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Der Neunte Aw
Zum Neunten Aw

Zum 9.Aw möchten wir ihnen einen Auszug,
aus einem bisher unveröffentlichten Überblick
zur jüdischen Geschichte, nicht vorenthalten.
Er stammt von Avi Primor, dem Botschafter des Staates Israel in Bonn.
Den gesamten Artikel haben wir zwar noch nicht internetgerecht aufbereitet
- wollen ihn Ihnen aber schon jetzt zugänglich machen.

Das Ende des Königreichs Jehudah
und der Beginn des jüdischen Galluth

Die Geschichte des Königreichs Judäa endet im Jahre 70 heutiger Zeitrechnung, das heißt, vor rund zweitausend Jahren.

In dem Königreich, das von den Römern erobert worden war, begann im Jahre 65 ein Aufstand gegen Rom. Eine Zeitlang waren die Juden militärisch erfolgreich, aber allmählich unterwarf die gigantische Weltmacht Rom das Land und verwüstete es zum größten Teil. Die Hauptstadt Jerusalem wehrte sich jedoch erbittert und wurde drei Jahre lang eingekesselt und belagert, bis es den Römern in ihrer Wut über diesen für sie so schmerzhaften Widerstand im Jahre 70 gelang, die Stadt völlig zu zerstören.

Die Juden wurden aus Jerusalem vertrieben, und um jede Erinnerung an die Stadt auszulöschen, gingen die Römer sogar so weit, den Namen »Jerusalem« durch »Aelia Capitolina« zu ersetzen. Aelia Capitolina kennt heute niemand mehr, aber »Jerusalem« verschwand nicht aus der Geschichte. Auch dem Land gaben die Römer einen neuen Namen, sie nannten es »Palästina« nach dem griechischen Stamm, der tausend Jahre vorher in einem kleinen Teil des Landes, ungefähr im heutigen Gaza, gelebt hatte, der aber damals schon längst verschwunden war. Diese Umbenennung war erfolgreicher als jene zur Aelia Capitolina.

Der »Große Aufstand«, wie er in unserer Geschichte genannt wird, hatte noch eine berühmte Fortsetzung in der Wüstenfestung Masada. Dort verschanzten sich die Kämpfer, die aus Jerusalem entkommen waren , mit ihren Familien noch drei Jahre lang. Als ihnen klargeworden war, daß der Kampf endgültig aussichtslos war, begingen alle, Kämpfer, Frauen und Kinder, insgesamt zweitausend Menschen, Selbstmord, um nicht in die Hände der Belagerer zu fallen. Dies wurde für uns zu einem historischen Symbol, das uns bis heute tief bewegt. Trotzdem ist es nicht unumstritten. Es war ohne Zweifel ein heroischer Kampf, es war auch heldenhaft, eher zu sterben als von den Römern als Sklaven verkauft zu werden, aber es ist umstritten, ob man diesen hoffnungslosen Kampf nach einem verlorenen Krieg überhaupt hätte aufnehmen sollen. Die Niederlage und Zerstörung des Landes wurden von massiven Vertreibungen begleitet, und die Besiegten wurden im Römischen Reich verstreut.

Während das Land allmählich zur Wüste wurde, begann das Volk in seiner großen Mehrheit eine neue Existenz in den verstreuten Gemeinden im Ausland. Rom war nicht nur eine Weltmacht, sondern auch die Besatzungsmacht des größten Teiles der damals bekannten Welt. Völkervertreibung, Völkerwanderung, waren im Römischen Reich üblich. Normalerweise haben sich die vertriebenen Völker in ihre neue Heimat integriert und sind als nationale Einheit, als kulturelle Identität durch Integration allmählich verschwunden.

Die Juden waren und sind in dieser Hinsicht eine Ausnahme. Als Nation, als politische Einheit haben sie damals ihre Existenz verloren, aber sie hielten an ihrer Kultur und Religion fest, und sind deshalb eine eigenständige Gemeinschaft innerhalb des Volkes, in dem sie lebten, geblieben. In dieser Epoche, in der die Juden aus ihrem Land vertrieben wurden, beteten die Völker überwiegend Götzen an. Es gibt keinen Zweifel daran, daß man keine Brücken schlagen konnte zwischen Gottesdienst und Götzendienst.

Avi Primor
»...mit Ausnahme Deutschlands«
Als Botschafter Israels in Bonn

Zur Eingangsseite: Judentum



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Jüdische Weisheit
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