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Koscher leben...
 
 

Der Neunte Aw
Zum Neunten Aw

Aus: Megilath haSchoah

Um sie alle weine ich, und um die Millionen, die in Ghettos zusammengepfercht wurden und in Vernichtungslagern; um die, die in Wäldern umherirrten und die auf Dachböden oder in Erdbunkern versteckt waren; die Zuflucht fanden im Schoß einer anderen Religion oder ihren G-tt verloren haben; um die, die für medizinische Experimente den Händen wilder Bestien, die sich Ärzte oder Wissenschaftler nannten, ausgeliefert waren; um die, die vor Hunger und Durst umkamen; die erstickten in Güterzügen oder in Gaskammern, lebendig begraben oder eingeäschert; um die, die hinaus gebracht wurden um vor aller Augen aufgehängt zu werden, und für die, die starben zur Heiligung Seines Namens und dem Namen des Volkes Israel, die sich weigerten sich zu unterwerfen und bis zum Tode kämpften; um die, die ihre Wohnungen, ihre Würde und ihre Hoffnung verloren; und für die, die am Leben gelassen, den Schrecken von neuem erleben; Tag für Tag und Augenblick für Augenblick.

Um sie alle weine ich: Um Kinder, die niemals lernten „Mama“ zu sagen, um die Jungen und Mädchen, denen die Jugend gestohlen wurde, die verdorrten bevor sie erblühen konnten; um junge Männer und Frauen, die niemals unter die Chuppah treten konnten; um die Alten, denen ein erfülltes Alter verweigert wurde, um die Orchester und die Musik, und um all die Schönheit der Welt, deren Regenbogenfarben verloren gingen, und durch braun, grau und schwarz ausgetauscht wurden. Um sie alle weine ich.

Ich rang so hart vor dem undurchdringlichen Vorhang, vor dem erbarmenden und gnädigen Einen, von großer Güte und Wahrheit. Wie flehte und bettelte ich um zu verstehen. War all das dort oben bekannt? War das der Beschluß des Einen voller Erbarmen? Das war die Belohnung eines solchen Volkes? Aber kein Laut und keine Antwort war, nur eine Stille, die einen zur Verzweiflung bringt.

Der Höchste blieb verborgen, G-tt wohnt im Schatten des Schweigens. Unergründlich, verborgen, furchteinflößend sind die Ereignisse; niemand versteht sie und auch nicht der Widerhall der Stimmend vom Himmel.

Megillat haSchoah, hrsg. Vom Schechter Institut, Jerusalem 2003; aus Kap 5, Verse 9-22, ins Deutsche übersetzt von Iris Weiss



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