mir im Kampf helfen können. Alle meine Truppen sind nämlich von mir
abgefallen.
1-11,44 Jonatan sandte ihm dreitausend kampferfahrene Männer nach Antiochia.
Als sie beim König eintrafen, freute er sich sehr über ihre Ankunft.
1-11,45 Da rotteten sich etwa hundertzwanzigtausend Einwohner mitten in der
Stadt zusammen, um den König umzubringen.
1-11,46 Der König flüchtete sich in den Palast, aber die Einwohner besetzten
die Durchgangsstraßen der Stadt und begannen den Kampf.
1-11,47 Da rief der König die Juden zu Hilfe. Sie fanden sich sofort
vollzählig bei ihm ein, schwärmten in die Stadt aus und erschlugen an jenem
Tag fast hunderttausend Menschen.
1-11,48 Sie steckten auch die Stadt in Brand und machten große Beute. So
retteten sie den König.
1-11,49 Als nun die Einwohner bemerkten, daß die Stadt der Willkür der Juden
ausgeliefert war, verloren sie jeden Mut; sie schrien zum König und flehten,
1-11,50 Schließ Frieden mit uns! Wenn nur die Juden aufhören, gegen uns und
die Stadt zu kämpfen!
1-11,51 Sie warfen die Waffen weg und schlossen Frieden. Die Juden aber
wurden vom König und von allen seinen Untertanen geehrt. Man sprach von
ihnen in seinem ganzen Reich, und sie kehrten mit reicher Beute nach
Jerusalem zurück.
1-11,52 König Demetrius hatte die Macht wieder fest in seiner Hand, und das
Land war ruhig unter seiner Herrschaft.
1-11,53 Da hielt er nichts von dem, was er versprochen hatte. Er brach mit
Jonatan und vergalt ihm die erwiesene Freundschaft nicht, sondern setzte ihm
hart zu.
1-11,54 Danach kehrte Tryphon mit dem kleinen Antiochus zurück. Der Knabe
trat die Herrschaft an und setzte sich die Krone auf.
1-11,55 Alle Truppen, die Demetrius davongejagt hatte, schlossen sich ihm
an. Sie kämpften gegen Demetrius und schlugen ihn in die Flucht.
1-11,56 Tryphon erbeutete die Elefanten und nahm Antiochia ein.
1-11,57 Danach schrieb Antiochus der Jüngere an Jonatan, Ich bestätige dich
im Hohenpriesteramt und unterstelle dir die vier Bezirke. Du darfst auch den
Titel "Freund des Königs" führen.
1-11,58 Und er ließ Jonatan goldenes Tafelgerät überbringen und gewährte ihm
das Vorrecht, aus goldenen Bechern zu trinken, sich in Purpur zu kleiden und
eine goldene Spange zu tragen.
1-11,59 Jonatans Bruder Simeon machte er zum Befehlshaber über alle Truppen,
die zwischen der Tyrischen Steige und der ägyptischen Grenze ihren Standort
hatten.
1-11,60 Darauf brach Jonatan auf, zog durch das Gebiet jenseits des Stroms
und wandte sich dann gegen die Städte in der Küstenebene. Alle Truppen in
Syrien schlossen sich ihm als Verbündete an. Als er vor Aschkelon erschien,
bereiteten ihm die Bürger vor der Stadt einen glänzenden Empfang.
1-11,61 Von dort zog er nach Gaza. Doch die Einwohner von Gaza schlossen die
Tore. Jonatan belagerte die Stadt, brannte die Häuser in der Umgebung nieder
und plünderte sie aus.
1-11,62 Daraufhin baten die Einwohner Gazas Jonatan um Frieden. Er schloß
mit ihnen einen Vertrag, nahm die Söhne der führenden Familien als Geiseln
und ließ sie nach Jerusalem bringen. Dann zog er durch das Land bis nach
Damaskus.
1-11,63 Dabei erfuhr Jonatan, daß die Feldherren des Demetrius mit einem
großen Heer nach Kedesch in Galiläa gezogen seien, um seine Maßnahmen zu
durchkreuzen.
1-11,64 Daher rückte er gegen sie vor. Seinen Bruder Simeon aber hatte er im
Land zurückgelassen.
1-11,65 Simeon schlug sein Lager vor Bet-Zur auf, belagerte die Stadt lange
Zeit und schloß sie ein.
