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Koscher leben...
 
 

Sefer Chafetz Chaim:
Halakhoth zur "bösen Zunge"

haLaschon har'a, Gerüchte, Tratsch und üble Nachrede...

Aktuelle Halakhah:
Die Gesetze zur "Kränkung durch Worte"

Im Munde und im Herzen sei eins, darum prüfe Dein eigenes Herz und achte auf Deine Worte! Wisse, dass die Himmelstore für die Tränen niemals geschlossen sind...

Der gedeckte Tisch:
haSchulchan arukh!
Der Tisch ist gedeckt, nehmen Sie also Platz. Jeder Tag wird reicher und heller, durch ein Stück Torah, den sie ist unser Leben und die Länge unserer Tage...

Kizur Schulchan Arukh:
Ein Weg zu den Quellen der Lehre

Der Kizzur Schulchan Aruch ist ein Handbuch zur Halakhah. Verfasst wurde es durch den ungarischen Rabbiner Shlomoh Ganzfried (1804-1886)...

Zur Halakhah der reinen Rede:
Über Gerüchte und böse Zungen zum Rufmord
Das schlechte Reden über einen Menschen, wird von den Weisen Israels auf das Schärfste verurteilt. Zahlreiche Abhandlungen und Gesetze befassen sich mit der "boesen Zunge", der Laschon hara. Gemeint sind ueble Nachrede, Verleumdung, Verhetzung, Propaganda, geistige Brandstiftung, Anleitung zu Neid, Missgunst, Zorn, Hass, Blutvergießen...

Israel Meir haKohen (1838-1933):
Der Chafez Chajim

Der als "Chafetz Chaiim" bekannte Rabbiner Israel Meir haKohen zählt zu den wichtigsten Persönlichkeiten im neuzeitlichen Judentum. Er wurde am 06-02-1838 in ärmlichen Verhältnissen in Polen geboren...

Chafez Chajim

3. Habitual Speakers of Lashon Hara

The above (the seriousness of speaking Lashon Hara) relates to someone who incidentally includes something inappropriate in his speech. But those who make it a habit to talk about others in a derogatory manner ("Did you hear.....", "Do you know she.....", etc.) are labeled ba'alei lashon hara (lit. masters of Lashon Hara, in that such speech is an integral part of themselves), and their transgression is far more severe. They regularly create a chilul Hashem (desecration of the name of G-d; cf. Lev. 22:32) because of their rebellious manner. Though they may view their activities as social tools, such behavior cuts them off from many good things in the world around them.

3. Gewohnheitsmäßige Lautsprecher von Lashon Hara

Das oben genannte (die Ernsthaftigkeit des Sprechens von von Lashon Hara) bezieht auf jemand, das übrigens etwas einschließt, das in seiner Rede nicht angebracht ist. Aber die, die es eine Gewohnheit über andere in einer nachteiligen Weise sprechen lassen (", hörten Sie.....", "kennen Sie sie.....", usw..) werden ba'alei lashon hara beschriftet (Lit. Meister von Lashon Hara, dadurch, daß solche Rede ein wesentlicher Bestandteil von selbst ist), und ihr Transgression ist weites strengeres.

Sie verursachen regelmäßig ein chilul Hashem (Schändung des Namens von G-d; cf. Lev. 22:32) wegen ihrer rebellious Weise. Obwohl sie ihre Tätigkeiten als Sozialwerkzeuge ansehen können, schneidet solches Verhalten sie weg von vielen guten Sachen in der Welt um sie.

4. Profunde Konsequenzen des Sprechens von von Lashon Hara Ba'alei Lashon Hara werden auch vom noch etwas abgeschnitten: olam habah (die Welt zum zu kommen). Das Sages Sagen (Bab. Erchin 15b) das für drei Transgressions man büßt seinen Teil im olam habah ein: Mord, Ehebruch und Idolanbetung und dieses lashon hara ist bis alle drei gleichwertig. Das Chafetz Chaim addiert, daß, wenn jemand das Sprechen von von Lashon Hara sich gewöhnt, er es rationalisiert, soweit daß er anfängt, Lashon Hara anzusehen, wie völlig zulässig. Der Vergleich von Lashon Hara zu weithin bekannten und vereinbarten Sünden wie Mord überrascht. Aber gleichzeitig, können wir uns vorstellen, warum: gerade da die Sünden "mit 10 Geboten" lebenswichtige körperliche Aspekte der Welt beschädigen und zerstören, betrübt Lashon Hara die emotionalen und Sozialreiche.

