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Chanukka – Bräuche

Warum verzehren wir zu Chanukka milchige Speisen?
Wir nehmen zu Chanukka milchige Speisen zu uns, denn sie
erinnern uns an das Wunder, das durch Jehudith, die Tochter des
Hohepriesters Jochanan, vollbracht wurde. Nachdem sie dem syrischen General
Holofernes salzigen Käse zu essen gegeben hatte, gab sie ihm viel Wein zu
trinken. Als er durch den Wein betäubt war, tötete sie ihn und schmuggelte
seinen Kopf aus dem Lager der Feinde hinaus nach Jerusalem. Dort wurde er an
der Stadtmauer aufgehängt. Als die syrische Armee das sah, floh sie.

Chanukka-Geld
Es ist Brauch, den Kindern in der Chanukka-Zeit
Chanukka-Geld zu geben. Natürlich verstärkt dieser schöne Brauch die Freude
der Kinder an der feierlichen Stimmung, und er bietet uns außerdem die
Gelegenheit, sie für beispielhaftes Benehmen wie z.B. fleißiges Lernen und
wohltätiges Handeln zu belohnen.
Der Ursprung des Dreidels
Die Syrer erklärten das Lehren und Lernen der Torah zu
einem Verbrechen, das mit der Todesstrafe oder mit Gefängnis bestraft wurde.
Aber die Kinder trotzten diesem Verbot und lernten insgeheim weiter. Sobald
syrische Patrouillen auftauchten, taten sie so, als spielten sie ganz
unschuldig Dreidel.
Das Dreidel-Spiel
Der Dreidel ist ein Kreisel (hebräisch Sewiwon) mit
vier Seiten. Jede Seite zeigt einen anderen hebräischen Buchstaben: Nun,
Gimmel, Hej, Schin.
Sie stehen für den Satz ''Nes
gadol haja scham'' – Wunder grosses war dort. ''Ein
großes Wunder ist dort geschehen".
Jeder Spieler setzt einige Rosinen, Süßigkeiten oder Nüsse
in die Kasse ein, und die Spieler drehen abwechselnd den Kreisel. Eine der
Seiten kommt oben zu liegen.
- Nun bedeutet nichts. Man gewinnt nicht,
verliert aber auch nichts,
- Gimel bedeutet: Man gewinnt alles.
- Hej bedeutet: Man gewinnt die Hälfte der
Kasse.
- Schin bedeutet, daß man etwas in die Kasse
spendieren muß.
Sitten und Bräuche
Nach dem
Kapitel zu Chanukah im Sefer haTod'ah
von Eljahu Kitow /
MORSCHA - ZÜRICH
Obwohl für Chanukka keine besonderen
Festessen vorgeschrieben sind, werden die Mahlzeiten in festlicher
Stimmung eingenommen, und man pflegt sie mit Toraworten und dem Erzählen von
Wundern, die Israel geschehen sind zu begleiten. Sie werden in dieser Weise
als Seudot Mizwa betrachtet. In vielen jüdischen Gemeinden war es
auch Sitte, dass man sich während der Chanukkatage mit Fragen der
Kindererziehung abgegeben hat. Die Gemeindevorsteher versammelten sich, um
Wege zu finden, den Kindern aller Kreise angemessene Toraerziehung zu
gewährleisten. Denn Chanukka heißt sowohl "Einweihung" als auch "Erziehung"
- Erziehung der Jugend zur Tora.
Darum ist es auch in vielen jüdischen Häusern Sitte, dass der
Vater den Kindern "Chanukka-Geld" gibt, um damit zu sagen: Die
Geschenke, die ihr heute bekommt sollen euch dazu anspornen, das "Joch der
Tora" bereitwillig anzunehmen.
Auch war es einst Brauch, dass Toralehrer in den Chanukka
tagen ihre Stadt verließen, um in Dorfgemeinden den jüdischen Menschen
Toralernen und G'ttesfurcht zu lehren. Dies gab den Leuten wieder Antrieb
für ein ganzes Jahr, sich mit Tora zu beschäftigen.
Das
Spiel mit dem Sewiwon - Trendel - ist
auch ein Brauch, der das Chanukkawunder zum Ausdruck bringt. DieKinder haben
Chanukka-Geld bekommen, die Lichter brennen und so werden sie vom Toralernen
ein wenig abgelenkt in diesen Winternächten. Da sind auch die Eltern
nachgiebiger und sagen: Entspannt euch und vertreibt eure Zeit vergnügt.
Nach Chanukka werdet ihr dann umso eifriger Tora lernen und Mizwot erfüllen.
Aber auch jetzt beim Spiel sollt ihr die Wunder, die uns G'tt getan nicht
vergessen.
Auf dem Trendel stehen die Buchstaben
Nun - Gimmel - He - Schin, und sind dies die Abkürzungen für: Ness
Gadol Hajca Scham - ein großes Wunder geschah dort. In Israel jedoch ist
der letzte Buchstabe ein
Pe statt Schin, denn dies heißt: Ness Gadol Haja Po - ein großes
Wunder geschah hier. Somit wird das große Wunder sogar beim Spiel erwähnt.
Es ist ersichtlich, dass die Chanukkabräuche vor allem
erzieherischen Charakter tragen, sowohl für Kinder als auch für die
Erwachsenen. So werden sich alle der g'ttlichen Liebe zu seinem Volke
bewusst, man dankt und lobt G'tt und ist bereit willig Seine Tora und Seine
Mizwot erneut auf sich zu nehmen.

[HANUKAH]
Quelle: L'Chaim ''Die Zeitschrift für jeden Juden''
München, Dezember 1997 - Kislev 5758 (Chabad-Lubavitsch
München)
Zum Inhaltsverzeichnis: Jahaduth
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