1-11,66 Schließlich baten sie ihn um Frieden. Er ging darauf ein, vertrieb
die Feinde von dort, besetzte die Stadt und legte Truppen hinein.
1-11,67 Jonatan bezog mit seinem Heer ein Lager am See Gennesaret. Morgens
brachen sie früh auf und zogen in die Ebene von Hazor.
1-11,68 Dort stießen sie auf fremde Truppen. Diese hatten einen Teil ihrer
Männer in den Bergen als Hinterhalt gegen Jonatan zurückgelassen und griffen
ihn nun von vorn an.
1-11,69 Dann brachen die Truppen, die im Hinterhalt lagen, aus ihrer
Stellung hervor und griffen in den Kampf ein.
1-11,70 Da liefen alle Soldaten Jonatans davon. Keiner blieb zurück, außer
den Truppenführern Mattatias, dem Sohn Abschaloms, und Judas, dem Sohn
Halfis.
1-11,71 Jonatan aber zerriß sein Gewand, streute sich Staub auf das Haupt
und betete.
1-11,72 Dann nahm er den Kampf gegen die Feinde auf und schlug sie in die
Flucht.
1-11,73 Als seine Leute, die davongelaufen waren, das sahen, kehrten sie zu
ihm zurück und machten sich mit ihm an die Verfolgung, bis sie das Lager der
Feinde bei Kedesch erreichten. Dort machten sie halt.
1-11,74 An jenem Tag fielen von den fremden Truppen etwa dreitausend Mann.
Darauf kehrte Jonatan nach Jerusalem zurück.
Kapitel 12
1-12,1 Als Jonatan sah, daß die Zeit für ihn günstig war,
wählte er einige Männer aus und sandte sie nach Rom, um den
Freundschaftsvertrag mit den Römern zu bestätigen und zu erneuern.
1-12,2 Auch nach Sparta und nach anderen Orten schickte er Briefe gleicher
Art.
1-12,3 Die Abgesandten reisten nach Rom, traten vor den Senat und sagten,
Uns schicken der Hohepriester Jonatan und das jüdische Volk, um das frühere
Freundschaftsbündnis mit den Römern zu erneuern.
1-12,4 Man gab ihnen Briefe mit an die Behörden der Orte unterwegs mit der
Anweisung, sie sicher nach Judäa weiterzuleiten.
1-12,5 Hier ist eine Abschrift des Briefes, den Jonatan an die Spartaner
schrieb,
1-12,6 Der Hohepriester Jonatan, der Ältestenrat des Volkes, die Priester
und das ganze jüdische Volk grüßen ihre Brüder, die Spartaner.
1-12,7 Schon vor längerer Zeit hat euer König Arëus an den Hohenpriester
Onias einen Brief gerichtet, in dem steht, daß ihr unsere Brüder seid, wie
aus der Abschrift hervorgeht.
1-12,8 Onias empfing den Abgesandten ehrenvoll und nahm den Brief entgegen,
in dem ausdrücklich vom Freundschaftsbündnis die Rede war.
1-12,9 So etwas haben wir zwar nicht nötig; denn unser Trost sind die
heiligen Bücher, die wir besitzen.
1-12,10 Dennoch wollten wir diese Botschaft an euch senden und die
brüderliche Gemeinschaft und Freundschaft mit euch erneuern, damit wir euch
nicht fremd werden. Viel Zeit ist nämlich verflossen, seit ihr eure
Gesandtschaft zu uns geschickt hattet.
1-12,11 Wir haben seither an allen Festen und an allen Tagen, die dafür
vorgesehen sind, bei unseren Opfern und Gebeten ständig an euch gedacht.
Denn so gehört es sich, und es entspricht ja auch der Sitte, an die Brüder
zu denken.
1-12,12 Wir freuen uns über euren Ruhm.
1-12,13 Wir selbst waren in großer Not und sind in viele Kämpfe verwickelt
worden; denn die Könige ringsum führten Krieg gegen uns.
1-12,14 Dennoch wollten wir wegen dieser Kriege weder euch noch den anderen
Verbündeten und Freunden zur Last fallen.
1-12,15 Denn wir haben den Himmel selbst als Helfer und Beistand. Darum sind
wir vor unseren Feinden gerettet worden, und unsere Feinde liegen gedemütigt
am Boden.