4. Profound Consequences of Speaking Lashon Hara

Ba'alei Lashon Hara are also cut off from something else: olam habah (the World to Come). The Sages say (Bab. Erchin 15b) that for three transgressions one forfeits his portion in olam habah: murder, adultery, and idol worship, and that lashon hara is equivalent to all three. The Chafetz Chaim adds that when someone accustoms himself to speaking Lashon Hara, he rationalizes it to the extent that he begins to view Lashon Hara as entirely permissible.

The comparison of Lashon Hara to well-known and agreed-upon sins such as murder is surprising. But at the same time, we can imagine why: just as the "Ten Commandments" sins damage and destroy vital physical aspects of the world, Lashon Hara afflicts the emotional and social realms.

ihr Richter, euch trage ich auf, daß ich jedes Guthaben, das ich von dem und dem zu bekommen habe, daß Ich diese Guthaben jederzeit, wann ich will erheben kann. Und sie schreiben ihm einen Prosbol mit folgendem Wortlaut: In gemeinsamer Sitzung von dreien waren wir; da kam vor uns der Gläubiger so und so und sagte vor uns: euch trage ich auf...; und alle drei unterschreiben mit der Bezeichnung als Richter oder mit der Bezeichnung als Zeugen. Sie können das auch am Ende des Jahres ma¬chen, das ist am Erew-Rosch-Ha-schana vor Sonnenuntergang. Manche sagen, man braucht den Prosbol nicht gerade zu schreiben, sondern es ge¬nügt, wenn er vor ihnen spricht; sogar, wenn kein Gericht an seinem Ort ist, kann er sagen: Ich übergebe meinen Schuldschein dem Gericht an dem und dem Ort.
16. Prosbol nützt nur, wenn der Schuldner Grundbesitz hat, wenn auch noch so wenig; wenn er auch nur einen durch ein Loch mit der Erde verbundenen Pflanzenkübel hat, ge¬nügt es. Auch, wenn der Schuldner nichts hat, aber der Bürge hat; oder wenn einer, der dem Schuldner schul¬dig ist, hat, das genügt auch. Wenn auch diese nichts haben, aber der Gläubiger hat etwas Grundbesitz, kann er es dem Schuldner zueignen, selbst durch einen anderen, selbst nicht in seiner Gegenwart, und das nützt für den Prosbol.

101. Vorschriften für den Kläger und den Beklagten und Zeugenaussagen.

Enthält 21 Paragraphen.

1. Wenn zwischen zwei Leuten irgend ein Streit entstanden, sollen sie sich auf gute Weise einigen, daß jeder dem anderen nachgebe, um sich so weit wie möglich von einer herabwürdigenden Inanspruchnahme des Gerichtes fernzuhalten.

2. Wenn sie sich nicht auf gute Weise einigen können und sie gezwungen sind einen Prozeß zu führen, sollen sie zum Gericht gehen.

3. Wenn die Hand der NichtJuden herrscht und der Gegner ein gewalttätiger Mensch ist, fordere er ihn doch erst vor die jüdischen Richter; und wenn er nicht kommen will, lasse er sich vom jüdischen Gericht Erlaubnis geben, und rette was er zu bekommen hat, durch das nichtjüdische Gericht.

4. Wenn man von jemand Geld fordert, das er in seiner Macht hat, darf er nicht Seitenwege suchen, um zu entschlüpfen, damit sein Gegner einwillige, sich mit ihm zu vergleichen und auf den Rest verzichte; wenn einer sündigt und so tut, ist er vor dem Gericht im Himmel nicht frei, bis er dem anderen gibt, was ihm gehört.

5. Der Prozessierende darf nicht den Inhalt des Prozesses vor dem Richter erzählen, wenn sein Prozeßgegner nicht dabei ist; er finde sich auch nicht früher vor dem Richter ein als sein Gegner, daß er nicht in den Verdacht komme, daß er deshalb früher gekommen, um seine Behauptungen in Abwesenheit seines Gegners vorzutragen. (S'ma.)

