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Kurz und bündig:
Hanukah im ''Neuen Lexikon des Judentums''
Seite 92
Chanukka
(hebr. »Einweihung«), achttägiges jüd.
Fest, beginnend mit dem 25. Kislev (Kalender).
Nach 1.Buch der Makk. 4,36-59 reinigte Juda Makkabäus (Hasmonäer)
den entweihten Tempel,
entfernte den heidnischen Altar u. brachte auf einem neuen Altar wieder
Brandopfer dar (Dez. 165 v. Z., vgl. 1 Makk 4,59 mit 1,59). Bei Josephus
heißt das Fest »Lichter«.
Eine der zahlreichen Chanukka-Legenden erzählt von einem einzigen
Fläschchen mit reinem ÖI, das die Griechen nicht entweiht hatten u. das -
obwohl der Menge nach nur für einen Tag ausreichend - durch ein Wunder acht
Tage brannte (Schab 21b). Erst aus der 2. Hälfte des 1. Jh.s n. Z. wird das
Anzünden von Lichtern berichtet: Die >Mizvah von C. bestand zunächst im
Anzünden eines Lichts pro Haushalt. Die Eifrigen entzündeten jedoch mehr
Lichter: nach der Schule >Hillels am ersten Tag eines, an den folgenden
Tagen immer eines mehr, während die Schule >Schammais es umgekehrt lehrte
(Schab 21b). Durchgesetzt hat sich die Schule Hillels.
Der C.-Leuchter (Chanukkija, acht Arme u. zusätzl. Schammasch
(»Diener«]) muß von Sonnenuntergang bis zur Stunde, da der letzte die Straße
verlassen hat, angezündet werden. Er soll vor dem Hauseingang, mindestens
aber sichtbar am Fenster stehen (außer bei Gefahr: Schab 21b). Auch Frauen
sind zum Anzünden der Lichter verpflichtet (Schab 23a). Dabei wird je eine
>Beracha für die Lichter u. für die Wunder gesagt. An C. werden der
Toraabschnitt Num 7,1-8,4 sowie bes. Haftarot (>Haftara) gelesen.
C. ist heute ein beliebtes Familienfest. Typ. Speisen sind ölige
Pfannkuchen (Latkes) u. Spritzgebäck (Sufganijot); Kinder spielen mit einem
Kreisel (hebr. »Sewiwon«, jidd. »Treidel«).
siehe auch Chanukka-Leuchter >Kunstgewerbe
(LD/TK)
[HANUKAH]
Neues
Lexikon des Judentums
Herausgegeben von Prof. Dr. Julius H. Schoeps,
unter der Mitarbeit von namhafter Wissenschaftler aus 14 Ländern
896 Seiten
Rez. über amazon.de
(Bettina Wittke): Wer waren "Lévinas, Emmanuel" und "Varga, Lucie"? Und was
steht in einem Lexikon des Judentums über "Dänemark" und "Moskau"? Beim
Durchblättern des Neuen Lexikon des Judentums heften sich die Augen immer
wieder neugierig an Namen und Begriffe. Der Wunsch, diese aus der
Perspektive jüdischer Kultur und Geschichte sehen und verstehen zu lernen,
treibt den Leser dabei von A bis Z.
In diesem Nachschlagewerk kommt jüdisches Leben nicht enzyklopädisch,
sondern exemplarisch zur Darstellung. Die mehr als 100 Autorinnen und
Autoren sorgen einerseits für eine sachlich kompetente Darstellung und
andererseits für eine wohltuend persönliche Sicht.
Etwa 3000 Artikel, 33 Essays und 200 Grafiken, Karten und Fotos vermitteln
eine Ahnung von der vielfältigen Welt des Judentums in Geschichte und
Gegenwart. Dabei geht es um die differenzierte Vermittlung eines religiösen,
kulturellen und politischen Grundwissens über das Judentum. Der Schwerpunkt
liegt besonders auf der Beschreibung jüdischen Lebens in der Antike, im
Mittelalter, in Deutschland, in den USA und in Israel.
Der Neubeginn nach der Schoa ist ein weiteres großes Thema, dem sich vor
allem die Essays widmen. Es ist reizvoll, zwischen den Artikeln auf Essays
zu stoßen zu Themen wie "Deutsch-jüdische Gedenkkultur nach dem Holocaust"
und "Gemeindeleben in Deutschland nach 1945". Die durchaus subjektiv
gehaltenen Essays geben dem Lexikon den Charakter eines Diskussionsforums.
Das Neue Lexikon des Judentums liest sich mitunter spannend wie ein Roman,
es macht ohne Pathos betroffen und zeigt zugleich die gegenwärtige Lage und
die Zukunftsperspektiven des heutigen Judentums auf. Die Mischung zwischen
historischen Fakten und gegenwartsorientierter Fragestellung ist gelungen.
Ein großer Teil der Artikel ist Männern und Frauen gewidmet, die das
jüdische und nichtjüdische Leben nachhaltig beeinflusst haben. Es werden
auch Personen gewürdigt, die nicht so bekannt sind wie Theodor Herzl, Rose
Ausländer, Ernst Lubitsch und Anne Frank.
Dem Redaktionsteam des Moses Mendelson Zentrums ist unter der
Herausgeberschaft von Julius H. Schoeps ein Nachschlagewerk gelungen, das
für kompakte Informationen auf hohem Niveau sorgt.
Verlagsinformation: Das in jüdischen und nichtjüdischen Kreisen äußerst
anerkannte Lexikon des Judentums erscheint jetzt in einer grundlegend
überarbeiteten Neuauflage.
Vor allem biographische Artikel sowie länderkundliche und politische
Einträge wurden aktualisiert; auch verschiedene Essays bedurften der
Fortschreibung. Einige Stichworte sind darüber hinaus neu aufgenommen
worden, z. B. der Friedensprozess im Nahen Osten, Benjamin Netanjahu oder
der Moses Mendelssohn Zentrum in Potsdam. Großen aktuellen Diskussionsthemen
wie dem Berliner Holocaust - Denkmal und der Einwanderung vieler
osteuropäischer Juden in den 90er Jahren nach Deutschland widmen sich
ausgewählte Autoren in zusätzlichen neuen Essays.
Gerundet umfasst die Ausgabe 3000 alphabetisch geordnete Lexikonartikel und
33 Essays. Rund 150 Grafiken, Karten und Fotos ergänzen die Texte dieses
Lexikons, an dem mehr als 100 namhafte jüdische und nichtjüdische
Wissenschaftler mitgewirkt haben.* Allgemeines Grundwissen über Religion und
Kultur des Judentums * Jüdisches Leben in der Antike und im Mittelalter*
Geschichte des deutschen Judentums * Geschichte des Judentums in Europa, in
den USA und in anderen Ländern* Neubeginn jüdischen Lebens nach dem
Holocaust* Entstehung und Entwicklung das Staates Israel...
Autorenporträt: Professor Dr. Julius H. Schoeps war von 1974 - 1991 Direktor
des Salomon Ludwig Steinheim-Instituts für deutsch-jüdische Geschichte an
der Universität Duisburg. Seit 1991 ist er Direktor des Moses Mendelsohn
Zentrums für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam.
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