1-12,16 Jetzt haben wir Numenius, den Sohn des Antiochus, und Antipater, den
Sohn Jasons, als Gesandte zu den Römern geschickt, um das alte
Freundschaftsbündnis mit ihnen zu erneuern.
1-12,17 Wir haben ihnen aufgetragen, auf ihrer Reise auch euch zu besuchen,
euch Grüße zu bestellen und unseren Brief zu überreichen, in dem wir euch
anbieten, die brüderliche Gemeinschaft mit uns zu erneuern.
1-12,18 Es wäre freundlich von euch, uns darauf Antwort zu geben.
1-12,19 Und hier ist die Abschrift des Briefes, den die Spartaner an Onias
gesandt hatten,
1-12,20 Arëus, König der Spartaner, grüßt den Hohenpriester Onias.
1-12,21 In einer Schrift über die Spartaner und Juden fand sich die
Nachricht, daß sie Brüder sind und beide von Abraham abstammen.
1-12,22 Da wir dies erfahren haben, wäre es freundlich von euch, uns zu
schreiben, wie es euch geht.
1-12,23 Wir schreiben euch wieder. Eure Herden und eure Habe gehören uns und
unsere euch. Wir geben den Auftrag, daß man euch darüber Auskunft gibt.
1-12,24 Jonatan erfuhr, daß die Feldherren des Demetrius mit einem noch
größeren Heer als zuvor zurückgekehrt waren, um gegen ihn zu kämpfen.
1-12,25 Er brach von Jerusalem auf und traf in der Gegend von Hamat auf sie.
Er wollte ihnen nämlich keine Zeit lassen, in sein Land einzudringen.
1-12,26 Späher, die er in ihr Lager geschickt hatte, meldeten ihm bei ihrer
Rückkehr, daß die Feinde sich zu einem nächtlichen
?berfall vorbereitet hatten.
1-12,27 Bei Sonnenuntergang befahl daher Jonatan seinen Leuten, wach zu
bleiben und die ganze Nacht kampfbereit unter Waffen zu stehen. Rings um das
Lager stellte er Posten auf.
1-12,28 Als die Gegner merkten, daß Jonatan mit seinen Leuten kampfbereit
war, packte sie Furcht und Schrecken. Sie zündeten in ihrem Lager Wachfeuer
an und zogen ab.
1-12,29 Jonatan und seine Leute bemerkten bis zum Morgen nichts; denn sie
sahen die Feuer brennen.
1-12,30 Jonatan nahm zwar die Verfolgung auf, konnte die Feinde aber nicht
mehr einholen; denn sie hatten den Eleutherus bereits überschritten.
1-12,31 Jonatan wandte sich nun gegen die sabadäischen Araber, schlug sie
und plünderte sie aus.
1-12,32 Dann brach er nach Damaskus auf und zog durch das ganze dazwischen
liegende Gebiet.
1-12,33 Auch Simeon war aufgebrochen. Er marschierte auf Aschkelon und auf
die Festungen in jenem Gebiet zu; dann wandte er sich überraschend gegen
Jafo und besetzte es.
1-12,34 Er hatte nämlich gehört, daß die Einwohner vorhatten, die Festung
den Leuten des Demetrius zu übergeben. Daher legte er eine Besatzung hinein,
um die Stadt zu bewachen.
1-12,35 Als Jonatan zurückgekehrt war, ließ er die Ältesten des Volkes
zusammenkommen und beriet mit ihnen über die Anlage von Festungen in Judäa.
1-12,36 Auch sollten die Mauern von Jerusalem erhöht werden; ferner sei
zwischen der Burg und der Stadt eine hohe Mauer zu errichten, um die Burg
völlig von der Stadt abzuschneiden, damit die Besatzung weder etwas kaufen
noch verkaufen könne.
1-12,37 So kam man zum Ausbau der Stadt zusammen. Als ein Teil der Mauer
oberhalb des Tales im Osten einstürzte, besserte man sie wieder aus und gab
ihr den Namen Kafnata.
1-12,38 Simeon baute Hadid in der Schefela aus, befestigte es und versah es
mit Toren und die Tore mit Querbalken zum Verriegeln.