6. Wie der Richter, der Bestechung nimmt, selbst, um den Nichtschuldigen freizusprechen, ein Verbot übertritt, so übertritt auch, der Bestechung gibt, ein Verbot, denn in Lev. 19,1 lesen wir: "Vor einen Blinden lege keinen Anstoß".

7. Man darf auf keinen Fall eine Lüge behaupten; selbst, wenn man bei sich weiß, daß man nicht schuldig ist, würde man aber die Wahrheit behaupten, so würde man den Prczeß verlieren, darf man doch keine Unwahrheit behaupten. So steht in der Gemara (Schabuot 31): die Weisen haben gelehrt, woher wissen wir, daß, wer vom anderen eine Mine (eine alte Münzeinheit) fordert, (das heißt, er hat sie ihm geliehen,) daß er nicht sage, ich werde zwei Minen von ihm fordern, damit er mir eine Mine eingestehe und mir einen Schwur leisten muß und ich ihm den Schwur auf eine andere Forderung (bei der er mir nicht schwören müßte) ausdehnen kann, darum heißt es (Ex. 23,7): von einem Lügenwort bleibe fern! Woher wissen wir, daß, wenn einer vom anderen eine Mine zu fordern hat und das Doppelte verlangt, der Schuldner nicht sagen darf: vor Gericht werde ich ihm alles ableugnen und außerhalb des Gerichts ihm eingestehen, damit ich ihm keinen Schwur zu leisten brauche und er mir nicht den Schwur auf eine andere Forderung ausdehnen kann, darum heißt es: von einem Lügenwort bleibe fern! Woher wissen wir, daß wenn drei von einem anderen eine Mine zu fordern haben, daß nicht einer von ihnen klage und die anderen beiden Zeugen seien, um die Mine herauszubekommen und zu teilen, darum heißt es von einem Lügenwort bleibe fern!

8. Zuweilen wählen sich die Parteien Männer, die einen Vergleich zwischen ihnen herstellen sollen, sei es in Verbindung mit dem Gericht oder ohne das Gericht; das ist richtig, denn jeder bemüht sich zu Gunsten dessen, der ihn gewählt hat, und der Vergleich wird gerecht werden.
Aber nur auf geradem Weg sich bemühen; fern sei es aber jedem, den Vergleich zu krümmen, denn so, wie ihnen verboten ist, das Recht zu beugen, so ist ihnen auch verboten, den Vergleich zu beugen.

9. Wenn Leute einer Stadt sich ein Gericht einsetzen, müssen sie wissen, daß jeder Richter diese sieben Eigenschaften besitzt: Thoraweishelt, Demut, Gottesfurcht, Abneigung gegen Gewinnsucht, selbst bei seinem eigenen Vermögen, Wahrheitsliebe, Beliebtheit bei den Menschen, guten Ruf infolge seiner Werke. Wer einen Richter einsetzt, der nicht würdig ist, übertritt ein Verbot, denn es heißt in Deut. 1,17: "Achtet nicht auf das Ansehen im Gericht!"
Das heißt: achtet nicht auf das Ansehen eines Mannes, zu sagen, der und der ist reich oder ist mein Verwandter, darum will ich ihn ins Gericht einsetzen. Und vor jedem Richter, der wegen Silbers oder Goldes eingesetzt worden ist, darf man nicht aufstehen oder ihn sonstwie ehren; auf ihn haben unsere Weisen den Vers in Ex. 20,23 bezogen: "Götter aus Silber und Götter aus Gold machet euch nicht".

10. In Städten, in denen sich keine Gelehrten befinden, die zu richten geeignet sind, setzt man die nach der Ansicht der Einwohner der Stadt Besten und Gelehrtesten unter ihnen zu Richtern ein, und sie sollen richten, obschon sie nicht zu Richtern geeignet sind, damit sie nicht vor die nichtjüdischen Gerichte gehen. Und da die Einwohner der Stadt dieselben über sich gesetzt, kann kein anderer sie für ungültig erklären; alle ihre Handlungen seien, um dem Ewigen zu dienen.

11. Wenn einer ein Zeugnis für seinen Nächsten weiß und geeignet ist, für ihn Zeugnis auszusagen, und sein Nächster Nutzen von seinem Zeugnis hat und ihn auffordert, daß er vor Gericht für ihn aussage, ist er verpflichtet, für ihn auszusagen, OD
noch ein Zeuge mit ihm ist oder ob
er allein ist; wer sein Zeugnis unter drückt, ist schuldig vor dem Gericht
im Himmel. Keiner darf eine Sache
aussagen, die er nicht weiß, wenn
sie ihm auch einer gesagt hat, von
dem er weiß, daß er nicht lügt; auch
wenn der Prozeßführende zu ihm
sagt, komm und stelle dich zu dem
einen Zeugen, den ich habe, sage
nicht aus, nur soll mein Schuldner
Furcht bekommen und meinen, daß
ich zwei Zeugen habe, und mir
eingestehen, höre er nicht auf ihn;
so heißt es (Ex. 23, 7): Von einem
Lügenwort halte dich fern!
 

12. Daß e i n Zeuge aussagen kann,
das ist nur bei einer Geldsache; da
nützt auch ein Zeuge, (um den Geg ner) zu einem Schwur zu zwingen.
Ebenso bei einem Verbot, wenn das
Verbot noch nicht übertreten worden
ist, sage er aus, um von einem Verbot zurückzuhalten. Wenn das Verbot aber bereits übertreten worden ist, sage ein Zeuge nicht aus; denn, da ein Zeuge nicht beglaubigt ist, so wäre er nur wie einer, der über seinen Nächsten einen bösen Namen ausbringt.

13. Wer Lohn nimmt, um Zeugnis auszusagen, dessen Zeugnis ist ungültig; aber nur, wenn er die Sache bereits gesehen hat, da er ver pflichtet ist, unentgeltlich auszusa gen; aber um hinzugehen, eine Sache
zu sehen, um nachher Zeuge dafür
zu sein, dafür darf er Lohn nehmen,
aber nur soviel Lohn, als für seine
Mühe gebührt, und nicht mehr. Eben so, wenn es für ihn eine Mühe ist,
zum Gericht zu gehen, kann er Lohn
für die Mühe nehmen, wie für diese
Mühe gebührt, und nicht mehr.

14. Für jedes Zeugnis, von dem er
Nutzen hätte oder an dem er sonst
irgendwie beteiligt ist, wenn auch ganz entfernt, ist er ungültig, es auszusagen.

15. Es steht geschrieben (Jech. 18,18): Der Schlechtes vollbracht in sei nem Volk; und das deuten wir (Scha-
buot 31), das ist derjenige, der mit
einer Vollmacht kommt und sich für
einen Prozeß ereifert, der ihn nichts
angeht. Aber nur, wenn beide Par teien in der Stadt sind, nur ist z. B.
der Schuldner gewalttätig und reich
an Einwänden, sodaß der Gläubiger
sich fürchtet, mit ihm zu prozes sieren, und einen anderen bevoll mächtigt, das ist: er ereifert sich
für einen Prozeß, der ihn nichts an geht. Wenn aber der Beklagte in
einer anderen Stadt Ist und der Klä ger sich nicht bemühen kann und
einen anderen bevollmächtigt, so er füllt der Bevollmächtige eine Pflicht,
daß er den Bedrückten aus der Hand
seines Bedrückers rettet. Manche sagen, daß, wenn einer mit einer Vollmacht kommt, um vom Gewinn Nutzen zu haben, und nicht wegen der Gewalttätigkeit des anderen, ist es erlaubt.