1-12,39 Tryphon strebte nach der Herrschaft über Asien und wollte sich
selbst die Königskrone aufsetzen; deshalb trachtete er König Antiochus nach
dem Leben.
1-12,40 Doch er fürchtete, daß Jonatan das nicht zulassen und Krieg gegen
ihn führen werde. So suchte er nach Mitteln und Wegen, ihn in seine Gewalt
zu bekommen und umzubringen. Darum zog er nach Bet-Schean.
1-12,41 Jonatan rückte ihm mit vierzigtausend kampferprobten Männern nach
Bet-Schean entgegen.
1-12,42 Als Tryphon sah, daß Jonatan ein großes Heer bei sich hatte,
fürchtete er sich, etwas gegen ihn zu unternehmen.
1-12,43 Er bereitete ihm einen glänzenden Empfang, stellte ihn all seinen
Freunden vor, machte ihm Geschenke und befahl seinen Freunden und Soldaten,
Gehorcht ihm wie mir selbst!
1-12,44 Dann sagte er zu Jonatan, Warum hast du dieses ganze Heer bemüht? Es
droht doch kein Krieg.
1-12,45 Laß sie nach Hause gehen, wähl dir einige Männer als Begleitung aus,
und geh mit mir nach Ptolema?s!
Ich werde dir die Stadt und die übrigen Festungen
übergeben und auch alle anderen Truppen und alle Behörden. Nur deswegen bin
ich gekommen, dann ziehe ich wieder ab.
1-12,46 Jonatan vertraute ihm und tat, was Tryphon ihm vorgeschlagen hatte.
Er entließ seine Truppen, und sie zogen nach Judäa ab.
1-12,47 Dreitausend Mann behielt er bei sich, von denen er zweitausend in
Galiläa ließ; nur tausend begleiteten ihn.
1-12,48 Sobald Jonatan Ptolema?s
betreten hatte, schlossen die Einwohner die Tore, nahmen ihn fest und
erschlugen alle, die mit ihm gekommen waren, mit dem Schwert.
1-12,49 Tryphon entsandte außerdem Fußvolk und Reiterei nach Galiläa und in
die Große Ebene, um alle Truppen Jonatans niederzumachen.
1-12,50 Als diese merkten, daß Jonatan mit seinen Begleitern den Feinden in
die Hände gefallen und umgekommen war, machten sie einander Mut und
marschierten kampfbereit in bester Ordnung weiter.
1-12,51 Als die Verfolger sahen, daß Jonatans Männer um ihr Leben kämpfen
würden, kehrten sie um.
1-12,52 Die jüdischen Truppen kamen unversehrt in Judäa an. Sie trauerten um
Jonatan und seine Begleiter und waren voller Angst; auch ganz Israel war in
großer Trauer.
1-12,53 Alle Völker ringsum versuchten, Israel zu vernichten. Denn sie
sagten sich, Sie haben keinen Führer und Helfer mehr. Nun wollen wir gegen
sie kämpfen und die Erinnerung an sie austilgen.
Kapitel 13
1-13,1 Simeon erfuhr, daß Tryphon ein großes Heer zusammengebracht hatte, um
in Judäa einzufallen und es zu vernichten.
1-13,2 Auch merkte er, wie das Volk voller Angst und Furcht war. Darum ging
er nach Jerusalem hinauf und rief das Volk zusammen.
1-13,3 Er sprach ihnen Mut zu und sagte, Ihr wißt selbst, wie ich, meine
Brüder und meine Familie sich für unsere Gesetze und für das Heiligtum
eingesetzt und welche Kämpfe und Gefahren wir dafür auf uns genommen haben.
1-13,4 Alle meine Brüder sind nun für Israel gestorben; ich allein bin
übriggeblieben.
1-13,5 Ich denke nicht daran, im Augenblick der Not mein Leben zu schonen.
Denn ich bin nicht mehr wert als meine Brüder.
1-13,6 Vielmehr will ich mein Volk, das Heiligtum, unsere Frauen und Kinder
rächen. Denn alle Völker haben sich zusammengetan, um uns auszurotten, weil
sie uns hassen.
1-13,7 Sobald das Volk seine Worte hörte, faßte es neuen Mut
1-13,8 und rief laut, Sei du unser Führer anstelle deiner Brüder Judas und
Jonatan!
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