16. Stets halte man sich selbst
von einem wahren Schwur fern, so
weit nur möglich.
17. Wenn sein Nächster ihm einen
Schwur zu leisten hätte und er sieht,
daß er, was der Ewige verhüte,
falsch schwören will, vergleiche er
sich mit ihm, soweit wie möglich,
und lasse ihn nicht falsch shwören;
so heißt (Ex. 22,10): ein Schwur
beim Ewigen sei zwischen beiden;
das deuten wir, der Vers lehrt, daß
der Schwur auf beiden ruht.
18. Wenn ein Israel für einen Hei den, der bei ihren Gerichten (die
nicht zuverlässig) einen Prozeß mit
einem Israel hat, ein Zeugnis weiß
und durch die Aussage verursachen
würde, daß der Israel mehr bezahlen
müßte, als er nach israelitischem
Recht schuldig wäre, darf er nicht
für ihn aussagen, (wenn er nicht
durch Landesgesetz dazu verpflichtet
ist), wenn aber nicht, darf er für
ihn aussagen. Wenn von Anfang der
Heide den Israel dazu bestimmt
hat, daß er für ihn Zeuge sei, sage
er auf jeden Fall für ihn aus, weil
es eine Entweihung des göttlichen
Namens wäre, wenn er nicht für Ihn
aussagen würde.
19. Solange ein Mensch sich erin nert, kann er immer noch aussagen,
und braucht nicht zu befürchten,
vielleicht erinnere er sich, weil die
Sache schon sehr alt ist, nicht mehr
klar, auch, wenn er sich nur aus
einer Aufzeichnung an das Zeugnis
erinnert, wenn man ihm zur Erinne rung an die Dinge seine Aufzeichnung

in seinem Buche gibt, er hat die Sache vergessen und erinnert sich nur aus der Aufzeichnung, kann er aussagen; aber nur, wenn er, sobald er die Aufzeichnung sieht, sich an die Sache selbst erinnert. Ebenso, wenn er sich durch einen anderen, der es ihm in Erinnerung bringt, an die Sache erinnert, kann er aussagen, selbst wenn derjenige, der ihn erinnert, der zweite Zeuge ist. Wenn aber der Prozessierende selbst ihn erinnert und es ihm dadurch einfällt, sage er nicht aus. Doch kann der Prozessierende die Worte einem anderen mitteilen, daß er ihn erinnere; das wäre: er erinnert sich durch einen anderen.

20. Wenn ein Zeuge mit einem der Prozessierenden verwandt ist oder mit einem der Richter oder wenn die Zeugen miteinander verwandt sind, selbst eine Verwandtschart nur durch ihre Frauen, so sind sie zuweilen untauglich, Zeugnis auszusagen. Selbst, wenn sie nur mit dem Bürgen verwandt sind und nicht mit dem Schuldner, sind sie ebenfalls untauglich, für den Schuldner auszusagen.

Daß die Thora das Zeugnis der Verwandten untauglich gemacht, ist nicht, weil bei ihnen anzunehmen, daß sie einander lieben, da sie ja zugunsten und zu ungunsten auszusagen untauglich sind, sondern es ist eine Bestimmung des Gesetzes, selbst Mosche und Aharon wären nicht geeignet auf einander auszusagen. Darum muß jeder Zeuge, der irgendwie mit einem der Erwähnten verwandt ist oder verwandt war und (durch Todesfall oder Scheidung) wieder entfernt ist, ohne daß die Richter davon wissen, es ihnen sagen, daß sie ihm auf Grund der Thora mit-

teilen, ob er durch diese Verwandt¬schaft für untauglich zu erklären ist oder nicht.
21. Wenn von zwei Zeugen der eine vom anderen weiß, daß er ein Bösewicht und von der Thora zu einer Zeugenaussage untaug'ich, die Richter aber seine Untauglichkeit nicht kennen, darf er nicht mit ihm zusammen Zeugnis aussagen, wenn es auch ein wahres Zeugnis ist; so heißt es (Ex. 23,1): lege deine Hand nicht zu der eines Bösewichtes, ein Zeug« der Gewalttat zu sein. Und es ist eine Vorschrift der Thora, daß die ganze Zeugenaussage ungültig ist, selbst, wenn viele Zeugen da sind, sobald einer von ihnen un¬tauglich ist. Wer ist ein Bösewicht, der von der Thora für eine Zeugen¬aussage untauglich ist? Wer eine Sache begangen hat, die in Israel als Sünde bekannt ist, eine Sache, die von der Thora ein Verbot ist, die er freventlich begangen und nicht durch Umkehr wiedergutgemacht hat; wenn aber anzunehmen ist, daß er es aus Versehen oder Irrtum übertre'en hat, da er das Verbot nicht gekannt hat, so ist er nicht untauglich für eine Zeugenaussage.
Vorschriften für Diebstahl und Raub.
Enthält 16 Paragraphen.
1. Man darf nicht das Geringste rauben oder stehlen weder einem Israel noch einem Nichtjuden. Es steht im Tana debe Elija (15): Es kam ein¬mal vor, daß mir einer erzählte, er habe einem Heiden beim Messen von Datteln, die er ihm verkauft hatte, Unrecht getan, dann habe er für das ganze Geld Oel gekauft, es sei aber der Krug zerbrochen und das Oel verschüttet; da rief ich aus: Gelobt sei der Ewige, vor dem es kein An¬sehen der Person gibt! der Vers sagt (Lev. 19,15): du darfst deinen Nächsten nicht bedrücken und nicht berauben; Beraubung eines Heiden ist auch Beraubung.

2. Wenn es eine so unbedeutende
Sache ist, daß keiner irgendwie dar auf Wert legt, z. B. aus einem Bün del Holz ein Spänchen zu nehmen,
um seine Zähne zu reinigen, ist es
erlaubt, besondere Frömmigkeit ist es,
sich davon zurückzuhalten.
3. Zu stehlen selbst in der Absicht;
es wieder zurückzugeben, er will den
andern nur ein bißchen ärgern oder
scherzweise, ist auch verboten.
4. Man darf seinem Nächsten
nichts vorenthalten, nicht das Ge ringste; so heißt es (Lev. 19, 13):
Du darfst deinem Nächsten nichts
vorenthalten. Was heißt vorenthal ten? Wenn Vermögen seines Nächs ten in seine Hand gekommen, wenn
auch im Einverständnis mit seinem
Nächsten, wenn dieser zum Beispiel
ein Darlehen oder Miete bei ihm
hat, und er ihm nicht zahlen will
oder ihn wegdrängt mit: Geh' una
komm' wieder! Geh' und komm'
wieder!
5. Wer das Haus oder Gerät seines
Nächsten begehrt oder irgend eine
Sache, die der andere nicht ver kaufen will, und viel Freunde zu
ihm schickt oder selbst in ihn dringt,
bis er ihm die Sache verkauft, über tritt das Verbot (Ex. ,20,17): Du
sollst nicht begehren. Von da an, da
sein Herz betört ist und er denkt, wie
er den Gegenstand erwerben könne,
übertritt er (Deut. 6,18): Du sollst
nicht gelüsten; denn Gelüste bezieht

sich nur auf das Herz. Das Gelüste führt zum Begehren. Wer eine Sache kauft, nach der er gelüstet hat, über¬tritt zwei Verbote; dafür heißt es (Deut, dort): Begehre nicht und ge¬lüste nicht!
6. Es ist ein Gebot für den, der gestohlen hat, daß er das Gestohlene selbst, wenn es noch existiert und nicht verändert worden ist, zurück¬gibt; so heißt es (Lev. 5,23): Er gebe das Geraubte, das er geraubt, zurück; ebenso der Dieb. Und er hat seine Pflicht nicht getan, wenn er nur den Wert bezahlt, selbst wenn der Eigentümer bereits darauf verzichtet hat. Aber, wenn der Gegenstand nicht mehr vorhanden ist oder so verändert worden ist, daß er nicht wieder zum ersten Zustand zurück¬kehren kann, oder wenn er ihn in einen Bau eingemauert hat, daß er großen Schaden hätte, wenn er den Bau einreißen würde, so hat er seine Pflicht getan, wenn er den Wert zu¬rückgibt, wieviel die Sache zur Zeit des Diebstahles wert war. Wenn der Bestohlene an einem anderen Orte ist, braucht er ihm das Geld nicht dahin zu schicken; sondern ihm nur mitzuteilen, wenn er komme, werde er ihm zahlen. Wenn der Bestohlene gestorben ist, zahle er seinen Erben.
7. Wer viele bestohlen hat, z. B. ein Krämer, der mit schlechtem Maß gemessen oder mit schlechtem Ge¬wicht gewogen und dergl., oder Ge¬meindevorsteher gewesen und seinen Verwandten erleichtert und Fremden erschwert hat, ebenso, wer von vielen Zinsen genommen, kann es nur schwer wieder gutmachen. Darum mache er Einrichtungen, die der All¬gemeinheit nötig sind, daß auch die Bestohlenen davon Nutzen haben. Denjenigen jedoch, von denen er



weiß, daß er ihnen gestohlen hat, muB er es zurückgeben und hat ihnen gegenüber mit den Einrichtungen fUr die Allgemeinheit, die er gemacht hat, seine Pflicht nicht getan.
8. Man darf einem Dieb oder einem
Räuber den Gegenstand, den er ge stohlen oder geraubt hat, nicht ab kaufen; es ist kein Unterschied, ob
es ein Israel oder ein Mchtjude ist,
denn auch für den NichtJuden gilt das
Verbot des Stehlens oder Raubens,
selbst von einem NichtJuden seines gleichen, weil das zu den sieben
(hoachidischen) Geboten gehört, zu
denen sie verpflichtet sind. Es ist
eine große Sünde, von einem Dieb
oder einem Räuber zu kaufen; man
würde damit die Sünder unterstützen,
und darauf heißt es (Spr. 29,24): Wer
mit einem Dieb teilt, haßt seine Seele.
Er veranlaßt den Dieb, immer mehr
zu stehlen; wenn er aber keinen
KSufer findet, stiehlt er nicht; ob-
schon er das Gestohlene an einen
Ort bringen könnte, wo man ihn
nicht kennt, so ist ihm das nicht so
bequem. Wenn aber der Käufer das
Wohl des Eigentümers im Auge hat,
um ihm die Sache zurückzugeben,
wenn er ihm sein Geld wiedergibt,
ist es erlaubt. Aber nur, wenn der
Eigentümer selbst nicht die Möglich keit gehabt hätte, die Sache zu ret ten. Ebenso darf man auch als Pfand
keine Sache annehmen, die gestohlen
oder geraubt zu sein scheint.
9. Auch nur den geringsten Nutzen
von einem Diebstahl oder einem
Raub zu haben, solange er in der
Hand des Diebes oder des Räubers
ist, ist verboten; wenn es auch nur
ein ganz unbedeutender Nutzen ist, auf den selbst der Eigentümer keinen Wert legen würde, wie Umwechseln von Münzen mit demselben Wert, so ist dies mit gestohlenem oder geraubtem Geld verboten. Ebenso in ein geraubtes Haus zu gehen, wenn die Sonne scheint, wegen der Sonne und wenn es regnet, wegen des Re¬gens, oder über ein gestohlenes Feld zu gehen, ist verboten.
10. Wenn jemand daher als Dieb
oder als Räuber bekannt ist, der
keine andre Arbeit hat, als diese,
und dessen ganzes Vermögen für
gestohlen oder geraubt gilt, darf man
von ihm keinen Nutzen haben, und
einem Armen ist verboten, von ihm
Almosen zu nehmen.
11. Ebenso, wenn jemand einen
Gegenstand verkaufen will, der ge stohlen zu sein scheint, wenn z. B.
Hüter von Früchten im Geheimen
Früchte verkaufen oder wenn ein
Verkäufer einen Gegenstand heim lich trägt, um ihn zu verkaufen, oder
zum Käufer sagt, verbirgt ihn, darf
man nicht kaufen. Selbst von einer
Frau etwas zu kaufen, wobei zu
befürchten ist, daß sie es ohne Wis sen des Mannes verkauft, oder von
einem Mann etwas von dem Schmuck
seiner Frau oder ihren Gewändern
zu kaufen, wobei zu befürchten,
daß er es ohne Wissen seiner Frau
verkauft, ist verboten.
12. Wem bei einem Festmahl und
dergl. seine Kleider verwechselt wor den sind, benütze er nicht diese
Kleider, die in seine Hand gekom men sind und ihm nicht gehören,
und wenn der Besitzer der Sache
kommt, muß er sie ihm zurückgeben, wenn auch seine eigene Sache ver¬loren gegangen ist. Ebenso, wenn ihm die Wäscherin, die für viele wäscht, ihm ein Hemd bringt, das ihm nicht gehört, darf er es nicht anziehen, sondern muß es dem Eigentümer zurückgeben, wenn auch das seinige verloren ist. Wenn es aber lange Zeit bei ihm liegt, daß nicht möglich ist, daß nicht der Eigentümer inzwischen nach dem seinigen gefragt hat, kann er es an¬ziehen (wenn es gesetzlich erlaubt ist), weil anzunehmen, daß die V/äscherin den Eigentümer befriedigt und für das Hemd gezahlt hat.
13. Man darf keinen Gegenstand
eines andern ohne dessen Wissen
benützen; wenn einem auch sicher ist,
daß sich der Eigentümer, wenn es ihm
bekannt würde, freuen würde und
aus Liebe zu ihm herzlich zufrie den wäre, ist es doch verboten.
Wer darum in den Obstpark oder in
den Garten eines andern kommt, darf
ohne Wissen des Eigentümers keine
Früchte pflücken, wenn auch der Be sitzer des Obstparkes oder des Gar tens ihn liebt und schätzt als wie
sich selbst und sich sicher herzlich
freuen wird, wenn ihm bekannt wird,
daß er von seinen Früchten ge nossen hat, doch, weil er jetzt nichts
davon weiß, genießt er auf verbotene
Weise. Man muß die Leute darauf
aufmerksam machen, die aus Mangel
an Kenntnis daran straucheln.
14. Doch ist einem Hausgenossen
eines Menschen erlaubt, einem Ar men oder einem Sohn eines Freun des des Hausherrn ein Stück Brot zu
geben ohne dessen Wissen, weil dies die Hausherrn selbst zu tun pflegen, und das heißt nicht ohne Wissen des Besitzers, weil (die Hausgenossen) so zu tun pflegen und der Besitzer weiß, daß sie so tun. Aus diesem Grund ist erlaubt, von Frauen eine Kleinigkeit als Almosen anzunehmen ohne Wissen der Männer, weil sie so zu tun pflegen und die Männer wissen, daß sie so tun. Ebenso in einem Obstpark, wenn einer gewohnt ist, mll Wissen des Eigentümers darin von den Früchten zu essen, ist es ihm erlaubt, und so ähnliches.
15. Wenn einer auf dem Weg
Früchte unter einem Baum, der über
den Weg neigt, findet, wenn es
Früchte sind, die gewöhnlich vom
Baum abfallen und durch das Her unterfallen unansehnlich werden, oder
Früchte, die gewöhnlich das Vieh,
das da vorüberkommt, frißt, so hat
der Eigentümer bereits darauf ver zichtet, und sie sind erlaubt; die
vom Herunterfallen nicht unansehn lich werden, sind wegen Diebstahls
verboten. Wenn sie unmündigen
Waisen gehören, sind sie auf jeden
Fall verboten; denn der Kinder Ver zicht und Preisgabe sind ungültig.
16. Gesetz der Regierung ist Gesetz.

183. Vorschriften für Beschädigung fremden Vermögens.
Enthält 7 Paragraphen.

1. Man darf das Vermögen eines anderen nicht beschädigen, selbst, wenn man die Absicht hat, es zu bezahlen, wie man nicht stehlen oder rauben darf, auch nicht in der Absicht, es zu zahlen. Selbst einem andern Schaden nur zu verursachen, sei es durch eine Handlung oder durch ein Wort, ist verboten; z. B. Reuben verkauft Ware einem andern und Schimon kommt und sagt zu ihm, sie sei nicht so viel wert, so ist das verboten. Wer einem andern Schaden verursacht, selbst auf eine Weise, daß er bei irdischem Gericht frei wird, ist er im himmlischen Gericht schuldig, bis er den andern befriedigt.

2. Selbst, wenn jemand ein Scha den zustoßen würde, darf er ihn
nicht dadurch von sich fernhalten,
wenn er damit veranlaßt, daß er
einem andern zustößt; denn man darf
sich nicht einmal durch mittelbares
Verursachen von Schädigung des
Vermögens eines anderen selbst
schützen. Aber bevor der Schaden
über ihn kommt, darf er vorbeugen,
daß er nicht über ihn komme, wenn
er auch dadurch über andere kommt;
z. B. bei einem Kanal, der sein Feld
zu überschwemmen droht, darf er,
solange der Kanal nicht in sein Feld
eingedrungen ist, eine Mauer davor
bauen, wenn der Kanal auch dadurch
eines anderen Feld überschwemmt.
Wenn er aber bereits in sein Feld
gekommen ist, darf er ihn nicht auf
eine Weise entfernen, daß er dadurch



>> Perek B

hagalil.com 11-05-2005



Fragen an die Rebbezin...
Jüdische Weisheit
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